• Login
  • Registrieren
Windinfo.eu
  • NEWS
  • CHAT
  • WINDWARNER
  • WETTER
    • Regenradar
    • Isobarenkarte Europa
    • Föhndiagramme
    • Wassertemperatur in Europa
    • Wettervorhersage Videos
    • Langzeitprognose
    • Windskala – Windrechner
  • WEBCAMS + SPOTS
    • Webcam Finder
      • Webcam Ostsee
      • Webcam Nordsee
      • Webcam Alpsee
      • Webcam Altmühlsee
      • Webcam Ammersee
      • Webcam Bodensee
      • Webcam Bostalsee
      • Webcam Brombachsee
      • Webcam Brückelsee
      • Webcam Chiemsee
      • Webcam Edersee
      • Webcam Eibsee
      • Webcam Epplesee
      • Webcam Forggensee
      • Webcam Förmitztalsperre
      • Webcam am Kochelsee
      • Mandichosee – Lechstaustufe
      • Webcam Norderney
      • Webcam Rügen
      • Webcam Simssee
      • Webcam Staffelsee
      • Webcam Starnberger See
      • Webcam Tegernsee
      • Webcam Walchensee
      • Webcam Wörthsee
    • Webcam Finder
      • Webcam Achensee
      • Webcam Attersee
      • Webcam Mattsee
      • Webcam Mondsee
      • Webcam Millstättersee
      • Webcam Neusiedlersee
      • Webcam Ossiachersee
      • Webcam Traunsee
      • Webcam Wolfgangsee
      • Webcam Zell am See
      • Webcam Genfer See
      • Webcam Luganersee
      • Webcam Silsersee
      • Webcam Silvaplaner See
      • Webcam Urnersee
      • Webcam Zürichsee
      • Webcam Comersee
      • Webcam Gardasee
      • Webcam Kalterer See
      • Webcam Lago Maggiore
      • Webcam Lago di Santa Croce
      • Webcam Reschensee
      • Webcam Sardinien
      • Webcam Trieste
      • Webcam Vieste – Gargano
  • ACTIVITY
  • GROUPS
    • MEMBERS
  • Menü Menü

Teils immer noch sehr trockene Böden

22. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die gravierende Bodentrockenheit des Sommers setzte sich im vor allem nach Südwesten hin extrem niederschlagsarmen September in vielen Regionen fort. Bis jetzt liegt die Bodenfeuchte vor allem in der Südhälfte und im Osten immer noch weit unter den für die Jahreszeit üblichen Werten. Was bewirkt der Regen der kommenden Tage?

Trockenheit seit dem Sommer

Im vergangenen Sommer waren die Trockenheit und ihre Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft ein großes Thema – auch hier im Thema des Tages vom 7. August 2026. (DWD-Originalbeitrag)
In der zweiten Augusthälfte dämpften etwas häufigere Niederschläge und gemäßigte Temperaturen die Trockenheit etwas und durchfeuchteten die oberen 10 bis 30 cm der Böden. Darunter blieben diese allerdings stark ausgetrocknet. Bei Mittelung über die oberen 60 cm, die im Bodenfeuchteviewer in der Bodenfeuchteanalyse standardmäßig betrachtet werden, war die Bodenfeuchte großenteils weiterhin deutlich unterdurchschnittlich.

Ein trockener September verschärfte das Defizit

Dann kam der insgesamt warme September mit abgesehen vom äußersten Norden markant unterdurchschnittlichen Niederschlägen, wobei im Südwesten teils noch nicht einmal 20 Prozent der vieljährig gemittelten Regenmenge fiel. Entgegen der üblicherweise ab September steigenden Bodenfeuchte wurden die Böden vor allem im Südwesten wieder trockener, die Feuchtigkeit der vorangegangenen Niederschläge verdunstete rasch. Als Folge davon blieben Grasflächen und Wiesen in weiten Teilen des Südwestens verbräunt, viele Bäume warfen weiteres trockenes Laub ab. In der Landwirtschaft konnte dort vielerorts die anstehende Rapsaussaat nicht erfolgen, die im September beginnende Aussaat von Wintergerste musste teils verschoben werden. Auch im Großteil der restlichen Südhälfte und vom südlichen Niedersachsen bis in den Osten blieb das Wasser im Boden trotz gelegentlicher oberflächlicher Anfeuchtung knapp. Die Pegel vieler Flüsse sanken weiter auf teils rekordverdächtige Tiefststände, die Schifffahrt auf Rhein und Donau musste erneut reduziert werden. Auch auf dem Bodensee führte sehr niedriger Wasserstand zu Einschränkungen. Nur in den nördlichen Mittelgebirgen vom Bergischen Land bis zum Sächsischen Bergland und ganz im Norden waren die Böden deutlich feuchter mit teils überdurchschnittlicher Bodenfeuchte.

In der ersten Oktoberhälfte sorgte gelegentlicher Regen endlich auch im Südwesten für eine Anfeuchtung der obersten Bodenschichten, so dass sich dort die Bedingungen für die Aussaat von Wintergetreide verbesserten. Ganz im Norden erschwerte hingegen bereits durchnässter Boden die landwirtschaftlichen Arbeiten.

Bodenfeuchte am 22. Oktober: große regionale Unterschiede

Am 22. Oktober 2026 stellt sich die Bodenfeuchtesituation regional sehr unterschiedlich dar. Etwa von Nordrhein-Westfalen über den Nordwesten bis nach Mecklenburg sind die Böden meist 20 bis 50 cm tief durchfeuchtet, im Umfeld der Nordsee und der westlichen Ostsee auch tiefer. In der Südhälfte und im Osten sind hingegen meist nur die oberen 10 bis 20 cm angefeuchtet, darunter befindet sich teils bis in mehr als 1 Meter Tiefe eine sehr trockene Schicht. Das heißt, Grasflächen, Grünland und landwirtschaftliche Kulturen wachsen, Bäume und Wälder stehen hingegen weiterhin unter Trockenstress. Bei Betrachtung der mittleren Bodenfeuchte der oberen 60 cm sind die Böden in der Südhälfte und im Osten weitaus trockener als in der zweiten Oktoberhälfte üblich.

Verlauf der über Deutschland gemittelten Bodenfeuchte in 0–60 cm Tiefe (oben) und 100–110 cm Tiefe (unten): 2018, 2022 und 2026 sowie Mittel 1991–2020 und Wertebereich 1991–2025.
Abbildung 1: Verlauf der über Deutschland gemittelten Bodenfeuchte in 0–60 cm Tiefe (oben) und 100–110 cm Tiefe (unten): 2018, 2022 und 2026 sowie Mittel 1991–2020 und Wertebereich 1991–2025. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.
Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe am 30.08. (links), 27.09. (Mitte) und 21.10.2026 (rechts).
Abbildung 2: Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe am 30.08. (links), 27.09. (Mitte) und 21.10.2026 (rechts). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Was bringt der Regen der kommenden Tage?

Die teils kräftigen Niederschläge der kommenden Tage werden die Böden in den bisher trockenen Gebieten etwa 10 bis 30 cm tief durchfeuchten. Bei Betrachtung der über die oberen 60 cm gemittelten Bodenfeuchte wird sich das Defizit in der Südhälfte und im Osten zwar verringern, die Feuchte wird jedoch für die Jahreszeit weiterhin meist deutlich unterdurchschnittlich bleiben. Abbildung 3 zeigt, dass die Bodenfeuchte in den derzeit trockenen Regionen mit relativ hoher Prognosegüte bis mindestens in die zweite Novemberhälfte hinein deutlich niedriger bleibt als üblich.

Erst über Monate hinweg wiederholte und ergiebige flächendeckende Niederschläge würden die Böden bis in größere Tiefen allmählich auffüllen. Somit werden die Niederschlagsmengen über das Winterhalbjahr hinweg darüber entscheiden, wie gut gefüllt die Böden zum Start in die Vegetationsperiode 2027 sein werden und wie viel Wasser durch Versickerung in den Untergrund für die Grundwasserneubildung zur Verfügung stehen wird. Die zu erwartenden Niederschlagsmengen lassen sich auf dieser langen Zeitskala allerdings nicht abschätzen.

