Turbulente erste Tage im Jahr 2026!

Während der Winter bis kurz vor Weihnachten seinem altbekannten Muster der letzten Jahre folgte, stellte sich pünktlich zu Weihnachten die Wetterlage um. Mit einer nordöstlichen Strömung kamen deutlich kühlere Luftmassen ins Land und sorgten für die kältesten Weihnachtsfeiertage seit 15 Jahren! Schnee gab es dabei nur im Süden gebietsweise und auch dort nur in homöopathischen Mengen. Ansonsten dominierte überwiegend hoher Luftdruck. Damit herrschte im Süden und im Bergland teils Dauerfrost und in den Nächten trat verbreitet mäßiger Frost und stellenweise sogar strenger Frost von unter -10 Grad auf.

In Richtung Jahreswechsel änderte sich die Wetterlage dann aber sukzessive um. Das blockierende Hoch JASMIN verlagerte sich mit seinem Schwerpunkt in Richtung Südgrönland. Damit wurde der Platz frei für Tief TIZIAN. TIZIAN befindet sich aktuell als ausgewachsenes Sturmtief mit seinem Zentrum über Südnorwegen. Die Kaltfront des Tiefs verlagert sich im Laufe des Tages allmählich über Norddeutschland hinweg nach Südosten. Hinter dieser Front strömt vor allem in der Höhe Kaltluft nach Deutschland. Dadurch wird die Troposphäre labilisiert und es treten vermehrt schauartige Niederschläge auf. Die Schneefallgrenze befindet sich heute tagsüber bei etwa 200 bis 400 Metern und sinkt in der Nacht vor allem bei stärkeren Schauern bis ins Tiefland ab.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten 1

Analysekarte für Donnerstag, den 01.01.2026 um 12 UTC. Sturmtief TIZIAN befindet sich mit seinem Zentrum über Südnorwegen. (Quelle: DWD)

Die Meeresoberflächentemperaturen auf der Nordsee liegen aktuell bei etwa 8 Grad. Gleichzeitig zeigt die arktische Luftmasse in 1,5 Kilometer Höhe Temperaturen von -5 bis – 8 Grad und in 5,5 Kilometer Höhe zum kommenden Wochenende sogar um -40 Grad. Aufgrund dieser großen Temperaturdifferenz und kleinräumigen Trögen entwickeln sich über der Nordsee kräftige Schauerbänder. Örtlich ist auch Blitz und Donner dabei. Diese Schauerbänder verlagern sich unter leichter Abschwächung gegen Abend auch bis zu den zentralen Mittelgebirgen. In der kommenden Nacht sinkt die Schneefallgrenze bis ins Flachland ab, sodass stellenweise auch im norddeutschen Tiefland kräftiger Schneefall mit erheblicher Glättegefahr möglich ist. Im Bereich dieser kräftigen Schauerbänder sind linienhaft durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee innerhalb von wenigen Stunden möglich. Im Stau der Mittelgebirge örtlich auch noch etwas mehr. Vor allem im Bergland und im Norden weht zudem ein starker- bis stürmischer Wind. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge treten mitunter starke Schneeverwehungen auf.

Der Süden bleibt heute vorerst noch unter schwachem Hochdruckeinfluss. Dadurch bleibt es dort bis in die Nacht auf Freitag meist trocken. Erst am Freitag tagsüber treten auch dort gebietsweise Schneefälle auf. Am Freitag und Samstag bleibt uns diese Wetterlage erhalten. Dazu gehen die Temperaturen noch etwas zurück. Damit sind vermehrt Schneeschauer bis ins Tiefland möglich. Genaue Schwerpunkte können aufgrund der Kleinräumigkeit des Wetterphänomens aktuell noch nicht ausgemacht werden. Die höchsten Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich im Nord- und Nordweststau der zentralen Mittelgebirge erwartet. Dort sind bis Sonntag regional 20 bis 30 cm Neuschnee möglich. Aber auch sonst gibt es gute Chancen auf Schnee. Allerdings werden die Mengen vor allem im Flachland aufgrund der Schaueraktivität sehr inhomogen ausfallen. Die geringsten Chancen auf eine Schneedecke gibt es entlang des Mittel- und Oberrheins sowie am unteren Main. Aber auch hier ist die eine oder andere weiße Überraschung möglich!

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Prognose der Gesamtschneehöhe bis Sonntag, den 04.01.2026. Vor allem im Stau der zentralen Mittelgebirge werden größere Neuschneemengen simuliert. (Quelle: DWD)

Auch in der kommenden Woche bleibt uns das Winterwetter vorerst erhalten. In der Nordhälfte gibt es zeitweise weitere Schneefälle. Im Süden herrscht dagegen unter Hochdruckeinfluss vorübergehend trockenes Wetter. Dazu bleibt es kalt. Gebietsweise herrscht Dauerfrost. Im Süden sind in den Nächten stellenweise auch Temperaturen von unter -10 Grad möglich. Alle Winterfreunde kommen in nächster Zeit also voll auf ihre Kosten!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.01.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten!

Nachdem über Weihnachten verbreitet trockenes und kaltes Wetter vorherrschend war, kommt nun der Winter richtig auf Touren und zeigt weitere Facetten. Möglich macht dies eine recht stabile Hochdruckzone von Grönland über den Nordostatlantik bis nach Frankreich und die Iberische Halbinsel, in welcher die Hochs JASMIN westlich von Island und KAREN über Irland das Zepter schwingen. Atlantische Tiefdruckgebiete mit milder Luft werden somit blockiert und müssen weiter nach Süden ausweichen. Gleichzeitig kann sich über Skandinavien ein Tiefdruckkomplex bilden, der wiederholt Randtiefs mit der nordwestlichen Strömung vom Nordmeer über die Nordsee nach Mitteleuropa schickt. Das Tief SANDRO über der westlichen Ostsee sorgt schließlich heute mit seinen Ausläufern für den Start in eine unbeständige und nasskalte Witterungsperiode.

Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten

Aktuelle Wetterlage über Europa mit Hoch von Grönland bis Spanien und Tiefs über Skandinavien und Teilen Mitteleuropas.

