Symbolbild: Überschwemmte Straße bei Windsor, Australien, Juli 2022. Foto: Wes Warren / Unsplash.
Nach Starkregen, bei einem vollgelaufenen Keller oder beim Leerpumpen eines Beckens zählt nicht nur die Motorleistung. Entscheidend ist, wie viel Wasser innerhalb einer bestimmten Zeit gefördert werden muss und welche Höhe dabei zu überwinden ist. Eine zu kleine Pumpe verlängert den Einsatz unnötig. Ein überdimensioniertes Modell kann dagegen unnötige Anschaffungs- und Betriebskosten verursachen.
Wer für solche Arbeiten eine Schmutzwasserpumpe auswählt, sollte Fördermenge, Förderhöhe und die Beschaffenheit des Wassers gemeinsam betrachten. Erst aus diesen Angaben ergibt sich, welche Leistung für den konkreten Einsatz sinnvoll ist.
Fördermenge anhand der Wassermenge bestimmen
Die Fördermenge wird meist in Litern pro Stunde angegeben. Für einen kleinen Pumpensumpf reichen andere Werte als für einen überfluteten Keller mit mehreren Kubikmetern Wasser. Ein Kubikmeter entspricht 1.000 Litern.
Bei 10.000 Litern Wasser und einer gewünschten Entleerungszeit von zwei Stunden wird rechnerisch eine tatsächliche Förderleistung von mindestens 5.000 Litern pro Stunde benötigt. Dieser Wert muss unter den Bedingungen am Einsatzort erreicht werden. Schlauchlänge, Höhenunterschiede und Leitungswiderstände reduzieren die Fördermenge gegenüber dem angegebenen Maximalwert. Fließt weiterhin Wasser nach, muss die Pumpe zusätzlich diesen Zufluss bewältigen.
Vor dem Kauf lassen sich einige Daten direkt am Einsatzort erfassen:
Wassermenge oder ungefähres Volumen des zu entleerenden Bereichs bestimmen;
Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und Auslaufstelle messen;
erforderliche Schlauchlänge festlegen;
Schlauchdurchmesser und Pumpenanschluss miteinander abstimmen;
gewünschte Dauer für das Abpumpen festlegen.
Diese Werte grenzen die passende Leistungsklasse deutlich ein. Eine hohe Fördermenge auf dem Datenblatt allein sagt noch nicht, wie viel Wasser unter realen Bedingungen am Schlauchende ankommt.
Förderhöhe und Höhenunterschied richtig einschätzen
Die Förderhöhe beschreibt die von der Pumpe erzeugte Druckhöhe. Sie muss sowohl den Höhenunterschied als auch die Druckverluste im Schlauchsystem abdecken. Die angegebene maximale Förderhöhe wird bei Kreiselpumpen praktisch ohne Durchfluss erreicht und ist daher kein geeigneter Betriebspunkt zum Abpumpen.
Muss das Wasser beispielsweise aus einem Keller auf Straßenniveau gepumpt werden, entsteht bereits durch den Höhenunterschied ein Leistungsbedarf. Lange Schläuche erhöhen zusätzlich den Widerstand. Auch enge Leitungen, Winkelstücke und Kupplungen beeinflussen den Durchfluss. Liegt die maximale Förderhöhe einer Pumpe nur knapp über dem tatsächlichen Höhenunterschied, kann die Fördermenge stark sinken.
Für größere Entfernungen ist deshalb ein Modell mit ausreichender Leistungsreserve sinnvoll. Die Förderkennlinie des Herstellers zeigt, welche Wassermenge bei einer bestimmten Förderhöhe erreicht wird. Die Verluste des verwendeten Schlauchsystems müssen bei der Auswahl mit berücksichtigt werden.
Korngröße des Schmutzwassers prüfen
Große Wassermengen bedeuten nicht automatisch sauberes Wasser. Nach einer Überschwemmung können Sand, kleine Steine, Laub oder andere Feststoffe enthalten sein. Die Pumpe muss für diese Bestandteile geeignet sein. Der angegebene Korndurchlass allein garantiert nicht, dass faseriges Material oder Laub ohne Verstopfung gefördert werden.
Bei Shopping-Kobolde finden Käufer Pumpentechnik und Zubehör für unterschiedliche Anwendungen rund um Haus, Grundstück und Wasserversorgung. Für Schmutzwasser sollte die zulässige Korngröße immer mit den Bedingungen am Einsatzort verglichen werden. Maßgeblich sind die Freigaben und Betriebshinweise des jeweiligen Herstellers.
Schlauchdurchmesser an die Leistung anpassen
Eine leistungsstarke Pumpe benötigt einen ausreichend großen Druckschlauch. Ein kleiner Querschnitt begrenzt den Durchfluss und erhöht den Widerstand. Bei großen Fördermengen kann ein größerer Schlauchdurchmesser die vorhandene Pumpenleistung deutlich besser nutzen.
Auch Anschlüsse und Kupplungen sollten den vorgesehenen Durchmesser unterstützen. Reduzierstücke sind zwar praktisch, können bei hohen Wassermengen jedoch zum Engpass werden.
Leistungsdaten passend zum Einsatz auswählen
Für gelegentliches Abpumpen kleiner Flächen gelten andere Anforderungen als für regelmäßig anfallende große Wassermengen. Förderleistung, Förderhöhe, Korndurchlass und Schlauchsystem sollten deshalb als zusammengehörige technische Daten betrachtet werden.
Das Sortiment von Shopping-Kobolde umfasst Schmutzwasser-, Entwässerungs- und Gartenpumpen sowie Zubehör wie Schläuche, Steuerungen und Kupplungen. Bei der Zusammenstellung eines Systems sollten die technischen Daten der Komponenten aufeinander abgestimmt werden. Für die Auswahl zählen die Anforderungen am Einsatzort und die Herstellerangaben zur Eignung und Leistung.
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Ueberschwemmte-Strasse-bei-Windsor.jpg7201280Cathyhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngCathy2026-10-03 20:51:052026-10-03 21:11:24Schmutzwasserpumpe für große Wassermengen richtig dimensionieren
Die Millennium-Preis-Probleme sind sieben ursprünglich ungelöste, komplexe mathematische Probleme, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute jeweils eine Million Dollar Preisgeld vergibt. Anfang September sorgte das KI-Unternehmen OpenAI mit einer Nachricht für Aufsehen. Das Unternehmen veröffentlichte einen von einem internen KI-System erzeugten Beweis, der nach eigener Darstellung das Navier-Stokes-Millennium-Problem löst. Doch warum findet dieses mathematische Problem hier überhaupt Erwähnung, obwohl es doch um Meteorologie gehen soll? Was genau sind eigentlich die Navier-Stokes-Gleichungen?
Als erstes sei gesagt, ohne die Navier-Stokes-Gleichungen wäre unsere heutige Wettervorhersage nicht möglich. Sie bilden eine der zentralen mathematischen Grundlagen der modernen Meteorologie. Deshalb soll es im Folgenden darum gehen, was diese Gleichungen beschreiben, wie sie genutzt werden und warum sie überhaupt ein Millennium-Problem sind.
Die Gleichungen gehen bereits auf das 19. Jahrhundert zurück. Sie wurden zwischen 1822 und 1845 von gleich vier Mathematikern und Physikern unabhängig voneinander formuliert: den Franzosen Claude Louis Marie Henri Navier (1785-1836), Siméon Denis Poisson (1781–1840) und Adhémar Jean Claude Barré de Saint-Venant (1797–1886), sowie dem Iren Sir George Gabriel Stokes (1819-1903). Auch wenn sie alle als „Entwickler“ gelten, hat sich letztendlich der Name Navier-Stokes-Gleichungen durchgesetzt.
Vereinfacht gesagt beschreiben sie, wie sich Fluide, wie zum Beispiel Luft oder Wasser, unter dem Einfluss von Trägheit, Druck, Viskosität (also Reibung) und äußeren Kräften bewegen. Sie beschreiben also einen der zentralen Prozesse in der Meteorologie, nämlich wie sich Luft bewegt, wenn Faktoren wie Reibungseffekte, die Corioliskraft oder die Schwerkraft berücksichtig werden. Damit sind die Navier-Stokes-Gleichungen die Grundlage unserer heutigen Wettermodelle wie ICON, IFS oder GFS. Für die Modelle werden die Gleichungen von Hochleistungsrechnern numerisch auf Millionen von Gitterpunkten gelöst. Für einen vorgegebenen Startwert gibt es also Lösungen, die wir tagtäglich verwenden.
Das Millennium-Problem liegt aber gar nicht in dieser numerischen Lösung, sondern in der Frage, ob es im Dreidimensionalen Raum immer, also bei jeglicher Art von Anfangsbedingungen eine global glatte Lösung gibt. Für den zweidimensionalen Raum ist die Antwort bekannt, dort gibt es solche global glatten Lösungen. Für den dreidimensionalen Raum hat OpenAI am 8. September 2026 einen KI-generierten Beweis angekündigt. Er beschreibt eine zunächst glatte Strömung unter einer glatten äußeren Kraft, die in endlicher Zeit eine Singularität entwickelt. Ob der Beweis das Millennium-Problem abschließend löst, wird noch geprüft.
Am besten lässt sich bildlich beschreiben, was eine Singularität und ein Blow-up überhaupt sind. Dafür stellen wir uns einen Wind vor. Mit der Zeit nimmt seine Geschwindigkeit zu. Nach einer Minute hat er eine Geschwindigkeit von 8 m/s. Nach zwei Minuten weht er schon mit 40 m/s. Nach fünf Minuten hat er dann plötzlich eine unendlich hohe Geschwindigkeit. In der Mathematik wäre das nun das Blow-up unserer Lösung. In einer endlichen Zeit ist die Lösung unendlich groß geworden, ohne dass sich die Anfangsbedingungen verändert haben. Die Singularität beschreibt den Zeitpunkt, an dem dies geschieht, in unserem Beispiel also bei Minute fünf.
Die KI-Agenten haben nach Angaben von OpenAI eine solche Singularität gefunden und damit gezeigt, dass unter den entsprechenden Bedingungen eine zunächst glatte Lösung in endlicher Zeit ihre Glattheit verlieren kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Navier-Stokes-Gleichungen „ungültig“ sind.
Die Wettermodelle bleiben davon dennoch unberührt. Das mathematische Millennium-Problem fragt danach, ob bestimmte dreidimensionale Lösungen für alle Zeiten glatt bleiben. Eine numerische Wettervorhersage betrachtet dagegen einen konkreten Anfangszustand und einen begrenzten Zeitraum. Dass sich mit diesen Gleichungssystemen konkrete Wetterentwicklungen für einige Tage numerisch berechnen lassen, steht daher nicht im Widerspruch zum Millennium-Problem. Die Singularität tritt zudem nicht in den üblichen Wettervorhersagen auf, sondern in einer speziell konstruierten mathematischen Lösung. Vergleichbar ist das mit einer Landkarte. Die ganze Karte bildet Deutschland richtig ab, nur ganz am Rand ist der Gipfel der Zugspitze unendlich hoch. Dennoch bleibt die restliche Karte gültig und es kann mit ihr navigiert werden. Nur für diesen einen speziellen Punkt muss nachgeforscht werden, um für ihn eine „richtige“ Lösung zu finden. Und weil es nun mal keine unendlichen Windgeschwindigkeiten gibt, ist diese theoretische Schwäche der Mathematik für die Vorhersage nicht relevant.
Die angekündigte mathematische Konstruktion stellt die praktische Wettervorhersage nicht grundsätzlich infrage. Eine Anerkennung durch das Clay Mathematics Institute ist damit noch nicht verbunden. Dafür gelten dessen Regeln zur Veröffentlichung, unabhängigen Prüfung und allgemeinen Akzeptanz; ein bestimmter Anerkennungstermin steht nicht fest. Das Institut hat die Ankündigung am 11. September 2026 begrüßt und auf die noch ausstehende Bewertung verwiesen.
Lea Friedel und M.Sc.- Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.
Besonders warme Orte im September 2026*
Platz
Station
Bundesland
durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1
Bad Bergzabern
Rheinland-Pfalz
19,4 °C
+4,5 Grad
2
Waghäusel-Kirrlach
Baden-Württemberg
18,8 °C
+3,5 Grad
3
Ohlsbach
Baden-Württemberg
18,8 °C
+4,0 Grad
Vergleichsweise kühle Orte im September 2026*
Platz
Station
Bundesland
durchschnittliche
Temperatur
Abweichung
1
Carlsfeld
Sachsen
11,8 °C
+2,0 Grad
2
Zinnwald-Georgenfeld
Sachsen
11,9 °C
+2,2 Grad
3
Deutschneudorf-Brüderwiese
Sachsen
12,2 °C
+0,9 Grad
Besonders niederschlagsreiche Orte im September 2026**
Platz
Station
Bundesland
Niederschlags-
menge
Anteil
1
Cadenberge
Niedersachsen
142,2 l/m²
179 %
2
Joldelund
Schleswig-Holstein
138,9 l/m²
151 %
3
Groß Wittensee
Schleswig-Holstein
134,6 l/m²
169 %
Besonders trockene Orte im September 2026**
Platz
Station
Bundesland
Niederschlags-
menge
Anteil
1
Henschtal
Rheinland-Pfalz
0,8 l/m²
1 %
2
Losheim-Niederlosheim
Saarland
0,8 l/m²
1 %
3
Merzig
Saarland
1,1 l/m²
2 %
Besonders sonnenscheinreiche Orte im September 2026**
Platz
Station
Bundesland
Sonnenschein-
dauer
Anteil
1
Rheinfelden
Baden-Württemberg
268 h
155 %
2
Emmendingen-Mundingen
Baden-Württemberg
268 h
150 %
3
Freiburg
Baden-Württemberg
266 h
149 %
Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im September 2026**
Platz
Station
Bundesland
Sonnenschein-
dauer
Anteil
1
Glücksburg-Meierwik
Schleswig-Holstein
121 h
90 %
2
Leck
Schleswig-Holstein
122 h
87 %
3
Hohn
Schleswig-Holstein
123 h
83 %
Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).
Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.
Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.
Meteorologe Denny Karran
Deutscher Wetterdienst Offenbach, den 02.10.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png500500WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-10-02 12:00:002026-10-03 21:33:51Deutschlandwetter im September 2026
Nach einem trockenen Sommer und einem ebenfalls niederschlagsarmen September 2026 dürsten unsere Böden nach Wasser. Besonders im Südwesten sind die Böden, vor allem die oberen Bodenhorizonte ausgetrocknet. Da trifft es sich gut, dass am heutigen Donnerstag eine Kaltfront von Westen her endlich langersehnte, flächendeckende Niederschläge mit sich bringt. Bis Freitagfrüh sind in der Westhälfte Deutschlands verbreitet Mengen um 10 Liter auf den Quadratmeter zu erwarten. Lokal kann sogar Starkregen mit Mengen zwischen 20 bis vereinzelt 40 l/qm auftreten.
Doch schaffen solche kurzen Regenereignisse überhaupt Abhilfe gegen die derart ausgetrockneten Böden?
Aktuelle Bodenfeuchte vom 30.09.2026 in Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal anschauen, wie der Boden aufgebaut ist. Wenn man sich vorstellt, ein Stück Boden auszugraben, besteht dieser zusammengefasst aus drei Teilen: festem Material, Wasser und Luft. Das feste Material wird Bodensubstanz genannt, es besteht aus Körnern und Partikeln von verwittertem Gestein und zersetzen Pflanzenresten. Wenn man diese Körner und Partikel in ein Behältnis werfen würde, entstehen Lücken zwischen ihnen. Das kann man sich vorstellen, als wenn man verschieden geformte Bauklötze in eine Kiste wirft: Sie verkanten sich und zwischen ihnen entstehen Hohlräume. Diese Hohlräume im Boden werden Poren genannt und haben Größen von wenigen Mikrometern bis mehrere Zentimeter. Dort können sich dann die beiden anderen Bodenzutaten sammeln, Wasser und Luft. Dabei wirken zwei verschiedene Kräfte. Zum einen die Adhäsionskraft, die die Anziehung zwischen Wasser und Bodenteilchen beschreibt und zum anderen die Kohäsionskraft, die die Anziehungskraft zwischen Wassermolekülen ausdrückt.
Bei langanhaltender Trockenheit trocknen die Poren aber nach und nach aus, bis am Ende kaum noch Wasser im Boden vorhanden ist. Dabei trocknen die großen Poren zuerst aus, denn hier sind die Anziehungskräfte an den Boden am geringsten. Am Ende sind die großen Poren alle nur noch mit Luft gefüllt und nur in ganz kleinen Poren befindet sich noch etwas Restwasser.
links: feuchter Boden, in den Poren befindet sich Wasser und Luft, rechts: ausgetrockneter Boden, in den Poren befindet sich nur noch Restwasser und viel Luft. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Nach längerer Trockenheit können manche Böden vorübergehend wasserabweisend werden. Regen bleibt dann zunächst an der Oberfläche, statt rasch einzudringen. Ob und wie stark dies auftritt, hängt von Bodenart, organischen Stoffen und der bisherigen Austrocknung ab. Mit zunehmender Benetzung kann sich die Wasseraufnahme verbessern. Die hydraulische Leitfähigkeit beschreibt, wie gut Wasser durch den Boden fließen kann; daneben bestimmen unter anderem Porenstruktur, Verdichtung und die Intensität des Regens, wie viel Wasser tatsächlich versickert. Nicht jeder trockene Boden nimmt Wasser grundsätzlich schlecht auf.
links: im feuchten Boden kann das Wasser gut versickern und dabei in tiefere Bodenhorizonte eindringen, rechts: im trockenen Boden versickert nur sehr wenig Wasser und der Niederschlag sammelt sich an der Oberfläche. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Ein kurzes Starkregenereignis kann das langfristige Auffüllen der Wasservorräte nur begrenzt unterstützen, wenn die Intensität die Aufnahmefähigkeit des Bodens übersteigt. Über einen kurzen Zeitraum erreicht zwar viel Wasser den Boden, aber durch die vorhergegangene Trockenheit kann es nur langsam versickern und erreicht keine tieferen Bodenhorizonte. Ein großer Anteil des Regens fließt einfach oberirdisch ab und der Boden bleibt trotz Regens weitestgehend trocken. Damit er Wasser gut aufnehmen kann, bräuchte es langanhaltenden Landregen. Dieser würde den Boden erst befeuchten und das Wasser kann dann langsam und mit der Zeit immer besser im Boden versickern.
Genau ein solcher Landregen, am besten über einen längeren Zeitraum wiederholt auftretend, ist bei der aktuellen Wetterlage allerdings nicht in Sicht. Bereits ab dem morgigen Freitag lösen sich die Ausläufer des Sturmtiefs EVA über dem Osten und Süden Deutschlands allmählich auf und bei steigendem Luftdruck sind zumindest absehbar bis weit in die kommende Woche hinein kaum nennenswerte Niederschläge zu erwarten.
Dipl.-Met. Robert Hausen / Lea Friedel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-10-1-image-1.jpg564392WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-10-01 12:00:002026-10-03 21:33:25Regen nach Trockenheit – warum Böden das Wasser nur schlecht aufnehmen
Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Ostpazifik vom 15. Mai bis zum 30. November und im zentralen Pazifik vom 1. Juni bis zum 30. November. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb dieser Zeitfenster keine Hurrikans beziehungsweise tropischen Wirbelstürme gibt. Statistisch gesehen, treten die meisten davon aber innerhalb dieser Korridore auf.
Tropische Wirbelstürme definieren sich über ihre mittlere Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala ein.
Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 – also innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode – pro Jahr 15 tropische Stürme, darunter 8 Hurrikane und darunter wiederum 4 schwere Hurrikane. Während diverse nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen für den Atlantik aufgrund des extrem starken El Niños eine unterdurchschnittliche Saison 2026 erwarteten, war für den Pazifik genau das Gegenteil der Fall. Das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zum Beispiel ging in seiner Prognose vom 21.05.2026 von einer überdurchschnittlichen Saison aus mit 15 bis 22 benannten Stürmen, darunter 9 bis 14 Hurrikanen und darunter wiederum 5 bis 9 schwere Hurrikanen. Als Begründung führte die NOAA unter anderem ebenfalls El Niño auf.
Der DWD berichtet in seinem Artikel vom 30. September 2026 von 20 benannten Stürmen, darunter 7 schwere Hurrikane. Damit wird bereits an der oberen Grenze der NOAA-Prognose gekratzt, zumindest was die Gesamtanzahl der Stürme angeht. Zudem zählt die Saison 2026 schon jetzt zu einer der intensivsten seit Aufzeichnungsbeginn und die offizielle Saison läuft noch zwei volle Monate wohlgemerkt.
Satellitenbild von Kategorie-5-Hurrikan „Genevieve“ vom 27.07.2026 südwestlich von Mexiko. (Quelle: NASA)
Unter den sieben schweren Hurrikanen befinden sich drei Exemplare, die mit Kategorie 5 die Saffir-Simpson-Skala voll ausgenutzt haben: „Genevieve“ (Lebensdauer 24.07.-02.08., maximales 1-Minuten-Mittel 260 km/h, tiefster Luftdruck 924 hPa), „Lowell“ (27.08.-11.09., 260 km/h, 922 hPa) und „Polo“ (20.09.-30.09., 285 km/h, 892 hPa). Damit zählt 2026 neben 1994, 2002 und 2018 zu den Saisons mit den meisten Kategorie-5-Hurrikanen – zumindest bis jetzt.
Von den Stürmen betroffen waren neben kleineren Inselgruppen hauptsächlich Mexiko und Hawaii. Den klassischen Landfall, also das Ziehen auf Land, vollführten nur Tropensturm „Boris“ und jüngst Hurrikan „Polo“ – beide in Mexiko. Neben dem ein oder anderen Streifschuss blieben einige Stürme (zum Glück) aber auch fernab jeglicher Landmasse. Der materielle Schaden wird bisher auf knapp 690 Millionen US-Dollar geschätzt, dazu sind 20 Todesopfer zu beklagen.
Satellitenbild vom 25.09.2026. Darauf zu sehen gleich drei Hurrikane („Nolo“, „Odalys“ und „Polo“) sowie die Entstehung von Hurrikan „Rachel“ über dem östlichen und zentralen Pazifik. (Quelle:NASA)
Aktuell wirbelt Hurrikan „Rachel“ knapp südwestlich von Mexiko, der sich im weiteren Verlauf zwar verstärken, aber zum Glück auch nach Westen (also von Mexiko weg) abdriften soll. Und dann hätten wir da noch „Nolo“, der bereits seit 13. September, also seit über zwei Wochen, sein Unwesen treibt, sich zwischendurch bis Kategorie 4 verstärken konnte und mittlerweile westlich von Hawaii angekommen ist – allerdings nur noch als Tropensturm. Den Prognosen nach soll sich „Nolo“ auf seinem weiteren Weg nach Westen erneut zu einem Hurrikan (Kat. 1) mausern.
Südlich von Mexiko braut sich derweil wohlmöglich schon wieder neues Ungemach zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) gibt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 40 % an, dass sich dort in den nächsten sieben Tagen ein Tropisches Tief, also die Vorstufe eines Tropensturms entwickelt. Man darf gespannt sein, was die pazifische Hurrikansaison noch so alles zu bieten haben wird.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
In zwei Tagen haben wir bereits Oktober, womit drei Viertel des Jahres schon wieder vorüber sind. Damit ist es auch an der Zeit, beispielsweise die Winterreifen an die Autos zu montieren. Die „O-bis-O-Regel“ besagt, dass man grob gesagt zwischen Oktober und Ostern nur mit Winterreifen unterwegs sein sollte. Der momentan ungewöhnlich warme Altweibersommer würde es nicht vermuten lassen, aber die merklich kürzer werdenden Tageslängen zeigen, dass das Winterhalbjahr allmählich Einzug hält.
Und wie präsentiert sich das Wetter zum Monatswechsel? Die letzten beiden Septembertage verlaufen wettertechnisch ruhig. In weiten Teilen Deutschlands scheint länger die Sonne und vor allem im Westen und Südwesten ist es sommerlich warm mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 29 Grad, vereinzelt werden 30 Grad erreicht.
Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am morgigen Mittwoch, den 30.09.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
In der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag selbst wird dieses sonnige und trockene Altweibersommerwetter vorrangig in der Westhälfte Deutschlands von zyklonalem Wettergeschehen abgelöst, zumindest vorübergehend. Zeitweilige Regenfälle ziehen von Westen auf, die örtlich durchaus kräftiger und vereinzelt gewittrig sein können. Diese Regenfälle verlagern sich allmählich ostwärts und sollen sich dabei bis zum Freitagmorgen langsam abschwächen. Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad werden nachfolgend zwar nicht mehr erreicht, dennoch verbleiben die Höchsttemperaturen auch bis zum Feiertagswochenende oftmals über der 20-Grad-Marke. Bei mal mehr, mal weniger Sonnenschein setzt sich die Trockenheit Anfang Oktober allerdings vielerorts fort.
Der Herbst zeigt sich zunehmend auch anhand der Verfärbung des Laubs in Gelb- und Rottöne, insofern sich die Blätter nicht bereits aufgrund der Trockenheit braun verfärbt haben. Die Verfärbung des Laubs wird durch die kürzer werdenden Tage bzw. länger werdenden Nächte ausgelöst. Aufgrund des mangelnden Lichts und weil die Nährstoffversorgung der Blätter im Winter nicht gewährleistet werden kann, stellen die Laubbäume die Photosynthese ein und „entledigen“ sich der Blätter. Dabei werden zunächst einmal das Chlorophyll, das die Blätter grün erscheinen lässt, und andere wichtige Nährstoffe abgebaut und im Stamm, in den Ästen oder in den Wurzeln eingelagert. Anschließend überwiegen die Gelb- und Rottöne. Braun werden die Blätter erst beim Absterben. Neben der Tageslänge beeinflussen Temperatur und Wasserversorgung die Herbstfärbung. Kühle Nächte können die Färbung begünstigen; Frost ist dafür keine notwendige Voraussetzung. Daneben spielen auch die gefallenen Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle.
Am 01. Oktober wird der „Weltmusiktag“ gefeiert, der auf eine Initiative des Internationalen Musikrats (engl. International Music Council, kurz: IMC) im Jahr 1975 zurückgeht. Da am 01. Oktober 1973 die IMC-Generalversammlung in Lausanne stattfand, entschied man sich dazu, dieses Datum zum „Weltmusiktag“ zu ernennen. Seither finden alljährlich am 01. Oktober musikalische Aktionen und Veranstaltungen statt. Welche Rolle das Wetter in der Musik spielt, kann in folgendem Thema des Tages nachgelesen werden: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/11/7.html Und welches Lied würde zum aktuellen Wetter am besten passen? Möchte man Lieder hören, in denen die momentan für Europa wetterbestimmenden Hoch- und Tiefdruckgebiete namentlich genannt werden, so müsste man auf die Namen ARNO, BORCHERT, DAPHNE oder EVA achten. Zur Wetterlage selbst würde man sicherlich schnell fündig werden, da man einfach Lieder heraussuchen müsste, in denen Sonne und Wärme thematisiert werden.
Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Dienstag, den 29.09.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Neben dem „Weltmusiktag“ ist am 01. Oktober auch der „Tag des Kaffees“. Wie wäre es also (ganz unabhängig von diesem Feiertag) bei einem Tässchen Kaffee auf der Terrasse oder dem Balkon zu verweilen? Sollte im Fall von Regen am Donnerstag keine Überdachung vorhanden sein, so kann man dieses auch getrost drinnen bei guter Musik genießen.
M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-29-image-1.jpg5611000WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-29 12:00:002026-10-03 21:32:59Kunterbuntes zum Monatswechsel
Unter dem Begriff Halo wird eine Gruppe optischer Phänomene von Ringen, Bögen, Flecken oder Säulen zusammengefasst, die durch Spiegelung (Reflexion) und Brechung (Refraktion) von Licht an in der Luft schwebenden Eiskristallen entstehen. Welche Erscheinung an welcher Stelle des Himmels auftritt, ist abhängig von der Art, Größe und Orientierung der Eiskristalle sowie vom Winkel, unter dem das Sonnenlicht auf die Kristalle trifft. Die Eiskristalle, die Voraussetzung für das Entstehen von Halos sind, findet man als Teil einer Cirrusbewölkung. Dabei handelt es sich um Wolken, die in unseren Breiten in einer Höhe von 8 bis 12 km auftreten und umgangssprachlich auch als Schleierwolken bezeichnet werden.
Eine Halo-Art sind sogenannte Nebensonnen. Nebensonnen sind helle, leicht farbige Flecken links und rechts von der Sonne. Am vergangenen Mittwoch (23.09.2026) konnten abends, etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, Nebensonnen im Raum Stuttgart beobachtet werden. Bei der Entstehung dieser Halo-Art erfolgt die Lichtbrechung an zwei Seitenflächen der Eiskristalle, genauer an Eiskristallen in Form von Plättchen. Die unterschiedlichen Anteile des Sonnenlichtes werden dabei verschieden stark abgelenkt, so dass das sichtbare, weiße Sonnenlicht in seine Farbanteile aufgespalten wird. Damit entsteht eine regenbogenfarbene Leuchterscheinung, zur Sonne hin mit dem roten Lichtanteil. Sind Nebensonnen besonders intensiv ausgeprägt, zeigt sich ein weißer, nach außen (von der Sonne weg) gerichteter Schweif.
Nebensonnen können relativ oft im Jahr auftreten, im Gegensatz zu einer anderen Halo-Art, die vor einigen Jahren ebenfalls im Stuttgarter Raum beobachtet werden konnte: ein Zirkumhorizontalbogen.
Eine der Hauptbedingungen für die Entstehung eines solchen Zirkumhorizontalbogens ist ein sehr hoher Sonnenstand. Dadurch kann der Lichtstrahl an einer Seitenfläche und der unteren Basisfläche des Eiskristalles gebrochen werden. Erst ab einer Sonnenhöhe von 57,8° zeigt sich der Bogen unterhalb der Sonne am Horizont. Im Norden Deutschlands besteht daher nur an wenigen Tagen um die Sommersonnenwende die Möglichkeit, einen Zirkumhorizontalbogen zu sehen. In Richtung Bayern und Baden-Württemberg sind die Voraussetzungen hinsichtlich der Sonnenhöhe von Anfang Mai bis Anfang August gegeben.
Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.09.2026
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Seit März gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit ausreichendem Niederschlag. Der langjährige Klimamittelwert (Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu wenig in der Fläche. Die Gewitter im Sommer oder die Stauniederschläge im Frühjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten nur auf wenigen Quadratkilometern und nur für kurze Zeit für eine Entspannung der Trockenheitslage.
Sehen wir uns die gefallenen Niederschläge im Frühjahr 2026 an. Aus Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der tatsächlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann man auch immer die Abweichung vom langjährigen Mittel ansehen (rechts im nachfolgenden Bild).
Niederschlagshöhe in Deutschland im Frühling 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Dabei fällt für das Frühjahr (Bild oben) der besonders trockene Süden und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen. Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit in den Westen und Südwesten des Landes. Mengenmäßig ist zwar im Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von der Klimanorm beträgt dennoch gut minus 50 Prozent.
Niederschlagshöhe in Deutschland im Sommer 2026, links: Messwerte, rechts: Anteil am langjährigen Mittelwert. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von 1991 bis 2020, so fällt vor allem der Süden und Südwesten mit tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.
Abweichung Bodenfeuchte unter Gras, bis 60 cm Tiefe. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Es wundert also nicht, dass die Flüsse wenig Wasser führen. Auf den Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-Württemberg – Begriffe wie „mittleres Niedrigwasser“ dominieren die Karten.
Ein Blick in die Wetterkarten verheißt für die kommenden Tage auch keine Besserung. Flächiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen überwiegen Sonnenschein und spätsommerliche Wärme. Erst nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die Westhälfte Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch kräftig ausfallen und die Dauerregenschwellen überschreiten. Nach Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein Bollwerk dagegen und lässt sie über der Mitte Deutschlands verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-2026-9-27-image-1.jpg6701000WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-27 12:00:002026-10-03 21:29:33Tag der Flüsse
Aktuell erstreckt sich eine Hochdruckbrücke von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Russland. Dabei ist die zuvor eingeflossene Luftmasse subpolaren Ursprungs zur Ruhe gekommen und in den bereits sehr langen und klaren Nächten sanken die Temperaturen deutlich ab. So kam es auch in der vergangenen Nacht stellenweise wieder zu Bodenfrost. Vereinzelt gab es sogar Luftfrost. Am kältesten wurde es dabei in einigen Tallagen der Mittelgebirge. Im Nordwesten des Landes und auf den Bergen der Mittelgebirge blieb es dagegen deutlich milder. Grund für die höheren Temperaturen auf den Bergen war eine markante Temperaturinversion im Südwesten, die sich über Nacht gebildet hatte. Im Nordwesten zogen dagegen hohe Wolken auf, die sich auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Trogesentwickelten.
Dieser Trog schwenkt am heutigen Samstag über Dänemark hinweg nach Südskandinavien. Damit verbunden ist ein Tief in Bodennähe, dessen Kaltfront allerdings kaum vorankommt und von einem sich von Westen heranrückenden Höhenrücken überlagert wird. Somit fällt auch im Norden und Nordwesten nur stellenweise etwas Regen. In den restlichen Landesteilen zeigt sich die Sonne häufiger, im Süden scheint sie dort sogar ungestört von früh bis spät. Mit dem Zustrom sehr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa steigen die Temperaturen im Vergleich zu den Vortagen weiter an. So werden in der Südwesthälfte Spitzenwerte von 23 bis 29 Grad erwartet. Entlang des Oberrheins sind örtlich auch bis zu 30 Grad möglich.
Die Vorhersagekarte für Sonntag, den 27.09.2026 um 12 UTC. Eine Hochdruckzone erstreckt sich von Russland, über Zentraleuropa, bis in den Mittelmeerraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Am Sonntag dehnt sich der Höhenrücken langsam weiter in Richtung Osteuropa aus. Damit verbunden ist eine Hochdruckzone am Boden, die sich von Russland bis nach Mitteleuropa erstreckt, womit die Strömung auf südliche Richtungen dreht. Dadurch werden subtropische Luftmassen herangeführt. Bei Temperaturen von 10 bis 16 Grad in 1,5 Kilometern Höhe und bis zu 32 Grad am Oberrhein in Bodennähe sind Dekadenrekorde an einzelnen Stationen durchaus wahrscheinlich. Möglicherweise könnte sogar der höchste deutschlandweite Dekadenrekord von 32,2 Grad, gemessen am 21.09.2018 im sächsischen Klipphausen-Garsebach, erreicht werden.
Und auch in der kommenden Woche bleibt uns das überwiegend freundliche und sehr warme Spätsommerwetter erhalten. Zu Wochenbeginn entwickelt sich über dem östlichen Atlantik ein kräftiges Sturmtief. Dieses Sturmtief verlagert sich aufgrund eines kräftigen, blockierenden Hochs über Skandinavien bis zur Wochenmitte nach Nordwesten in Richtung Island. Dabei wird ab Dienstag erneut ein Schwall sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs über West- und Mitteleuropa nach Norden geführt. Damit sind am Dienstag und Mittwoch auch in den Niederungen im Westen örtlich Temperaturen bis zu 30 Grad möglich. Somit sind dort und vor allem im Südwesten des Landes mehrere Tage mit Höchsttemperaturen um 30 Grad möglich.
Die synoptische Übersicht für Dienstag, den 29.09.2026 um 12 UTC. Auf der Vorderseite eines kräftigen Sturmtiefs über dem nordöstlichen Atlantik wird sehr warme Luft subtropischen Ursprungs nach Norden geführt. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
Erst in der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her zu einer sukzessiven Abkühlung kommen. Dann sind auch zumindest vorübergehend schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter möglich. Am besten stehen die Chancen auf signifikante Niederschlagsmengen in der Westhälfte des Landes. Allerdings nehmen gleichzeitig die Unsicherheiten in der Modellwelt deutlich zu. Somit bleibt abzuwarten, ob auf die spätsommerliche Wetterepisode auch nennenswerte Niederschläge folgen. Eines steht aber fest: Der Sommer scheint sich auch Ende September noch nicht ganz geschlagen zu geben!
Diese Grafik zeigt die prognostizierte Tageshöchsttemperatur von Sonntag bis Dienstag, den 29.09.2026. Vor allem in den Niederungen in der Südwesthälfte werden Spitzenwerte um 30 Grad erwartet. Quelle: Deutscher Wetterdienst.
M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.09.2026
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Die beste Reisezeit für Irland ist Mai bis September: Dann ist es am mildesten, die Tage sind lang und viele Sehenswürdigkeiten gut zugänglich. Mai und Juni zählen zu den niederschlagsärmeren Monaten, Juli und August sind die wärmsten und belebtesten. Wechselhaft bleibt das Wetter das ganze Jahr – wer das Atlantikklima versteht, plant entspannter und erlebt Irland intensiver.
Für eine Rundreise sind besonders Mai, Juni und September interessant. Doch warum regnet es im Westen häufiger als rund um Dublin? Und wann werden Wind und Wellen an der Atlantikküste zum Hauptgrund für eine Reise? Die Antworten liegen in Irlands Lage zwischen Ozean, vorherrschenden Westwinden und Gebirgen.
Auf einen Blick
Beste Monate: Mai bis September; für Rundreisen besonders Mai, Juni und September.
Trockenere Region: Der Osten ist im langjährigen Mittel niederschlagsärmer als der Westen.
Tageslicht im Juni: Um die Sommersonnenwende sind etwa 17 Stunden Tageslicht möglich – nicht 17 Stunden Sonne.
Packliste: Schichten, wasserdichte Jacke, feste Schuhe und Sonnenschutz gehören unabhängig vom Monat dazu.
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Wann ist die beste Reisezeit für Irland?
Mai bis September eignet sich für die meisten Irlandreisen am besten: Es ist vergleichsweise mild, und lange Tage lassen Spielraum für spontane Wetterpausen.
Für eine Irland-Rundreise sind Mai, Juni und September besonders gute Monate. Im Mai und Juni bleibt nach einer längeren Fahrt oft noch Zeit für einen Küstenspaziergang; beliebte Orte sind meist weniger belebt als in der sommerlichen Hauptreisezeit. Im September kommt die ruhigere Nachsaison hinzu. Allerdings werden die Tage dann bereits merklich kürzer.
Juli und August bieten die höchsten durchschnittlichen Temperaturen und passen gut zu Reisen während der Schulferien. Mehr Andrang an bekannten Aussichtspunkten und Unterkünften gehört zur Abwägung. Wer draußen möglichst viel Zeit verbringen möchte, sollte deshalb nicht allein nach dem wärmsten Monat wählen, sondern auch Tageslänge, Reiseroute und gewünschte Ruhe berücksichtigen.
Mai und Juni bedeuten keine Schönwettergarantie. Nach den Klimanormalwerten von Met Éireann fällt im landesweiten Monatsmittel im April mit rund 79 Millimetern sogar etwas weniger Niederschlag als im Mai mit rund 82 und im Juni mit rund 85 Millimetern. Das sind Durchschnittswerte für Irland, keine Vorhersage für einen bestimmten Urlaubsort oder Reisetag.
Warum ist das Wetter in Irland so wechselhaft?
Das irische Wetter ist oft wechselhaft. Irlands Lage am Nordatlantik bringt feuchte Luftmassen, Westwinde und durchziehende Tiefdruckgebiete zusammen. So können sich Wolken, Sonne und Schauer rasch ablösen.
Der Ozean wirkt zugleich als Temperaturpuffer: Wasser erwärmt und kühlt sich langsamer als Land. Der Nordatlantikstrom, eine Fortsetzung des Golfstromsystems, trägt zum milden maritimen Umfeld bei. Die Folge sind im Vergleich zu vielen Orten derselben geografischen Breite eher milde Winter und mäßig warme Sommer. Wie sich ein einzelner Tag anfühlt, entscheiden dennoch Windrichtung, Bewölkung und die jeweils vorbeiziehenden Wettergebiete.
Vorherrschende Westwinde führen Luft vom Atlantik heran. Nähert sich ein Tief, können Wind und Niederschlag zunehmen; danach öffnen sich mitunter wieder längere freundliche Abschnitte. Die oft zitierte Erfahrung von „vier Jahreszeiten an einem Tag“ beschreibt diesen schnellen Wechsel, nicht vier tatsächliche Klimajahreszeiten innerhalb weniger Stunden.
Für die Tagesplanung heißt das: Ein Schauer muss nicht das Ende einer Wanderung bedeuten. Umgekehrt sollte ein sonniger Morgen kein Anlass sein, die Regenjacke im Quartier zu lassen. Besonders an der Küste lohnt es sich, aktuelle Vorhersagen und Warnungen kurz vor dem Aufbruch erneut anzusehen.
Westküste vs. Ostküste – wo regnet es weniger?
Im langjährigen Mittel ist der Osten Irlands trockener. Im Westen trifft feuchte Atlantikluft zuerst auf Küsten und Höhenzüge; beim Aufsteigen kühlt sie ab, sodass sich Wolken und Niederschlag bilden. Dieser Steigungsregen fällt unter anderem an Berglandschaften in Kerry, Connemara und Donegal ins Gewicht. Östlich der höheren Gebiete kommt häufiger weniger Niederschlag an.
Die regionalen Durchschnittswerte von Met Éireann machen die Größenordnung sichtbar: In Regionen entlang der Ostküste liegen die jährlichen Niederschlagssummen bei etwa 878 Millimetern, in südwestlichen Bergregionen bei bis zu etwa 2.044 Millimetern. Das sind regionale Klimamittelwerte, keine Messwerte für Dublin, Galway oder einen einzelnen Aussichtspunkt. Landesweit beträgt das Jahresmittel rund 1.288 Millimeter.
Region
Beispielorte
Wetter-Charakter
Windexposition
Tipp
Westküste
Galway, Clare, Kerry, Donegal
Häufiger feucht; wechselndes Licht zwischen Meer und Bergen
Offene Küstenabschnitte sind Atlantikwinden besonders ausgesetzt.
Je nach Wetterlage geschützter als offene Westküsten.
Trockenere Region: gut für Stadt- und Ausflugstage kombinierbar.
Süden
Cork, Kinsale
Maritim geprägt; Bedingungen unterscheiden sich zwischen Küste und Inland.
Vorsprünge und Buchten können sehr unterschiedliche Windverhältnisse haben.
Vor Küstenwegen die örtliche Vorhersage prüfen.
Wer im Westen unterwegs ist, erlebt häufiger Wind und Regen, aber oft auch eindrucksvolles Licht zwischen den Schauern. Der trockenere Osten ist wiederum keine Ausweichroute mit Sonnengarantie: Ein durchziehendes Tief kann beide Seiten der Insel erfassen.
Wie ist das Wetter in Irland Monat für Monat?
Von März bis Mai werden die Tage länger; der Sommer ist am mildesten. September eignet sich oft noch für Rundreisen, während der Winter kürzere Tage und mehr Sturmphasen bringt.
Die folgende Übersicht ordnet alle Monate nach Jahreszeiten. Sie beschreibt typische Bedingungen, keine verlässliche Vorhersage für einen konkreten Reisetermin. „Tageslicht“ meint die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, nicht die gemessene Sonnenscheindauer.
Irland-Wetter im Jahresverlauf – welche Jahreszeit passt zu wem?
Jahreszeit
Temperatur am Tag
Niederschlag/Wind
Tageslicht
Andrang
Ideal für
Frühling: März–Mai
Zunehmend mild, morgens oft frisch
April und Mai zählen im Landesmittel zu den niederschlagsärmeren Monaten.
Jeden Monat länger
Meist geringer als im Hochsommer
Rundreisen ab Mai, Wandern und Naturbeobachtung
Sommer: Juni–August
Die mildesten bis wärmsten Monate
Schauer und windige Tage bleiben möglich.
Im Juni besonders lang
Im Juli und August am höchsten
Rundreisen im Juni, Familien und lange Outdoor-Tage
Herbst: September–November
Im September oft noch mild, später kühler
Ab Oktober häufiger kräftige Tiefdrucklagen
Deutlich abnehmend
Nach dem Sommer geringer
Rundreisen im September; Wellenreiter im Herbst
Winter: Dezember–Februar
Maritim mild, bei Wind dennoch kühl
Sturmphasen und häufigere Niederschläge einplanen.
Kurz
Abseits der Feiertage oft gering
Städtetrips; Wellenreiter mit Erfahrung und Ortskenntnis
Beste Reisezeit für Rundreisen: Mai, Juni und September. Beste Zeit für Wellenreiter: häufig Herbst bis Frühling – abhängig von Spot, Können und aktuellen Bedingungen.
Frühling (März–Mai): Blütezeit und erste lange Tage
Im März wächst das nutzbare Tageslicht bereits spürbar, doch auf offenen Höhen und an der Küste bleibt eine windfeste Schicht sinnvoll. Der April eignet sich für alle, die wechselndes Frühlingslicht mögen. Im Mai werden Tagesausflüge leichter planbar: Nach einer Schauerpause bleibt oft noch Zeit für einen zweiten Halt.
Nach den Klimanormalwerten von Met Éireann ist der Mai mit durchschnittlich rund 191 Sonnenstunden im landesweiten Monatsmittel der sonnenscheinreichste Monat. Diese Zahl bezeichnet tatsächlich gemessene Sonnenscheindauer und ist nicht mit der viel längeren möglichen Tageslichtzeit gleichzusetzen.
Sommer (Juni–August): milde Temperaturen und lange Abende
Der Juni bringt besonders viel Tageslicht. Rund um die Sommersonnenwende sind im Raum Dublin ungefähr 17 Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang möglich; im übrigen Land variiert die Tageslänge etwas. Auch wenn Wolken aufziehen, lässt sich dadurch ein Ausflug nach einer Pause oft fortsetzen.
Die durchschnittlichen Monatsmitteltemperaturen für Irland liegen laut Met Éireann im Juni bei 13,6 Grad Celsius, im Juli bei 15,2 und im August bei 15,0 Grad Celsius. Monatsmittel beziehen Nächte mit ein und sind keine typischen Tageshöchstwerte. Für den Koffer heißt das: Neben leichter Kleidung gehört auch im Sommer eine zusätzliche Jacke dazu.
Der September verbindet oft noch milde Bedingungen mit weniger Betrieb auf beliebten Routen. Wer die Dingle-Halbinsel oder Connemara fotografieren möchte, kann wechselnde Wolken als Chance für besonderes Licht nutzen und die Route dem aktuellen Wetter anpassen.
Im Oktober und November nimmt das Tageslicht weiter ab. Zugleich können Atlantiktiefs häufiger kräftigen Wind und ausgedehntere Regenphasen bringen. Plane Wanderungen dann eher für den hellen Teil des Tages und halte eine kürzere Alternative bereit, falls sich die Bedingungen ändern.
Im Flachland sind lange Frostperioden wegen des maritimen Einflusses weniger typisch als in vielen kontinentalen Regionen Europas. Frost bleibt dennoch möglich. Die landesweite durchschnittliche Monatsmitteltemperatur beträgt im Januar nach Met Éireann rund 5,3 Grad Celsius – auch das ist kein Tageshöchstwert.
Für längere Küstentouren schränkt vor allem die Kombination aus wenig Tageslicht, Wind und möglichen Sturmwarnungen ein. Ein Winteraufenthalt funktioniert gut mit überschaubaren Etappen, Stadtbesuchen und einer Unterkunft, von der sich Ausflüge kurzfristig anpassen lassen.
Wann ist es in Irland am windigsten?
Am windigsten ist Irland typischerweise im Herbst und Winter, wenn kräftigere Atlantiktiefs häufiger durchziehen; offene Abschnitte der Westküste sind besonders exponiert.
Ein Tiefdruckgebiet ist nicht an jeder Küste gleich zu spüren. Die Zugbahn des Tiefs, der Abstand zwischen den Isobaren und die örtliche Geländeform beeinflussen Richtung und Stärke des Windes. Eine Bucht kann geschützter wirken als die nächste Landzunge; auf einer Klippe kann der Wind zugleich deutlich unangenehmer sein als im nahe gelegenen Ort.
Met Éireann benennt Stürme gemeinsam mit dem UK Met Office und dem niederländischen Wetterdienst KNMI nach abgestimmten Namenslisten. Für die Reiseplanung ist jedoch nicht der Name entscheidend, sondern die aktuelle Warnlage. Bei einer Sturmwarnung solltest du Küstenstraßen an besonders exponierten Stellen und Klippenwanderwege meiden und Hinweise vor Ort beachten.
Wer Wetterkarten liest, kann die Lage besser einordnen: Eng beieinanderliegende Isobaren deuten auf einen stärkeren Druckunterschied und damit auf Windpotenzial hin. Für die Entscheidung am Reisetag zählen trotzdem örtliche Vorhersagen und amtliche Warnungen, nicht eine einzelne Karte.
Welche Reisezeit passt zu welchem Reisetyp?
Für Autorundreisen und Wanderungen eignen sich Mai, Juni und September besonders gut; Familien bevorzugen oft die Ferienmonate, Wellenreiter eher die stürmischere Jahreshälfte.
Bei einer Rundreise mit dem Auto sind lange, helle Tage wertvoller als eine vermeintlich perfekte Wetterprognose Wochen im Voraus. Wer den Irland-Urlaub zur passenden Jahreszeit planen möchte, sollte deshalb neben dem Monat auch die Länge der Fahretappen und die gewünschten Stopps festlegen. Mai, Juni und September geben dafür eine gute Mischung aus Tageslicht und meist geringerem Andrang als in der Hochsaison.
Wandernde: Mai, Juni und September bieten oft gute Bedingungen für Tageswanderungen. In Bergen und an Klippen gelten stets die örtlichen Wetterverhältnisse.
Familien: Juli und August passen zu den Schulferien und langen Tagen. An bekannten Sehenswürdigkeiten lohnt ein früher Start.
Fotografierende: Frühling und Herbst bringen wechselnde Wolkenbilder und interessante Lichtstimmungen. Ein zweites Zeitfenster für Aussichtspunkte hilft bei Nebel.
Wellen- und Windsportler: Herbst bis Frühling ist für kräftigere Atlantikbedingungen interessant, verlangt aber besonders sorgfältige Spot- und Sicherheitsplanung.
Keine dieser Empfehlungen bedeutet, dass jeder Tag der Saison gleich ausfällt. Prüfe vor einer Wanderung oder Wassersporteinheit nicht nur die landesweite Wetterlage, sondern möglichst auch die Vorhersage für die konkrete Küste und Tageszeit.
Wann lohnt sich Irland für Surfer, Wind- und Kitesurfer?
Für Wellenreiter ist die Atlantikküste häufig von Herbst bis Frühling besonders interessant; Wind- und Kitesurfer müssen zusätzlich Richtung, Stärke und Bedingungen am einzelnen Spot prüfen.
In der kühleren Jahreshälfte erreichen häufiger kräftige Dünungen aus dem Nordatlantik die Westküste. Das macht Irland für erfahrene Wellenreiter reizvoll, ist aber keine Wellengarantie: Zwischen zwei Wetterlagen können Swell, Windrichtung und Wellenqualität stark wechseln. Für Windsurfer und Kitesurfer sagt eine gute Wellenprognose allein noch wenig über einen geeigneten Einstieg oder sichere Bedingungen aus.
Zu den bekannten Orten zählen Bundoran in Donegal, Strandhill bei Sligo und Lahinch in Clare. In Kerry sind Brandon Bay und der Bereich der Magharees weitere Namen auf der Spotkarte. Diese Orte unterscheiden sich deutlich: Strandform, Ausrichtung, Brandung und Gezeiten können selbst innerhalb einer Region andere Anforderungen stellen. Ein bekannter Spot ist daher nicht automatisch ein passender Spot für jedes Erfahrungsniveau.
Das Wasser bleibt ganzjährig kühl. Ein den aktuellen Bedingungen angemessener, ausreichend dicker Neoprenanzug und passende weitere Ausrüstung sind wichtiger als der Kalendermonat. Wer einen Spot noch nicht kennt, sollte sich an eine lokale Surfschule oder ortskundige Ansprechpersonen wenden und Gezeiten, Strömungen, Einstiegsstellen sowie aktuelle Warnungen prüfen. Bei unsicheren Bedingungen ist ein Ausflug an Land die bessere Wahl.
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Wie viele Tage sollte man für eine Irland-Rundreise einplanen?
Sieben Tage reichen für eine kompakte Südroute, zehn Tage für Süden und Westen mit mehr Pausen; vierzehn Tage eröffnen zusätzlich Connemara und Donegal.
Sieben Tage: Beschränke dich auf den Süden der Republik Irland. Cork und Kinsale lassen sich etwa mit der Dingle-Halbinsel oder einer Runde über den Ring of Kerry verbinden. Beides zusätzlich mit langen Abstechern zu weit entfernten Küsten zu kombinieren, lässt wenig Raum für spontane Stopps. Gerade auf schmaleren Straßen ist die Fahrzeit wichtiger als die reine Kilometerzahl.
Zehn Tage: Jetzt können der Süden und ein Teil des Westens entspannter zusammenkommen. Auf einer Route Richtung Galway lassen sich der Burren und die Cliffs of Moher einplanen. An den Klippen kann Nebel die Sicht stark einschränken; ein flexibles Besuchsfenster ist sinnvoller als eine fest verplante Stunde. Auch im Burren ändern Nässe und Wind, wie angenehm sich ein Fußweg anfühlt.
Vierzehn Tage: Zusätzliche Zeit ermöglicht Abschnitte des Wild Atlantic Way über Connemara bis nach Donegal. Dieser Küstenverlauf ist kein Programm, das vollständig „abgehakt“ werden müsste. Wähle lieber wenige Regionen und verbringe dort auch einmal einen zweiten Tag. Nordirland wäre eine gesondert zu planende Erweiterung; die hier beschriebenen Routenvorschläge konzentrieren sich auf die Republik Irland.
Als grobe Orientierung lassen Tagesetappen von etwa 150 bis 200 Kilometern Spielraum für Aussichtspunkte und Schauerpausen. Auf kurvigen Küstenstrecken kann selbst das bereits ein voller Fahrtag sein. Linksverkehr und Kreisverkehr im Uhrzeigersinn fühlen sich mit etwas Ruhe schnell vertrauter an – besonders, wenn der erste Fahrtag bewusst kurz bleibt.
Lege Ausflüge mit weiter Aussicht nicht zwingend auf einen einzigen Zeitpunkt fest: Für die Cliffs of Moher oder die Höhen in Connemara lohnt ein Blick auf die örtliche Vorhersage am Vorabend und nochmals am Morgen. Die Wetterinformationen und Apps von Met Éireann helfen dabei, Warnungen und die Tagesentwicklung zu prüfen. Zieht ein Schauer durch, lässt sich oft erst eine geschützte Pause einlegen und anschließend der Spaziergang nachholen.
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Was gehört bei jedem Wetter in den Koffer?
Für Irland funktioniert Kleidung in Schichten am besten: Sie lässt sich zwischen windiger Küste, kühlerem Schauer und milderem Nachmittag schnell anpassen.
Wasserdichte Jacke: Sie sollte auch bei Wind bequem über einer zusätzlichen Schicht sitzen.
Leichte und wärmende Lagen: So kannst du auf Temperaturwechsel reagieren, ohne für jede Wetterlage ein eigenes Outfit mitzunehmen.
Feste Schuhe: Rutschfestes Schuhwerk hilft auf feuchten Wegen und unebenem Boden.
Sonnenschutz: Auch bei Wolken sind UV-Strahlung und kurze sonnige Abschnitte nicht zu unterschätzen.
Kleiner Tagesrucksack: Darin bleiben zusätzliche Schicht, Wasser und Wetterschutz unterwegs griffbereit.
Für Küstenwanderungen ist außerdem entscheidend, was du vor dem Start prüfst: Wind, Regenentwicklung und eventuelle Warnungen. Gute Ausrüstung erweitert die Möglichkeiten, ersetzt aber keine passende Routenentscheidung.
FAQ
Welcher Monat ist der beste für Irland?
Mai und Juni sind für viele Rundreisende besonders attraktiv: Die Tage sind lang, beide Monate zählen zu den niederschlagsärmeren, und es ist oft ruhiger als im Hochsommer.
Wie warm wird es in Irland im Sommer?
Der Sommer ist meist angenehm mild. Met Éireann nennt landesweite Monatsmitteltemperaturen von 13,6 Grad im Juni, 15,2 Grad im Juli und 15,0 Grad im August; eine Jacke bleibt sinnvoll.
Regnet es in Irland wirklich ständig?
Nein. Zwischen Schauern gibt es auch trockene und sonnige Abschnitte. Dauerregen ist möglich, aber nicht die tägliche Regel; im regionalen Mittel ist der Osten trockener als der Westen.
Lohnt sich Irland im Herbst?
Ja, besonders im September: Viele Reisende schätzen die mildere Nachsaison und das wechselnde Licht. Ab Oktober solltest du kürzere Tage und kräftigere Windphasen stärker berücksichtigen.
Kann man im Winter nach Irland reisen?
Ja. Städte und kürzere Ausflüge lassen sich gut planen. Im Flachland sind lange Frostperioden weniger typisch, doch kurze Tage und mögliche Sturmwarnungen verlangen Flexibilität.
Wann sind die Tage in Irland am längsten?
Rund um die Sommersonnenwende im Juni. Im Raum Dublin sind dann ungefähr 17 Stunden Tageslicht möglich; das ist die mögliche Tageslänge, nicht die tatsächliche Sonnenscheindauer.
Wann kann man in Irland surfen?
Surfen ist nicht auf eine einzige Jahreszeit beschränkt. Kräftiger Atlantik-Swell tritt häufig von Herbst bis Frühling auf; Neopren, Ortskenntnis und die Prüfung von Gezeiten und Strömungen sind wichtig.
Wie viele Tage braucht man für eine Irland-Rundreise?
Sieben Tage passen für den Süden in kompakter Form. Mit zehn Tagen lassen sich Süden und Westen entspannter verbinden; vierzehn Tage schaffen zusätzlich Raum für Connemara und Donegal.
Fazit – Irland ist ein Ganzjahresziel mit klarer Hauptsaison
Mai bis September ist für die meisten Reisenden die angenehmste Zeit für Irland. Mai, Juni und September bieten Rundreisenden eine besonders gute Verbindung aus Tageslicht, milden Bedingungen und meist weniger Andrang als im Hochsommer. Im Herbst und Winter rücken kräftigere Atlantiklagen stärker in den Vordergrund – für Wellenreiter ein möglicher Reiz, für Küstenwanderungen ein Grund zu genauerer Planung.
Entscheidend ist weniger die Suche nach einem garantiert trockenen Monat als eine Route mit Spielraum: Wetter vor Ort prüfen, Aussichtspunkte bei guter Sicht besuchen und Schauerpausen gelassen einbauen. Wer dafür Anregungen sucht, kann Wetter- und Reisetipps für die Grüne Insel in die eigene Planung einbeziehen.
https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/09/irland-klippen-pexels-andras-stefuca.jpg6271200WINDINFOhttps://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.pngWINDINFO2026-09-25 20:05:562026-09-25 20:40:07Beste Reisezeit für Irland: Wetter, Wind und Klima Monat für Monat
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