Vorhersage der Abweichung der Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe vom jeweiligen Mittelwert der letzten 20 Jahre zur gleichen Jahreszeit (Wochenmittelwerte).
Abbildung 3: Vorhersage der Abweichung der Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe vom jeweiligen Mittelwert der letzten 20 Jahre zur gleichen Jahreszeit (Wochenmittelwerte). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Weiterführende Informationen zur Bodenfeuchte

• Bodenfeuchteviewer
Hier finden sich neben einer interaktiven Bodenfeuchteanwendung weitere Produkte zur Bodenfeuchte sowie zu Wasserhaushaltsgrößen. Sie ermöglichen einen Überblick über die aktuelle Situation, etwa bei Starkregenphasen oder Trockenheit. Zusätzlich werden Klimavorhersagen für die kommenden Monate angeboten. Zum Bodenfeuchteviewer.

• Klimavorhersagen
Die Klimavorhersagen und die Vorhersagegüte werden für unterschiedliche Zeit- (Wochen, Jahreszeiten, Jahre) und Raumskalen (deutsche Regionen, Deutschland, Europa, Welt) konsistent dargestellt. Die Klimavorhersagen stehen in einer interaktiven Basis- und in einer Profiversion zur Verfügung. Diese werden ergänzt durch spezifische Klimavorhersagen. Zu den Klimavorhersagen.

• Nutzbare Feldkapazität
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) beschreibt den Wasservorrat, den ein Boden zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt pflanzenverfügbar speichern kann. Die Bodenfeuchte in Prozent der nFK gibt an, wie weit dieser Speicher aktuell gefüllt ist. Bei über 100 % nFK kann der Boden kein weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend kann die Bodenfeuchte bei Niederschlag jedoch über 100 % nFK steigen. Das überschüssige Wasser versickert in den Untergrund. Bei 0 % nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im Boden. Unterhalb von etwa 30 % nFK kommt es bei den Pflanzen zu deutlichem Trockenstress.

Dipl.-Met. Andreas Brömser
Deutscher Wetterdienst
Agrarmeteorologie
Offenbach, den 22.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 22.10.2026. Text redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; die Erklärung zur nutzbaren Feldkapazität wurde anhand der DWD-Fachdokumentation fachlich präzisiert. Die drei DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-Bodenfeuchte-Deutschland-August-bis-Oktober-2026.png 564 1176 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-22 12:00:002026-10-22 19:12:24Teils immer noch sehr trockene Böden

Wer hatte Recht?

21. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am Sonntag waren die Unterschiede zwischen den Wettermodellen für Dienstag noch groß. Der Deutsche Wetterdienst blickt zurück: Welches Modell hatte recht – oder lag zumindest nahe an der tatsächlichen Entwicklung?

Ein Höhentief erschwert die Vorhersage

Die Vorhersage für Dienstag, den 20. Oktober 2026, gestaltete sich am Wochenende schwierig. Grund dafür war die unterschiedliche Simulation eines Tiefdruckgebietes in höheren Luftschichten. Die Berechnung solcher Kaltlufttropfen bereitet den Wettermodellen häufig Schwierigkeiten; ihre genaue Entwicklung lässt sich mitunter erst kurz vor dem betreffenden Zeitpunkt verlässlich eingrenzen.

Im Beitrag „Mission impossible“ vom 18. Oktober wurde gezeigt, wie unterschiedlich das deutsche Wettermodell ICON, das amerikanische GFS und das IFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage die Lage des Höhentiefs am Dienstag berechneten – und welches Wetter daraus jeweils folgen sollte.

So zog das Höhentief am Dienstag

Am Dienstag waren sich die Modelle schließlich einig: Das Tief zog von Polen nach Deutschland.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 06 UTC beziehungsweise 08 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 06 UTC / 08 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Bis zum frühen Nachmittag verlagerte es sich westwärts, etwa auf die geografische Breite Hamburgs.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 12 UTC beziehungsweise 14 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 12 UTC / 14 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Anschließend zog das Höhentief nach Norden in Richtung Dänemark.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 18 UTC beziehungsweise 20 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 18 UTC / 20 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Wolken und Regen im Vergleich zur Vorhersage

Entsprechend entwickelte sich das Wetter: Im Osten waren die Wolken zwar dicht und die Sonne hatte es schwer, doch der Niederschlag lief dem Nordrand des Höhentiefs voraus. Deshalb blieben weite Teile Ostdeutschlands weitgehend trocken, während im Nordosten und Norden etwas Regen fiel.

Satelliten- und Radarbilder mit Isobaren für Deutschland und Umgebung am 20. Oktober 2026: links 06 UTC, Mitte 12 UTC, rechts 18 UTC.
Deutschland und Umgebung mit Satelliten- und Radarbild sowie Isobaren am 20.10.2026: links 06 UTC, Mitte 12 UTC, rechts 18 UTC (08, 14 und 20 MESZ). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Welches Wettermodell hatte recht?

Rückblickend lagen ICON und GFS mit ihren Vorhersagen vom Sonntag zumindest für Ostdeutschland näher an der Realität als IFS. Im Südwesten war dagegen IFS näher dran: Im Süden hielten sich längere Zeit dichter Nebel und Hochnebel, die weder ICON noch GFS so simuliert hatten.

ICON und GFS hatten außerdem bereits für den Mittag beziehungsweise Nachmittag dichte Wolken im Westen und Nordwesten erwartet. Tatsächlich dauerte diese Entwicklung bis in den Abend.

Die Mischung macht’s: Kein Wettermodell hat immer recht. Bei schwierigen Wetterlagen lässt sich eine verlässliche Prognose manchmal erst kurz vor dem Ereignis erstellen.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 21.10.2026. Der DWD-Text wurde für Windinfo redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben wurden durch konkrete Daten ergänzt. Alle vier DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen. Weiterführend: DWD-Originalbeitrag vom 18.10.2026.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Modellvergleich-ICON-GFS-IFS-am-20.-Oktober-2026-um-06-UTC.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-21 12:00:002026-10-22 10:27:55Wer hatte Recht?

Kulinarisches im Herbst

20. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Äpfel, Kürbisse, Pilze, Nüsse und Wein prägen die herbstliche Erntezeit. Passend dazu stellt der Deutsche Wetterdienst einige kulinarische Aktionstage vor und blickt auf das zunehmend wechselhafte und windige Wetter der kommenden Tage.

Äpfel, Kürbisse und Pilze

Am 21. Oktober wird in Großbritannien der „Apple Day“ begangen. Die Umweltorganisation Common Ground rief den Aktionstag 1990 ins Leben. In Deutschland ist der 11. Januar als „Tag des deutschen Apfels“ etabliert.

Auch der Kürbis hat im Herbst seinen festen Platz: Der 26. Oktober gilt als Kürbistag, bevor am 31. Oktober Halloween folgt. Pilze werden ebenfalls mit mehreren Aktionstagen gewürdigt. Der Europäische Pilztag findet am vierten Samstag im September statt, der amerikanische „Mushroom Day“ am 15. Oktober. Nach Angaben des DWD wurde in den USA außerdem der 1. Juni als nationaler Pilztag anerkannt.

Nüsse, Esskastanien und Wein

Haselnüsse, Walnüsse und Esskastanien gehören ebenfalls zur herbstlichen Küche. In Großbritannien fällt der „Nut Day“ auf den 22. Oktober. Auch die Weinlese ist eng mit der Jahreszeit verbunden. Der Tag der Weinprobe wird am ersten Samstag im November begangen und fällt 2026 auf den 7. November.

Das Wetter am Dienstag und Mittwoch

Am Dienstag, 20. Oktober, bleibt es bei überwiegend schwachem Wind meist ruhig. Im Nordosten und Südwesten ziehen Wolken durch, örtlich fällt etwas Regen; dazwischen zeigt sich zeitweise die Sonne. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 8 und 15 Grad Celsius, bei Föhn am Alpenrand zwischen 16 und 19 Grad.

In der Nacht breiten sich von Südwesten her dichte Wolken und Regen aus. Im Osten und Südosten bleibt es länger trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 10 und 3 Grad.

Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 20. Oktober 2026 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 20. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Mittwoch ist es häufig stark bewölkt. Regional fällt Regen, die Temperaturen erreichen 8 bis 16 Grad.

Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 21. Oktober 2026 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 21. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Windiger und wechselhafter ab Donnerstag

Am Donnerstag wechseln sich sonnige Abschnitte und Schauer ab. Der Südwestwind frischt auf; an der Küste und im Bergland sind stürmische Böen möglich. Am Freitag zieht zunächst Regen durch, anschließend folgen Schauer und einzelne Gewitter. Das Temperaturniveau ändert sich dabei nur wenig.

Auch am Wochenende setzt sich das wechselhafte und windige Wetter fort. Für die Jahreszeit bleibt es dabei vergleichsweise mild.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 20.10.2026. Der DWD-Text wurde für Windinfo redaktionell gegliedert, gekürzt und sprachlich bearbeitet; die Ortsbezeichnung „Covent Garden“ wurde gegenüber der DWD-Fassung berichtigt. Verwendete DWD-Grafiken wurden lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen. Ergänzende Faktenchecks: Common Ground zum Apple Day und Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Tag des deutschen Apfels.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Wettervorhersage-Deutschland-20.-Oktober-2026.png 850 1513 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-20 12:00:002026-10-20 19:12:32Kulinarisches im Herbst

Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)

19. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Meteorologie des 19. Jahrhunderts wurde entscheidend durch Fortschritte in Physik und Thermodynamik geprägt. Erkenntnisse über Erdrotation, Wärme, Gase, Strahlung und Elektrizität bilden bis heute die Grundlage für Wettermodelle, Radarmessungen und die Beschreibung atmosphärischer Prozesse.

Der 20. Teil der DWD-Serie stellt bedeutende Wissenschaftler vor, deren Arbeiten von der Corioliskraft über die Clausius-Clapeyron-Gleichung und den Doppler-Effekt bis zur Kelvin-Skala reichen.

François Arago: Optik, Messgeräte und Ballonmeteorologie

Der französische Astronom, Physiker und Politiker François Arago (1786−1853) veröffentlichte populärwissenschaftliche Arbeiten zur Meteorologie und physikalischen Geographie. Er untersuchte die Atmosphäre, die Temperatur der Erde, magnetische Schwankungen sowie Licht und Optik.

Arago konstruierte ein Polariskop zur Untersuchung der Polarisation des Himmelslichts, ein Arago-Davy-Aktinometer zur Messung der Sonneneinstrahlung und ein frühes Cyanometer zur Bestimmung des Blauanteils des Himmels. Zudem beschäftigte er sich mit Gewittern, Kugelblitzen, Polarlichtern und dem Zusammenhang zwischen Aurora und Erdmagnetfeld.

Bei wissenschaftlichen Ballonfahrten verlangte Arago zeitgleiche Bodenbeobachtungen und wies auf Messfehler hin. Ein ungeschütztes Thermometer an der Gondel könne durch fehlende Ventilation und direkte Sonneneinstrahlung falsche Lufttemperaturen anzeigen. Damit formulierte er früh wesentliche Anforderungen an repräsentative aerologische Messungen.

Seine Skepsis gegenüber Wetterprognosen fasste Arago 1845 in einer später als „Arago-Mahnung“ bekannten Aussage zusammen: Selbst bei weit fortgeschrittener Wissenschaft würden seriöse Forscher es nicht wagen, das Wetter vorherzusagen. Die moderne Meteorologie hat diese Einschätzung zwar widerlegt, der darin enthaltene Respekt vor der Komplexität der Atmosphäre ist jedoch weiterhin berechtigt.

Porträt des französischen Astronomen und Physikers François Arago
François Arago. Quelle: Wellcome Collection, London, über Wikimedia Commons; CC BY 4.0. DWD-Abbildung lokal gespeichert und skaliert; Inhalt unverändert.

Coriolis, Carnot und die Physik der Atmosphäre

Der französische Mathematiker und Physiker Gaspard Gustave de Coriolis (1792−1843) lieferte 1835 eine mathematische Beschreibung dafür, wie Bewegungen in einem rotierenden Bezugssystem behandelt werden. Die nach ihm benannte Corioliskraft lenkt Luftbewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links ab. Zusammen mit der horizontalen Druckgradientkraft erklärt sie, warum großräumige Winde nicht direkt vom Hoch zum Tief wehen.

Nicolas Léonard Sadi Carnot (1796−1832) veröffentlichte 1824 seine grundlegende Schrift über Wärmekraftmaschinen. Der Carnot-Prozess beschreibt idealisiert, wie ein System bei hoher Temperatur Energie aufnimmt und bei niedrigerer Temperatur wieder abgibt. Auch atmosphärische Zirkulationssysteme und tropische Wirbelstürme lassen sich in vereinfachter Betrachtung als Wärmekraftmaschinen auffassen: Sie gewinnen Energie aus sensibler und latenter Wärme über warmen Meeresoberflächen und verlieren Energie durch Reibung und turbulente Dissipation.

Clapeyron und Clausius: Wärme, Wasserdampf und Entropie

Der französische Physiker Émile Clapeyron (1799−1864) gab Carnots Überlegungen 1834 eine mathematische Form und stellte thermodynamische Kreisprozesse grafisch dar. Auf ihn geht auch eine frühe Form der Zustandsgleichung idealer Gase zurück.

Rudolf Clausius (1822−1888) erweiterte 1850 die Clapeyron-Gleichung zur Clausius-Clapeyron-Gleichung. In der Meteorologie beschreibt sie insbesondere die Temperaturabhängigkeit des Sättigungsdampfdrucks. Daraus folgt näherungsweise, dass die maximal mögliche Wasserdampfmenge der Atmosphäre bei typischen bodennahen Temperaturen mit jedem Grad Erwärmung um etwa 6 bis 7 Prozent zunimmt. Der Zusammenhang ist grundlegend für Wolkenbildung, Niederschlag und die Thermodynamik der Atmosphäre.

Clausius formulierte außerdem eine zentrale Aussage des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik und führte 1865 den Begriff der Entropie ein.

Doppler, Waterston und die kinetische Gastheorie

Der österreichische Physiker Christian Doppler (1803−1853) beschrieb 1842 die Frequenzänderung von Wellen bei einer Relativbewegung zwischen Quelle und Beobachter. Moderne Doppler-Radare nutzen diesen Effekt, um die Geschwindigkeitskomponente von Niederschlagsteilchen in Richtung des Radars oder vom Radar weg zu messen. Die Radarreflektivität liefert dagegen vor allem Informationen über Verteilung und Größe der streuenden Hydrometeore.

Der schottische Physiker John James Waterston (1811−1883) gehörte zu den Pionieren der kinetischen Gastheorie. Er erkannte den Zusammenhang zwischen molekularer Bewegungsenergie und Temperatur und leitete daraus Beziehungen für ideale Gase ab. Seine Arbeiten blieben zunächst weitgehend unbeachtet und wurden erst später im Zusammenhang mit der Entwicklung der kinetischen Gastheorie gewürdigt.

Buys Ballot: Windgesetz und internationale Kooperation

Der niederländische Physiker und Meteorologe Christoph Buys Ballot (1817−1890) gründete 1854 das Königlich-Niederländische Meteorologische Institut. Sein barisches Windgesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Windrichtung und horizontaler Druckverteilung: Steht eine Person auf der Nordhalbkugel mit dem Rücken zum Wind, befindet sich der tiefere Druck links, auf der Südhalbkugel rechts.

Das Gesetz gilt vor allem für großräumige Strömungen außerhalb der Tropen. Bei kleinräumigen, durch Gelände oder Gewitter bestimmten Winden und in Äquatornähe ist es nicht unmittelbar anwendbar.