Zum Jahreswechsel ist Deutschland zweigeteilt. Von der Nordsee und Schleswig-Holstein bis ins südliche Niedersachsen, dem Thüringer Wald und nach Sachsen soll es etwas regnen, im Bergland schneien. Von der Rhön, dem Thüringer Wald und dem Erzgebirge bis nach Südostbayern ist etwas Schnee möglich. Südwestlich einer Linie Niederrhein-Odenwald-Werdenfelser Land bleibt es weitgehend trocken. Einen freien Blick auf den Sternenhimmel wird es aber wohl nur von den Vogesen bis zum Werdenfelser Land geben. In der Südwesthälfte spielt auch der Wind kaum eine Rolle und weht meist nur schwach bis mäßig. Vor allem in höheren Lagen der Mittelgebirge sowie im Nordseeumfeld könnte der Start von Raketen durch einen in Böen starken bis stürmischen Wind aber gefährliche Auswirkungen haben. Auch sonst weht der Wind von der Nordsee bis in den Südosten spürbar und teils böig. Bei den Temperaturen ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu verzeichnen. Während die Bürger auf den Nordseeinseln bei etwas Regen und rund 6 bis 7 Grad mit Regenjacke in das neue Jahr tanzen, brauchen die Bürger im Südwesten z.B. in Freiburg, Ravensburg oder Kempten bei klarem Himmel und Absinken der Werte auf -6 bis -10 Grad schon Mütze, Handschuhe und eine sehr dicke Jacke und beim Anstoßen. In der Hansestadt Hamburg wird es feucht und bei Werten um 5 Grad vergleichsweise mild, in Berlin scheint bei etwas Regen oder Sprühregen und rund 2 bis 3 Grad nasskalte Bedingungen Trumpf und in München könnten bei um -3 Grad ein paar Flocken wirbeln. In den westlichen und südwestlichen Metropolen bleibt es bei vielen Wolken meist trocken. Während es die Temperaturen in Köln, Düsseldorf und Frankfurt wahrscheinlich noch knapp über den Gefrierpunkt schaffen (0 bis +2 Grad), soll es in Nürnberg, Karlsruhe und Saarbrücken bei -1 bis -3 Grad frostig werden, in Stuttgart muss man sich bei rund -4 Grad noch etwas dicker einpacken.

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Prognostizierte Temperaturen des ICON6 Modells für Deutschland zum Jahreswechsel um 0 Uhr.

Im letzten Jahr (Jahreswechsel 2024/2025) gab es von den Temperaturen her ebenfalls ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Jedoch gab es dort im Bergland analog zur Nordhälfte positive Werte. Ansonsten wurden an der Nordsee um 7 Grad erreicht. Von NRW bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern lagen die Temperaturen meist zwischen 0 und +5 Grad. Von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen und Thüringen hinweg bis zum Erzgebirge rutschten die Werte in den leichten Frostbereich von 0 bis -3 Grad. In Bayern und Baden-Württemberg lag die Temperatur abgesehen von den schon aufgeführten Ausnahmen meist zwischen-1 und -6 Grad. Diese Temperaturverteilung spiegelt sich auch in den deutschen Großstädten wider. In der Hauptstadt Berlin und der Rheinmetropole Köln wurden um 2 Grad gemessen. In der bayerischen Landeshauptstadt lagen die Werte um -2 Grad. Im Rhein-Main-Gebiet pendelten sich die Tiefstwerte zum Jahreswechsel auf um 0 Grad ein. In Freiburg zeigten die Messgeräte rund +2 Grad und in Saarbrücken um -1 Grad an. Im Hamburger Umfeld wurden um 5 Grad beobachtet.

Liebhaber eines sehr frostigen und weitgehend trockenen Jahreswechsels sollten sich in diesem Jahr mit Fokus auf Europa in den Norden von Schweden und Finnland aufhalten. Dort sind bei wenigen Flocken um Mitternacht -15 bis -25 Grad zu erwarten. Mit Werten zwischen -4 und -14 Grad kommt da das Baltikum etwas milder daher. Allerdings könnte es dort auch etwas schneien. Frostig und meist trocken bei teils klarem Himmel soll es bei Werten von -2 und -12 Grad auch im Alpenraum, auf dem Balkan und in Ostfrankreich zugehen. Von den Britischen Inseln und Nordwestfrankreich über die Nordhälfte Deutschlands hinweg bis nach Westpolen, Tschechien und Südschweden stehen zum Jahreswechsel Temperaturen zwischen -2 und +5 Grad auf der Agenda. Dabei kann es von Südschweden über die Nordosthälfte Deutschlands hinweg sowie in Teilen Polen und Tschechiens etwas regnen oder schneien. Auch in Südeuropa wärmt allenfalls das Mittelmeer und hievt die Temperaturen im Küstenumfeld auf 8 bis 15 Grad. Im spanischen, italienischen und griechischen Binnenland sinken die Temperaturen in der Silvesternacht auch um den Gefrierpunkt.

Weltweit gesehen wären auch Kanada, der Nordosten der USA, China und der Norden Japans sowie Teile Zentralasiens für einen winterlichen Start ins neue Jahr zu haben. In Kanada werden abseits der Küste fast flächendeckend Temperaturen zwischen -10 und -30 Grad erwartet. In den USA liegen die Temperaturen zwischen rund -20 Grad nördlich der großen Seen und bis +20 Grad nahe Mexiko. Da kommt Florida mit um 10 Grad schon recht kühl daher. Östlich des Urals sowie in Teilen Chinas und der Mongolei fallen im kontinentalen Klima die Werte sogar bis auf -20 bis -40 Grad.

Wer jedoch gerne einmal einen Jahreswechsel unter sommerlichen Bedingungen feiern möchte, hätte sich auf die Südhalbkugel bewegen müssen. Dort ist derzeit Sommer. In Australien sind dabei nächtliche Temperaturen meist zwischen 20 und 30 Grad drin, allenfalls an der Südküste bleibt es mit Werten von 12 bis 20 Grad etwas kühler. Auch in Afrika mit Ausnahme Nordafrikas (10 bis 20 Grad) und in Südamerika feiern die Menschen bei Werten meist über 20 Grad den Jahreswechsel.

Wie geht’s es dann im neuen Jahr mit unserem Wetter weiter? Demnach scheint die aktuelle Wetterlage wie festgetackert. Ein Blick in das Ensemble des ECMWF, also einem Pool von zahlreichen Modellläufen mit leicht abweichenden Startbedingungen, zeigt bis Samstag fast ausschließlich das Wettermuster Nordwest zyklonal. Dies bedeutet, dass eine nordwestliche, von tiefem Luftdruck geprägte Strömung dominant bleibt. Ab Sonntag übernimmt dann die Wetterlage Trog Mitteleuropa die Hauptrolle im Ensemble, wobei nun aber auch die Unsicherheiten steigen. Eine Troglage bedeutet, dass über Mitteleuropa in größeren Höhen tiefer Luftdruck zu verzeichnen ist. Zunächst einmal bedeutet dies weiter eher einen nasskalten Wettercharakter. Allerdings schwächelt in der neuen Woche das Hoch über dem Nordostatlantik allmählich und schiebt sich Richtung Ostatlantik und Westeuropa, sodass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es doch wieder ein atlantisches Tief mit milderer Luft nach Mitteleuropa schafft.

Damit wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026.

Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 31.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Jahresvorausschau 2026

Während sich am Ende eines Jahres die Rückblicke stets die Klinke in die Hand geben, drehen wir heute den Spieß um und werfen die Glaskugel an. Ernstnehmen darf man das wie auch schon in den vergangenen Jahren natürlich nicht, vielmehr gilt in den nächsten Minuten Roberto Blancos Motto: „Ein bisschen Spaß muss sein!“ (Entschuldigen Sie bitte den potentiellen Ohrwurm…). Und vielleicht entlockt die ein oder andere Passage ja auch Ihnen ein kleines Lächeln 😉

Januar: Zur sportlichen Ertüchtigung des öffentlichen Diensts (wer weiß, was noch so alles auf uns zukommt…) gründet der DWD die betriebsinterne Boxschule „Niederschlag“.

Februar: Goldregen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo! Ach nein, nur ein recht starker Saharastaubausbruch, der bei knapp zweistelligen Plusgraden auf die norditalienischen Schneezungen in der ansonsten grün-braunen Natur niederregnet.

März: 100. Geburtstag von Jerry Lewis! Ihm zu Ehren stellen zahlreiche US-Behörden, darunter auch der US-Wetterdienst, seine Berichterstellung für einen Tag auf Schreibmaschine um.

April: Erneute Verschiebung des Starts der bemannten Mission Artemis 2 zum Mond! Zahlreiche Mitarbeiter der NASA sind aufgrund von langwierigen Hand- und Fingerverletzungen (Sehnenscheidenentzündungen, Schwellungen, Kapselrisse) seit rund einem Monat krankgeschrieben. Eine sichere Durchführung der Mission kann so nicht gewährleistet werden.

Mai: Da der DWD immer wieder von externer Seite herausposaunte Sensations- und Falschmeldungen relativieren oder ausbügeln muss, verleiht er ab sofort das Goldene Bügeleisen für die blödsinnigste Schlagzeile des Jahres. Favorit für 2025 sind alldiejenigen, die im Frühjahr einen Jahrhundertsommer postulierten.

Juni: Fußball-WM in Nordamerika! Ein ungewöhnlich intensiver Kaltluftausbruch in Kanada, zwei Hurrikans (Bertha und Cristobal) im Golf von Mexiko und drei Tornado-Outbreaks in den USA sorgen für den Ausfall von rund 40 % aller Spiele.

Juli: „An Weihnachten kommt das Schneemonster!“ heißt es aus dem altbekannten Kreis deutscher Schaumschläger. Ein ganz heißer Favorit für das Goldene Bügeleisen 2026!

August: Der nächste 100. Geburtstag – dieses Mal der des Comicautors Rene Goscinny. Zur Feier dieses Ehrentages dürfen sich die französischen Fernsehmeteorologen auf Asterix- und Obelixkostüme freuen.

September: Traumhafter Spätsommer mit verbreiteten Höchstwerten um 25 Grad! Da kann man das Sirenengeheul am bundesweiten Warntag ja fast schon genießen – am besten natürlich mit Kaltgetränk in der einen und Spekulatius in der anderen Hand.

Oktober: Am 18. Oktober rauscht Orkan „Klaus“ über Deutschland hinweg und sorgt für erhebliche Schäden. Ein wütendes und gleichsam mysteriöses „Geschieht euch recht, ihr ***!“ schallt durch die Luft. Ob das vielleicht (tja, so ist das, wenn man Wikipedia auf Jubiläen durchforstet…) mit dem 100. Geburtstag eines gewissen Herrn Kinskis zusammenhängt?

November: Der ehemalige Kategorie-4-Hurrikan „Nana“ erreicht Anfang des Monats als immerhin noch ausgewachsenes Sturmtief Frankreich. In den Alpen stellt sich eines der stärksten Föhnereignisse dieses Jahrtausends ein. Am Alpenrand steigt die Temperatur auf knapp 27 Grad – neuer Deutschlandrekord für November!

Dezember: Die Boxschule „Niederschlag“ schließt mangels Interesses innerhalb der DWD-Mitarbeiterschaft bereits wieder ihre Pforten. Die enttäuschten Mitglieder finden aber alle beide schnell Anschluss an die seit jeher gut besuchte Sportgruppe „Beamtenmikado – Wer sich zuerst bewegt, verliert.“

Naja, zur Weihnachtszeit soll man es ja ohnehin etwas ruhiger angehen lassen. In diesem Sinne wünscht Ihnen der Autor auch im Namen des gesamten Thema-des-Tages-Teams einen guten und vor allem gesunden Rutsch ins neue Jahr.

Jahresvorausschau 2026

Jahreszahl 2026 (Quelle: Animal Planet, Pixabay.com)

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Silvesterwetter

Das Wetterjahr 2025 neigt sich dem Ende. Dabei steht bereits fest, dass das Jahr bezogen auf die Mitteltemperatur die lange Serie der „zu warmen“ Jahre weiter fortschreiben wird. Was schon fast keine Schlagzeile mehr wert zu sein scheint, ist zugleich aber ein untrügliches und ernstzunehmendes Zeichen der weiter fortschreitenden Klimaerwärmung. Eine ausführliche Auswertung des Wetterjahrs veröffentlich der DWD in einer Pressemitteilung am morgigen Dienstag.

Stattdessen wollen wir heute mal einen ersten Blick auf die voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht wagen, denn viele wird es um Mitternacht sicher wieder ins Freie ziehen.

Einen ersten Vorgeschmack, was uns in der Silvesternacht erwarten könnte, gibt uns ein Blick auf die DWD-Vorhersagekarte für den Silvestertag, 13 Uhr (siehe Abbildung 1). Einer von Westeuropa bis nach Grönland reichenden Hochdruckzone mit zwei Kernen KAREN und JASMIN steht eine ebenso umfangreiche Tiefdruckzone über Nord- und Osteuropa gegenüber. In der sich dabei einstellenden Nordwestströmung kann feuchte Meeresluft zu uns geführt werden. Zudem liegen wir im Einflussbereich eines Frontensystems, dass die Tiefs SANDRO und TIZIAN miteinander verbindet.

Silvesterwetter

DWD-Vorhersagekarte für Mittwoch, 31.12.2025, 13 Uhr.

Für weite Teile des Landes bedeutet das in der Silvesternacht eine starke oder gar dichte Bewölkung (siehe Abbildung 2). Vor allem in einem breiten Streifen vom Nordwesten und Norden bis in den Osten und Südosten fällt auch zeitweise Niederschlag. Bei leichten Plusgraden ist das meistens Regen, im östlichen Mittelgebirgsraum teils aber auch Schnee, der bei Temperaturen um 0 Grad liegen bleiben und zu Glätte führen kann. Ganz im Osten könnte der Regen auf Reste der Frostluft treffen, örtlich gefrieren und für Glatteis sorgen. Dieses Szenario ist aber noch unsicher. Dazu weht ein verbreitet spürbarer Südwest- bis Westwind. Auf den Bergen und an der Nordsee sind Sturmböen möglich.

Silvesterwetter 2

Voraussichtliche Wetterlage in der Silvesternacht 2025/26

Während der Jahreswechsel also in den meisten Regionen eher ungemütlich nasskalt vonstattengeht, geht es im äußersten Süden und Südwesten wahrscheinlich etwas gemächlicher ins neue Jahr. Unter schwachem Hochdruckeinfluss bleibt es in einem Streifen vom Schwarzwald bis zum westlichen Alpenrand meist trocken, teilweise ist der Himmel sogar sternenklar. Allerdings gilt es sich dick einzupacken, angesichts von mäßigem Frost unter -5 Grad.

Silvesterwetter 3

Voraussichtliche Tiefsttemperaturen in der Silvesternacht 2025/26

Auch am Neujahrestag befindet sich der Süden und Südwesten auf der „Sonnenseite“. Im großen Rest des Landes startet das Wetterjahr weitaus turbulenter als das alte endete. Ein in Böen starker bis stürmischer Westwind treibt dichte Wolken über das Land, die gebietsweise auch Regen, später im Norden sogar kräftige Schauer und Graupelgewitter bringen können. Im Bergland zieht dagegen der Winter ein.

Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Schneeflocken nicht nur aus Papier

Schneeflocken sind etwas sehr Filigranes, was man beim Basteln schnell feststellen wird. Leise fallen sie vom Himmel und tauchen die Landschaft in ein weißes Kleid. Kinder und Junggebliebene freuen sich auf Schneemannbauen, Schneeballschlachten und Schlittenfahren. Dies entspricht gewissen Wunschvorstellungen, wie ein Winter hierzulande sein sollte.

Doch schneebedeckte Felder und Wiesen stellen nicht nur ein romantisches Winterbild dar. Die Pflanzen hierzulande brauchen Frost im Winter, um im Frühling dann wieder wachsen und erblühen zu können. Allerdings benötigen sie gleichzeitig Schnee, der isolierend wirkt und sie so vor dem Erfrieren schützt. Schnee sorgt durch seine geringe Wärmeleitfähigkeit dafür, dass insbesondere tiefer liegende Erdschichten nicht auskühlen können. Dies schützt wiederum Wurzeln oder Blumenzwiebeln vor dem Erfrieren. Gleichzeitig sorgt Schnee bei längerem Sonnenschein dafür, dass das Licht reflektiert wird und sich der Boden somit nicht erwärmen kann. Dies könnte wiederum das Keimen der Pflanzen auslösen und Frostschäden wären die Folge. Ein solches „Phänomen“ ist im Spätwinter und in den ersten Frühlingswochen leider häufiger zu beobachten. Die Vorfrühlingssonne wärmt bereits und die ersten zarten Pflänzchen sprießen aus dem Boden, aber in den Nächten ist es oft noch frostig. Schneereste können hier meist Abhilfe leisten.

Schnee kann sich allerdings auch von seiner weniger romantischen Seite zeigen. Ein Beispiel hierfür sind Verkehrsbeeinträchtigungen, die bei Schneefällen und/oder durch Schnee(-matsch) auf der Fahrbahn ausgelöst werden können. Um gewappnet zu sein, sind Winterreifen vonnöten und generell gilt, dass die Fahrweise (ob mit dem Auto oder Fahrrad) den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden sollte.

Der Begriff „Schnee“ stammt vom indoeuropäischen Wort für „schneien, (sich) zusammenballen, zusammenkleben“ ab. Schneekristalle nehmen aufgrund der zugrundeliegenden Struktur der Wassermoleküle sechseckige Formen an.

Die größte Faszination für Schneekristalle hatte mit Sicherheit Wilson Bentley, denn sein Lebenswerk bestand aus mehr als 5.000 Fotografien natürlicher Schneekristalle, wovon keiner dem anderen glich. Davon wurden ungefähr 2.400 Fotografien in dem Buch „Snow Crystals“ aus dem Jahr 1931 veröffentlicht.

Die wichtigsten Parameter bei der Entstehung von Schneekristallen sind Temperatur und Feuchtigkeit. Ukichiro Nakaya war von der Arbeit Bentleys so fasziniert, dass er sich auch physikalisch mit der Entstehung von Schneekristallen beschäftigte. Demnach lassen sie sich je nach Temperatur in zwei verschiedene Grundformen einteilen: Knapp unter 0 Grad sowie zwischen -10 und -22 Grad liegen sie als Plättchen vor, dazwischen haben sie die Form von Prismen. Bei Temperaturen von weniger als -22 Grad können sowohl Plättchen als auch Prismen auftreten.

Auch in der Kunst wurde das Thema Schnee behandelt. Da wäre in der Literatur das Märchen „Die Schneekönigin“ oder das Gedicht „Wie der Schnee zu seiner Farbe kam“. Auch in Gemälden wie „Die Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel der Ältere ist viel Schnee zu finden. Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ kennen sicherlich die meisten seit Kindertagen.

Doch wie sieht es in den kommenden Tagen mit (möglichem) Schneefall aus?

Das umfangreiche Hoch JASMIN südlich von Island blockiert weiterhin den Weg für atlantische Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa und sorgt somit insbesondere im Süden für ruhiges Winterwetter. Da die Tiefdruckgebiete den Umweg über Grönland und Skandinavien nehmen müssen, erreichen uns immer wieder abgeschwächte Tiefausläufer von Norden her.

Am heutigen Sonntag ist es nach teils zögernder Nebelauflösung oft heiter oder sonnig, im Süden kann sich gebietsweise jedoch beständiger Nebel oder Hochnebel halten.

In der Nacht zum Montag kommen von Norden bis zur Mitte dichte Wolkenfelder voran, aus denen es vereinzelt etwas nieseln kann, was dann teils mit Glätte einhergeht. Ansonsten ist es gering bewölkt oder klar, im Süden hält sich weiterhin gebietsweise Hochnebel.

Zum Start in die neue Woche treten im Norden und in der Mitte gebietsweise leichte Niederschläge auf, die im Bergland als Schnee oder Schneeregen fallen. In der Südhälfte scheint abseits der Hochnebelgebiete hingegen vielfach die Sonne.

Schneeflocken nicht nur aus Papier

Prognosekarte Bodendruck und Lage der Fronten mit Namen der steuernden Hoch- und Tiefdruckgebiete für den morgigen Montag, den 29.12.2025 12 UTC. Quelle: DWD / Namen: FU Berlin

In den darauffolgenden Tagen kommen die Niederschläge bis in den Süden voran, die dann dort ab den mittleren Lagen als Schnee oder Schneeregen fallen.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

Nicht aufs Glatteis führen lassen

Ab dem späten Nachmittag bzw. frühen Abend des gestrigen Freitags kam es in einem breiten Streifen in etwa von der Elbmündung über Hamburg nach Berlin und weiter Richtung Frankfurt (Oder) zu einer tückischen Kombination. Aus einer tiefen, aber nicht besonders mächtigen Wolkendecke fiel Sprühregen bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt.

Exemplarisch für die meteorologische Situation in den untersten hundert Metern der Troposphäre soll der Radiosondenaufstieg von Lindenberg, südöstlich von Berlin vom Samstag, den 27.12.2025 um 7 Uhr stehen. Sehr ähnliche Bedingungen gab es in der Nacht auch weiter nördlich und nordwestlich in dem angesprochenen Streifen. Der Radiosondenaufstieg zeigt am Boden eine Temperatur von etwa -2 Grad, bis etwa 570 m Höhe nimmt diese auf rund -4 Grad ab, bei praktisch vollständig gesättigter Luft (Taupunkt=Temperatur). Ein völlig anderes Bild ergibt sich in 710 Meter Höhe, dort war die Luft etwa +5 Grad „warm“ zugleich war die Luft zwar absolut feuchter, relativ gesehen deutlich trockener als in tieferen Schichten. Dies zeigt sich an der Differenz von Taupunkt und Temperatur, die deutlich zugenommen hat und in höheren Luftschichten noch markanter wird. An dieser Grenzschicht bzw. Inversion zwischen 600 und 700 Meter lag die Obergrenze der Wolken. Die Niederschlagsbildung fand also darunter statt.

 Nicht aufs Glatteis fuehren lassen

Radiosondenaufstieg von Lindenberg vom 27.12.2025 07 Uhr 

Bei Temperaturen unter -10 Grad finden sich in Wolken in aller Regel unterkühlte Wassertröpfchen und erst bei niedrigeren Temperaturen findet allmählich ein Übergang zu Eiskristallen statt. Im betrachteten Fall gab es nur unterkühlte Wassertröpfchen. Diese werden aber erst zum Problem, wenn diese auch aus der Wolke herausfallen und den kalten Boden erreichen. Dies war ab dem Freitagabend der Fall. Wahrscheinlich, weil die feuchte Schicht nun besonders feucht und ausreichend dick war, um Tröpfchen zu generieren, die schwer genug waren herauszufallen. Am Boden bildete sich als Folge eine dünne Eisschicht, Glatteis.

Der Meteorologe kann das Potenzial für Glatteis aus den Daten der Wettermodelle und aktuellen Messungen abschätzen. Die konkrete Glättesituation vor Ort bei Entstehen des Glatteises ist dann aus der Entfernung häufig schwierig zu beurteilen. Denn für Glatteis reichen geringste Mengen an Niederschlag, teilweise zu wenig, um von den Messstationen detektiert zu werden. Zudem ist bei Temperaturen um 0 Grad am Boden die Grenze zwischen gefrierendem Sprühregen und „normalem“ Sprühregen sehr eng. 

 

Hilfreich sind für uns die Meldungen der Nutzer der WarnWetter-App. Diese können den Wetterzustand und auch mögliche Glätte melden. Besonders hilfreich sind mit Bildern versehene Glätte-Meldungen, damit wir uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von der Lage machen können. In der folgenden Animation erkennt man den Verlauf der Meldungen vom 26.12.2025 16 Uhr bis zum 27.12.2025 10 Uhr. Pro Bild sind jeweils die Meldungen der vergangenen 60 Minuten dargestellt. Zu beachten ist, dass die Dichte der Meldungen stark abhängig von der Bevölkerungsdichte ist und somit Hamburg und Berlin besonders hervorstechen, die Gebiete dazwischen, aber nicht weniger von Glätte betroffen sein müssen. Auch ein Tagesgang der Meldungen wird sichtbar. Leicht verständlich gehen um 3 Uhr in der Nacht weniger Meldungen ein als um 9 Uhr am Vormittag.
 

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Glätte-Meldungen der Nutzer der WarnWetter-App 

Doch genug des Rückblicks wenden wir uns der Wetterprognose zu. Heute tagsüber hat sich die Glättesituation entspannt, dennoch kann es örtlich zur Kombination von Sprühregen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommen. Kritischer wird es in der Nacht zum Sonntag. Dann bestehen in einem Streifen von der Eifel über den nördlichen und zentralen Mittelgebirgsraum bis nach Sachsen und Südbrandenburg ähnliche Bedingungen wie in der vergangenen Nacht im Norden. Besonders in der östlichen Mitte muss mit gefrierenden Sprühregen und in der Folge mit Glatteis gerechnet werden. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes werden für die am meisten gefährdetsten Regionen entsprechende Warnungen vor Glätte herausgeben. Erfahrungsgemäß werden im Laufe der Nacht aber Anpassungen nötig werden. Neben Messwerten werden dann auch die von Ihnen abgegebenen Meldungen genutzt. Vielen Dank dafür! 

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Gebiete in orange mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Glatteis in der Nacht zum 28.12.2025 

M.Sc. Meteorologe Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Kleines meteorologisches Weihnachtsgedicht 

Weihnachten 2025 war fast überall gefühlt wie immer,
von Schnee an Weihnachten hat die Generation Alpha quasi keinen Schimmer.
Das letzte Weihnachtfest mit einer Schneedecke war Zweitausendzehn,
da muss man in den Geschichtsbüchern schon ganze 15 Jahre zurückgehn. 

Zumindest im Süden tanzten an Heiligabend Schneeflocken vor dem Fenster,
da dachte so mancher: „Mensch sehe ich etwa kleine Gespenster?“
Aber für mehr als eine kleine „Anzuckerung“ hat es nicht gereicht,
liegt das etwa am Klimawandel? – Naja, vielleicht. 

Doch immerhin war das Weihnachtsfest ziemlich frisch,
da rentierten sich Schal, Mütze und Handschuhe auf dem Gabentisch.
Dem Weihnachtsmann war es bestimmt zwischendurch auch mal kalt,
da lohnte sich zu Plätzchen und Wein sicherlich ein kurzer Zwischenhalt. 

Doch wie geht das Jahr 2025 wettertechnisch nun zu Ende?
Da reiben wir Meteorologen uns noch die Hände.
Polarluft flutet bis Dienstag das ganze Land,
doch trägt der Winter dann ein weißes Gewand? 

Im Bergland ist nächste Woche Schnee sicher,
im Flachland hingegen ist es fraglicher.
Die Chancen dafür stehen jedoch gar nicht so schlecht,
den Kindern und Schneeliebhabern wäre dies sicherlich recht. 

Doch wie ist es so oft im Meteorologenleben,
eine hundertprozentige Vorhersage wird es nie geben. 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Kaltes Hochdruckwetter prägt Weihnachten 

Das Wetter rund um Weihnachten zeigt sich in weiten Teilen Deutschlands von seiner ruhigen winterlichen Seite. Verantwortlich dafür sind gleich zwei Hochdruckgebiete, die derzeit Mittel- und Nordwesteuropa dominieren. Hoch HELLA liegt über Schottland, Hoch INKA über der Ukraine. Dazwischen strömt aus Osten kalte Festlandsluft nach Deutschland. 

Diese Luftmasse bringt in den kommenden Tagen eisige Temperaturen. Nach leichten Schneefällen am gestrigen Mittwoch in Teilen Süddeutschlands, die örtlich für eine dünne Schneedecke gesorgt haben, bleibt es zunächst überwiegend trocken. Neue Niederschläge sind vorerst kaum zu erwarten. 

Kaltes Hochdruckwetter praegt Weihnachten 

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Donnerstag den 25.12.2025 12 UTC. Quelle: DWD 

Am heutigen Donnerstag, dem Ersten Weihnachtstag, steigen die Temperaturen tagsüber meist nicht über -6 bis 0 Grad. Nur an den Küsten, im Westen und Südwesten sowie entlang der unteren Donau sind vereinzelt leichte Plusgrade möglich. Der teils kräftige Ostwind verstärkt jedoch das Kältegefühl deutlich. 

Kaltes Hochdruckwetter praegt Weihnachten 2

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 25.12.2025. Quelle: DWD 

Viele Regionen dürfen sich über Sonnenschein freuen. Lediglich zwischen Sachsen und Thüringen sowie im Südwesten halten sich gebietsweise zähe Hochnebelfelder. In der Nacht zum Freitag wird es verbreitet frostig. Die Temperaturen sinken auf -1 bis -9 Grad, im Osten lokal sogar bis -12 Grad. 

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Wetter- und Temperaturkarte, in der Nacht zum Freitag 25./26.12.2025. Quelle: DWD 

Ab dem Zweiten Weihnachtstag verlagern sich die Hochdruckgebiete allmählich in Richtung der Britischen Inseln und des Nordostatlantiks. Dadurch ändert sich die Strömung über Deutschland langsam. Am Wochenende kommt die Luft häufiger aus nördlichen Richtungen und bringt in den unteren Schichten mehr Feuchtigkeit mit sich. 

Während die Mitte und der Süden noch längere Zeit von trockener Luft profitieren und sich bei Sonnenschein auch letzte Nebelfelder auflösen, breiten sich im Norden zunehmend dichte Wolken aus. Diese erreichen in der Nacht zum Sonntag auch die Landesmitte. Lokal kann es zu leichtem Sprühregen kommen. Besonders in den Mittelgebirgen besteht dabei stellenweise Glatteisgefahr, da die Temperaturen dort unter dem Gefrierpunkt bleiben. Tagsüber liegen die Werte sonst meist knapp über null, die Nächte bleiben weiterhin frostig. 

Zum Start in die neue Woche zeichnet sich schließlich eine allmähliche Wetterumstellung ab. Das Hochdruckgebiet verlagert sich über den Nordatlantik zwischen die Britischen Inseln und Island. Gleichzeitig sorgen Tiefdruckgebiete über Skandinavien und Osteuropa dafür, dass kalte Polarluft nach Deutschland vordringen kann. 

Mit dieser Kaltluft nehmen auch die Niederschläge zu und sie könnten zunehmend bis in tiefe Lagen als Schnee fallen. Pünktlich zum Jahreswechsel ist daher ein deutlicher Wintereinbruch durchaus möglich. 

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Weihnachten vor 15 Jahren: „Scarlett“ schneite den Süden Deutschlands ein 

Jedes Jahr erreichen uns bereits im Herbst die ersten Anfragen, ob sich denn in diesem Jahr die vielfach ersehnten „weißen Weihnachten“ einstellen. Dabei sind die Chancen auf eine flächige Schneedecke von mindestens einem Zentimeter über die Weihnachtsfeiertage in weiten Teilen Deutschlands alles andere als hoch. In vielen Regionen liegen die Wahrscheinlichkeiten unter 20 Prozent, teilweise sogar unter 10 Prozent, das heißt nicht mal alle 10 Jahre stellt sich ein „weißes Weihnachtsfest“ ein. Im Bergland und vor allem in Gipfellagen stehen die Chancen hingegen etwas besser. 

Weihnachten vor 15 Jahren 22Scarlett22 schneite den Sueden Deutschlands ein 

Die Karte zeigt, wie wahrscheinlich regional weiße Weihnachten mit einer Schneedecke an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember in der Referenzperiode 1991-2020 waren. 

Wann gab es nun zuletzt verbreitet „weiße Weihnachten“? 

Dazu müssen wir 15 Jahre zurückschauen in den Dezember 2010. Dieser verlief in großen Teilen West- und Mitteleuropas hochwinterlich. Mit einer über den gesamten Monat und über die gesamte Fläche Deutschlands gemittelten Temperatur von -3,7 °C avancierte er zum viertkältesten seit Beginn der kontinuierlichen Messungen im Jahr 1881. In der Nordhälfte des Landes, die mit nur kurzen Unterbrechungen die meiste Zeit im Bereich polarer bzw. arktischer Luftmassen verblieb, betrug die negative Abweichung zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 verbreitet 5 bis 6 Kelvin (entspricht betragsmäßig °C). In den Süden drang dagegen immer mal wieder mildere Luft vor, so dass die zeitweilig vorhandene Schneedecke insbesondere in den Niederungen des Südwestens wiederholt dem Tauwetter zum Opfer fiel.

Einen Tag vor Heiligabend stellte sich die Situation wie folgt dar: In weiten Teilen Deutschlands lag eine 10 bis 20, im Norden und in den Mittelgebirgen auch weit über 30 cm mächtige Schneedecke, während die tiefen Lagen Baden-Württembergs und Bayerisch-Schwabens weitgehend schneefrei waren. Doch dann kam „Scarlett“. 

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Satellitenbilder von Mitteleuropa vom 24. (links), 25. (Mitte) und 26. Dezember 2010 (rechts). 

Tief „Scarlett“ wurde bereits am 19. Dezember 2010 zum ersten Mal auf den Bodenwetterkarten analysiert, zu diesem Zeitpunkt noch als unscheinbar flaches Gebilde etwas südwestlich der Azoren. Es verlagerte sich zunächst nur langsam ostwärts und lenkte auf seiner Vorderseite mit südlicher Strömung milde Luft nach Mitteleuropa. In Verbindung mit der Warmfront des Tiefs kamen zum 23. von Südwesten her großflächig Niederschläge auf, die in den südlichen und mittleren Teilen Deutschlands erst noch als Regen oder gefrierender Regen fielen. 

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DWD-Bodendruckanalyse vom 23. (links) und 24. Dezember 2010 (rechts) jeweils um 00 UTC mit eingezeichneten Fronten und Namen der Druckgebilde.  

Über die Weihnachtstage verlagerte sich „Scarlett“ über Südfrankreich und das westliche Mittelmeer nach Norditalien, zudem bildete sich ein Teiltief über Osteuropa. Die Warmfront, die immer mehr als quasistationäre Luftmassengrenze in Erscheinung trat, lag fortan eingebettet in einer vom eigentlichen Tiefzentrum ausgehenden und sich bogenförmig über Mittel- bis zu dem Teiltief nach Osteuropa erstreckenden Tiefdruckrinne. Auf der Rückseite des gesamten Tiefdrucksystems kam bodennah eine kräftige Nordostströmung in Gang, mit der polare Kaltluft im Laufe des Heiligabends bis zu den Alpen vorstieß. 

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DWD-Bodendruckanalyse vom 25. (links) und 26. Dezember 2010 (rechts) jeweils um 00 UTC mit eingezeichneten Fronten und Namen der Druckgebilde. 

Der Nordostströmung am Boden überlagert war eine südwestliche Höhenströmung vorderseitig eines Langwellentroges über Westeuropa. Diese Konstellation induzierte eine klassische Gegenstromlage mit anhaltender Warmluftadvektion vor allem in den mittleren Schichten der Troposphäre und hatte großräumige Hebungsprozesse zur Folge.

Während die feste Niederschlagsphase am 23. zunächst auf den Norden und Nordwesten Deutschlands beschränkt blieb, gingen die Niederschläge mit Einfließen der hochreichend kalten Luft pünktlich zu Heiligabend (24. Dezember) auch im Süden immer mehr in Schnee über. Zur Bescherung am Abend fiel überall Schnee. Vielerorts hatte sich bis dahin schon eine stattliche Neuschneedecke ausgebildet (z. B. Niederstetten 20 cm). Bis zum Morgen des ersten Feiertages (25. Dezember) summierten sich in einem breiten Streifen von Baden-Württemberg über Nordbayern bis nach Thüringen, Sachsen und in den Süden Brandenburgs zweistellige Neuschneemengen, selbst die ansonsten mit wenig Schnee bedachten Regionen am Oberrhein verwandelten sich in ein weißes Winterwunderland (z. B. Rheinstetten 20 cm, Lahr 18 cm, Mannheim 15 cm). Die Schneefälle hielten bis zum Nachmittag an und zogen sich dann unter Abschwächung nach Südosten zurück. 

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Niederschlagsradar Deutschland vom 24. Dezember 2010 um 00:00, 06:00, 12:00 und 18:00 Uhr MEZ (oben) und vom 25. Dezember 2010 um 00:15, 06:00, 12:00 und 18:00 Uhr MEZ (unten). 

Die größten Schneehöhen wurden zum Mittags- und Abendtermin des 25. respektive am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages gemessen. In Rheinstetten konnten 23 – maximal sogar 24 – cm verzeichnet werden; die höchste Schneedecke im Raum Karlsruhe seit dem 4. Januar 1985. Aber auch andernorts geriet man ob der teilweise enormen Schneemengen ins Staunen: Aachen 37, Öhringen 32 oder Düsseldorf 27 cm, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Nie zuvor lag Deutschland an Weihnachten flächendeckend unter einer solch dicken Schneedecke. Relativ schneearm verliefen die Feiertage hingegen ausgerechnet im vergleichsweise schneereichen Süden Bayerns. München konnte beispielsweise nur mit rund 5 cm aufwarten.

Hier sind einige Stationen mit Schneehöhen in Zentimeter (cm) aufgelistet, die zwischen dem 24. und 26. Dezember 2010 gemessen wurden:

 

Ort / Station  Bundesland  Schneehöhen 
Berlin-Dahlem  Berlin  33 cm 
Helgoland  Schleswig-Holstein  11 cm 
Hamburg-Fuhlsbüttel  Hamburg  20 cm 
Hannover-Flughafen  Niedersachsen  28 cm 
Brocken  Sachsen-Anhalt  160 cm 
Aachen  Nordrhein-Westfalen  37 cm 
Bielefeld-Deppendorf  Nordrhein-Westfalen  44 cm 
Neuhaus am Rennweg  Thüringen  110 cm 
Gera-Leumnitz  Thüringen  70 cm 
Rheinstetten  Baden-Württemberg  24 cm 
Stuttgart-Flughafen  Baden-Württemberg  16 cm 
Lahr  Baden-Württemberg  19 cm 
Freiburg-Flugplatz  Baden-Württemberg  15 cm 
Kempten  Bayern  21 cm 
Oberstdorf  Bayern  31 cm 
Garmisch-Partenkirchen  Bayern  27 cm 

Nach dem Schnee kam die große Kälte: Die frisch eingeflossene Polarluft, der viele Neuschnee und ein aufklarender Himmel kurz nach dem astronomischen Sonnentiefststand schufen ideale Voraussetzungen für strenge Fröste auch im Südwesten der Bundesrepublik: In Mannheim (-18,3 °C) und Lahr (-17,9 °C) wurden in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag neue Dezemberrekorde registriert, in Pforzheim sank die Temperatur gar auf -22,1 °C. Die kälteste Station im Messnetz des DWD war Bad Königshofen in Nordbayern mit -24,0 °C. Verbreitet zeigten die Thermometer in dieser Nacht zweistellige Minusgrade an. 

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Fotos aus Rheinstetten bei Karlsruhe am 25. und 26. Dezember 2010. 

Und wie sieht es in diesem Jahr aus?

Im Jahr 2025 wird es in weiten Teilen Deutschlands, wie schon in den Jahren zuvor, wieder nichts mit einer „weißen Weihnacht“. Einzig stellenweise im süddeutschen Raum sowie in den östlichen und südöstlichen Bergländern fällt am heutigen Heiligabend geringfügiger Neuschnee. Selbst die Zugspitze ist mit derzeit 96 Zentimetern eher am unteren Ende der Statistik zu finden. Im letzten Jahr registrierte die Wetterstation dort etwa die doppelte Schneehöhe. Die Temperaturen können ebenfalls nicht ganz mit dem Weihnachtsfest 2010 mithalten. In den östlichen Landesteilen sinkt das Thermometer in den kommenden Nächten zwar in den strengen Frostbereich bis -12 °C. Allerdings fehlt dort die „Schneeunterlage“ für noch tiefere Temperaturen. Auch wenn das diesjährige Weihnachtsfest vielerorts wieder einmal schneelos ausfällt, wünscht Ihnen das DWD-Team dennoch ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest. 

Dipl.-Met. Christian Ehmann und
M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wie lange hält das hochdruckdominierte Wetter an? 

Nebel, Hochnebel und teilweise auch etwas Sonnenschein. So gestaltete sich das Wetter in diesem Dezember häufig. Grund dafür waren immer wiederkehrende Hochdrucklagen. Auch über die Weihnachtstage erwartet uns ruhiges Winterwetter. Hoher Luftdruck erstreckt sich über weite Teile von Nord- und Mitteleuropa. Auf der Südseite stellt sich eine östliche bis nordöstliche Strömung ein, wodurch zumindest die Temperaturen schrittweise zurückgehen werden. An Heiligabend verlagert sich ein schwach ausgeprägter Kaltlufttropfen über die Mitte und den Süden Deutschlands nach Westen. Dieser sorgt im Süden für ein Zustrom von feuchten Luftmassen sowie für leichte Hebungsimpulse, wodurch vor allem vom Bayerwald bis zum Schwarzwald regional leichte Schneefälle wenigstens für eine angezuckerte Landschaft sorgen werden.
In den folgenden Tagen etabliert sich der Hochdruckschwerpunkt über Nordwesteuropa. Zudem erstreckt sich ein Ableger bis nach Zentraleuropa, sodass sich das ruhige Winterwetter bei uns fortsetzt. Nennenswerter Niederschlag ist somit vorerst kein Thema. Im weiteren Verlauf stellt sich voraussichtlich zwischen einem Hoch über Nordwesteuropa und tiefem Luftdruck im Bereich des Baltikums eine nordöstliche bis nördliche Strömung ein.

Wie lange haelt das hochdruckdominierte Wetter an

Analysekarte für Freitag, den 26.12.2025 um 12 UTC. Ein Ableger eines kräftigen Hochdruckgebietes über Nordwesteuropa erstreckt sich bis nach Zentraleuropa. 

Da es sowohl bezüglich der Position als auch der Intensität der Druckgebilde noch größere Unsicherheiten gibt, ist der Wettercharakter zum Jahreswechsel noch völlig offen. Etabliert sich das angedeutete Hochdruckgebiet über Nordwesteuropa etwas weiter im Nordwesten, könnte eine nördliche bis nordöstliche Strömung in Verbindung mit kleineren von Nord nach Süd wandernden Tiefs für eine weiße Überraschung bis ins Flachland sorgen. Dieses Szenario ist nach jetzigem Stand das wahrscheinlichste. Befindet sich der Hochdruckschwerpunkt dagegen weiter im Südosten, würde sich das ruhige und niederschlagsarme Wetter der letzten Wochen fortsetzen.
Eine weitere Lösung ist zum Start in das neue Jahr eine Änderung der Großwetterlage zu einer zyklonal geprägten Nordwestlage. Dadurch würden zumindest im Bergland ganz zur Freude aller Wintersportliebhaber die Chancen für Schnee ansteigen. Für das Flachland würde dies aber weniger winterliches Wetter bedeuten. Häufig wäre es dort dann nasskalt und für einen nachhaltigen Wintereinbruch mit einer Schneedecke zu mild. Ein Blick auf die Mittelfrist zeigt also Anzeichen für eine zyklonal geprägte Nord- bis Nordwestlage. Damit nehmen auch die Niederschlagssignale zu. In der Vorhersage der großräumigen Struktur des Geopotentials über der Nordhemisphäre zeigt sich diese Entwicklung (Bild2). Unter zunehmender Vorhersageunsicherheit deutet sich eine retrograde Verlagerung der Druckgebilde an. Dies zeigt eine blockierende Wetterlage mit einer Verlagerung der Druckgebilde nach Westen. Demnach würde in Deutschland der Tiefdruckeinfluss ab dem Jahreswechsel zunehmen und uns eine wechselhaftere und teils auch winterlichere Wetterphase mit Schnee bevorstehen. Es steht also für alle Winterliebhaber eine sehr spannende Zeit ins Haus!
 

Wie lange haelt das hochdruckdominierte Wetter an 2 

Bild 2: Hovmöller Diagramm für das Geopotential in 500 hPa für die Nordhemisphäre. Tiefes Geopotential verlagert seinen Schwerpunkt nach Westen. Dadurch nimmt die Hochdruckaktivität voraussichtlich ab. 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.12.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst