Wenn natürlich nicht mehr ausreicht: Die Kunstschneeproduktion 

Ohne Schnee geht gar nichts, zumindest, wenn der Fokus auf Skisport liegt. Vor allem mit Hinblick auf die klimatischen Veränderungen ist es häufig immer schwieriger geworden, auf ausreichend natürlichen Schnee zurückgreifen und Wintersport über einen längeren Zeitraum möglich machen zu können. Umso wichtiger ist es, dass seit der zufälligen „Entdeckung“ der Schneekanone in den späten 1940er Jahren in Kanada unter R. T. Ringer und der kontinuierlichen Weiterentwicklung ab den 1950er Jahren künstliche Beschneiungsmethoden weltweiten Einzug gehalten haben und das Schneevorkommen in einem begrenzten Rahmen sicherstellen.

Wenn natuerlich nicht mehr ausreicht Die Kunstschneeproduktion

Vor allem im Skisport ist Kunstschnee heutzutage eine wichtige Grundlage, um Wintersport überhaupt noch möglich zu machen.  

Prinzipiell gibt es dabei verschiedene technische Methoden, um Schnee auf künstliche, besser gesagt technische Weise herzustellen.
Zum einen ist das die Propellermaschine oder -kanone. Als zentrale Komponente fungiert hier ein Ventilator, welcher in einem Rohr einen starken Luftstrom erzeugt. Um dieses Rohr herum sind Mischdüsen angebracht, die aus Wasser und Druckluft kleine Eiskristalle produzieren. Ein Großteil der benötigten Kälte ergibt sich einerseits aus der Umgebung, andererseits auch aus der Verdunstungskälte. Der Betrieb ist jedoch nicht einfach so möglich, denn die Menge der Wassertropfen muss den Umweltbedingungen aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit angepasst werden, um ein optimales Schnee-Ergebnis zu erhalten. Der Nachteil der Propellermaschinen liegt jedoch in der hohen Geräuschkulisse. 

 

Neben den Propellermaschinen gibt es auch die Druckluftkanonen, bei denen ein Gemisch aus Luft und Wasser bei einem Ausgangsdruck von rund 5-10 bar heraustritt und bei Ausdehnung und freiwerdender Verdunstungskälte den Gefrierprozess unterläuft. Vor allem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wie sie nicht selten in deutschen Mittelgebirgen vorkommen, liefern diese Schneekanonen eine gute Leistung. Sie sind jedoch laut und benötigen wie die Propellermaschinen ein hohes Maß an Energie. 

 

Dem gegenüber stehen die sogenannten Schneelanzen, die aus einem mehr als 10 m langen Aluminiumrohr gebaut sind und meist schräg angeordnet sind. Am vorderen Ende befinden sich Wasser- und Luftdüsen, wobei wie bei der Propellermaschine in das zerstäubte Wasser Druckluft hinein geblasen wird. Die Luft wiederum dehnt sich aus und kühlt daher ab, wodurch sogenannte Eiskeime entstehen, an denen wiederum eine Kristallisation des Wassers vonstattengehen kann. Im Vergleich zu den Schneekanonen haben Schneelanzen einen wesentlich geringeren Energiebedarf, liefern aber auch geringere Leistungen. 

 

Allen technischen Schneeproduktionen ist gemein, dass es einen Nukleus, also einen Eiskeim, geben sollte bzw. muss. 

 

Nun stellt sich abschließend noch die Frage, was Kunstschnee von „echtem“, also natürlich entstandenem Schnee unterscheidet. Schon die Form von feinem Kunstschnee, der eine Kugelgestalt hat, weicht maßgeblich von der hexagonalen Form der natürlichen Schneekristalle ab. Auch liegt die Dichte mit 300-500 kg/m³ deutlich über der von natürlichem Schnee mit 50-200 kg/m³. Durch eine insgesamt höhere Wärmebeständigkeit, nicht zuletzt aufgrund der höheren Dichte und einer härteren Beschaffenheit dauert der Schmelzprozess bei Kunstschnee deutlich länger als bei Naturschnee. 

 

Dieser Vorteil darf jedoch nicht über den großen Ressourcenverbrauch von Wasser und Energie hinwegtäuschen.

M.Sc.Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Vom Kaltlufteinbruch bis zur Westdrift – Wie sich das Wetter zu Beginn der Weihnachtszeit in den letzten zehn Jahren präsentierte. 

Schnee im Bergland, Glatteis und strenger Frost bis minus 15 °C – ein so kräftiger Kaltlufteinbruch Ende November ist nicht die Regel. Die folgende Übersicht aus den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass es auch in der Vergangenheit schon Wetterkapriolen zu Beginn der Adventszeit gegeben hat. 

2015
Das damalige Zirkulationsmuster ähnelte der heutigen Wetterlage sehr. Ein kräftiger Trog über Mitteleuropa führte arktische Kaltluft heran. Selbst im Flachland gab es vielerorts mehrere Tage lang eine geschlossene Schneedecke. Nachts gab es häufig Frost und Glätte. In den Mittelgebirgen und am Alpenrand akkumulierte sich der Schnee bis zu einer Höhe von etwa 20 cm, mit Spitzenwerten von 44 cm auf der Hornsgrinde, 37 cm auf dem Brocken und 35 cm auf dem Arber. Ende November ging diese dann in eine sehr milde, regenreiche und stürmische Westwetterlage über, mit Dauerregen und Hochwasser in der Mitte, sowie orkanartigen Böen im Norden. Am 7. Dezember stiegen die Höchsttemperaturen am Oberrhein nochmals bis auf 17 °C.

2016
Die Wetterlage im Jahr 2026 verlief nicht ganz so turbulent: Im Wesentlichen haerrschte eine zeitweise höhenwarme Hochdrucklage vor, in der es häufig zu Nebel und Hochnebel kam. Anfang Dezember brachte ein Streifschuss arktischer Kaltluft am Rande eines Nordeuropatiefs Schnee in den östlichen Mittelgebirgen, bevor sich die lang anhaltende Hochdruckwetterlage fortsetzte.

2017
Ende November dominierte eine Nordwestlage, die immer wieder für Schneefälle in den Mittelgebirgen sorgte. In tieferen Lagen war es hingegen eher nasskalt. Erst Anfang Dezember blieb der Schnee auch in tieferen Lagen liegen. In den Mittelgebirgen und in den Alpentälern akkumulierte sich der Schnee bis zu einer Höhe von über 30 cm, mit Spitzenwerten von 80 cm auf der Hornesgrinde und 78 cm auf dem Brocken. Zumindest in den Mittelgebirgen war der Wintereinbruch nachhaltig. Die Schneedecke wurde dort erst durch das Weihnachtstauwetter merklich dezimiert.

2018
Auch im Ende November 2019 war die Zirkulation interessant: Ein blockierendes Hoch lag über Skandinavien und dem Nordatlantik, während Tiefdruckgebiete auf einer südlichen Zugbahn über West- und Südmitteleuropa zogen. Diese sogenannte High-Over-Low-Lage ist normalerweise ein häufiger Schneebringer im Hochwinter. Allerdings kam diese Lage noch zu früh, sodass keine arktische Kaltluft angezapft werden konnte und es nur im Südosten für ein paar Tage mit Schnee reichte. Diese Lage war allerdings nicht sehr stabil und kippte bald in eine milde Westlage. Beim Übergang kam es im Südosten zu Glatteis. Erst Mitte Dezember kam es zu einem erneuten Wintereinbruch.

2019
Es dominierte eine milde West- bis Südwestlage. Diese wurde Anfang Dezember von einem kurzen und schwachen Kaltlufteinbruch unterbrochen, der dem Südosten und den östlichen Mittelgebirgen vorübergehend etwas Schnee brachte.

2020
Zunächst gab es ruhiges Hochdruckwetter. Anfang Dezember etablierte sich ein blockierendes Russlandhoch, sodass ein Tief über Westeuropa in den Golf von Genua abtropfte und für kräftigere Schneefälle im Süden und in der Mitte sorgte. Diese Blockade blieb im Wesentlichen in der gesamten ersten Dezemberhälfte bestehen.

2021
Ende November stellte sich eine wechselhafte Nordwestlage ein. Im Einflussbereich subpolarer Meeresluft fiel vorwiegend in den Mittelgebirgen immer wieder Schnee, unterbochen von kurzen Tauwetterphasen . Zeitweise reichte es auch für Schnee im Flachland. Erwähnenswert sind die kräftigen Schneefälle im Allgäu am 8. Dezember, durch die sich dort eine Schneedecke von insgesamt 25 bis 60 cm bildete.

2022
Auch hier dominierte eine High-Over-Low-Lage mit einem kräftigen Hoch über Fennoskandien und Russland. Deutschland befand sich an der Südwestseite dieses Hochs. Ein Kaltlufttropfen wurde westwärts über Deutschland gesteuert und sorgte in Mitteldeutschland für kräftige Schneefälle. Damals fielen im Flachland verbreitet bis zu 20 cm Schnee. Zwar taute der Schnee im Tiefland rasch wieder weg, dennoch blieb es vergleichsweise kalt, mit zeitweiligen Schneefällen.
2023
Ende November stellte sich eine Nordlage ein, die insbesondere in den Nordstaulagen der Mittelgebirge für viel Schnee sorgte. Anfang Dezember lag, abgesehen von den Niederungen im Westen, in fast ganz Deutschland Schnee. In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember traten in Südbayern sogar Rekordschneefälle auf: In München fielen innerhalb von 24 Stunden 44 cm. Der gesamte Süden Bayerns lag unter einer dicken Schneedecke von teils über einem halben Meter. In den Hochlagen des Bayerischen Waldes und im Allgäu akkumulierte sich die Schneedecke lokal sogar auf über einem Meter. Allerdings blieb der Schnee nur bis Mitte Dezember liegen. Dann sorgte eine Westwetterlage für Tauwetter.

2024
Nach recht kräftigen Schneefällen im Süden vom 21. bis 22. November mit bis zu 30 cm im Allgäu dominierte Ende November eine West- bis Nordwestlage. Schnee fiel nur noch zeitweise im höheren Bergland und in den Alpen. Im Tiefland blieb es mild bis sehr mild. Am 27. November überquerten die Ausläufer eines schwachen Sturmtiefs Deutschland, wodurch es im Nordwesten und in der Mitte teils schwere Sturmböen gab. Ansonsten war die Wetterlage besonders im Süden auch zeitweise von Hochdruckeinfluss geprägt.

2025
Wie geht es nach dem kalten Winterabschnitt in diesem Jahr weiter? Der Trend ist eindeutig: Die aktuelle winterliche Wetterphase geht vorerst zu Ende. Grund dafür ist die zunehmende Aktivität des Atlantiks. In den kommenden Tagen ziehen wiederholt kräftige Tiefdruckgebiete nordostwärts und lenken mildere Atlantikluft nach Mitteleuropa. In solchen Fällen sprechen wir Meteorologen häufig davon, dass der „Atlantik erwacht“. Oft bleiben solche Wetterlagen längere Zeit stabil. Es bleibt also wechselhaft mit nur sehr geringen Chancen auf Schnee. 

Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

In Gummistiefeln durch das Winterwetter 

Am gestrigen Montag wurde der „Tag der Gummistiefel“ begangen. Die Idee für diesen ungewöhnlichen Ehrentag stammt von Sven Giese, der den „Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt“ betreibt. Warum der 24. November gewählt wurde, kann hingegen nicht konkret begründet werden. Vielmehr erschien an diesem Termin noch Platz im Kalender zu sein. Auch das Wetter an einem 24. November lädt in so manchem Jahr zum Tragen von Gummistiefeln ein. Macht es doch vor allem Kindern einen großen Spaß, in die Pfützen zu springen oder durch Matsch zu waten.
In diesem Jahr wäre davon abzuraten gewesen, Gummistiefel zu tragen, hatten wir es doch mit dem ersten Wintereinbruch, gebietsweise sogar mit einer Glatteislage zu tun. Daneben befanden sich weitere Parameter auf der Warnkarte und auch in den kommenden Tagen wird es beim Wetter nicht langweilig.
Das vergangene Wochenende zeigte sich verbreitet von seiner frostigen Seite, gebietsweise war auch strenger Frost und Dauerfrost ein Thema. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Station Funtensee im Nationalpark Berchtesgaden. Am Sonntagmorgen wurde eine Tiefsttemperatur von rund -34 Grad Celsius erreicht. Nicht einmal 18 Stunden später lagen die Temperaturwerte mit Föhnunterstützung über der Null-Grad-Marke. Insbesondere auf den westlichen Alpengipfeln wehte der Föhn mit Sturmstärke, was entsprechende Warnungen am gestrigen Montag erforderte.
Wind/Sturm oder Dauerregen (wie am gestrigen Montag im Schwarzwald und in Teilen Oberschwabens) sind am heutigen Dienstag erst einmal kein Thema mehr. Winterliche Parameter wie Frost, Glätte und Schnee bleiben aber aktuell, denn Tiefdruckeinfluss sorgt weiterhin für nasskaltes Wetter in Deutschland.

In Gummistiefeln durch das Winterwetter

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den heutigen Dienstag, den 25.11.2025 12 UTC 

Tief ULF, aktuell mit Kern über Belgien und verantwortlich für die Glatteislage am gestrigen Montag, lenkt leicht erwärmte Meeresluft polaren Ursprungs vor allem in den Westen und Südwesten Deutschlands. Diese feuchte Luft sorgt zeitweise für etwas Regen. Insbesondere im süddeutschen Bergland fallen die Niederschläge meist als Schneeregen oder Schnee, im Hochschwarzwald sind die Schneefälle durchaus kräftiger.
Vor allem an und in den Alpen schneit es länger anhaltend und teils kräftig. Diese Schneefälle resultieren aus einer Tiefdruckentwicklung südlich der Alpen, welches auf den Namen WOLFGANG (int. ADEL) getauft wurde. Dabei kommt in mehreren Schüben bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammen, in Staulagen ist durchaus noch etwas mehr möglich. Auch sonst fallen im Südosten Niederschläge, in den Niederungen meist noch als Regen, im Bergland als Schneeregen oder Schnee.
Richtung Norden und Nordosten merkt man von all dem nichts. Niederschläge treten schon deutlich seltener auf als in den oben genannten Regionen, gänzlich ausgeschlossen werden können sie allerdings nicht.
Daneben ist weiterhin Frost ein Thema, aber anders als am vergangenen Wochenende tritt zunächst meist nur leichter Luftfrost auf. In der Nacht zum Mittwoch bleibt es in den Niederungen von West- und Süddeutschland sowie an den Küsten sogar frostfrei. Im Süden und Südosten sind derweil weitere Niederschläge zu erwarten, dann wird es auch in den mittleren Lagen winterlich, an den Alpen schneit es weiterhin teils kräftig. Generell wird es gebietsweise glatt. In Norddeutschland ergeben sich hingegen gebietsweise Auflockerungen in der Bewölkung, dann können sich allerdings Nebelfelder bilden.
Am morgigen Mittwoch schneit es an den Alpen und am Erzgebirge noch etwas weiter, ansonsten beruhigt sich dank Hoch ALRUN das Wetter allmählich. Richtung Norden und Nordwesten ergeben sich ein paar Wolkenlücken und die Sonne kann sich vorübergehend zeigen, im Rest des Landes ist es meist trüb.

In Gummistiefeln durch das Winterwetter 2

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den morgigen Mittwoch, den 26.11.2025 12 UTC 

In den darauffolgenden Tagen zeigt sich die Sonne regional schon häufiger, örtlich können sich aber auch zähe Nebel- und Hochnebelfelder halten. Im Dauergrau, was vor allem Richtung Niederbayern wahrscheinlich erscheint, ist Ende der Woche mit Dauerfrost zu rechnen. In den Nächten gehen die Temperaturen über den Schneeflächen des Südostens dann lokal bis in den strengen Frostbereich zurück. Generell muss im Süden und Südosten zum Ende der Woche mit mäßigem Frost gerechnet werden.
Im Nordwesten hingegen sind ab der Nacht zum Freitag Regenfälle zu erwarten. Da dort bei bedecktem Himmel weder Frost noch Glätte auftreten, können also getrost wieder die Gummistiefel angezogen werden. 

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Vor 20 Jahren: Das Münsterländer Schneechaos 

Noch am Abend des 24.11.2005, also heute vor genau 20 Jahren, ahnte im gesamten Münsterland niemand, dass binnen 24 Stunden Wettergeschichte mit negativen Höhepunkten geschrieben wird. Der Grund liegt in einer besonderen, gleichsam brisanten aber auf den ersten Blick unscheinbaren Wetterlage: Das Sturmtief THORSTEN lag am Abend des 24.11.2005 über dem südlichen Skandinavien und zog von dort aus unter leichter Vertiefung auf die offene Nordsee, um mit einem Kerndruck von unter 975 hPa am 25.11.2005 das Emsland zu erreichen. Gleichzeitig führte es ein langsam okkludierendes Frontensystem in den Westen und Norden Deutschlands, an dem kräftige und anhaltende Niederschläge einsetzten, die vor allem am 25.11.2005 ihren Höhepunkt fanden. Außerdem floss im Bereich und rückseitig der Front eine maritime, ausreichend kalte Polarluft ein, die gerade so Schneefall zuließ. 

Vor 20 Jahren Das Muensterlaender Schneechaos

Zu sehen ist die Großwetterlage über Europa am 25.11.2005 um 12 UTC. Deutlich wird das Sturmtief THORSTEN mit seinem Kern nahe des Emslandes. Auf der Südflanke setzte neben stürmischem Wind auch intensiver Niederschlag ein. (Quelle: DWD) 

Während es am 24.11.2005 noch bei Tageshöchstwerten von bis zu +4 Grad leicht bis mäßig regnete ging dieser Regen bei langsam fallenden Temperaturen am Tage darauf in mäßigen, teilwiese auch sehr intensiven Nassschneefall über, was vor allem das Münsterland bis nach Osnabrück betraf. Die Grenze zwischen Schnee, Schneeregen und Regen war dabei teils scharf und nur sehr schwer vorhersagbar. Die Besonderheit lag darin, dass überhaupt erst die hohe Intensität der Niederschläge den Schneefall möglich machten, wir sprechen hier von der Niederschlagsabkühlung und einsetzendem Isothermieschneefall. Der Schnee war daher sehr feucht und enorm schwer.

Ebenso waren viele Bäume aufgrund eines milden Herbstes noch belaubt, sodass sie perfekte Haftung boten und der Schnee hieran hängen blieb. Gleichzeitig blieben Schnee und Eis bei einem kräftigen Südwestwind auch an Hochspannungsleitungen haften. 

Vor 20 Jahren Das Muensterlaender Schneechaos 2

Zu sehen sind durch massiven Nassschnee umgeknickte Strommasten bei Laer. (Quelle:https://www1.wdr.de/fernsehen/heimatflimmern/masten-bei-laer-100~_v-ARDFotogalerie.jpg / WDR) 

Die Folgen dieser Wetterlage waren weitreichend und katastrophal: Auf Autobahnen wie der A1 und der A31 ging gar nichts mehr, LKW und Autos blieben stecken und ihre Fahrer mussten oft stundenlang in den Fahrzeugen verharren, bevor sie gerettet wurden. Auch auf der Schiene ging vom Münsterland über das Osnabrücker Land bis ins Tecklenburger Land rein gar nichts mehr, da nicht selten abgerissene Oberleitungen oder umgestürzte Bäume ein Weiterfahren unmöglich machten. Die Schäden an der Vegetation waren verbreitet groß.

Besonders im Gedächtnis wird allerdings der großflächige Stromausfall bleiben, der historische Züge annahm und als der größte seiner Art seit der Nachkriegszeit in Deutschland gilt. Da viele Hochspannungsmasten dieser enormen Schnee- und Eislast nicht gewachsen waren, sind sie einfach zusammengebrochen und legten das Stromnetz über weiten Teilen der genannten Regionen lahm. Teilweise waren bis zu 250.000 Menschen davon betroffen, und das für bis zu drei Tage. Auf einigen Gehöften fiel der Strom sogar für bis zu eine Woche aus. Dieses Ausmaß war dann auch Hauptgrund dafür, dass noch am 25.11.2005 die Kreise Borken, Coesfeld und Steinfurt den Katastrophenalarm ausriefen. Feuerwehren, THW und alle anderen Rettungsorganisationen waren im Dauereinsatz gefordert.

Erst in der Nacht und am Tage des 26.11.2005 beruhigte sich das Wettergeschehen langsam, und bis dahin waren lokal enorme Schneemengen zusammengekommen:
Tecklenburg meldete am Morgen des 26.11.2005 eine Gesamtschneehöhe von 45 cm, gefolgt von Legden mit 36cm und Westerkappeln mit 35cm. Dabei ist zu beachten, dass es zuvor noch grasgrün war und der meiste Schnee, rund 30cm davon, sogar in weniger als 12 Stunden fiel. Manche Beobachter schilderten sogar lokale Extreme von über einem halben Meter!

Auch im Bergischen Land gab es einen massiven Neuschneezuwachs auf insgesamt 30-50cm, allerdings war der Schnee hier nicht ganz so nass und die Region selbst ist etwas häufiger mit solchen Mengen konfrontiert, während sie über dem Münsterland eine absolute Ausnahme darstellen – besonders im November.

Vor allem dieses Ereignis, das einen Schaden von rund 100 Millionen Euro hervorrief, legte dann den Grundstein für massive Sanierungen des Stromnetzes, die in den Jahren danach erfolgten. Dennoch wird dieses Ereignis bei den betroffenen Menschen sicherlich bis heute in Erinnerung geblieben sein und weiterhin bleiben.

M.Sc.-Meteorologe Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Erste Glatteislage der Saison 

Hach, so schön kann der Frühwinter sein, wenn zarte Sonnenaufgänge die frisch bereifte Landschaft preisgeben. Die Reifkristalle im Sonnenlicht glitzern. Sich in schattigen Nordlagen der Reif über mehrere Nächte in Folge zu immer bizarreren und gleichzeitig doch so filigranen Formen auswachsen kann. So traumhaft idyllisch und ruhig geht es aber leider in den kommenden Stunden nicht weiter, schade auch. 

Unser Frühwinterhoch ZULEIKA verabschiedet sich nun langsam ostwärts und von Westen greifen bereits die Ausläufer des Tiefs ULF mit Zentrum über den Britischen Inseln auf uns über. Dieses führt schubweise mildere Meeresluft heran und wie so häufig geht so ein Luftmassenwechsel dann nicht komplett geräuschlos vonstatten. Im Sommer sind häufig kräftige Gewitter die Folge. Im Winter dagegen geht ein zaghaftes Geflöckel in einen immer dichter werdenden Flockenwirbel und schließlich in teils gefrierende Regenfälle über. 

Erste Glatteislage der Saison

Satellitenbild und Drucksysteme vom Sonntag, den 23.11.2025 10 Uhr (Quelle:DWD) 

So auch in den kommenden Stunden, wenn im Laufe des heutigen Sonntagnachmittags aus Westen erste Schnee- und Regenfälle übergreifen, die in der Nacht zum Montag auch den Osten und Süden des Landes erreichen. Während die Milderung im Westen am zügigsten voranschreitet und der Schnee rasch wieder wegtaut, muss östlich einer Linie Bremen-Frankfurt(M) zum montäglichen Berufsverkehr doch gebietsweise mit Einschränkungen durch die dünne Schneedecke von 1-3 cm, im Bergland und in Ostbayern teils über 5 cm gerechnet werden. Auch in den westlichen Mittelgebirgen dürfte oberhalb von rund 400 Metern noch etwas an Schnee übrig sein. 

Erste Glatteislage der Saison 2

Prognostizierte Schneebedeckung vom ICON-D2 Modell für Montag, den 24.11.2025 um 08 Uhr (Quelle:DWD) 

Besonders kritisch dürfte es aber vom Saarland und der Pfalz über Schwaben bis nach Niederbayern werden, wo die Niederschläge recht rasch in Regen übergehen. Dort hat sich die Luft in Höhen, aus denen der Niederschlag fällt, sehr schnell auf über 0 °C erwärmt und entsprechend kurz fällt voraussichtlich die Schneephase aus. Nun sind aber gerade im Süden die Böden als Folge der jüngsten Nächte ohne vorhandene Schneedecke stark ausgekühlt. Immerhin sank das Thermometer südlich einer Linie von Südbrandenburg über Thüringen bis ins Saarland in der vergangenen Nacht vielfach in den strengen Frostbereich unter -10 °C ab. Spitzenreiter waren Oberstdorf (BY) mit -18.5 °C, Deutschneudorf-Brüderwiese (SN) mit -17.2 °C sowie Oy-Mittelberg-Petersthal (BY) mit -15.7 °C – so man denn die Zugspitze mit -17,4 °C einmal ausklammert. Aber auch -12.6 °C am Münchener Flughafen und in Bamberg sowie -10.2 °C in Stuttgart-Echterdingen können sich durchaus sehen lassen. Damit sind wir zwar bei langen Stationsreihen weit von Temperaturrekorden entfernt und dennoch kann man guten Gewissens von einer außergewöhnlich kalten Novembernacht sprechen – mit eine der kältesten in den letzten 30 Jahren im Süden und Südosten des Landes. Die Frosteindringtiefe liegt flächendeckend bei 10-15 cm. 

Erste Glatteislage der Saison 3

Prognostizierte Niederschlagsphase des ICON-D2 Modells für Sonntag, den 23.11.2025 18 Uhr, 00 Uhr und Montag, den 24.11.2025 06 Uhr (von oben nach unten) (Quelle:DWD) 

Daher sollte beim morgendlichen Weg zur Arbeit durchaus etwas mehr Zeit und Geduld eingeplant werden – sei es nun aufgrund Schneematsches, Schnees, Glatteis oder einem Mix aus allem. Entlang von Rhein und Ems sollte das alles schon entspannt ablaufen, dort hat sich Milderung frühzeitig durchgesetzt. Montag tagsüber entspannt sich die Glättesituation landesweit halbwegs, aber bereits in der Nacht zum Dienstag sind in Süddeutschland neue Regen- und Schneefälle bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erwarten. In den übrigen Regionen bleibt es zwar oftmals trocken, dafür können selbst kurzzeitige Auflockerungen die Temperatur bodennah rasch wieder Richtung 0 °C-Grenze zurückkatapultieren, so dass Überfrieren von Nässe und Schneeresten gebietsweise ein Thema wird, voraussichtlich aber nicht mehr ganz so großflächig. 

So richtig durchgreifend und nachhaltig ist die Milderung, die ULF mitbringt, also nicht. In den frühen Morgenstunden bleiben uns die Themen Frost und Glätte in der kommenden Woche erhalten. Für die Alpen und das Erzgebirge winkt gar eine ordentliche Portion Neuschnee. 

Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Die Kugel der Mitte 

Die Atmosphäre… eine relativ dünne, sehr schöne und wichtige Schicht aus Gasen, die unsere Erde umhüllt. Doch halt! Eine Schicht? Nein, denn betrachtet man den vertikalen Aufbau so offenbaren sich verschiedene Charakteristika, die mit der Höhe stark variieren. Im Thema des Tages vom 17.10.2025 wurde schon ein kurzer Überblick über die atmosphärischen Schichten gegeben. Dem Aufbau der Atmosphäre folgend, ist nun nach Betrachtung der Troposphäre und der Stratosphäre in einzelnen Themen des Tages, die Mesosphäre an der Reihe.

Der Name der Mesosphäre leitet sich von den altgriechischen Worten „mésos“ – Mitte und „sphaira“ – Kugel ab. Die „Kugel der Mitte“ schließt an den oberen Rand der Stratosphäre (bzw. der Stratopause) an und wird nach oben hin durch die Mesopause (bzw. Thermosphäre) begrenzt. Somit ist diese Schicht die mittlere im Aufbau der Atmosphäre.

Grundlage für die Abgrenzung der Schichten ist der vertikale Temperaturgradient. In der Stratosphäre ist dieser positiv, in der Mesosphäre kehrt er sich um und es wird mit der Höhe kälter. Das liegt daran, dass das Ozon nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden ist. Die fehlende Absorption der Strahlung verhindert einen weiteren Anstieg der Temperatur. Während am Unterrand der Mesosphäre auf etwa 50 km Höhe etwa 0 °C herrschen, ist am Oberrand davon nichts mehr zu spüren. Hier, in einer Höhe von etwa 85 km, sinkt die Temperatur im Mittel auf etwa -90 °C. 

Die Kugel der Mitte

Abb. 1: Schematische Darstellung der Brewer-Dobson-Zirkulation. 

Aber natürlich ist auch die Mesosphäre ständig in Bewegung. Allerdings steht bei ihr nicht der Wechsel von Tag und Nacht im Vordergrund, sondern der Wechsel der Jahreszeiten. Genauer gesagt spielt die unterschiedliche Einstrahlung auf der Sommerhemisphäre im Vergleich zur Winterhemisphäre eine große Rolle. Dort wo Sommer ist, steigt in der Darstellung der „Brewer-Dobson-Zirkulation“ (siehe Abb. 1) Luft bis in die Mesosphäre auf. Nun sorgt ein Aufsteigen aber für ein Ausdehnen und damit für das Auskühlen der Luft. Die Luftmassen bewegen sich daraufhin in Richtung des Winterpols.

Das dortige Absinken führt zu einer Erwärmung. Nicht ganz intuitiv für unsere alltäglichen Erfahrungen heißt das, dass die Mesosphäre auf der Sommerhemisphäre kälter ist als auf der Winterhemisphäre.
 

Ein damit verknüpftes spannendes Thema der Mesosphäre sind die „Leuchtenden Nachtwolken“, die sogar entstehen, obwohl sehr wenig Wasserdampf vorhanden ist. Damit sich diese dünnen Eiswolken bilden können, müssen extrem tiefe Temperaturen erreicht werden. In einer Höhe von etwa 83 km können von Mitte Mai bis Mitte August lokal Temperaturen unter -140 °C(!) herrschen. Dadurch bilden sich an kleinen Staubteilchen, die beispielsweise von verglühten Meteoriten stammen können, Eiskristalle. Die entstandenen Wolken sind bei uns nur unter ganz bestimmten Verhältnissen zu sehen. Da die Wolken nicht selbst leuchten, sondern von der Sonne angestrahlt werden, muss sich die Sonne knapp unter dem Horizont befinden. Wenn die Sonne zwischen sechs und 16 Grad darunter steht, ist einerseits der Himmel dunkel genug und andererseits werden die Wolken noch angestrahlt, sodass sie beobachtet werden können. Ein in Estland aufgenommenes Foto von dieser Wolkenart ist in Abbildung 2 zu sehen.
Die Kugel der Mitte 2

Abb. 2: Bild von leuchtenden Nachtwolken aus Estland. 

Wir haben nun etwas über die eher unbekannte Mesosphäre erfahren. Diese Schicht ist geprägt von extrem tiefen Temperaturen. Dadurch wird in solch großer Höhe die Bildung einzigartiger Wolken ermöglicht. Lassen wir den Blick noch weiter hinauf wandern, so warten weitere atmosphärische Schichten darauf, etwas genauer betrachtet zu werden. Aber das ist ein Fall für ein weiteres Thema des Tages … 

M.Sc. Meteorologe Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Lesen bildet

Bereits im Jahre 2004 haben die Stiftung Lesen, die Deutsche Bahn und die Zeitung DIE ZEIT den „Vorlesetag“ ins Leben gerufen. In erster Linie wollten die Initiatoren die Bedeutung der Lesekompetenz stärker in den Fokus rücken. Nebenbei steigert Vorlesen aber auch die Neugier und Vorstellungskraft, vor allem bei Kindern.

Der Aktionstag freut sich immer größerer Beliebtheit und so ist es nicht verwunderlich, dass neben vielen ehrenamtlichen Vorlesern auch immer mehr Prominente teilnehmen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto: Vorlesen spricht Deine Sprache. Damit soll auf die Vielfältigkeit der in Deutschland gesprochenen Sprachen hingewiesen werden. Und so kommt es auch, dass in diesem Jahr in vielen Sprachen vorgelesen wird. Wer es nicht zu einer der zahlreichen Veranstaltungen schafft, der kann auch online teilnehmen. Unter www.vorlesetag.de gibt es alle Informationen. 

Lesen bildet

Illustration zum bundesweiten Vorlesetag (Quelle: Gert Albrecht für DIE ZEIT, Stiftung Lesen, Deutsche Bahn Stiftung) 

Soviel zum theoretischen Teil. Nun aber zu den versprochenen Büchern für Klein und Groß.

Zu allererst seien die hauseigenen Publikationen erwähnt: Die kleine Wetterhexe gibt es nun schon einige Jahre beim Deutschen Wetterdienst. Mit den Geschichten „Die kleine Wetterhexe feiert ein Fest“ und „Heiße Zeiten“ sollen Kindern die Grundbegriffe des Wetters und die Entstehung erklärt werden. Außerdem gibt es in jedem Heft kleine Rätsel, die das erworbene Wissen abfragen: https://www.dwd.de/DE/presse/publikationen/fuer_kinder_node.html

Aus der bei Ravensburger erschienenen Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ gibt es ein Band zum Thema Wetter, das die Theorie kindgerecht erklärt. Hier empfiehlt sich nach dem Vorlesen das Selbststudium der Grafiken und Abbildungen, um das Thema in Gänze zu erfassen. Auch der Carlsen Verlag hat ein aufklärendes Buch zu „Wetter und Klima“ unter der Reihe „Frag doch mal die Maus“ veröffentlicht.

Eher poetisch und weniger aufklärend geht es bei „Wetter“ von Sam Usher zu. Die vierteilige Reihe ist beim Annette Betz Verlag erschienen und handelt von einem Jungen und seinem Opa, die aus jedem Wetter das Beste herausholen.

Wer es tierisch mag, der kann mit Matz, Fratz und Lisettchen in Reimform durch die Jahreszeiten wandeln. Erschienen beim NordSüd Verlag erleben drei kleine Eichhörnchen in mehreren Büchern verschiedenes Wetter.

Der Verlag Neunmalklug hat mit „Wolkenzoo und Donnerwetter“ ebenfalls ein eher poetisches Buch über Wolken und Niederschlag herausgebracht. Hier erklären Mama und Papa ihren Kindern die Welt des Wetters auf einer kleinen Reise.

Wer sich nicht mit Kinderbüchern befassen möchte, dem seien „Wetter und Klimaphänomene“ aus dem Ulmer Verlag, „Wetter für dummies“ von John D. Cox und „Wetterkunde für Wanderer und Bergsteiger“ vom SAC (Schweizer Alpen Club) ans Herz gelegt. Einfach und anschaulich werden die wichtigsten Wetterbegriffe erklärt und die Zusammenhänge dargestellt.

Für alle, die nicht nur lesen, sondern auch erfahren wollen, bieten sich Wetterexperimente an. Der Moses Verlag hat in der Reihe „PhänoMINT“ ein Kartenset mit 75 Experimenten rund um Wetter und Klima herausgebracht. In englischer Sprache sei „Clouds in a glass of beer“ empfohlen. Ein Physikprofessor erklärt darin meteorologische Phänomene in alltäglichen Situationen.

Wer sich auf die Suche begibt, der findet sicherlich noch etliche Bücher mehr. Heutzutage hat fast jeder Wetterexperte ein eigenes Buch zum Thema Wetter und/oder Klima verfasst. Wenn Sie also einen Lieblingsmoderator haben, dann suchen Sie doch nach ihm. Wenn man sich den Schreiber bei den Erklärungen bildhaft vorstellen kann, fällt das Verstehen oft etwas leichter.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Eisige Nächte am Wochenende 

Derzeit zieht Tief „Talat“ von Rügen in die Ostsee. Die zugehörige Luftmassengrenze überquert uns von West nach Ost und sorgt gebietsweise für frühwinterliche Wetterbedingungen in Form von Schneeregen oder Schneefall. Auf der Westflanke des Tiefs wird aber bereits mäßig-kalte Meeresluft aus polaren Regionen nach Süden geführt. Diese Polarluft hält in den kommenden Tagen auch in Deutschland Einzug.
 

Eisige Naechte am Wochenende

Auswahl von Nutzerbildern aus der DWD-WarnWetter-App vom 19. und 20. November 2025. 

In der Folge sinken die Temperaturen allmählich ab. So werden verbreitet niedrige einstellige Höchstwerte erwartet. Bei Schneefall oder im dichten Nebel muss ebenso wie im Bergland mit leichtem Dauerfrost gerechnet werden. Da der Himmel in den kommenden Nächten unter Hochdruckeinfluss teilweise klar bleibt, sinken die Tiefstwerte gebietsweise in den mäßigen Frostbereich (-5 bis -10 °C). Über Schnee werden in der Nacht zum Samstag und Sonntag in einigen Tallagen Süddeutschlands sogar Minima im strengen Frostbereich erwartet (unter -10 °C). 

Eisige Naechte am Wochenende 2

Bodendruckverteilung und Satellitenbild im Europaausschnitt von Donnerstag, den 20 November 2025. Blauer Pfeil markiert den Zustrom mäßig-kalter Polarluft. 

Wie sind diese Tiefstwerte im November einzuordnen?
Vergleicht man die aktuellen Vorhersagen mit dem Klimamittel zwischen 1991 und 2020, so fällt der aktuelle Witterungsabschnitt zu kalt aus. In Abbildung 3 ist die Abweichung der Tagesmitteltemperatur vom Klimamittel 1991 – 2020 (blaue 0 Kelvin-Linie) im Flächenmittel von Deutschland für den Monat November dargestellt. Die grüne Linie zeigt dabei die bisher beobachteten Tagesmitteltemperaturen. Die Linien mit den Farben violett, rot und türkis zeigen verschiedene Vorhersagen bis zum Monatsende. Daraus geht hervor, dass die Abweichung zur Tagesmitteltemperatur am Wochenende fast 6 Kelvin nach unten betragen und somit deutlich zu kalt ausfallen wird.
 

Eisige Naechte am Wochenende 3 

Abweichung der Tagesmitteltemperatur vom Klimamittel 1991 bis 2020 im Flächenmittel in Deutschland von November 2025 samt Vorhersagen bis Monatsende. 

Sind diese Temperaturen rekordverdächtig?
Von neuen Kälterekorden sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt. So gibt es einige Stationen, die in der Vergangenheit in der letzten Novemberdekade Tiefstwerte knapp unter -20 °C registrierten. Beispielsweise maß die Station in Oberstdorf am 22. November 1998 einen Tiefstwert von -22,4 °C. Damals verzeichnete die Wetterstation allerdings eine Schneedecke von 33 Zentimetern. Aber auch Ende November 2010 wurden an der Station -20,1 °C bei 23 Zentimetern Schnee gemessen. Rekordverdächtig sind die aktuellen Vorhersagen also nicht.

Sie geben aber einen kleinen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Winter. Immerhin können die Tiefstwerte in Deutschland im Laufe des Winters noch etwas niedriger ausfallen. So registrierte die Station in Wolnzach-Hüll (Bayern) am 12. Februar 1929 eine Temperatur von -37,8 °C und hält damit den bis heute ungeschlagenen Rekord der niedrigsten, jemals offiziell im DWD-Messnetz gemessenen Temperatur in Deutschland. Auf der Zugspitze sank die Temperatur dagegen im Februar 1940 „nur“ auf -35,6 °C als minimalster Wert der dort installierten Wetterstation ab. Grundsätzlich haben Temperaturen unter -25 °C in Deutschland im 21. Jahrhundert aber Seltenheitswert. Eine Temperatur unter -30 °C wurde nach 2000 lediglich auf der Zugspitze nochmals am 26. Februar 2018 gemessen.

Schaut man auf die Kälterekorde weltweit, so zeigt sich deutlich, dass wir in einer gemäßigten Klimazone leben. Denn es geht noch deutlich kälter. Die kältesten Orte auf der Nordhalbkugel liegen in Ostsibirien. Sowohl in Oimjakon (Februar 1933) als auch in Werchojansk (Februar 1892) wurden jeweils -67,8 °C registriert. Diese sind zudem die kältesten bewohnten Orte der Erde. Nicht mehr bewohnt, aber dennoch eisig kalt wird es in Prospect Creek in Alaska (USA). Dort wurden im Januar 1971 -62,2 °C gemessen. Auch im kanadischen Snag wurden im Jahr 1947 -63 °C registriert. Während einer zehnjährigen Messkampagne wurde am Mount Denali, dem höchsten Berg Nordamerikas, ein Kälterekord von -73,8 °C ermittelt.

Die weltweit niedrigste Messung wurde aber – wie könnte es anders sein – im „Eisschrank“ der Erde vorgenommen, der Antarktis. Am 21. Juli 1983 zeigte das Thermometer auf 2 Meter Höhe über dem Eis der russischen Forschungsstation Wostok (Antarktis) -89,2 °C an. Allerdings wurde dieser Kälterekord mithilfe moderner Messmethoden in Form neuester Satellitentechnologie noch unterboten. Im Juni 2018 veröffentlichten Forscher des „National Snow and Ice Data Center“ der Universität von Colorado in Boulder (USA) einen Artikel über den kältesten Ort der Erde im „Geophysical Research Letters“, einem renommierten Wissenschaftsjournal. Dieser befindet sich auf einem Hochplateau im Osten der Antarktis in einer Höhe zwischen 3850 und 4050 Metern. Dort verzeichneten die Forscherinnen und Forscher bei Messungen in den Wintern von 2004 bis 2016 rund 100 Stellen mit der unvorstellbaren Temperatur von etwa -98 °C, ein neuer weltweiter Rekord. Dabei handelt es sich um schmale Täler oder Senken, in denen sich die vergleichsweise schwere Kaltluft ansammelt.

Da Satelliten nur die Bodentemperatur messen, ergibt sich im Vergleich mit Stationen wie Wostok eine geschätzte Lufttemperatur in zwei Metern Höhe von etwa -94 °C, was immer noch rekordverdächtig ist. Die Rekordtemperatur ist von aktuellen deutschen Verhältnissen also ähnlich weit entfernt wie gefrorenes Wasser vom Kochen.

Dass die gemessene Temperatur von -98 °C noch tiefer abfällt, ist laut der Forscher jedoch sehr unwahrscheinlich. Um diese überhaupt erreichen zu können, müssen ideale Bedingungen wie ein klarer Himmel und eine extrem trockene Luft über mehrere Tage anhalten. Tiefere Temperaturen könnten also nur auftreten, wenn diese Bedingungen über Wochen vorherrschen.

Auch wenn es in Deutschland und weltweit deutlich kälter werden kann, sollten die eisigen Temperaturen der kommenden Nächte nicht unterschätzt werden. Wir kommen aus dem Sommerhalbjahr und sind bisher noch nicht vollständige an die Kälte angepasst. Ziehen Sie sich also besser warm an. Für alle „Spätentschlossene“ empfiehlt sich darüber hinaus spätestens jetzt über einen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen nachzudenken. 

MSc.Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.11.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wenn es so kräftig regnet, dass es schneit: Die Niederschlagsabkühlung!

Tief TALAT, das am heutigen Mittwoch von den Niederlanden zur Ostsee zieht, sorgt aktuell für nasskaltes beziehungsweise frühwinterliches Wetter in einigen Teilen unseres Landes. Während es in der vorherrschenden Polarluft über der Mitte oberhalb von etwa 200 bis 400 m schneit, fällt der Niederschlag im Norden überall noch als Regen. Überall? Nein! Im Norden von Schleswig-Holstein ist der Regen im Laufe des heutigen Vormittags in Schnee übergegangen. Dabei ist die vorherrschende Luftmasse dort kaum kälter als ansonsten im Norden. Was ist da denn bitte los? 

Schauen wir uns doch mal den vertikalen Temperaturverlauf im Norden von Schleswig-Holstein von heute früh 5 Uhr an. Das entspricht ungefähr dem Zeitpunkt, an dem es angefangen hat, zu regnen. Genauer genommen handelt es sich dabei um einen Modellaufstieg (von einem Wettermodell berechneter Radiosondenaufstieg). Ganz kurz zur Erklärung: Das Diagramm zeigt den vertikalen Verlauf der Temperatur (durchgezogene schwarze Linie) und des Taupunkts (strichlierte schwarze Linie; Maß für die Luftfeuchtigkeit). Auf der unteren, horizontalen Diagrammachse ist die Temperatur in Grad Celsius aufgeführt und auf der linken, vertikalen Achse der Luftdruck in hPa (mit der Höhe abnehmend). Die Temperatur bleibt entlang der roten, von unten nach rechts oben verlaufenden Linien konstant. Mehr dazu finden Sie zum Beispiel im Thema des Tages vom 03.07.2020 . 

Wenn es so kraeftig regnet dass es schneit Die Niederschlagsabkuehlung

Modellaufstieg im Norden Schleswig-Holsteins für den 19.11.2025, 5 Uhr (MEZ). (Quelle:DWD) 

Man sieht, dass die Temperatur in Bodennähe bei knapp 5 Grad liegt, mit der Höhe kontinuierlich abnimmt und im Druckniveau von etwa 925 hPa (entspricht in diesem Fall ungefähr 650 m Höhe) die Null-Grad-Marke erreicht. Außerdem fällt auf, dass Taupunkt- und Temperaturkurve recht nah beieinander liegen, die Luft ist also relativ feucht. Trockene Schichten, in denen der Niederschlag komplett verdunsten und somit nicht am Boden ankommen würde, sind also nicht vorhanden. Da der Schnee nicht direkt mit Überschreiten der Null-Grad-Marke schmilzt, sondern noch etwas weiter in den positiven Bereich fällt, liegt die Schneefallgrenze in diesem Fall bei grob 400 m. Schnee am Boden ist also kein Thema. 

Wenn es so kraeftig regnet dass es schneit Die Niederschlagsabkuehlung 2

Radarbild und Temperatur in 2 m Höhe am 19.11.2025, 5 Uhr. (Quelle:DWD) 

Wenige Stunden später, um 10 Uhr, sieht die Lage deutlich anders aus. Vor allem unterhalb von etwa 925 hPa hat sich die Luft deutlich abgekühlt. Ihre Temperaturkurve verläuft zwischen 950 hPa (etwa 500 m Höhe) und dem Boden entlang der 0-Grad-Isotherme. Die Schichtung dort ist also isotherm, das heißt die Temperatur ändert sich nicht mit der Höhe, sondern bleibt nahezu konstant. Der fallende Schnee hat nun keine Möglichkeit mehr, zu schmelzen und kommt in der Folge am Boden an – es schneit! 

Wenn es so kraeftig regnet dass es schneit Die Niederschlagsabkuehlung 3

Modellaufstieg im Norden Schleswig-Holsteins für den 19.11.2025, 10 Uhr (MEZ). 

Sankt Peter-Ording meldete um 10 Uhr als erste Station im dortigen Niederschlagsgebiet 0 Grad. Um 11 Uhr folgten auch im Binnenland einige Stationen diesem Beispiel.

Wenn es so kraeftig regnet dass es schneit Die Niederschlagsabkuehlung 4 

Radarbild und Temperatur in 2 m Höhe am 19.11.2025, 11 Uhr. (Quelle:DWD) 

Durch die für diese Luftmasse durchaus ordentlichen Niederschlagsraten von bis zu 4 mm pro Stunde konnte einerseits kalte Luft aus etwas höheren Luftschichten zum Boden heruntergemischt werden. Andererseits wurde der Luft durch Verdunstungsprozesse zusätzlich etwas Energie entzogen. Das mündete letztlich im angesprochenen Rückgang der Temperatur und dem Arbeitsauftrag für Frau Holle. 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.11.2025
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Wintereinbruch – oder doch nur spätherbstliches „Geflöckel“?

In einem herrscht Einigkeit: Polare Luftmassen werden in den kommenden Tagen bei uns das Wettergeschehen bestimmen. Es wird kälter, und mit sinkender Schneefallgrenze steigen unweigerlich die Chancen auf Schnee. Eine wesentliche Rolle im Wetterablauf der kommenden Tage nimmt dabei das kleinräumige Tief TALAT ein. Es ist aktuell (Dienstagmittag) auf den Wetterkarten noch über Schottland zu erkennen, soll aber in den kommenden 36 Stunden über die Nordsee und den Norden Deutschlands hinweg zur Ostsee ziehen. 

Wintereinbruch – oder doch nur spaetherbstliches „Gefloeckel

Zugbahn des kleinräumigen Tiefs TALAT sowie Frontenprognose (kleine Karte) für den heutigen Dienstag (12 UTC) 

In Abbildung 1 ist nicht nur die Zugbahn des Tiefs schematisch abgebildet, sondern oben rechts in der Ecke auch ein Ausschnitt der Frontenvorhersagekarte vom gestrigen Montag mit Zieltermin heutiger Dienstag um 12 UTC (13 MEZ). Tief TALAT bildet dabei den südwestlichen Schwerpunkt eines großräumigen Tiefdruckkomplexes, der sich über Skandinavien und weite Teile Nordwestrusslands erstreckt. Tief TALAT blockiert für die Polarluft (blaue Pfeile) aber andererseits auch den direkten Weg nach Mitteleuropa. Entsprechend zeigen die in der Frontenvorhersagekarte dargestellten Isobaren auch eine deutliche „Beule“ in Richtung Südwesten, um die die Polarluft herumgeführt wird. 

Wenn TALAT also in den nächsten Tagen seinen Platz räumt, freuen sich die Eisbären über die für ihre Spezies kommoden Temperaturen. In der zweiten Wochenhälfte liegen die Maxima am Tage nur noch in einer Spanne von 0 bis +5 °C, im Süden wird es wohl Ecken geben, an denen die Werte nicht über den Gefrierpunkt steigen. Und ab der Nacht zum Freitag gibt es dann überall leichten Frost bis -5 °C, im Süden gebietsweise auch mäßigen Frost unter -5°C. 

Bleibt für den Wintereinbruch aber noch die Frage nach dem Schnee – über den sich dann vielleicht die Schneehasen freuen. Bei der Beantwortung dieser Frage spielt TALAT auch eine wesentliche Rolle. Denn genau im Bereich der Zugbahn des Tiefs erwarten manche Modelle recht kräftige Niederschläge. Beispielhaft dafür ist in Abbildung 2 (unten) die Lösung unseres DWD-Modells ICON-EU für den 24-stündigen Schneeanteil bis Mittwochabend angegeben. Auffällig ist über Norddeutschland der Streifen vom nördlichen Emsland und Ostfriesland bis zur schleswig-holsteinischen Ostseeküste – ein Streifen, der recht gut zur Verlagerung von TALAT passt (Abbildung 1). Nimmt man das Modell beim Wort, sollen nördlich von Hamburg bis zu 14 l/m2 in fester Form fallen. 

Aber wieviel Schnee ergibt das dann? Da es sich voraussichtlich um Nassschnee handelt, dürfte ein grober Umrechnungsfaktor pro 2 l/m2 Wasseräquivalent etwa 1 cm Schnee ergeben. Damit sagt das Modell punktuell knapp über 5 cm Neuschnee vorher. Allerdings muss man sagen: ICON-EU prognostiziert eine recht weit südlich verlaufende Zugbahn mit Schneefall vor allem auf der kalten Seite des Tiefs. Und die Niederschläge fallen zumeist ausgangs der Nacht und am Vormittag des Mittwochs, was vom Tagesgang her recht günstig ist. 

Wintereinbruch – oder doch nur spaetherbstliches „Gefloeckel 2

Schneeanteil am 24-stündigen Niederschlag bis Mittwochabend 18 UTC; oben: Modell UK10 des britischen MetOffice, unten: DWD-Modell ICON-EU 

Andere Modelle bieten andere Lösungen. Recht plakativ ist das in Abbildung 2 beim Vergleich des unten dargestellten ICON-EU mit dem oben dargestellten britischen Modell UK10 zu erkennen. Laut dieser Modelllösung kann es im Küstenumfeld mal ein bisschen Schnee geben, ohne dass sich dabei bis Mittwochabend nennenswerte Schneehöhen ansammeln. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass der Bodenwärmestrom den Schnee schnell dahinrafft. Dies auch deshalb, weil sich das Tief bei UK10 langsamer verlagert und in der Folge vorderseitig die Warmluftadvektion länger anhält als bei ICON-EU, außerdem setzen die Niederschläge insgesamt später ein bzw. werden erst ab der Mittagszeit kräftiger ausfallen, dann wenn die Temperaturen ihr Maximum erreichen und der Schnee es auch grundsätzlich schwerer hat, eine Schneedecke zu bilden. 

Je mehr Modelle man sich anschaut, desto mehr Lösungen ergeben sich. Insgesamt würde von dieser Stelle die Prognose lauten: Die Norddeutsche Tiefebene bleibt abgesehen von unmittelbar im Einflussbereich des Tiefs gelegenen Bereichen schneefrei bzw. eine eventuelle dünne Schneedecke taut schnell wieder ab. 

Nach der komplexen Analyse der Situation im Norden fällt der Blick auf die nördlichen Mittelgebirge, die in Abbildung 2 ja ebenfalls zu erkennen sind. Dort sind die Unterschiede nicht ganz so gravierend. Bis in mittlere Lagen kann es bis Mittwochabend Schnee geben, laut ICON schaffen es ein paar Flocken auch bis „ganz runter“. Dabei sind aber auch dort die Mengen keinesfalls üppig, um 5 cm Neuschnee in den Hochlagen, auf exponierten Gipfeln um 10 cm, mehr wird es wohl nicht werden. Und auch hier arbeitet der Bodenwärmestrom gegen den Schnee, wenn auch in höheren Lagen nicht ganz so kräftig wie im Norden. 

Die Schneefälle über der Mitte sind dabei an die Kaltfront von Tief TALAT gekoppelt. Dass im Erzgebirge und im Fichtelgebirge kein Schnee verzeichnet wird liegt schlicht daran, dass zu diesem Zeitpunkt die Front noch nicht so weit nach Südosten vorangekommen ist. Erst in der Nacht zum Donnerstag beginnt es im Südosten zu schneien. Aber auch in den südlichen Mittelgebirgen sind die Schneemengen insgesamt überschaubar, und in den nördlichen Mittelgebirgen kommt wegen des dann zunehmenden Hochdruckeinflusses wohl nicht mehr viel Schnee nach – auch wenn der Zustrom polarer Luftmassen anhält. Nur an den Alpen, wo der Schneefall bis in den Freitag anhält, werden üppigere Schneemengen bis in den mittleren zweistelligen cm-Bereich erwartet – grob abgeschätzt könnten dort in Staulagen insgesamt bis zu 40 cm Neuschnee zusammenkommen. 

  

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.11.2025
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