Buys Ballot setzte sich zudem für internationale Zusammenarbeit ein. Nach dem Internationalen Meteorologischen Kongress 1873 leitete er den Ausschuss, der die Gründung einer dauerhaften Organisation vorbereitete. 1879 entstand in Rom die Internationale Meteorologische Organisation (IMO), die Vorgängerin der heutigen Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Historisches Porträt des niederländischen Meteorologen Christoph Buys Ballot
Christoph Buys Ballot. Quelle: Rijksmuseum Boerhaave, Leiden, über Wikimedia Commons; gemeinfrei, Public Domain Mark 1.0. DWD-Abbildung lokal gespeichert und skaliert; Inhalt unverändert.

Joule, Foucault und Rankine

Der britische Physiker James Prescott Joule (1818−1889) formulierte 1840 das erste Joulesche Gesetz zur Erwärmung eines stromdurchflossenen Leiters. Mit seinen Experimenten zum mechanischen Wärmeäquivalent zeigte er, dass mechanische Arbeit in Wärme umgewandelt werden kann. Das mechanische Wärmeäquivalent ist dabei nicht mit der spezifischen Wärmekapazität gleichzusetzen. Gemeinsam mit William Thomson untersuchte Joule zudem die Temperaturänderung von Gasen bei Drosselung, den Joule-Thomson-Effekt.

Léon Foucault (1819−1868) wies mit seinem Pendel die Erdrotation experimentell nach. Für die Meteorologie verdeutlicht dies, warum die Erde kein Inertialsystem ist und der Coriolis-Parameter in den Bewegungsgleichungen der Atmosphäre berücksichtigt werden muss.

Der schottische Ingenieur und Physiker William John Macquorne Rankine (1820−1872) untersuchte Zusammenhänge zwischen Temperatur, Druck und Dichte von Gasen sowie zwischen Sättigungsdampfdruck und Temperatur. 1859 schlug er eine absolute Temperaturskala vor, deren Gradweite der Fahrenheit-Skala entspricht. Die Rankine-Skala wird heute nur noch in wenigen technischen Anwendungen verwendet.

Helmholtz: Wirbel und atmosphärische Instabilität

Der preußische Mediziner und Physiker Hermann von Helmholtz (1821−1894) arbeitete über Energieerhaltung, Wellenbewegungen und Wirbel in Flüssigkeiten. Seine Wirbelsätze wurden zu einer wichtigen Grundlage für die Beschreibung atmosphärischer Zirkulation und Wirbelstärke.

Gemeinsam mit Thomson ist sein Name mit der Kelvin-Helmholtz-Instabilität verbunden. Sie entsteht, wenn zwischen benachbarten Luftschichten ausreichend starke Geschwindigkeitsunterschiede bestehen, und kann sich in charakteristischen wellenförmigen Wolkenstrukturen zeigen.

Lord Kelvin: Temperaturskala und atmosphärische Elektrizität

Sir William Thomson, Lord Kelvin (1824−1907) schlug 1848 eine absolute Temperaturskala auf thermodynamischer Grundlage vor. Die SI-Einheit ist das Kelvin mit dem Symbol K. Der absolute Nullpunkt bei 0 K entspricht exakt −273,15 °C.

Kelvin untersuchte gemeinsam mit Helmholtz Wirbel und Strömungen. Für die Meteorologie besonders wichtig war außerdem seine korrekte Beschreibung des gesättigt-adiabatischen Prozesses: Ein aufsteigendes gesättigtes Luftpaket kühlt sich wegen der frei werdenden Kondensationswärme langsamer ab als ein ungesättigtes.

Thomson beschäftigte sich auch mit atmosphärischer Elektrizität und entwickelte ein Wassertropfen-Elektrometer. Ab 1861 wurde am Kew Observatory ein Programm zur kontinuierlichen Messung des elektrischen Feldes der Atmosphäre betrieben.

Lord Kelvin sitzt auf einem Kompasskasten und hält einen Azimutspiegel für die Seefahrt
Sir William Thomson, Lord Kelvin, um 1900. Aufnahme: T. & R. Annan & Sons; Restaurierung: Adam Cuerden. Quelle: National Galleries of Scotland über Wikimedia Commons; gemeinfrei, Public Domain Mark 1.0. DWD-Abbildung lokal gespeichert und skaliert; Inhalt unverändert.

Die Geschichte der Meteorologie wird fortgesetzt. Der nächste Teil soll Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts behandeln, die ausdrücklich meteorologische Neuerungen entwickelten.

Autor der DWD-Originalfassung:
Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 19.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 19. Oktober 2026. DWD-Text unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, gestrafft und sprachlich überarbeitet. Fachlich korrigiert wurden die ausgeschriebene Bezeichnung der Internationalen Meteorologischen Organisation, die Abgrenzung des mechanischen Wärmeäquivalents von der spezifischen Wärmekapazität sowie der Celsiuswert des absoluten Nullpunkts. Abgleich mit der WMO, der Science Museum Group Collection und dem NIST. Drei historische DWD-Abbildungen wurden dauerhaft lokal gespeichert und skaliert; vollständige Bildnachweise stehen an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Francois-Arago-–-Geschichte-der-Meteorologie-Teil-20.jpg 1608 1244 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-19 12:00:002026-10-19 19:10:50Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)

Mission impossible

18. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wettervorhersagen sind meist für etwa vier Tage im Voraus belastbar. Es gibt jedoch Wetterlagen, bei denen selbst eine Prognose für den übernächsten Tag große Unsicherheiten enthält. Genau das zeigt die Modelllage für Dienstag, den 20. Oktober 2026.

Auslöser ist ein sogenannter Kaltlufttropfen, ein abgeschlossenes Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten. ICON, GFS und IFS berechnen seine Zugbahn unterschiedlich. Dadurch ergeben sich für Deutschland erhebliche Unterschiede bei Temperatur, Bewölkung und Niederschlag.

Warum Höhentiefs Wetterprognosen erschweren

Vorhersagemeteorologen nutzen Messungen von Wetterstationen, Radaren und Satelliten sowie verschiedene numerische Wettermodelle. Meist lassen sich daraus eindeutige Trends ableiten. Ab dem vierten Vorhersagetag nehmen die Unterschiede zwischen den Modellen gewöhnlich zu, häufig bleibt aber ein wahrscheinliches Szenario erkennbar.

Besonders schwierig sind abgeschlossene Tiefdruckgebiete in der Höhe. Solche Höhentiefs oder Kaltlufttropfen werden von den Modellen zwar erfasst, ihre weitere Verlagerung kann jedoch sehr unterschiedlich simuliert werden. Bereits kleine Abweichungen der Zugbahn verändern das Wetter am Boden deutlich.

Ausgangslage am Sonntag

Am Sonntag, 18. Oktober 2026, reicht das umfangreiche Hoch GERHARD von den Britischen Inseln bis nach Skandinavien. Südlich davon liegt eine Zone tieferen Luftdrucks mit mehreren kleinen Tiefdruckgebieten. Über dem Schwarzen Meer befindet sich ein weiteres Tief, das mit einem großen Tiefdruckgebiet über der Barentssee verbunden ist.

DWD Bodenwetterkarte mit Isobaren, Fronten und Druckgebieten für den 18. Oktober 2026 um 12 UTC
Bodenwetterkarte für Sonntag, 18. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

In den Höhenwetterkarten liegen zwei Tiefdruckgebiete sowohl auf 500 hPa, etwa 5500 Meter über dem Meer, als auch auf 300 hPa, etwa 9000 Meter Höhe und damit ungefähr auf dem Niveau des Jetstreams. Eines liegt über Frankreich, das andere stützt das Bodentief über dem Schwarzen Meer. Zusätzlich erstreckt sich vom Tief über der Barentssee ein Höhentrog bis zum Baltikum.

Vergleich der Höhenwetterkarten von ICON, GFS und IFS auf 500 und 300 hPa für den 18. Oktober 2026
Höhenwetterkarten von ICON, GFS und IFS für Sonntag, 18. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Am Montag sind sich die Modelle noch einig

Für Montag zeigen die drei großen Modelle ICON des Deutschen Wetterdienstes, das amerikanische GFS und das IFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage zunächst ein ähnliches Bild. Aus dem Trog über dem Baltikum tropft ein Höhentief ab, zieht südwestwärts nach Polen und anschließend westwärts in den Osten Deutschlands.

Vergleich der Höhenwetterkarten von ICON, GFS und IFS auf 500 und 300 hPa für den 19. Oktober 2026
Höhenwetterkarten von ICON, GFS und IFS für Montag, 19. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Am Dienstag gehen die Lösungen weit auseinander

Für Dienstag, 20. Oktober, divergieren die Modelle deutlich. ICON und GFS lassen das Höhentief mit der kalten Höhenluft weiter westwärts bis nordwestwärts ziehen. IFS hält das Tief dagegen über dem Osten Deutschlands fest.

Abweichende Höhentief-Prognosen von ICON, GFS und IFS auf 500 und 300 hPa für den 20. Oktober 2026
Abweichende Höhentief-Prognosen von ICON, GFS und IFS für Dienstag, 20. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Auch bei Geopotential und Temperatur zeigen sich große Differenzen. Im Dreieck Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt berechnen die Modelle für 850 hPa, etwa 1400 Meter Höhe, Werte zwischen minus 2 und plus 10 Grad. Am Boden entspricht das einer möglichen Temperaturspanne von ungefähr 7 bis 13 Grad.

Modellvergleich von Geopotential und Temperatur auf 500 und 850 hPa für den 20. Oktober 2026
Geopotential und Temperatur in den Modellen ICON, GFS und IFS für Dienstag, 20. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Entscheidend für Wolken, Regen und Temperatur

Bleibt das Höhentief wie in der IFS-Lösung im Osten, dominiert dort die Bewölkung. Eine neue Störung im Westen wird dann gebremst, sodass dort mehr Sonne möglich ist. In der kalten Höhenluft entstehen bevorzugt am Nordrand des Tiefs Schauer, die vor allem den Osten und Nordosten betreffen würden.

Zieht das Tief nach der ICON- und GFS-Lösung in den Nordwesten Deutschlands, wandern auch die Schauer nordwestwärts. Im Osten steigen dann die Chancen auf Auflockerungen und trockene Phasen. Gleichzeitig wird die Störung aus Frankreich weniger gebremst, sodass im Westen und Südwesten mehr Wolken und später Regen aufkommen können.

Modellvergleich der Wolken- und Niederschlagsprognosen von ICON, GFS und IFS für den 20. Oktober 2026
Wolken- und Niederschlagsprognosen von ICON, GFS und IFS für Dienstag, 20. Oktober 2026, 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Die Prognose für den übernächsten Tag bleibt damit ungewöhnlich unsicher. Auch die vorherigen Modellläufe liefern kein eindeutigeres Bild, da die Modelle weitgehend an ihren jeweiligen Lösungen festhalten.

Autorin der DWD-Originalfassung:
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 18.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 18. Oktober 2026. DWD-Text und verwendete DWD-Abbildungen unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert und sprachlich gestrafft; Bildunterschriften wurden vereinheitlicht. Die meteorologischen Aussagen, Zahlen und Abbildungen wurden inhaltlich nicht verändert. Die Abbildungen wurden dauerhaft lokal gespeichert.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Hoehenwetterkarten-20.-Oktober-2026.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-18 12:00:002026-10-18 19:11:53Mission impossible

Bunte Satellitenbilder zur Unterscheidung von Wolkentypen

17. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wolken erscheinen im sichtbaren Satellitenbild meist weiß – unabhängig davon, ob sie aus Wassertröpfchen, Eiskristallen oder beiden bestehen. Auch Schneeflächen können ähnlich aussehen. Mit speziell kombinierten Spektralkanälen des Meteosat-Satelliten lassen sich Wolkenarten jedoch farblich unterscheiden.

Das sogenannte Wolkentyp-RGB-Komposit macht unter anderem Nebel, tiefe Wasserwolken, hohe Eiswolken, Mischwolken und unterkühlte Wasserwolken sichtbar. Dadurch liefert es für Wettervorhersage und Flugmeteorologie deutlich mehr Informationen als ein Echtfarbenbild allein.

Warum ein weißes Satellitenbild nicht genügt

Wassertröpfchen und Eiskristalle besitzen eine hohe Albedo und reflektieren einen großen Teil des Sonnenlichts. Deshalb wirken sowohl tiefe Schönwetterwolken als auch hohe Schleierwolken im sichtbaren Licht weiß. Liegen verschiedene Wolkenschichten übereinander oder kommen im Winter Schneeflächen hinzu, ist ihre eindeutige Unterscheidung selbst für erfahrene Meteorologen schwierig.

Echtfarben-Satellitenbild des MTG über Mitteleuropa am 16. Oktober 2026 um 11 Uhr mit überlagertem Niederschlagsradar
Echtfarben-Satellitenbild des MTG vom 16. Oktober 2026, 11 Uhr MESZ, mit überlagertem Niederschlagsradar. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

So entsteht das Wolkentyp-RGB-Komposit

Der Flexible Combined Imager der dritten Meteosat-Generation misst nicht nur sichtbares Licht, sondern auch mehrere Spektralbereiche im nahen Infrarot. Bei der RGB-Bildauswertung werden drei Kanäle den Grundfarben Rot, Grün und Blau zugeordnet. Aus ihrer Überlagerung entstehen charakteristische Mischfarben, die Rückschlüsse auf Wolkenhöhe, optische Dicke und Wolkenphase erlauben.

Farbkanal Spektralbereich Hauptinformation
Rot Nahinfrarot bei 1,38 µm Wolkenhöhe und optische Dicke
Grün Sichtbares Licht bei 0,64 µm Optische Dicke der Wolken
Blau Nahinfrarot bei 1,61 µm Wolkenphase: Wasser oder Eis

Die Kombination trennt Wolkentypen farblich deutlich voneinander und erkennt insbesondere dünne Cirruswolken. Das Wolkentyp-RGB-Produkt von EUMETSAT ist wegen der verwendeten Sonnenlichtkanäle nur tagsüber verfügbar.

Legende zur Bedeutung der Farben im Wolkentyp-RGB-Komposit des MTG-Satelliten
Bedeutung der einzelnen Farben im Wolkentyp-RGB-Komposit. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Wolkentypen am 17. Oktober 2026

Das Echtfarbenbild vom Samstagvormittag zeigt ein großflächiges weißes Wolkenband von Zentralfrankreich über Süd- bis nach Ostdeutschland. Darin lag eine Kaltfront, an der Regen fiel. Ohne zusätzliche Spektralinformationen lassen sich die verschiedenen Wolkenarten in diesem Gebiet kaum unterscheiden.

Echtfarben-Satellitenbild des MTG über Mitteleuropa am 17. Oktober 2026 um 11 Uhr mit überlagertem Niederschlagsradar
Echtfarben-Satellitenbild des MTG vom 17. Oktober 2026, 11 Uhr MESZ, mit überlagertem Niederschlagsradar. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Im Wolkentyp-RGB-Komposit sind die mehrschichtigen Regenwolken der Front hellgelb dargestellt und damit klar von den umgebenden tiefen Wasserwolken in Hellblau zu unterscheiden. Weiße Bereiche weisen auf unterkühlte Wasserwolken hin. Für die Flugmeteorologie ist das wichtig, weil dort Vereisungsgefahr bestehen kann.

Von Österreich über Tschechien bis nach Polen erstreckten sich hohe Cirruswolken aus Eiskristallen. Über der Nordsee und der Straße von Dover strömten wabenförmige Kumuluswolken aus Norden ein. Grün markierte flachere Mischwolken brachten kaum oder nur wenig Regen, während gelbliche, hochreichende Wolken mit Eis im oberen Bereich kräftigere Schauer erzeugten.

Wolkentyp-RGB-Komposit aus MTG-Satellitenkanälen über Mitteleuropa am 17. Oktober 2026 um 11 Uhr
Wolkentyp-RGB-Komposit des MTG vom 17. Oktober 2026, 11 Uhr MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Neben dem Wolkentyp-Komposit stehen weitere RGB-Produkte für spezielle meteorologische Fragestellungen zur Verfügung. Sie ergänzen klassische Satelliten- und Radarbilder, ersetzen aber weiterhin nicht die fachliche Interpretation.

Autor der DWD-Originalfassung:
Dr. rer. nat. Markus Übel (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 17.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 17. Oktober 2026. DWD-Text und verwendete DWD-Abbildungen unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, sprachlich gestrafft, mit einer Kanaltabelle ergänzt und grammatikalisch korrigiert. Die Abbildungen wurden lokal gespeichert und inhaltlich nicht verändert. Die Erläuterung der Spektralkanäle wurde mit den offiziellen EUMETSAT-Produktangaben abgeglichen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Wolkentyp-RGB-Komposit-Mitteleuropa-17.-Oktober-2026.png 531 711 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-17 12:00:002026-10-17 19:06:12Bunte Satellitenbilder zur Unterscheidung von Wolkentypen

Es grünt so grün

16. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Gelb, Orange, Rot, Braun und noch erstaunlich viel Grün: Die Bäume zeigen sich Mitte Oktober farbenfroh, während viele Blätter weiterhin an den Zweigen hängen. Doch warum verfärbt sich das Laub im Herbst – und wann setzt der Blattfall ein?

Der Blick auf die phänologische Entwicklung 2026 zeigt eine leichte Verzögerung. Die Bäume reagieren dabei nicht allein auf kürzere Tage, sondern ebenso auf die Witterung und insbesondere auf kühle Nächte.

Farbenfrohe Bäume mit gelben, orangefarbenen, roten und grünen Blättern im Goldenen Oktober 2026
Farbenfrohe Bäume im Goldenen Oktober 2026 in Offenbach und Frankfurt am 16. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Warum sich die Blätter verfärben

Die Blattverfärbung wird im Herbst ausgelöst, wenn die Sonne immer niedriger steht, die Tageslänge kürzer wird und vor allem die nächtlichen Temperaturen in den einstelligen Bereich sinken. Dafür sollte es mehrere sehr kühle Nächte hintereinander geben.

Dann wird der in den grünen Blättern vorherrschende Farbstoff Chlorophyll schneller abgebaut. Der Baum zerlegt ihn in seine Bausteine und transportiert diese in die dicken Äste und den Stamm zurück. Dort werden sie bis zum nächsten Frühjahr eingelagert und anschließend wiederverwendet.

Die Herbstfärbung hängt somit nicht nur von der abnehmenden Tageslänge ab, sondern auch von der aktuellen Witterung.

Die Blattverfärbung ist 2026 leicht verspätet

Für den Herbst 2026 ist eine kleine Verzögerung der Blattverfärbung zu erwarten. Die aktuelle phänologische Uhr des DWD zeigt: Die Leitphase des Spätherbstes, die Blattverfärbung der Stieleiche, ist üblicherweise um den 19. Oktober abgeschlossen. Grundlage ist das Mittel der Jahre 2011 bis 2025; für den Abschluss der Leitphase sind 80 Prozent Meldestand erforderlich.

Am 16. Oktober 2026 war diese Leitphase bei einem Meldestand von 68 Prozent noch nicht vollendet. Bereits der Vollherbst hatte sich um vier Tage verzögert: Statt des üblichen 17. September wurde der entsprechende Stand 2026 erst am 21. September erreicht. Da es bis dahin noch nicht viele kalte Nächte gab, dürfte sich diese Verzögerung ungefähr gehalten haben.

Wann beginnt der Blattfall?

Als Nächstes steht der Blattfall an, der Mitte Oktober 2026 erst sehr eingeschränkt eingesetzt hatte. In der Phänologie kennzeichnet der Blattfall der Stieleiche den beginnenden Winter. Im langjährigen Mittel ist diese Leitphase am 7. November abgeschlossen – ungefähr drei Wochen nach der Blattverfärbung.

Wegen der aktuellen Verzögerung und der bis in die Mittelfrist, also für die Vorhersagetage drei bis zehn, nicht allzu kalten Aussichten erwartet der DWD, dass sich die Verzögerung auch beim Blattfall bemerkbar machen wird.

Die alte Bauernregel „Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter lange sein“ lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Wie der kommende Winter wird, können die Bäume nicht vorhersagen.

Autor der DWD-Originalfassung:
Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 16.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 16. Oktober 2026. DWD-Text und DWD-Abbildung unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, sprachlich gestrafft, mit Zwischenüberschriften versehen und grammatikalisch korrigiert. Die verwendete DWD-Abbildung wurde lokal gespeichert und inhaltlich nicht verändert.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Farbenfrohe-Baeume-im-Goldenen-Oktober-2026.png 1350 2400 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-16 12:00:002026-10-16 19:04:17Es grünt so grün

Kaltfront in Lauerstellung

15. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Hoch FLORIAN zieht nach Osten ab und nimmt das ruhige Herbstwetter mit. Von Freitag, 16. Oktober 2026, an beginnt im Nordwesten eine markante Wetterumstellung: Eine Kaltfront greift auf Mitteleuropa über.

Bis Samstagmorgen dürfte die Front die Mitte Deutschlands erreichen. Während in der Westhälfte Regen erwartet wird, bleibt es im Osten zunächst noch trocken. Für den weiteren Verlauf am Wochenende zeigen die Vorhersagemodelle jedoch unterschiedliche Lösungen.

Orkantief nordöstlich von Island

Auf dem Satellitenbild vom Donnerstag, 15. Oktober 2026, ist ein breites Wolkenband zu erkennen. Es erstreckt sich von den Azoren über Irland, Großbritannien und Norwegen bis ins Nordmeer und gehört zu einem Orkantief nordöstlich von Island. Mit einem Kerndruck von weniger als 960 hPa ist das Tief sehr kräftig ausgeprägt.

Westlich der Front strömt über weite Teile des Nordatlantiks labil geschichtete Kaltluft ein. Sichtbar wird sie an zahlreichen Cumuluswolken, deren Anordnung an einen Streuselkuchen erinnert.

Satellitenbild und Bodendrucklinien über Europa und dem Nordatlantik am 15. Oktober 2026 um 12 UTC
Satellitenbild und Bodendrucklinien am 15. Oktober 2026, 12 UTC (14 MESZ). Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Eine Inversion begrenzt das Wolkenwachstum

Eine weitere auffällige Wolkenstruktur liegt zwischen Litauen und Rumänien sowie zwischen Zentralpolen und der zentralen Ukraine. Hohe, aus Eis bestehende Cirruswolken umschließen dort einen ovalen Bereich mit flachen Wolken. Ursache ist ein südwärts ziehendes Höhentief.

In dessen Bereich hat sich eine Inversion ausgebildet. Bei etwa 750 hPa – ungefähr 2,5 Kilometer über dem Boden – steigt die Temperatur mit zunehmender Höhe vorübergehend an. Diese stabile Schicht begrenzt das weitere Wolkenwachstum. Das ICON-EU-Modellsounding für Nordostpolen zeigt den entsprechenden Höhenbereich blau markiert.

ICON-EU-Modellsounding über Nordostpolen mit markierter Inversion in etwa 2,5 Kilometern Höhe
ICON-EU-Modellsounding über Nordostpolen am 15. Oktober 2026, 12 UTC; die Inversion ist blau markiert. Quelle: DWD, CC BY 4.0.

Die Kaltfront erreicht Mitteleuropa

An dem langgestreckten Frontenzug soll sich ein kleinräumiges Tief namens IRIMA bilden. Für Freitagmittag, 16. Oktober 2026, erwarten die Modelle IRIMA an der Nordspitze Dänemarks. Von dort soll das Tief nach Nordosten weiterziehen. Der südlich anschließende Teil des Frontenzuges kann dadurch als Kaltfront auf Mitteleuropa übergreifen.

Vorhersage der Fronten und des Bodendrucks über Europa am 16. Oktober 2026 um 12 UTC
Vorhersage der Fronten und des Bodendrucks für den 16. Oktober 2026, 12 UTC (14 MESZ). Quelle: DWD, CC BY 4.0.

IFS und ICON zeigen unterschiedliche Regenverteilungen

Bis Samstagmorgen erwarten die Modelle die Front über der Mitte Deutschlands. In der Westhälfte soll Regen fallen, während die Osthälfte zunächst trocken bleibt. Danach driften die Niederschlagsprognosen auseinander.

Das IFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage deutet die Entwicklung eines weiteren kleinräumigen Tiefs an der Front über Mitteldeutschland an. Das DWD-Modell ICON lässt die Front dagegen zunächst vergleichsweise glatt nach Südosten ziehen, ohne die Niederschläge über der Mitte oder dem Osten deutlich zu verstärken.

Auch für Sonntag unterscheiden sich die Strömungsmuster in etwa 1,5 Kilometern Höhe. Für die 24 Stunden von Sonntag- bis Montagmorgen berechnet IFS im Westen höchstens rund 5 l/m² Regen, während ICON örtlich mehr als 30 l/m² simuliert. Die Grafik zeigt die 72-stündigen Niederschlagssummen beider Modelle bis Montag, 19. Oktober 2026, 06 UTC. Welches Szenario der späteren Realität am nächsten kommt, war zum Zeitpunkt der DWD-Veröffentlichung noch offen.

Vergleich der 72-stündigen Niederschlagssummen von IFS und ICON-EU bis zum 19. Oktober 2026 um 06 UTC
72-stündige Niederschlagssummen nach IFS (links) und ICON-EU (rechts) bis 19. Oktober 2026, 06 UTC. Quelle: DWD, CC BY 4.0.

Autor der DWD-Originalfassung:
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 15.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 15. Oktober 2026. DWD-Text und DWD-Grafiken unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, sprachlich gestrafft, mit Zwischenüberschriften versehen und relative Zeitangaben durch konkrete Daten präzisiert. Die vier DWD-Grafiken wurden lokal gespeichert und inhaltlich nicht verändert.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Satellitenbild-und-Bodendruck-am-15.-Oktober-2026.png 632 738 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-15 12:00:002026-10-15 19:09:55Kaltfront in Lauerstellung

Verifikation von Wettermodellen – Teil 2

14. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wetterdienste entwickeln ihre Wettermodelle laufend weiter. Ob eine Vorhersage tatsächlich besser geworden ist, lässt sich jedoch nur durch den systematischen Vergleich mit Beobachtungen beurteilen. Diesen Prozess nennt man Verifikation.

Nachdem der erste Teil auf Windinfo kontinuierliche Gütemaße wie MAE, MSE und Korrelation vorgestellt hat, geht es nun um kategorische Vorhersagen: Tritt ein Ereignis ein oder nicht?

Vier Fälle in der Wahrheitsmatrix

Bei einer Ja-Nein-Vorhersage ergeben sich vier mögliche Kombinationen aus Prognose und Beobachtung. Ein angekündigtes und tatsächlich eingetretenes Ereignis ist ein Treffer („Hit“, A). Wird ein Ereignis vorhergesagt, bleibt aber aus, liegt ein Fehlalarm (B) vor. Ein nicht vorhergesagtes, dennoch eingetretenes Ereignis ist ein verpasstes Ereignis (C). Bleibt ein nicht vorhergesagtes Ereignis aus, handelt es sich um ein korrektes Nicht-Ereignis (D).

Wahrheitsmatrix mit Treffern, Fehlalarmen, verpassten Ereignissen und korrekten Nicht-Ereignissen
Wahrheitsmatrix für kategorische Vorhersagen. Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), CC BY 4.0.

Warum eine hohe Trefferquote täuschen kann

Aus der Wahrheitsmatrix lassen sich verschiedene Gütemaße berechnen. Die Accuracy (Genauigkeit) setzt alle korrekten Vorhersagen ins Verhältnis zu sämtlichen betrachteten Fällen: (A + D) / (A + B + C + D).

Allein reicht diese Kennzahl nicht aus. Bei einem sehr seltenen Ereignis – etwa einer Lufttemperatur von 41 °C – könnte ein Modell stets „nein“ vorhersagen und trotzdem eine Trefferquote nahe eins erreichen. Einen echten Mehrwert hätte diese Prognose nicht, weil sie das seltene Ereignis niemals erkennt. Deshalb sollten stets mehrere Gütemaße gemeinsam betrachtet werden.

POD und Fehlalarme

  • Probability of Detection (POD): Der Anteil der tatsächlich eingetretenen Ereignisse, die korrekt vorhergesagt wurden: A / (A + C). Sagt ein Modell stets „nein“, ist A gleich null und damit auch die POD.
  • False Alarm Ratio (FAR): Der Anteil der Fehlalarme an allen Ja-Vorhersagen: B / (A + B). Wer ein Ereignis zu häufig ankündigt, kann zwar die POD erhöhen, verschlechtert damit aber in der Regel die FAR.

Redaktionelle Präzisierung: Die Bezeichnungen False Alarm Ratio und False Alarm Rate sind nicht identisch. Ein klassisches ROC-Diagramm trägt auf der x-Achse die False Alarm Rate B / (B + D) und auf der y-Achse die Trefferquote beziehungsweise POD auf. Dies entspricht der Verifikationsdokumentation des ECMWF. Der DWD-Originaltext bezeichnete die x-Achse irrtümlich als False Alarm Ratio.

Auch Wetterwarnungen lassen sich verifizieren

Das Verfahren lässt sich auf amtliche Wetterwarnungen übertragen. Dann lautet die zentrale Frage, ob eine bestimmte Warnschwelle in einem Gebiet überschritten wurde. Im Nachgang können die ausgegebene Warnung und die gemessenen Werte miteinander verglichen werden.

Offen bleibt die Bewertung von Wahrscheinlichkeitsvorhersagen wie „Die Regenwahrscheinlichkeit beträgt 70 %“. Dafür genügt die binäre Wahrheitsmatrix allein nicht; probabilistische Vorhersagen erfordern andere Methoden. Dieses Thema soll zu einem späteren Zeitpunkt vertieft werden.

Autor der DWD-Originalfassung:
M.Sc. Meteorologe Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 14.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 14. Oktober 2026. DWD-Text und DWD-Grafik unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, sprachlich gestrafft, mit Zwischenüberschriften versehen und bei der Abgrenzung von False Alarm Ratio und False Alarm Rate fachlich präzisiert. Die DWD-Grafik wurde lokal gespeichert und inhaltlich nicht verändert.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Wahrheitsmatrix-zur-Verifikation-von-Wettermodellen.png 124 617 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-14 12:00:002026-10-14 19:12:29Verifikation von Wettermodellen – Teil 2

Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung – Teil 2

13. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Was geschieht, wenn in einer außergewöhnlich aktiven Hurrikansaison alle Namen der regulären Liste vergeben sind? Der zweite Teil zur Benennung tropischer Wirbelstürme erklärt die Ersatzlisten, das frühere griechische System und den Umgang mit besonders folgenreichen Sturmnamen.

Die Regeln unterscheiden sich je nach Meeresgebiet. Im Atlantik und im östlichen Nordpazifik stehen heute ergänzende Namenslisten bereit. Der zentrale Nordpazifik arbeitet dagegen seine vier Listen ohne Bindung an ein Kalenderjahr fortlaufend ab.

Wenn das Alphabet nicht ausreicht

Die sechs regulären Namenslisten für den Atlantik enthalten jeweils 21 Namen, die Listen für den östlichen Nordpazifik je 24. Nur äußerst selten reicht eine solche Jahresliste nicht aus. Im Atlantik geschah das bislang 2005 und 2020.

Für 2005 weist die offizielle Nachanalyse 28 tropische und subtropische Stürme aus: 27 benannte tropische Stürme sowie einen erst nachträglich identifizierten, unbenannten subtropischen Sturm. Nachdem die reguläre Liste erschöpft war, erhielten die folgenden Systeme Namen aus dem griechischen Alphabet. In der Rekordsaison 2020 wurden insgesamt 30 Stürme benannt; neun davon trugen griechische Buchstaben von Alpha bis Iota.

Seit 2021 ersetzen Ergänzungslisten das griechische Alphabet

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) entschied 2021, das griechische Alphabet künftig nicht mehr zu verwenden. Einige Buchstaben klingen ähnlich und können dadurch die verständliche Kommunikation von Gefahren erschweren. Außerdem lässt sich ein einzelner Buchstabe nach einem besonders verheerenden Sturm nicht so unkompliziert ersetzen wie ein Name.

Seither gibt es für den Atlantik und den östlichen Nordpazifik jeweils eine alphabetisch geordnete Ergänzungsliste. Sie kommt zum Einsatz, wenn alle Namen der regulären Liste einer Saison vergeben sind.

Besonders folgenschwere Namen werden gestrichen

Verursacht ein tropischer Wirbelsturm außergewöhnlich viele Todesopfer oder sehr große Schäden, kann sein Name auf Antrag eines betroffenen Mitgliedstaates aus der rotierenden Liste gestrichen und durch einen neuen ersetzt werden. So wird es beispielsweise keinen weiteren Atlantik-Hurrikan namens Katrina geben. Auch Eta und Iota aus der Saison 2020 wurden von der WMO wegen ihrer verheerenden Folgen als Namen zurückgezogen.

Satellitenaufnahme des Hurrikans Katrina über dem Golf von Mexiko am 28. August 2005.
Hurrikan „Katrina“ am 28. August 2005 über dem Golf von Mexiko. Quelle: NASA Earth Observatory / MODIS Rapid Response Team, NASA GSFC. Lokal gespeichert und für die Webdarstellung skaliert.

Besonderheit im östlichen Nordpazifik

Im östlichen Nordpazifik musste die Ergänzungsliste bislang noch nicht verwendet werden. Die regulären Listen wurden jedoch 1985 erweitert. Zuvor endeten sie wie im Atlantik vor den Buchstaben X, Y und Z. Nachdem die damalige Liste an ihre Grenze gelangt war, kamen Xina, York und Zelda hinzu.

Diese drei Namen wechseln jährlich mit Xavier, Yolanda und Zeke. Während die übrigen Namen der sechs Jahreslisten im Sechsjahresrhythmus wiederkehren, erscheinen die Namen mit X, Y und Z daher alle zwei Jahre.

Der Zentralpazifik wechselt einfach zur nächsten Liste

Im zentralen Nordpazifik gelten andere Regeln. Dort stehen vier Listen mit jeweils zwölf hawaiianischen Namen zur Verfügung. Ist eine Liste aufgebraucht, wird ohne Neustart zum Jahreswechsel mit dem nächsten Namen der folgenden Liste fortgefahren. Eine eigene Ergänzungsliste ist deshalb nicht erforderlich.

Namenslisten und gestrichene Namen

Das National Hurricane Center führt eine Übersicht der gestrichenen Namen. Die aktuellen Namenslisten für Atlantik und Pazifik sind dort ebenfalls abrufbar. Die Grundlagen der Benennung, die regulären Listen und den Saisonstand vom 12. Oktober 2026 erklärt Teil 1 auf Windinfo.

Autor der DWD-Originalfassung:
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, 13.10.2026

Quelle und Lizenz: Deutscher Wetterdienst, „Thema des Tages“ vom 13. Oktober 2026. DWD-Text unter CC BY 4.0. Für Windinfo redaktionell gegliedert, sprachlich gestrafft und mit Zwischenüberschriften versehen. Die Angabe zur Saison 2005 wurde anhand der offiziellen NOAA/NHC-Nachanalyse präzisiert: 28 Stürme, davon 27 benannte tropische Stürme und ein unbenannter subtropischer Sturm. Das NASA-Bild wurde aus der NASA-Earth-Observatory-Sammlung übernommen, lokal gespeichert und für die Webdarstellung skaliert; Bildcredit: NASA Earth Observatory / MODIS Rapid Response Team, NASA GSFC.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Hurrikan-Katrina-am-28.-August-2005-scaled.jpg 2560 1984 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-13 12:00:002026-10-13 19:11:41Tropische Wirbelstürme und ihre Benennung – Teil 2
Seite 1 von 239123›»
Search Search

Neueste Beiträge

  • Teils immer noch sehr trockene Böden
  • Wer hatte Recht?
  • Kulinarisches im Herbst
  • Geschichte der Meteorologie − Teil 20: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a)
  • Mission impossible

Kategorien

  • Allgemein (91)
  • Brand News (45)
  • Stories (10)
  • Tipps & Tricks (6)
    • Gesundheit (3)
  • Wetter (2.387)
    • Thema des Tages (2.367)
    • Wetterlexikon (1.410)
      • Klima (1.016)
    • Wind (579)

Archiv

  • Oktober 2026 (24)
  • September 2026 (23)
  • August 2026 (31)
  • Juli 2026 (36)
  • Juni 2026 (31)
  • Mai 2026 (32)
  • April 2026 (29)
  • März 2026 (32)
  • Februar 2026 (28)
  • Januar 2026 (31)
  • Dezember 2025 (31)
  • November 2025 (31)
  • Oktober 2025 (31)
  • September 2025 (30)
  • August 2025 (31)
  • Juli 2025 (31)
  • Juni 2025 (32)
  • Mai 2025 (31)
  • April 2025 (33)
  • März 2025 (36)
  • Februar 2025 (27)
  • Januar 2025 (32)
  • Dezember 2024 (31)
  • November 2024 (30)
  • Oktober 2024 (33)
  • September 2024 (30)
  • August 2024 (31)
  • Juli 2024 (32)
  • Juni 2024 (30)
  • Mai 2024 (30)
  • April 2024 (30)
  • März 2024 (32)
  • Februar 2024 (29)
  • Januar 2024 (31)
  • Dezember 2023 (31)
  • November 2023 (30)
  • Oktober 2023 (31)
  • September 2023 (29)
  • August 2023 (35)
  • Juli 2023 (34)
  • Juni 2023 (35)
  • Mai 2023 (32)
  • April 2023 (30)
  • März 2023 (30)
  • Februar 2023 (28)
  • Januar 2023 (33)
  • Dezember 2022 (30)
  • November 2022 (30)
  • Oktober 2022 (31)
  • September 2022 (30)
  • August 2022 (32)
  • Juli 2022 (31)
  • Juni 2022 (32)
  • Mai 2022 (32)
  • April 2022 (30)
  • März 2022 (32)
  • Februar 2022 (27)
  • Januar 2022 (31)
  • Dezember 2021 (31)
  • November 2021 (30)
  • Oktober 2021 (34)
  • September 2021 (30)
  • August 2021 (30)
  • Juli 2021 (33)
  • Juni 2021 (31)
  • Mai 2021 (30)
  • April 2021 (33)
  • März 2021 (33)
  • Februar 2021 (30)
  • Januar 2021 (38)
  • Dezember 2020 (39)
  • November 2020 (33)
  • Oktober 2020 (38)
  • September 2020 (32)
  • August 2020 (33)
  • Juli 2020 (22)
  • Juni 2020 (22)
  • Mai 2020 (16)
  • April 2020 (13)
  • März 2020 (15)
  • Februar 2020 (15)
  • Januar 2020 (16)
  • Dezember 2019 (9)
  • November 2019 (13)
  • Oktober 2019 (13)
  • September 2019 (16)
  • August 2019 (7)

Schlagwörter

Bodenseeschifferpatent Druckgradienten Eis Frost Gewitter Herbstwetter Hitze Hitzewelle Hochdruck Hochdruckgebiet Hochnebel Hurrikan Kaltfront Klimawandel Luftdruckmuster Meereisrückgang Meteorologie Nebel Niederschlag Regen SBF-Binnen SBF-Binnen unter Segeln SBF-See Schnee Sommer Sommerzeit Sonnenschein Sportboot-Patente Sportbootführerschein Starkregen Sturm Sturmböen Temperatur Thema des Tages Tiedruckgebiet Tiefdruckgebiet Tiefdruckgebiete Trockenheit Wetter Wetterumschwung Wettervorhersage Wind Windscherung Winter Winterwetter
Search Search
© Copyright - Windinfo.eu
  • Link zu Facebook
  • Link zu Youtube
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen