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Geschichte der Meteorologie – Teil 22: Polarforschung und tropisches Afrika im 19. Jahrhundert

30. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Meteorologische Polarforschung erschloss im 19. Jahrhundert neue Messgebiete. Der DWD stellt die Forschenden vor und blickt auf frühe Wetterbeobachtungen von Isabel und Juliana de Urquiola im tropischen Afrika.

Im 19. Jahrhundert wurden meteorologische Daten in vielen gut zugänglichen Gebieten zunehmend regelmäßig erhoben. Aus den schwer erreichbaren Polargebieten und Teilen der Tropen lagen dagegen nur wenige Messungen vor. Dieses Thema des Tages widmet sich Persönlichkeiten, die als Entdecker die meteorologische Welt der Polargebiete zugänglich gemacht haben oder sich intensiv um Austausch dieser Daten bemüht haben. Darüber hinaus wird ein Forscherteam mit wichtigen Beiträgen zur Meteorologie der Tropen des zentralen Afrikas vorgestellt.

John Franklin: Polarlichter und arktische Wetterbeobachtungen

Der britische Polarforscher und Konteradmiral John Franklin (1786−1847) stellte während seiner ersten Arktisreise von 1819 bis 1822 fest, dass „das Auftreten von Polarlichtern nicht bis zum Pol hin zunimmt“. Später wurde die Existenz eines Rings um den Magnetpol, in welchem Polarlichter am häufigsten auftreten, bestätigt. Heute weiß man, dass ein Ring maximaler Häufigkeit auf der Nordhalbkugel je nach Längengrad ungefähr im Breitengradband von 60–70° N liegt. Weiter nördlich nimmt die Häufigkeit von Polarlichtern ab, wie Franklin beobachtet hatte. Während seiner zweiten Arktisexpedition von 1825 bis 1827 erkundete er auf dem Landweg Teile des heutigen westlichen Nordwestterritoriums und führte meteorologische Beobachtungen in Fort Franklin (heute Délı̨nę) am Großen Bärensee (Sahtú) durch. Von seiner dritten und letzten Expedition in die Arktis, die der Erforschung der Nordwestpassage dienen sollte, kehrte niemand zurück.

William Scoresby: Meereis und Schneekristalle

Der britische Seefahrer und Naturforscher William Scoresby (1789−1857) unternahm im frühen 19. Jahrhundert regelmäßig Expeditionen in die nördlichen Gewässer. Angeregt durch den Austausch mit Wissenschaftlern seiner Zeit führte er Beobachtungen zur Meerestemperatur, zu meteorologischen Phänomenen, zur atmosphärischen Lichtbrechung, zur Meereisbedeckung und zu Schneekristallen durch. 1815 legte Scoresby die bis dahin umfassendste Beschreibung des Meereises vor, der Eisformen, seiner Entstehung und der Rolle, die der Salzgehalt des Meerwassers dabei spielt, der Eisbewegung und saisonaler Änderungen. Die Vorstellung, dass es ein offenes Polarmeer gab, war zu seiner Zeit noch weit verbreitet, doch Scoresby wies sie zurück. Stattdessen vermutete er, dass es alle zehn oder zwanzig Jahre zu eisfreien Bedingungen kommen könnte, nachdem er 1817 vor der Ostküste Grönlands zwischen 74° und 80° nördlicher Breite deutlich weniger Eis als üblich angetroffen hatte. Er kartierte zudem die Küste Ostgrönlands.

1820 veröffentlichte er mit dem Werk „An Account of the Arctic Regions“ eine der historisch bedeutendsten wissenschaftlichen Interpretationen und Dokumentationen von Eiskristallen. Scoresby stellte als einer der Ersten eine direkte Verbindung zwischen der äußeren Form eines Eiskristalls und den vorherrschenden Wetterbedingungen (wie Temperatur, Luftdruck und Wind) her. Er interpretierte die Geometrie der Kristalle als „Gradmesser“ für die atmosphärischen Zustände in den Wolken. Er unterteilte die von ihm beobachteten Kristalle in fünf Hauptkategorien (darunter dünne Plättchen, lange Nadeln und komplexe Pyramidenstrukturen). Diese strukturierte Erfassung war ein direkter Vorläufer moderner Klassifikationssysteme. Obwohl er die hexagonale Grundstruktur von Schnee korrekt erkannte, dokumentierte er 1820 erstmals eine seltene dreieckige Kristallform. Diese Interpretation einer dreizähligen Symmetrie bei Eiskristallen erstaunte die Fachwelt, da das Molekülgitter von Eis grundsätzlich hexagonal ist. Moderne Physiker bestätigten später, dass unter bestimmten Wachstumsdynamiken tatsächlich stabile dreieckige Plättchen entstehen.

Scoresby zeichnete die Kristalle unter dem Mikroskop. Um die Schmelze zu verhindern, entwickelte er eine hocheffiziente Methode: Er skizzierte oft nur ein exaktes Segment (ein Sechstel) des Kristalls und rekonstruierte die perfekt symmetrische Gesamtform in seinen Reinzeichnungen. Seine 151 detaillierten Illustrationen galten über Jahrzehnte als die genauesten wissenschaftlichen Abbildungen von Schneekristallen weltweit.

Dumont d’Urville: Forschungsreisen bis in die Antarktis

Der französische Seefahrer, Polarforscher und Marinekommandant Jules Dumont d’Urville (1790−1842) war ein bedeutender Entdecker der Südsee und der Antarktis. Seine erste große Reise unternahm er als Leutnant an Bord des Schiffes „Coquille“ bei einer Weltumsegelung von 1822 bis 1825. Kurz nach der Rückkehr von dieser Reise schlugen er und Kommandant Louis-Isidore Duperrey (1786−1865), ein französischer Seefahrer und Kartograph, dem Minister für Marineangelegenheiten eine weitere Expedition vor. Sie verfolgten ehrgeizige wissenschaftliche Ziele (darunter Untersuchungen zum Erdmagnetismus und zur Meteorologie, hydrographische Vermessungen, Kartographie, Ethnographie, Zoologie und Botanik). Der Vorschlag wurde angenommen, und von 1826 bis 1829 umrundete die „Coquille“, nun umbenannt in „Astrolabe“, unter dem Kommando von Dumont d’Urville erneut den Globus. Diese Expedition lieferte eine Fülle von hydrographischen, navigatorischen, zoologischen, botanischen und meteorologischen Informationen.

Dumont d’Urville sollte noch eine weitere Entdeckungsreise an Bord der „Astrolabe“ leiten (diesmal jedoch in Begleitung eines zweiten Schiffes, der „Zelée“). Die Reise dauerte von 1837 bis 1840 und führte sowohl in die Südsee als auch in die Antarktis. Im Jahr 1840 erreichten seine Schiffe die Nähe des südlichen Magnetpols, unweit eines Abschnitts der antarktischen Küste, den er zu Ehren seiner Frau Adélieland (Terre Adélie), nannte. Dort befindet sich heute die nach ihm benannte Forschungsstation (Dumont-d’Urville-Station).

Karl Ernst von Baer: Klimadaten aus dem russischen Norden

Der russische Mediziner, Anatom, Zoologe und Naturforscher Karl Ernst von Baer (1792−1876), ein Deutsch-Balte aus dem Gouvernement Estland, führte meteorologische und klimatologische Untersuchungen durch und leistete bedeutende Beiträge zum Verständnis des Klimas in den russischen Polarregionen. Sein Interesse an der Arktis zeigte sich bereits während seiner Studienzeit an der Kaiserlichen Universität Dorpat (Tartu) von 1810 bis 1814. Während seines Aufenthalts in Königsberg in den 1820er Jahren konzentrierte er sich auf seine primären biologischen Forschungen, beschäftigte sich aber auch mit Meteorologie und mathematischen Methoden und wurde unter anderem von Alexander von Humboldt (siehe Teil 12 der Serie zur Geschichte der Meteorologie) beeinflusst. Von Humboldt war tatsächlich vom Zaren nach Russland eingeladen worden und unternahm 1829 eine wissenschaftliche Expedition nach Sibirien. Nach seiner Rückkehr nach St. Petersburg schlug er die Schaffung eines russischen Netzwerks von magnetischen und meteorologischen Beobachtungsstationen vor. Von Baer ließ sich von dieser Idee inspirieren und zog 1834 nach Russland, gerade rechtzeitig, um 1835 die Gründung des ersten russischen Beobachtungsnetzes mit neun Stationen mitzuerleben. Anschließend begann er mit der systematischen Sammlung russischer meteorologischer Daten aus verschiedenen anderen Quellen. Er gehörte zudem zu den Ersten, die die Meteorologie als eigenständiges wissenschaftliches Fachgebiet populär machten, und verfasste den ersten russischen Zeitungsartikel, der sich auf populärwissenschaftliche Weise mit der Meteorologie befasste.

Von Baer nutzte die von ihm gesammelten russischen Wetterdaten, um Rückschlüsse auf das Klima zu ziehen. Er brachte das Vorkommen des Permafrosts in Sibirien mit dem russischen Kontinentalklima in Verbindung. Er veröffentlichte eine Reihe von fortlaufenden meteorologischen Beobachtungen, die von 1832 bis 1835 auf Nowaja Semlja durchgeführt worden waren, und berechnete daraus die mittleren Tages-, Monats- und Jahrestemperaturen. Seine Vergleiche dieser Daten mit denen anderer arktischer Regionen ließen ihn zu dem Schluss kommen, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur auf Nowaja Semlja niedriger war als die in Jakutsk, Spitzbergen und den Küstengebieten Grönlands und Labradors. Von Baer konnte sogar feststellen, dass die Durchschnittstemperatur auf der Ostseite von Nowaja Semlja etwa ein Grad kälter war als auf der Westseite. Er führte diesen Unterschied auf die Gebirgskette zurück, die das Gebiet in zwei Hälften teilt und dazu neigt, die kalte Luft im Osten daran zu hindern, weiter nach Westen vorzudringen. Er stellte außerdem fest, dass der März der kälteste Monat auf Nowaja Semlja war, während der August der wärmste war, und brachte die Höchsttemperaturen im August mit dem Einfluss der Karasee und dem jahreszeitlichen Rückgang ihres Meereises in Verbindung. Von Baer war der Erste, der russische meteorologische Daten auf die Landwirtschaft anwandte.

John Biscoe: Winde rund um die Antarktis

Der britische Seefahrer und Entdecker John Biscoe (1794−1843) leitete die dritte Umsegelung der Antarktis, die 1832 abgeschlossen wurde. Nach dieser Reise teilte er dem Hydrographen der Admiralität in London mit, dass es sich bei den von ihm gesichteten Landzungen um die eines Kontinents (Antarktika) handelte. Was das Wetter betraf, mit dem er konfrontiert war, wies er darauf hin, dass künftige Seefahrer damit rechnen sollten, dass die vorherrschenden Winde in den sehr hohen antarktischen Breiten von Osten nach Westen wehen (und nicht in der Richtung von Westen nach Osten, wie es im weiter nördlich gelegenen Breitengradgürtel der „Roaring Forties“ der Fall ist).

Georg von Neumayer: Beobachtungsnetze und internationale Zusammenarbeit

Der aus der bayerischen Pfalz stammende Geophysiker und Polarforscher Georg von Neumayer (1826−1909) kam 1852 nach Australien, wo er von der Bedeutung der Meteorologie überzeugt wurde. Er kehrte 1854 nach Bayern zurück, um die notwendigen Instrumente für die Einrichtung einer Beobachtungsstation in Melbourne zu beschaffen, dem „Flagstaff Observatory for Geophysics, Magnetism and Nautical Science“. Außerdem richtete er eine Reihe von Beobachtungsstationen in ganz Victoria im Süden Australiens ein, vor allem an Leuchttürmen. Am 1. März 1858 begann am Flagstaff-Observatorium ein regelmäßiges Programm meteorologischer und nautischer Beobachtungen, und wenige Wochen später fügte von Neumayer regelmäßige Beobachtungen der atmosphärischen Elektrizität und der Veränderungen der magnetischen Elemente hinzu. 1860 veröffentlichte er seine „Ergebnisse der magnetischen, nautischen und meteorologischen Beobachtungen von März 1858 bis Februar 1859“, und 1864 erschienen seine „Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen 1859–1862 und der nautischen Beobachtungen 1858–1862“. Diese resultierten auch aus Forschungsexpeditionen und Vermessungen im Inneren des australischen Kontinents, an denen von Neumayer teilnahm. Dabei bestieg er auch den höchsten australischen Berg auf dem kontinentalen Festland, Mount Kosciuszko. Er kehrte 1864 nach Deutschland zurück. Im Jahr 1867 veröffentlichte er seine „Erörterung der am Flagstaff-Observatorium durchgeführten meteorologischen und magnetischen Beobachtungen“.

In den 1870er Jahren lernte von Neumayer den aus dem Großherzogtum Hessen stammenden Marineoffizier und Polarforscher Carl Weyprecht (1838−1881), der 1873 als Mitleiter einer Expedition die Inselgruppe Franz-Josef-Land entdeckte, kennen und ließ sich von dessen Idee inspirieren, dass Polarforschung eher von der Wissenschaft als vom Nationalismus geleitet werden sollte. 1879 legten die beiden Männer dem 2. Internationalen Meteorologischen Kongress in Rom einen Vorschlag für ein internationales Polarforschungsprogramm vor, in dessen Rahmen an einer Reihe von Spezialstationen in der Arktis und Antarktis regelmäßig gleichzeitige meteorologische und magnetische Beobachtungen durchgeführt werden sollten. In der Folge wurde noch im selben Jahr die Internationale Polarkommission gegründet, deren Aufgabe es war, einen detaillierten Forschungsplan auszuarbeiten. Von Neumayer und Weyprecht gehörten zu den maßgeblichen Initiatoren dieser internationalen Zusammenarbeit.

Auf ihrer dritten Sitzung in Sankt Petersburg, im Jahr 1881, legten von Neumayer und Heinrich von Wild (1833−1902), Schweizer Meteorologe und Physiker sowie Nachfolger von Weyprecht, das internationale Programm für meteorologische und magnetische Beobachtungen in den Polarregionen fest, die im Zeitraum vom 1. August 1882 bis zum 31. August 1883 durchgeführt werden sollten. Dieses Programm wurde als das Erste Internationale Polarjahr bekannt.

Von Neumayer war von 1875 bis 1903 Direktor der Deutschen Seewarte in Hamburg. Er entwickelte in dieser Zeit eine neue Methode zur Erkundung der Meeresströmungen. Tausende gut verschlossener Flaschen wurden ins Meer geworfen und gingen als Flaschenpost auf Reisen. Die Finder wurden in einer detaillierten Anleitung gebeten, den Fundort an die Deutsche Seewarte zu melden. Nach ihm ist die deutsche Forschungsstation in der Antarktis benannt (derzeit Neumayer-Station III).

Julius von Payer: Messungen auf Polarexpeditionen

Der aus Böhmen stammende österreichische Offizier, Polarforscher und Kartograph Julius von Payer (1841−1915) nahm 1869/1870 an der zweiten deutschen Nordpolarexpedition in die Ostgrönlandsee sowie 1871 gemeinsam mit Weyprecht (siehe oben) an der vorbereitenden österreichisch-ungarischen Expedition nach Nowaja Semlja teil. Anschließend war er von 1872 bis 1874 gemeinsam mit Weyprecht als Leiter der österreichisch-ungarischen Nordpol-Expedition tätig, in deren Verlauf die Inselgruppe Franz-Josef-Land entdeckt wurde. Während dieser Expeditionen wurden magnetische Messungen und Beobachtungen von Polarlichtern durchgeführt. Zudem wurden Lufttemperaturmessungen vorgenommen und im Winter das Wachstum des Meereises untersucht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition von 1869/1870 wurden 1874 in Leipzig veröffentlicht. 1876 publizierte von Payer das Werk „Die österreichisch-ungarische Nordpol-Expedition in den Jahren 1872–1874“. Dieses Buch behandelt die österreichisch-ungarische Expedition von 1872 bis 1874.

Adolphus Greely: Wetterbeobachtungen in Fort Conger

Der US-amerikanische Polarforscher und Offizier Adolphus Greely (1844−1935) leitete die Lady-Franklin-Bay-Expedition, die Teil des US-amerikanischen Beitrags zum Ersten Internationalen Polarjahr war. Die Expedition erreichte im August 1881 Discovery Harbour an der Nordostküste von Ellesmere Island. Das dort errichtete Lager wurde als Fort Conger bekannt. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren wurde ein wissenschaftliches Programm mit regelmäßigen meteorologischen und magnetischen Beobachtungen und solchen zu Polarlichtern durchgeführt. Die meteorologischen Beobachtungen umfassten stündliche Aufzeichnungen von Luftdruck, Lufttemperatur und Taupunkt, Windgeschwindigkeit und -richtung, Art, Ausmaß und Bewegung der Wolken, Wetterlage sowie Polarlichter (sofern vorhanden).

Der Wetterschirm (1,2 m im Quadrat und 2,1 m hoch) stand etwa 40 m nordöstlich der Hütte; Anemometer und Windfahne waren auf dem Dach der Hütte angebracht, und das Barometer befand sich im Inneren der Hütte. Die Meerwassertemperatur wurde am 1., 11. und 21. jedes Monats gemessen, und gleichzeitig wurde die Eisdicke erfasst. Die Aurora wurde im Durchschnitt etwa zweimal pro Woche beobachtet, war jedoch selten so hell oder farbenprächtig wie weiter südlich.

Im August 1883 war die Expedition gezwungen, auf eigene Faust nach Süden aufzubrechen, da keine Versorgungsschiffe eingetroffen waren. Sie erreichten Pim Island in der Nähe von Cape Sabine an der Ostküste von Ellesmere Island, wo sie einen verheerenden Winter verbrachten. Die Expedition endete in einer Katastrophe: Von den 25 Teilnehmern überlebten letztlich nur sechs, darunter Greely. Die Rettung erreichte die Überlebenden im Juni 1884. Alle wissenschaftlichen Aufzeichnungen der Expedition konnten gesichert werden.

Robert Peary: Meteorologie auf Grönland

Der US-amerikanische Ingenieur und Polarforscher Robert Edwin Peary (1856−1920) erlangte als Entdecker der Nordpolregion Berühmtheit. 1886 führte er eine erste Erkundungsreise nach Grönland durch. In den 1890er Jahren unternahm er zwei weitere Reisen nach Grönland, kartographierte die Nordküste, deren Region namens „Peary Land“ später nach ihm benannt wurde, und sammelte Daten zu den meteorologischen Verhältnissen und Meeresströmungen des Arktischen Ozeans im nördlichen Grönlandgebiet. Er leistete zudem einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung der arktischen Regionen in den Bereichen Hydrographie, Geologie, Geographie, Kartographie, Botanik und Zoologie. Außerdem beschäftigte er sich mit der Ethnographie der Inuit-Völker. Während einer seiner Grönland-Expeditionen stellte Peary fest: „Wenn wir bergauf mit dem Schlitten fahren, treffen wir Tag und Nacht auf einen Gegenwind mäßiger Stärke.“ Diese abwärts strömenden Winde werden heute als katabatische Winde bezeichnet. Solche Fallwinde sind charakteristisch für die Hänge der großen Eisschilde Grönlands und der Antarktis.

Später richtete Peary sein Augenmerk auf den Nordpol, den er auf seiner dritten Nordpol-Expeditionsreise nach eigenen Angaben im April 1909 endlich erreicht haben wollte. Es gibt jedoch einige Kontroversen darüber, ob er den Pol tatsächlich erreicht hat oder nicht. Nichtsdestotrotz stellen seine Leistungen in Grönland, einschließlich der von seinen Expeditionen durchgeführten meteorologischen Arbeiten, für sich genommen ein bedeutendes wissenschaftliches und polarforschungsbezogenes Vermächtnis dar.

Wetterbeobachtungen im tropischen Afrika

Nicht nur von den Polargebieten Arktis und Antarktis lagen im 19. Jahrhundert nur wenige meteorologische Daten vor. Auch aus schwer zugänglichen tropischen Regionen gab es zu dieser Zeit nicht viele meteorologische Beobachtungen, besonders im Hinblick auf das abseits der Küsten gelegene Landesinnere des zentralen Afrikas.

Der spanische Afrikaforscher und Entdecker Manuel Iradier oder Manuel Iradier y Bulfy (1854−1911) aus dem Baskenland interessierte sich schon in seiner Jugend für die Naturwissenschaften und Geographie. Bereits im Alter von 14 Jahren gründete er eine Vereinigung zur Erkundung des zentralen Afrikas, von dem in Europa seinerzeit nur die Küstenabschnitte bekannt waren. Er unternahm von 1874 bis 1877 eine Reise nach Spanisch-Äquatorialafrika, auf der er die Geographie, Meteorologie, Geologie, Botanik und Ethnographie der spanischen Kolonie (heute Äquatorialguinea) erforschte. Seine Frau Isabel de Urquiola (1854−1911) und deren Schwester Juliana de Urquiola (1856−1880), beide spanische Entdeckerinnen aus dem Baskenland, begleiteten ihn auf dieser Reise. Dass sich Frauen wissenschaftlichen Expeditionen anschlossen, war zu dieser Zeit sehr unüblich.

Im Mai 1875 erreichten sie die Insel Elobey Chico im Golf von Guinea (heute zu Äquatorialguinea), wo sie im Haus des Gouverneurs die Expeditionsbasis und eine Wetterstation einrichteten. Sie planten, Beobachtungen zum Wetter und Klima der Region durchzuführen, die für die spanische Regierung von Nutzen sein könnten. Die Wetterstation war unter anderem mit Thermometern, einem Verdunstungsglas, einem Photometer, einem Taukollektor, einem Saussure-Hygrometer, einem Pluviometer und einem Anemometer ausgestattet (die letzten drei hatte Iradier selbst gebaut). Das Barometer war leider während der Hinreise zerstört worden. Iradier und die Schwestern de Urquiola begannen ihr meteorologisches Beobachtungsprogramm am 1. Juni 1875. Es umfasste regelmäßige Messungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Windrichtung sowie Wolkentyp (achtmal täglich für die Winde, viermal täglich für die anderen Variablen). Darüber hinaus wurden die Beginn- und Endzeiten der Tagesniederschläge aufgezeichnet.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1875 war Iradier häufig unterwegs und erkundete das afrikanische Festland jeweils bis zu drei Monate lang. Während seiner Abwesenheiten führten Isabel und Juliana de Urquiola alle Wetterbeobachtungen durch. Damit dokumentiert die Expedition ein frühes umfangreiches Programm regelmäßiger Wetterbeobachtungen, das zu einem großen Teil von Frauen durchgeführt wurde. Ihre Aufzeichnungen gehören zu den frühen systematischen meteorologischen Beobachtungen aus dieser Region. Aus ihren Aufzeichnungen geht hervor, dass der November und der Dezember 1875 heißer und regenreicher waren als die heutigen dortigen klimatologischen Durchschnittswerte.

In den Veröffentlichungen, die auf seinen Expeditionen basieren, widmete Iradier mehr als 100 Seiten den Tabellen mit den meteorologischen Beobachtungen von der Insel Elobey Chico sowie persönlichen Schilderungen des Wetters. 1884 brach Iradier zu einer neuen Expedition in die Gegend auf, wo er sich in den Jahren 1874 bis 1877 bereits aufgehalten hatte. Noch im selben Jahr musste er krankheitsbedingt nach Spanien zurückkehren. Nach 1884 versuchte er, einige Erfindungen wie beispielsweise einen automatischen Wasserzähler und ein typographisches Druckverfahren in die Praxis umzusetzen.

Die Serie wird fortgesetzt

Die Serie Geschichte der Meteorologie wird fortgesetzt. Der nächste Teil wird weitere Persönlichkeiten vorstellen, die die Meteorologie im 19. Jahrhundert als Wissenschaft vorangetrieben haben.

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 30.10.2026. Text: Dipl.-Met. Markus Eifried, Deutscher Wetterdienst, Lizenz CC BY 4.0. Redaktionelle Bearbeitung durch WINDINFO: Einleitung, Zwischenüberschriften und Absatzgliederung ergänzt; Orthografie berichtigt; die Bezeichnung der Deutschen Seewarte sowie die Zuordnung von Payers Buch zur Expedition 1872–1874 korrigiert; Aussagen zu Biscoes Umsegelung, Greelys Überlebenden, Meereis und katabatischen Winden präzisiert. Nicht ausreichend belegte Einzelangaben zur Leitung der Polarkommission, zum „Antarktisjahr 1901“, zu Pearys genauem Ankunftstag und zu weltweiten beziehungsweise regionalen Erstleistungen wurden verallgemeinert oder weggelassen. Die fremden Abbildungen der Originalquelle wurden nicht übernommen. Beitrags- und Vorschaubild: vorhandenes Logo des Deutschen Wetterdienstes, Quelle: DWD.

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Wo bewegt sich der Herbst 2026?

29. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wie mild ist der Herbst 2026 bisher, und wann tritt der erste Nachtfrost auf? Der DWD vergleicht die aktuelle Entwicklung mit früheren Jahren und zeigt regionale Unterschiede beim Frostbeginn.

Vorläufige Bilanz und Wetterausblick nach dem DWD-Stand vom 29. Oktober 2026.

Bisher milder bis sehr milder Herbst

Der Herbst zeigte sich in diesem Jahr bisher von seiner milden Seite. Betrachtet man den Zeitraum vom 1. September bis zum 29. Oktober 2026, ergibt sich nach Angaben des DWD für das Flächenmittel über ganz Deutschland derzeit eine Abweichung vom vieljährigen Mittelwert von rund +2,1 K im Vergleich zu 1961–1990 beziehungsweise +1,7 K im Vergleich zu 1991–2020. Nach der vorläufigen DWD-Einordnung zählt der bisherige Herbst damit zu den zehn wärmsten entsprechenden Herbstperioden seit Beginn der Aufzeichnungen. Der meteorologische Herbst endet erst am 30. November; eine abschließende Saisonbilanz ist dies noch nicht.

Im Oktober 2012 bereits regional tiefwinterlich

Entsprechend gab es in Deutschland bisher auch kaum winterliche Wettererscheinungen. Schnee wurde bislang allenfalls in höheren Lagen der Mittelgebirge, beispielsweise auf dem Brocken, oder in den Alpen registriert. In anderen Jahren sah das schon ganz anders aus. So lag beispielsweise am Morgen des 28. Oktober 2012 bis ins Vorland von Erzgebirge, Thüringer Wald und Alpen eine Schneedecke. Zudem gab es landesweit leichte bis mäßige Nachtfröste. Auf dem Fichtelberg lagen bereits 36 cm, in Neuhaus am Rennweg 23 cm Schnee. Selbst in München (8 cm) und am Flughafen Erfurt/Weimar (5 cm) gab es eine geschlossene Schneedecke.

Schneehöhen in Deutschland am Morgen des 28. Oktober 2012 in Zentimetern.
Schneehöhen in Deutschland am Morgen des 28. Oktober 2012 in Zentimetern. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Am 29. Oktober 2026 ist Deutschland dagegen bis in die höheren Berglagen hinein schneefrei. Man muss schon auf die Zugspitze wandern oder fahren, um einen Hauch von Winter zu erleben. Ähnlich sieht es bei den Temperaturen aus. In vielen Regionen gab es bislang noch keinen Nachtfrost. Im Süden und Osten hat es zumindest regional für wenige Frosttage gereicht.

2003 als Extrembeispiel für eine frühe Kaltphase

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass in manchen Jahren frostempfindliche Pflanzen wie die Kapuzinerkresse zu diesem Zeitpunkt längst aus den Gärten verschwunden waren. Ein Beispiel ist das Jahr 2003 mit einem der kältesten Oktobermonate seit Beginn der Aufzeichnungen. Damals war es nahezu überall in Deutschland in mindestens einer Nacht frostig. Oft wurden sogar 10 bis 15 Frostnächte registriert. Auf dem Fichtelberg waren es 24, in Neuhaus am Rennweg 18 Frostnächte. In München und Erfurt kam man auf 9 beziehungsweise 11 Nächte. An zahlreichen der dargestellten Stationen, besonders im Norden und Osten Deutschlands, weist die DWD-Auswertung für Oktober 2003 die höchste Zahl an Oktoberfrosttagen aus. Die Aussage bezieht sich auf den Oktober, nicht auf die Frosttage des gesamten Jahres.

Ganz anders zeigte sich der Oktober 2022 mit einer Abweichung nach oben von 3,5 K im Vergleich zu 1961–1990 beziehungsweise 3,1 K im Vergleich zu 1991–2020.

Temperaturmittel und Abweichungen im Oktober 2003 und 2022 sowie Jahre mit den meisten Oktoberfrosttagen an ausgewählten Stationen.
Temperaturmittel und Abweichungen im Oktober 2003 und 2022 sowie Jahre mit den meisten Oktoberfrosttagen an ausgewählten Stationen. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Wann tritt der erste Nachtfrost der Wintersaison auf?

Ein Blick auf die Langzeitstatistik zeigt, dass sich der Zeitpunkt des ersten Frostes in einigen Regionen immer weiter nach hinten verschiebt. Betrachtet man beispielsweise Frankfurt am Main, trat der erste Nachtfrost im Mittel der Jahre 1961–1990 bereits am 20. Oktober auf. Im Zeitraum 1991–2020 war es dagegen erst der 1. November. Betrachtet man nur die letzten 15 Jahre, fällt der mittlere Termin nach der DWD-Auswertung auf den 5. November. Den bisher spätesten ersten Frost gab es am 26. November 2022. Am frühesten war das Jahr 1979 mit dem 16. September dran. Im vergangenen Jahr 2025 trat der erste Nachtfrost am 17. November auf.

Erster Nachtfrost der Wintersaison am Flughafen Frankfurt am Main von 1950 bis 2025.
Erster Nachtfrost der Wintersaison am Flughafen Frankfurt am Main von 1950 bis 2025. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Dieser Trend lässt sich allerdings nicht auf alle Regionen Deutschlands übertragen, wie der Blick auf einige andere Wetterstationen zeigt. In Essen und Oberstdorf lässt sich in der dargestellten Auswertung kein eindeutiger Trend ausmachen. Bei den Mittelwerten lag der Zeitraum 1991–2020 sogar etwas früher. Die Verschiebung nach hinten ist in den gezeigten Beispielen Frankfurt und München deutlich erkennbar.

Erster Nachtfrost von 1950 bis 2025 in Hamburg-Fuhlsbüttel, Essen-Bredeney, München-Stadt und Oberstdorf.
Erster Nachtfrost von 1950 bis 2025 in Hamburg-Fuhlsbüttel, Essen-Bredeney, München-Stadt und Oberstdorf. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.
Tabelle der frühesten und spätesten ersten Frosttermine von 1950 bis 2025 an sieben deutschen Wetterstationen.
Tabelle der frühesten und spätesten ersten Frosttermine von 1950 bis 2025 an sieben deutschen Wetterstationen. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Wie geht es weiter mit dem Herbst 2026?

Nach der DWD-Prognose vom 29. Oktober gestaltet sich das Wetter unter Hochdruckeinfluss in den kommenden Tagen ruhig. In einigen Regionen bleibt es ganztägig neblig-trüb. Frostige Nächte sind am ehesten im Alpenvorland oder im höheren Bergland zu erwarten. In den Hochlagen der südöstlichen Mittelgebirge und der Alpen ist für das kommende Wochenende sogar etwas Schnee vorhergesagt.

Für große Teile des Landes sind ein Wintereinbruch und frostige Nächte vorerst aber weiterhin nicht in Sicht. So wird auch der Flughafen Frankfurt zunächst weiter auf seinen ersten Frost des Winterhalbjahres 2026/27 warten müssen.

DWD-Vorhersage der Höchst- und Tiefsttemperaturen zum Monatswechsel Oktober und November 2026, Stand 29. Oktober 2026.
DWD-Vorhersage der Höchst- und Tiefsttemperaturen zum Monatswechsel Oktober und November 2026, Stand 29. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0. Hinweis: In der unverändert übernommenen Originalgrafik sind zwei Minimumkarten mit dem 2. November beschriftet. Eine eindeutige Tageszuordnung dieser beiden Felder ist deshalb nicht möglich.

Dipl.-Met. Marcus Beyer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 29.10.2026. Text und verwendete Grafiken: Deutscher Wetterdienst, Lizenz CC BY 4.0. Redaktionelle Bearbeitung durch WINDINFO: Einleitung und Zwischenüberschriften angepasst, vorläufigen Zeitraum der Herbstbilanz verdeutlicht, die Aussage zu 2003 auf Oktoberfrosttage begrenzt, regionale Trendaussage auf die dargestellten Stationsbeispiele bezogen sowie Orthografie und Bildunterschriften präzisiert. Grafiken lokal übernommen und responsiv dargestellt. Das fremde Foto von Christopher Roth wurde nicht übernommen. Die abweichende Datumsbeschriftung der Prognosegrafik ist an der Abbildung erläutert.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-29.10.2026-Oktober-2003-und-2022-im-Vergleich.png 533 1397 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-29 12:00:002026-10-29 19:11:05Wo bewegt sich der Herbst 2026?

Von der Feder zur digitalen Analyse – Die Wetterkarte Teil 1

28. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am 16. Februar 1876 erschien an der Deutschen Seewarte in Hamburg die erste täglich herausgegebene Wetterkarte Deutschlands. Ein Blick auf die historische Karte macht deutlich, wie überschaubar das Beobachtungsnetz damals noch war. Die Wetterdaten wurden bereits per Telegraf übermittelt; eine technische Revolution, die es überhaupt erst ermöglichte, Beobachtungen aus verschiedenen Regionen zeitnah zusammenzuführen. Doch schnell bedeutete nicht automatisch sofort. Die eingehenden Daten mussten zunächst gesammelt und anschließend von Hand in die Karte eingetragen werden. Bis eine vollständige Wetterübersicht vorlag, verging daher einige Zeit.

Erste tägliche Wetterkarte der Deutschen Seewarte vom 16. Februar 1876
Erste tägliche Wetterkarte der Deutschen Seewarte vom 16. Februar 1876. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Die Karte zeigte bereits Isobaren, also Linien gleichen Luftdrucks. Sie waren in Abständen von fünf Einheiten eingezeichnet. Anders als heute wurde der Luftdruck damals häufig in Millimetern Quecksilbersäule angegeben. Die nahezu gleich große Druckeinheit Torr geht auf den italienischen Physiker Evangelista Torricelli zurück, der wichtige Grundlagen für die Entwicklung des Barometers schuf. Ein Standardluftdruck von 760 Millimetern Quecksilbersäule entspricht ungefähr 1013,25 Hektopascal.

Eine zweite Karte ergänzte das Bild des Wettergeschehens. Darauf fanden sich Isothermen, also Linien gleicher Temperatur, die 24-stündigen Niederschlagsmengen der Messstationen sowie Angaben zur Höhe des Seegangs. Letztere stammten von Schiffen, die auf Nord- und Ostsee unterwegs waren. Schon damals ging es also nicht nur darum, das Wetter an Land abzubilden, sondern auch die Bedingungen auf See möglichst umfassend zu erfassen.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Netz der Wetterstationen, und auch die Zahl der täglich erstellten Wetterkarten nahm zu. Neben der Deutschen Seewarte fertigten weitere Einrichtungen regelmäßige Wetteranalysen an. Je dichter das Beobachtungsnetz wurde, desto genauer ließ sich das großräumige Wettergeschehen erfassen. Die Isothermen verschwanden irgendwann auf den Karten. Für die Analyse der bodennahen Wetterlage erwies sich ihre Darstellung als weniger hilfreich.

Auf eine Kaltfront in der Wetterkarte musste man aber noch lange warten. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte die Bergen-Schule um Vilhelm Bjerknes das Norwegische Zyklonenmodell. Eine zentrale Grundlage war das von seinem Sohn Jacob Bjerknes 1918 vorgestellte und 1919 veröffentlichte Modell wandernder Tiefdruckgebiete. Halvor Solberg und Tor Bergeron trugen zur Weiterentwicklung bei. Bis Frontsymbole auch in deutschen Wetterkarten auftauchten, dauerte es noch bis in die 1930er-Jahre.

Der Zweite Weltkrieg brachte erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Immer mehr Wetterstationen stellten ihre Datenübermittlung nach Deutschland ein. Damit gingen wichtige Beobachtungen verloren. Fehlende Messwerte erschwerten sowohl die synoptische Analyse, also die räumliche Zusammenschau der Wetterbeobachtungen, als auch die darauf aufbauende Wettervorhersage.

Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes vom 11. November 1952
Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes vom 11. November 1952. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Am 11. November 1952 wurde der Deutsche Wetterdienst (DWD) gegründet. Die Wetterkarte dieses Tages war wieder mit zahlreichen Stationsmeldungen gefüllt. Gegenüber den frühen Karten hatte sich die Darstellung deutlich weiterentwickelt. Neben den Messwerten waren nun auch Wetterfronten eingezeichnet.

Wer heute auf diese Karte schaut, erkennt allerdings, dass die Frontanalyse damals noch anders aussah als in modernen Wetterkarten. So wurde beispielsweise unterschieden, ob eine Kaltfront nur in höheren Luftschichten erkennbar war oder sich durch mehrere Schichten der Atmosphäre erstreckte. Auch Niederschlagsgebiete wurden eigens markiert.

Irgendwann erfolgte dann die Umstellung auf farbige Analyse. Tiefs und Warmfronten wurden in rot eingezeichnet, Hochs und Kaltfronten in blau. Zusätzlich wurden teilweise die Beobachtungen von Regen noch in grün markiert, bei Nebel wurde die Station gelb eingefärbt. Eine Beispielkarte wurde per Hand für Montag, 26.10.2026, 09 UTC erstellt.

Von Hand gezeichnete Bodenwetterkarte Mitteleuropas vom 26. Oktober 2026, 09 UTC
Von Hand gezeichnete Bodenwetterkarte Mitteleuropas vom 26. Oktober 2026, 09 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Am 18. Februar 2015, also 139 Jahre nach der ersten Veröffentlichung der täglichen Wetterkarte, wurde beim DWD die letzte regulär komplett per Hand mit Stift auf Papier gezeichnete Karte herausgegeben. Danach folgte die Ära der rein digital erzeugten Wetteranalyse.

Heute wird die Bodenwetterkarte viermal täglich analysiert: zu den Terminen 00, 06, 12 und 18 UTC. Die Messdaten stammen aus einem weit über Deutschland hinausreichenden Beobachtungsnetz, dessen Stationen über große Teile der Nordhalbkugel verteilt sind. Ihre Übermittlung dauert häufig nur wenige Minuten. Was früher eine aufwendige logistische und zeichnerische Arbeit war, ist heute dank moderner Kommunikationswege und digitaler Systeme erheblich schneller möglich.

Doch wer glaubt, dass die Wetterkarte inzwischen ganz von allein entsteht, irrt sich. Zwar liefern numerische Wettermodelle bereits berechnete Druckfelder und damit eine wichtige Grundlage für die Analyse. Diese Felder werden jedoch nicht einfach unverändert übernommen. Die Isobaren müssen überprüft und an die tatsächlich beobachtete Wetterlage angepasst werden. Auch Fronten und Konvergenzlinien werden von erfahrenen Meteorologinnen und Meteorologen analysiert und von Hand eingezeichnet.

Digitale Bodenwetterkarte des DWD vom 27. Oktober 2026, 00 UTC
Digitale Bodenwetterkarte des DWD vom 27. Oktober 2026, 00 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Von der ersten täglich veröffentlichten Wetterkarte im Jahr 1876 bis zur heutigen digitalen Analyse hat sich in der Meteorologie Vieles verändert. Daten erreichen die Meteorologen heute in wenigen Minuten, numerische Modelle liefern eine ungeahnte Fülle an Informationen und digitale Werkzeuge erleichtern die tägliche Arbeit erheblich. Eines ist jedoch geblieben: Eine gute Wetterkarte ist mehr als eine Sammlung von Messwerten und Linien. Sie ist das Ergebnis sorgfältiger Beobachtung, wissenschaftlicher Analyse und meteorologischer Erfahrung. Die Werkzeuge haben sich verändert; die Kunst, aus vielen einzelnen Informationen ein schlüssiges Bild des Wetters zu formen, ist geblieben.

M.Sc. Meteorologin Sonja Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 28.10.2026. Text und Abbildungen: Deutscher Wetterdienst, Lizenz CC BY 4.0. Redaktionelle Bearbeitung durch WINDINFO: Jahreszahl 1867 in der Einleitung auf 1876 berichtigt; Zuordnung des Zyklonenmodells und Druckeinheiten präzisiert; Ende der regulären Handzeichnung von der Beispielkarte 2026 abgegrenzt; Orthografie und Formatierung angepasst. DWD-Grafiken lokal übernommen, teilweise automatisch skaliert und responsiv dargestellt.

Ergänzende Fachquelle: Universität Bergen – Geschichte der Meteorologie und Bergen-Schule.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-28.10.2026-–-Erste-taegliche-Wetterkarte-der-Deutschen-Seewarte-vom-16.-Februar-1876.png 1042 1912 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-28 12:00:002026-10-28 12:11:03Von der Feder zur digitalen Analyse – Die Wetterkarte Teil 1

Herbstwetter mit zwei Gesichtern

26. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach einem Wochenende mit Sturm, Dauerregen und der ersten Sturmflut des Herbstes beruhigt sich das Wetter allmählich. Auf einen kurzen Gruß des goldenen Oktobers folgen mit Hoch „Jurij“ ruhigere, aber vielerorts neblige und trübe Herbsttage.

Rückblick und Wetterprognose nach dem DWD-Stand vom 26. Oktober 2026.

Luise und Manja bringen Sturm und Dauerregen

Was war das für ein stürmisches Wochenende! Da machte der Herbst seinem Namen alle Ehre. Bereits am Freitag, dem 23. Oktober 2026, zog das Sturmtief „Luise“ (international „Austen“ genannt) vom Ärmelkanal in Richtung Niederlande und erreichte am Samstagmorgen das Seegebiet bei Helgoland. Dabei fiel gebietsweise schauerartiger Regen. Vor allem im Westen Deutschlands frischte der Wind kräftig auf. In besonders kräftigen Schauern wurden sogar schwere Sturmböen registriert. An der Wetterstation Trier-Petrisberg erreichte eine Böe am Freitag um 17 Uhr 102 km/h (Windstärke 10).

Zum Sonntag, 25. Oktober, folgte das Sturmtief „Manja“ (international „Boelo“ genannt) und sorgte erneut für stürmisches Wetter. Die Station Büsum registrierte am Sonntagnachmittag um 16 Uhr eine Orkanböe mit 125 km/h (Windstärke 12). Auch andernorts kam es im Zuge der Tiefpassage verbreitet zu stürmischen Böen oder Sturmböen. Doch nicht nur der Wind hatte es in sich. Insbesondere in Staulagen der Mittelgebirge sowie im Allgäu kamen erhebliche Regenmengen zusammen. Entsprechend musste vor markantem, örtlich sogar unwetterartigem Dauerregen gewarnt werden. Innerhalb von 72 Stunden fielen von der Eifel über das Saarland bis zum Schwarzwald lokal mehr als 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Station Weiskirchen im Saarland registrierte insgesamt 94 Liter pro Quadratmeter, davon allein 72 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 14 Stunden.

Radarbasierte Niederschlagssummen über 72 Stunden bis 26. Oktober 2026, 08 Uhr, mit Schwerpunkten im Saarland und Nordschwarzwald.
Radarbasierte 72-Stunden-Niederschlagssummen in Deutschland bis Montag, 26. Oktober 2026, 08 Uhr. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Sturmschäden und die erste Sturmflut des Herbstes

Die Folgen des stürmischen und nassen Wetters waren vielerorts zu spüren. Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Schiffe in Seenot waren wiederholt Thema in den Medien. Nach dem DWD-Bericht waren in Freiburg und Region am Sonntag rund 10.000 Haushalte stundenlang ohne Strom. Auch im Bahnverkehr kam es teilweise zu erheblichen Einschränkungen. Die Feuerwehren waren vielerorts im Dauereinsatz.

Besonders glimpflich ging laut DWD ein Vorfall im Ruhrgebiet aus. In der Nacht zum Samstag durchbohrte ein herabstürzender Ast die Windschutzscheibe eines Autos und blieb im Armaturenbrett stecken. Die 18-jährige Fahrerin blieb glücklicherweise unverletzt.

Neben Sturm und Regen brachte „Manja“ nach Angaben des DWD auch die erste Sturmflut dieses Herbstes. Unter anderem in Cuxhaven, Wilhelmshaven und Hamburg kam es zu Überschwemmungen. Dabei wurden einige Menschen von den Wassermassen überrascht. Autos mussten abgeschleppt werden, andere blieben im Wasser stecken. In einzelnen Fällen retteten sich die Insassen auf die Dächer ihrer Fahrzeuge, von wo aus sie von Feuerwehr und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sicherheit gebracht werden konnten.

DWD-Vorhersagekarte des Bodendrucks und der Luftmassengrenzen für den 26. Oktober 2026, 12 UTC, über Europa und dem Nordostatlantik.
Bodendruck und Luftmassengrenzen für Montag, 26. Oktober 2026, 12 UTC, auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 25. Oktober 2026, 00 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Zwischenhoch Idris und ein kurzer goldener Oktober

Nach dem stürmischen Wochenende beruhigt sich das Wetter am Montag, 26. Oktober, vorübergehend unter Einfluss eines Zwischenhochs namens „Idris“. Für Montagmittag rechnete der DWD an der Nordsee noch mit einer weiteren Sturmflut, da aufgrund der vorherrschenden Strömung weiterhin Wasser in die Deutsche Bucht gedrückt wird.

DWD-Vorhersagekarte des Bodendrucks und der Luftmassengrenzen für den 27. Oktober 2026, 12 UTC, über Europa und dem Nordostatlantik.
Bodendruck und Luftmassengrenzen für Dienstag, 27. Oktober 2026, 12 UTC, auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 26. Oktober 2026, 00 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Bereits in der Nacht zum Dienstag, 27. Oktober, greift dann die Warmfront von „Naomi“ auf Deutschland über, bringt aber lediglich der Nordwesthälfte noch etwas Regen. Am Dienstag gelangt Deutschland in den Warmsektor des Tiefs. Dann kann sich die Sonne zeitweise zeigen, und die Temperaturen steigen auf bis zu 21 Grad. Damit kehrt der goldene Oktober für einen kurzen Moment zurück.

DWD-Vorhersagekarte des Bodendrucks und der Luftmassengrenzen für den 28. Oktober 2026, 12 UTC, über Europa und dem Nordostatlantik.
Bodendruck und Luftmassengrenzen für Mittwoch, 28. Oktober 2026, 12 UTC, auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 26. Oktober 2026, 00 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Hoch Jurij bringt ruhiges, häufig trübes Herbstwetter

In der Nacht zum Mittwoch, 28. Oktober, zieht die Kaltfront von „Naomi“ über Deutschland hinweg. Sie bringt erneut etwas Regen; im Vergleich zu den vorherigen Sturmtiefpassagen ist das Tief aber deutlich schwächer ausgeprägt. Im Laufe der Woche gewinnt dann Hoch „Jurij“ zunehmend an Einfluss und es stellt sich meist ruhigeres Herbstwetter ein. Allerdings bedeutet Hochdruckeinfluss im Herbst nicht zwangsläufig Sonnenschein: Vor allem in der Südwesthälfte können sich Nebel und Hochnebel hartnäckig halten und sich teilweise erst im Laufe des Tages auflösen. Im Norden und Osten bleibt es dagegen stärker bewölkt, örtlich kann weiterhin etwas Regen fallen. Nach dem stürmischen Auftakt zeigt sich der Herbst damit von seiner anderen Seite: Auf einen kurzen goldenen Zwischenakt folgen ruhige, aber vielerorts graue und neblige Tage.

M.Sc. Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 26.10.2026. Text und DWD-Grafiken unter CC BY 4.0. Text redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben konkretisiert, Niederschlagseinheiten vervollständigt und die Ortsangabe Weiskirchen zu „im Saarland“ präzisiert. Die vier DWD-Grafiken wurden unverändert lokal übernommen und werden responsiv dargestellt. Die Wetterprognose gibt den Stand des Originalbeitrags wieder.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-Herbstwetter-26-Oktober-2026-Niederschlag.png 480 854 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-26 12:00:002026-10-26 19:10:11Herbstwetter mit zwei Gesichtern

Geschichte der Meteorologie – Teil 21: Meteorologie im 19. Jahrhundert (b)

25. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Im heutigen Thema des Tages widmen wir uns weiterhin wissenschaftlichen Erkenntnissen des 19. Jahrhunderts. Dabei werden Persönlichkeiten vorgestellt, die wesentliche Beiträge zur Meteorologie als Wissenschaft selbst vorangetrieben haben.

Im 19. Jahrhundert fanden in der Wissenschaft der Meteorologie viele Entwicklungen statt. In diesem Thema des Tages werden Wissenschaftler vorgestellt, die durch Grundlagenforschung, Konzepte zu bedeutenden Theorien oder der Entwicklung von Wetterkarten Bekanntheit erlangten.

Karl Ludwig Gronau

Der preußische Theologe und Meteorologe Karl Ludwig Gronau (1742−1826) begann in seiner Jugend, Wetterbeobachtungen aufzuzeichnen. Von 1756 bis 1826, also über eine Zeitdauer von 70 Jahren, führte er mit Thermometer und Barometer in Berlin regelmäßig Wetterbeobachtungen durch und zeichnete diese auf. Aus eigenen Analysen über die arktische Meereisbedeckung, die für Walfang und Robbenjagd bedeutend war, beschrieb Gronau 1811 die Zusammenhänge zwischen außergewöhnlichen Wintern in Grönland und Deutschland für weite Zeiträume des 18. Jahrhunderts.

Heinrich Wilhelm Brandes

Der Physiker, Meteorologe und Astronom Heinrich Wilhelm Brandes (1777−1834), der aus der hamburgischen Exklave Amt Ritzebüttel an der Elbmündung stammte, fertigte 1816, nach anderen Quellen 1820, mit Wetterdaten aus 1783 die erste Wetterkarte an. Damit gilt er als Begründer der Synoptischen Meteorologie. Er schrieb außerdem eine beachtliche Zahl an Lehrbüchern zur Mathematik.

James Pollard Espy

Der US-amerikanische Meteorologe James Pollard Espy (1785−1860) begann, beeindruckt von meteorologischen Schriften unter anderem von Dalton (siehe Teil 11 der Serie zur Geschichte der Meteorologie), eigene Experimente durchzuführen und Theorien zu entwickeln. 1830 erklärte er, dass aufsteigende Luft sich durch Expansion abkühlt. Espy widmete sich ab etwa diesem Jahr hauptsächlich der Meteorologie: beispielsweise der Entstehung von Regen, Wirbelstürmen, Polarlicht oder Gezeiten. Er untersuchte bekannte Phänomene wie die Wolkenbildung an Bergketten und erklärte sie anhand seiner Theorien. 1834 konnte er ein Netz von Stationen zur Sturmbeobachtung aufbauen. Erste Beschreibungen von Stürmen sorgten dafür, dass der US-Staat Pennsylvania 4000 US-Dollar zur Verfügung stellte, um in jedem County einen Mann mit Barometer, Thermometer und Niederschlagsmesser auszustatten.

Historischer Holzschnitt von James Pollard Espy aus dem Jahr 1836 zur Luftbewegung unter einer Sturmwolke.
Historische Sturmdarstellung von James Pollard Espy, 1836. Quelle: Journal of the Franklin Institute, über Wikimedia Commons und DWD. Gemeinfrei; historische Darstellung, kein modernes Erklärmodell.

Espy war einer der ersten, der den Telegraphen für die Sammlung meteorologischer Beobachtungen nutzte. 1838 forderte Espy den Kongress auf, einen nationalen Wetterservice einzuführen. 1843 wurde er vom US-amerikanischen Kriegsministerium eingestellt, um seine meteorologischen Forschungen fortzuführen. Dabei erstellte er die erste Serie von Wetterkarten für die Vereinigten Staaten. Espy gelang es 1843, die Thermodynamik der Wolkenbildung weitgehend korrekt zu beschreiben, indem er die Rolle der latenten Wärme bei der Kondensation (Kondensationsenthalpie) einbezog, lange bevor die Thermodynamik in der Meteorologie Berücksichtigung fand. Er entwickelte eine Theorie der Konvektion und eine Beschreibung des Land-See-Windsystems. Er forschte auch zu Ursachen der Tornados.

William Charles Redfield

Bei Reisen durch Neuengland nach dem verheerenden Hurrikan von 1821 bemerkte der US-amerikanische Unternehmer und Naturforscher William Charles Redfield (1798−1857) anhand umgestürzter Bäume in Connecticut, dass der Wind im Osten der Region aus Südosten, weiter westlich jedoch aus Nordwesten geweht hatte. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er im Jahr 1831 im American Journal of Science and Arts . Er stellte fest, dass Stürme keine geradlinigen Luftströme, sondern rotierende Wirbel sind, die sich gleichzeitig als Ganzes vorwärtsbewegen, während die Winde im Kreis um das Zentrum herumwirbeln. Redfield erkannte als einer der Ersten, dass Hurrikane in den Tropen entstehen und auf ihrem Weg nach Norden eine charakteristische Kurve nach Osten beschreiben.

Ludwig Friedrich Kämtz

Der preußische Physiker und Meteorologe Ludwig Friedrich Kämtz (1801−1867) aus Pommern gilt als einer der Begründer der modernen Meteorologie. Er schlug 1840 vor, den Begriff „Cumulustratus“ aus der Wolkenklassifikation von Howard (siehe Teil 12 der Serie zur Geschichte der Meteorologie) durch „Stratocumulus“ zu ersetzen. Mit Stratocumulus bezeichnete Kämtz eine überwiegend abgelöste, niedrig liegende Wolkengattung mit begrenzter Konvektion. Dieser Begriff ist bis heute in Gebrauch. Sein 1831 erschienenes Lehrbuch der Meteorologie wurde ein Grundlagenwerk für die Wetterforschung. Ab 1832 führte er in den Alpen Untersuchungen an Gletschern durch. Spätere Forschungsarbeiten befassten sich mit Fragen des Erdmagnetismus.

George Perkins Marsh

Der US-amerikanische Diplomat und Philologe George Perkins Marsh (1801−1882) vertrat die Ansicht, dass Menschen die Umwelt, die ihnen Lebensgrundlage bietet, beeinflussen können und dass einige dieser Auswirkungen negativ sind. Seine Ideen zum Klima waren ihrer Zeit weit voraus. Er war ein Verfechter dessen, was man heute als „nachhaltige Entwicklung“ bezeichnen würde. Marsh beschäftigte sich mit den Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf Umwelt und Klima. Außerdem war ihm der Wert der Wälder für das Klimasystem klar bewusst. Äußerungen von Marsh beinhalten auch erste Formulierungen der Begriffe „Bodendegradation“ und „Desertifikation“ (Wüstenbildung). Marsh veröffentlichte seine Ideen 1864 in seinem Buch „ Man and Nature: Physical Geography as Modified by Human Action “.

Heinrich Wilhelm Dove

Der preußische Physiker und Meteorologe Heinrich Wilhelm Dove (1803−1879) aus Schlesien gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Meteorologie des 19. Jahrhunderts. 1828 stellte Dove fest, dass sich tropische Wirbelstürme auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, auf der Südhemisphäre hingegen im Uhrzeigersinn. Das von ihm aufgestellte und nach ihm benannte Gesetz der Drehung der Winde, das sogenannte Dovesche Gesetz, galt lange Zeit als allgemeine Windtheorie. Es beschreibt das Rechtdrehen des Windes beim Durchzug eines Tiefdruckgebietes. Buys Ballot formulierte das allgemeinere Barische Windgesetz, welches das Dovesche Winddrehungsgesetz ablöste (siehe Teil 20 der Serie zur Geschichte der Meteorologie). Dove übernahm 1849 die Leitung des Preußischen Meteorologischen Instituts in Berlin.

Robert FitzRoy

Der britische Marineoffizier, Meteorologe und Politiker Robert FitzRoy (1805−1865) befehligte die HMS Beagle auf ihrer zweiten Vermessungsexpedition von 1831 bis 1836, bei der das Schiff die Welt umsegelte. Sein Interesse an der Meteorologie wuchs aufgrund der Wetterbedingungen, denen die Beagle ausgesetzt war. Insbesondere ein „Pampero“ (starke Südwinde, begleitet von einem starken Temperaturabfall) vor der südamerikanischen Küste hätte sein Schiff beinahe zum Sinken gebracht. Dieser Vorfall sollte FitzRoy für den Rest seines Lebens begleiten. Sein 1839 veröffentlichter Bericht über die Expedition enthält zahlreiche Hinweise auf das Wetter. Die dritte Vermessungsreise der Beagle begann 1837 unter John Clements Wickham; FitzRoy führte auf dieser Reise nicht das Kommando. Zwischen 1843 und 1845 diente er als Gouverneur von Neuseeland. FitzRoy schied 1850 aus der Marine aus und widmete sich fortan dem Studium der Meteorologie. Im Jahr 1854 verfasste er eine Abhandlung, in der er die Ideen von Maury (siehe unten) zur internationalen Zusammenarbeit bei der Erfassung von Wetterdaten unterstützte. Darin bezog sich FitzRoy auf Wetterkarten, die einen „synoptischen“ Überblick über das Wetter geben würden (eine Übersicht über das Wetter in einem großen Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt), und prägte damit einen Begriff, der unter Meteorologen bis heute weit verbreitet ist.

Im Jahr 1854 beschloss die britische Krone, eine Behörde zu gründen, die die Erhebung und Auswertung von Wetterdaten auf See beaufsichtigen sollte, und auf Empfehlung des Präsidenten der Royal Society wurde FitzRoy zum meteorologischen Statistiker der Wetterbehörde des Board of Trade (dem Vorläufer des heutigen britischen Wetterdienstes) ernannt. Er verfügte über drei Mitarbeiter. Sofort lud er die Kapitäne von Schiffen ein, an einem Programm zur Wetterbeobachtung auf See mitzuwirken. Zu diesem Zweck verlieh das Board Beobachtungsinstrumente an die Royal Navy und an Kapitäne der Handelsmarine, und bis Mai 1855 waren etwa fünfzig Handelsschiffe und dreißig Schiffe der Royal Navy mit den erforderlichen Instrumenten ausgestattet worden. Anfangs befasste sich die Arbeit der Abteilung ausschließlich mit maritimen Wetterdaten. FitzRoy entwarf ein robustes, praktisches und kostengünstiges Barometer und sorgte dafür, dass es in jedem Hafen zur Verfügung stand. Es sollte von Seeleuten vor dem Auslaufen auf See konsultiert werden, und tatsächlich sind die steinernen Sockel für diese Barometer noch heute in vielen Fischereihäfen zu sehen. 1858 verfasste er ein Handbuch mit Vorhersageregeln, die auf dem Verhalten des Barometers basierten. FitzRoy entwarf zudem sein eigenes Wetterdarstellungssystem in Form von Diagrammen, die er „Windsterne“ (heute „Windrosen“) nannte und die die durchschnittliche Verteilung von Windgeschwindigkeit und -richtung um einen 16-Punkte-Kompass herum zeigten. Diese Diagramme wurden in den Windkarten des Board of Trade für bestimmte Meeresgebiete für jedes Quartal des Jahres veröffentlicht.

Im Oktober 1859 versenkte ein schwerer Sturm vor den Britischen Inseln das Schiff „Royal Charter“. Mehr als 450 Menschen kamen ums Leben. FitzRoy hatte sich bereits mit dem Wetter über Land beschäftigt, obwohl sein Auftrag eigentlich nur darin bestand, das Wetter auf See zu untersuchen. Er war der Überzeugung, dass Stürme mithilfe synoptischer Wetterkarten visualisiert werden könnten und dass man anhand dieser Karten das Wetter „vorhersagen“ könne. FitzRoy war der Erste, der den Begriff „Wettervorhersagen“ nutzte. FitzRoy stellte diese Ideen 1860 in einer Abhandlung offiziell vor. Am 1. August 1861 erschien seine erste öffentliche Wettervorhersage in der Times. Das zugehörige handschriftliche Dokument trägt das Datum 31. Juli 1861, nicht 1865. FitzRoy setzte sich außerdem dafür ein, Fischern Barometer zugänglich zu machen. Darüber hinaus erhielten FitzRoy und die Meteorologische Behörde im Juni 1860 die Genehmigung, einen maritimen Sturmwarndienst einzurichten. Ein Großteil der benötigten Wetterdaten sollte von Wetterbeobachtungsstationen an Land stammen: Auf den Britischen Inseln wurden bald 15 solcher Stationen eingerichtet. Sie verfügten über Barometer und andere Wetterinstrumente. Ihre Beobachtungen wurden zu festgelegten Zeiten durchgeführt und über ein bestehendes elektrisches Telegraphensystem nach London telegraphiert. FitzRoy konnte zudem per Telegraph Beobachtungen von sechs Standorten auf dem europäischen Festland erhalten.

Die ersten Sturmwarnungen für die See im Rahmen des neuen Systems wurden im Februar 1861 ausgegeben. Sie wurden an etwa 50 Orte telegraphiert (im folgenden Jahr stieg diese Zahl auf 130). Die Warnungen wurden zudem mithilfe eines neuartigen Signalsystems aus hochgezogenen Warnkegeln und Trommeln in den wichtigsten Häfen ausgegeben, wenn ein Sturm vorhergesagt wurde. Die Signale blieben aus jeder Blickrichtung gleich. Nachts wurden drei Lichter verwendet, um die Dreiecke zu kennzeichnen, und vier, um die Trommeln zu kennzeichnen. Nach FitzRoys Tod wurden die Vorhersagen und Sturmwarnungen eingestellt. Auf öffentlichen Druck wurden die Sturmwarnungen 1867 wieder aufgenommen; öffentliche Wettervorhersagen folgten erst 1879. Aufgrund des Erfolgs des maritimen Sturmwarnsystems wurde FitzRoy zu einer Art nationaler Berühmtheit und wurde in den Zeitungen als „ Clerk of the Weather “ (Wetterbeamter) bezeichnet. 1863 veröffentlichte FitzRoy „ The Weather Book: a Manual of Practical Meteorology “. Dieses Werk enthielt einige der frühen Wetterkarten, die vom Meteorologischen Dienst erstellt worden waren. FitzRoy erklärte, dass „dieses populäre Werk eher für viele als für wenige bestimmt ist, in der aufrichtigen Hoffnung, dass es im täglichen Leben von Nutzen sein möge“. FitzRoy starb am 30. April 1865. Seine unermüdliche Arbeit hatte jedoch Früchte getragen. FitzRoy gilt bis heute als „Vater“ des britischen Wetterdienstes.

Matthew Fontaine Maury

Der US-amerikanische Marineoffizier, Ozeanograph und Hydrograph Matthew Fontaine Maury (1806−1873) wird als „Vater der modernen Ozeanographie und Marine-Meteorologie“ bezeichnet. Als junger Marineoffizier in den 1820er und 1830er Jahren beschäftigte er sich mit Navigation, Meteorologie, Winden und Meeresströmungen. Im Jahr 1842 wurde er der erste Leiter des „ Navy’s Depot of Charts and Instruments “ (aus dem später das US Naval Observatory hervorging), eine Position, die er bis 1861 innehatte. Am Observatorium widmete sich Maury der Auswertung Tausender alter Logbücher und Seekarten der US-Marine, aus denen er Informationen über Winde und Strömungen in allen Ozeanen und zu allen Jahreszeiten extrahierte. Ab etwa 1847 und fortlaufend in den 1850er Jahren veröffentlichte er seine Ergebnisse in einer Reihe von Werken unter dem Sammeltitel „ Wind and Current Charts “. Er war gewissermaßen ein Unternehmer und verteilte seine Karten und Bücher kostenlos an Seefahrer, allerdings nur unter der Bedingung, dass diese sich im Gegenzug bereit erklärten, ihm ihre Beobachtungen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise erweiterte er seinen Datenbestand erheblich. Sein Buch „ Physical Geography of the Seas and Its Meteorology “ wurde zu einem Standardwerk. 1851 nahm Maury einen Vorschlag der britischen Royal Engineers bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bei meteorologischen Messungen begeistert auf und schlug vor, eine internationale Konferenz abzuhalten, deren Ziel die Festlegung von Standards für Beobachtungen sowohl an Land als auch auf See sein sollte. Der US-Kongress zeigte kein Interesse daran, Wetterbeobachtungen an Land zu finanzieren. Die Europäer argumentierten, dass sie bei der Wetterbeobachtung an Land bereits in gewissem Maße zusammenarbeiteten, waren sich jedoch einig, dass im maritimen Bereich noch viel zu tun sei. Maury passte seinen Vorschlag daher an, um den Schwerpunkt auf internationale Standards und den Austausch von maritimen meteorologischen Beobachtungen zu legen. Die daraus resultierende Konferenz, bekannt als die Internationale Marinekonferenz, fand 1853 in Brüssel unter dem Vorsitz des Direktors der Königlichen Sternwarte Belgiens statt. Maury war jedoch ein zentraler Teilnehmer; ein Großteil der Arbeit der Konferenz basierte auf seinen detaillierten Vorschlägen. Die Delegierten einigten sich auf ein Standardformular, mit dem Seeleute Wetter- und Meeresdaten erfassen sollten. Dies war ein großer Fortschritt für die internationale Meeresmeteorologie. Maury setzte sich in den Vereinigten Staaten weiterhin intensiv dafür ein, die Behörden von der Notwendigkeit einer amerikanischen Beteiligung an einem System der internationalen Zusammenarbeit und der Festlegung von Standards für landgestützte meteorologische Beobachtungen zu überzeugen. Dieses Ziel wurde jedoch zu seinen Lebzeiten nicht erreicht.

Charles Martins

Der französische Botaniker und Mediziner Charles Martins (1806−1889) nahm an verschiedenen Expeditionsreisen teil und veröffentlichte neben Werken zur Botanik auch solche zur Glaziologie und Meteorologie. Er war Gründer der Annuaire météorologique de France , einem wissenschaftlichen Sammelwerk, in welchem Wetterbeobachtungen und Klimadaten aus Frankreich gesammelt und ausgewertet wurden. Martins veröffentlichte Beobachtungskriterien zur Erfassung von Wirbelwinden in den Annalen der Physik, die als eine Art Checkliste zur Dokumentation von Tornados angesehen werden kann.

James Henry Coffin

Der US-amerikanische Mathematiker und Meteorologe James Henry Coffin (1806−1873) wurde durch die Erstellung der weltweit umfassendsten Windkarten und Strömungsanalysen Mitte des 19. Jahrhunderts berühmt. Seine Arbeit legte das mathematisch-empirische Fundament für das Verständnis der globalen atmosphärischen Zirkulation. In Zusammenarbeit mit der Smithsonian Institution analysierte Coffin über Jahre hinweg Daten von Hunderten Wetterstationen (überwiegend in Amerika und Europa, weniger in Asien und Afrika) und Schiffstagebüchern. Er veröffentlichte seine Ergebnisse in zwei Werken „ Winds of the Northern Hemisphere “ und „ The Winds of the Globe “, mit großen, detaillierten lithographischen Windkarten, die erstmals präzise die vorherrschenden Windströmungen abbildeten.

Louis Agassiz

Der schweizerisch-US-amerikanische Naturforscher Louis Agassiz (1807−1873) befasste sich unter anderem mit Paläontologie, Biologie, Glaziologie und Geologie. Insbesondere leistete er Pionierarbeit beim Nachweis der Existenz von Eiszeiten. Agassiz veröffentlichte 1837 am Lyceum Neuenburg (Neuchâtel) die These, dass Eis einst weite Teile Europas, Asiens und Nordamerikas bedeckt habe. Durch umfangreiche Feldforschung versuchte er, eine wissenschaftliche Grundlage für die Theorie zu schaffen, doch in Europa stieß sie auf eine frostige Resonanz. 1846 zog er in die Vereinigten Staaten, wo er Professor an der Harvard-Universität wurde. In den USA fand die Theorie zwar eine gewisse Akzeptanz, doch Agassiz gelang es nicht, ihre größte Schwäche zu überwinden: das Fehlen einer Erklärung dafür, was eine Eiszeit auslösen könnte. Die zunächst umstrittene Eiszeittheorie setzte sich später in der wissenschaftlichen Gemeinschaft durch.

Elias Loomis

Der US-amerikanische Mathematiker, Meteorologe und Astronom Elias Loomis (1811−1889) war zunächst überwiegend mit der Mathematik und der Astronomie beschäftigt und hielt ab 1837 Vorlesungen über Naturphilosophie am Western Reserve College in Hudson (Ohio). Er ließ dort das nach ihm benannte astronomische Loomis-Observatorium errichten, das 1838 eröffnet wurde. Loomis war auch auf dem Gebiet der Meteorologie tätig. 1842 veröffentlichte Loomis eine bahnbrechende Studie, in der er einen Sturm analysierte, der im Dezember 1836 den Osten der Vereinigten Staaten heimgesucht hatte. Er sammelte Daten von Dutzenden unabhängigen Beobachtern und erstellte die ersten modernen synoptischen Wetterkarten. Er verwendete Isobaren, also Verbindungslinien von Orten mit gleichem Luftdruck. Damit konnte er das Zentrum des Sturmtiefs darstellen. Er kartierte Windrichtungen und Temperaturen gleichzeitig und deckte dabei eine hochgradig organisierte Struktur auf, statt eines zufälligen Chaos. Anhand seiner Karten veranschaulichte Loomis, dass der Sturm ein Schauplatz des Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Luftströmungen war: Ein Strom warmer, feuchter Luft, der aus Süden bzw. Südosten (vom Golf von Mexiko) kam sowie ein plötzlicher, heftiger Ansturm kalter, trockener Luft, der aus Nordwesten hereinbrach. Er beobachtete, dass dort, wo diese beiden unterschiedlichen Luftmassen aufeinandertrafen, eine scharfe Grenzlinie bestand. Die schwere, kalte Luft drängte sich unter die leichtere, warme Luft und hob diese rasch in die obere Atmosphäre empor. Loomis folgerte zutreffend, dass dieser plötzliche Aufwärtstransport warmer Luft dazu führte, dass sie sich abkühlte, Wasserdampf kondensierte und sich kräftiger Niederschlag bildete, womit er die Mechanismen einer Kaltfront präzise beschrieb. Loomis gehörte zu den frühen Forschern, die sich mit dem Zusammentreffen unterschiedlicher Luftmassen beschäftigten. Loomis veröffentlichte zahlreiche Bücher, vor allem zur Mathematik. 1868 erschien sein Werk „ Treatise on Meteorology “.

Die Serie Geschichte der Meteorologie wird fortgesetzt. Der nächste Teil wird sich Entdeckern im 19. Jahrhundert widmen, die aus unbekannten und wenig bekannten Regionen für ein Gesamtverständnis wichtige meteorologische Daten zusammentrugen.

Dipl.-Met. Markus Eifried
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Vorheriger Teil: Meteorologie im 19. Jahrhundert (a).

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 25.10.2026. DWD-Text unter CC BY 4.0. Redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet. Historische Fehler zu FitzRoys dritter Beagle-Reise, zur Datierung seiner ersten öffentlichen Vorhersage und zur späteren Anerkennung der Eiszeittheorie wurden berichtigt. Die Einstellung und Wiederaufnahme der britischen Vorhersagen wurde präzisiert. Nicht hinreichend belegte Prioritätsbehauptungen, einzelne Zahlenangaben und die Zuordnung moderner Konzepte wurden gekürzt oder ausgelassen. Prüfquellen: Royal Museums Greenwich, Met Office, NASA. Die gemeinfreie Espy-Abbildung wurde aus der DWD-Fassung unverändert lokal übernommen; Bildherkunft und Gemeinfreiheitsnachweis. Die übrigen Fremdabbildungen des Originals wurden mangels nachgewiesener Nutzungsrechte nicht übernommen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/James-Pollard-Espy-–-Sturmgrafik-von-1836.jpg 555 633 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-25 12:00:002026-10-25 19:10:09Geschichte der Meteorologie – Teil 21: Meteorologie im 19. Jahrhundert (b)

Tief Manja: Schnell unterwegs, nicht nur beim Wind, sondern auch in der Entwicklung

24. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Nach Tief LUISE (international AUSTEN) übernimmt MANJA (international BOELO) die Wetterregie über dem Nordostatlantik. Tief MANJA hat nicht nur ordentlich Wind im Gepäck, sondern hat sich auch ungewöhnlich schnell verstärkt. Das Stichwort lautet „rapide Zyklogenese“. Der DWD erläutert die Entwicklung und ihre Folgen nach dem Stand vom 24. Oktober 2026.

MANJA übernimmt die Wetterregie

Abbildung 1 zeigt eine Satellitenaufnahme vom Samstagmittag, 24. Oktober, mit der vom DWD-Modell ICON errechneten Bodendruckverteilung. MANJA ist als großräumige Zyklone westlich von Schottland zu erkennen. LUISE ist dagegen nur noch ein kleiner Teil der Zirkulation von MANJA: ein Bodentrog über Dänemark, um den noch einige Wolkenbänder spiralförmig angeordnet sind.

Satellitenbild von Europa und dem Nordostatlantik am 24.10.2026 um 13:24 MESZ mit LUISE und MANJA sowie dem Bodendruck (gestrichelte Linien).
Abbildung 1: Satellitenbild von Europa und dem Nordostatlantik am 24.10.2026 um 13:24 MESZ mit LUISE und MANJA sowie dem Bodendruck (gestrichelte Linien). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

MANJAs breiter Wolkenwirbel reicht vom Tiefkern über die Britischen Inseln bis nach Frankreich und in einem weiten Bogen zurück auf den Atlantik. An ihrer Westflanke strömt polare Kaltluft südwärts. Die darin entstandenen Quellwolken wirken im oberen linken Bildausschnitt wie die Streusel eines Streuselkuchens.

56 Hektopascal Druckfall in 24 Stunden

Nach Angaben des DWD hat der Kerndruck am Samstagmittag 947 Hektopascal erreicht. Für 15 UTC, also 17 Uhr MESZ am 24. Oktober, prognostizieren die Modelle etwa 945 Hektopascal. Anschließend soll der Druck wieder steigen. Abbildung 2 zeigt die Entwicklung von Freitag, 23. Oktober, 00 UTC bis Sonntag, 25. Oktober, 06 UTC einschließlich des Vorhersageanteils.

Entwicklung des Kerndrucks von MANJA mit Prognose bis Sonntag, 25.10.2026, 06 UTC.
Abbildung 2: Entwicklung des Kerndrucks von MANJA mit Prognose bis Sonntag, 25.10.2026, 06 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

In der ersten Hälfte des Freitags fiel der Druck zunächst nur langsam. In der zweiten Tageshälfte nahm der Druckfall deutlich zu und beschleunigte sich in der Nacht zum Samstag weiter. Zwischen 03 und 06 UTC am Samstagmorgen sank der Kerndruck um 11 Hektopascal in nur drei Stunden. Innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden ging er von etwa 1003 auf 947 Hektopascal zurück, also um 56 Hektopascal.

Damit erfüllt MANJA die Kriterien einer rapiden oder explosiven Zyklogenese deutlich. Der oft genannte Schwellenwert von 24 Hektopascal Druckfall in 24 Stunden gilt für 60 Grad geografischer Breite. Für andere Breiten wird dieser Wert angepasst; er ist keine weltweit unveränderliche Grenze.

Welche Rolle der Jetstream spielt

Die Entwicklung und Verstärkung eines Tiefs können durch mehrere zusammenwirkende Prozesse begünstigt werden. Dazu gehören Warmluftadvektion, eine divergierende Höhenströmung und mit der Höhe zunehmende positive Vorticityadvektion, also die Zufuhr zyklonaler Wirbelstärke. Bei MANJA spielt das Starkwindband in der Höhe, der Jetstream, eine maßgebliche Rolle.

Jet in 300 hPa (oben) und Bodendruck (unten) am 23.10.2026 um 18 UTC (links) und am 24.10.2026 um 06 UTC (rechts).
Abbildung 3: Jet in 300 hPa (oben) und Bodendruck (unten) am 23.10.2026 um 18 UTC (links) und am 24.10.2026 um 06 UTC (rechts). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Die oberen Karten in Abbildung 3 zeigen den Jet in 300 Hektopascal, ungefähr neun Kilometern Höhe: links am 23. Oktober um 18 UTC, rechts am 24. Oktober um 06 UTC. Das Windmaximum im Jetkern ist blau dargestellt. Im Westen liegt der Jeteingang, im Osten der Jetausgang. Die unteren Karten zeigen für dieselben Zeitpunkte das Bodendruckfeld. Die Position des Bodentiefs ist auch oben mit einem weißen „T“ markiert.

Das Bodentief verlagert sich von Südwesten nach Nordosten unter dem Jet hindurch, während dieser zugleich nach Süden wandert. Dadurch gelangt MANJA unter den linken Jetausgang. In diesem Bereich kann Divergenz in der Höhe aufsteigende Luftbewegungen und die Vertiefung eines Bodentiefs unterstützen. Maßgeblich für den Druckfall am Boden ist der Nettoverlust von Luftmasse aus der darüberliegenden Luftsäule. Die Lage zum Jet ist dabei Teil des Zusammenspiels der dynamischen Prozesse.

Stürmische Böen, örtlich Orkanböen und Sturmflutgefahr

Für das Binnenland erwartet der DWD auch in tiefen Lagen Böen von 50 bis etwas über 70 Kilometern pro Stunde, entsprechend Beaufort 7 bis 8. In Hochlagen und an den Küsten werden 75 bis 100 Kilometer pro Stunde prognostiziert, entsprechend Beaufort 9 bis 10.

An ausgewählten Küstenabschnitten, insbesondere in Nordfriesland, sowie auf exponierten Gipfeln sind über 100 bis knapp 120 Kilometer pro Stunde möglich. Diese Spanne reicht von schweren Sturmböen über orkanartige Böen bis an die Grenze zu Orkanböen beziehungsweise knapp darüber. Beaufort 11 umfasst 103 bis 117 Kilometer pro Stunde; Orkanböen beginnen bei 118 Kilometern pro Stunde. Auf dem Brocken erwartet der DWD Böen über 120 Kilometer pro Stunde.

Im Südosten weht der Wind deutlich schwächer. Da er von Südwest auf West dreht, besteht nach der DWD-Einschätzung außerdem Sturmflutgefahr in der Deutschen Bucht. Zuständig für die amtlichen Wasserstandsinformationen ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Kräftiger Regen und steigende Flusspegel

Am Samstagabend, 24. Oktober, beginnt es im Westen teils kräftig zu regnen. In der Nacht und am Sonntag, 25. Oktober, breiten sich die Regenfälle weiter nach Südosten aus. Die DWD-Warnkarte zeigt die am 24. Oktober um 14:37 Uhr MESZ vorliegenden Dauerregenwarnungen.

Dauerregenwarnungen in der DWD-Warnkarte vom 24.10.2026, Stand 14:37 MESZ. Historischer Warnstand des Originalbeitrags.
Abbildung 4: Dauerregenwarnungen in der DWD-Warnkarte vom 24.10.2026, Stand 14:37 MESZ. Historischer Warnstand des Originalbeitrags. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Die Regenfälle lassen auch steigende Flusspegel erwarten, allerdings mit regional unterschiedlichen Reaktionen. Die im DWD-Original wiedergegebene Prognose für die Rheinpegel Mainz und Koblenz reicht bis Montagmorgen, 26. Oktober. Danach soll der Wasserstand in Koblenz deutlich kräftiger steigen als in Mainz. Die zugehörige Grafik von WSA Rhein und Bundesanstalt für Gewässerkunde wird hier nicht übernommen.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 24.10.2026. Text redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben konkretisiert. Die Definition der rapiden Zyklogenese wurde anhand einer Fachveröffentlichung des National Weather Service um den Breitenbezug ergänzt. Die Erklärung zum linken Jetausgang wurde anhand des NWS-Glossars präzisiert. Die Windstärkengrenzen wurden nach der Beaufort-Tabelle von Environment and Climate Change Canada berichtigt. Die nicht gesondert überprüfte Erklärung zu einzelnen Rheinzuflüssen wurde ausgelassen. Vier DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Die fremde Pegelgrafik wurde wegen nicht belegter Nutzungsrechte ausgelassen. Lizenz für DWD-Text und DWD-Abbildungen: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-MANJA-24-Oktober-2026-Abbildung-1.png 642 962 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-24 12:00:002026-10-24 19:06:14Tief Manja: Schnell unterwegs, nicht nur beim Wind, sondern auch in der Entwicklung

Sturmtiefs im Doppelpack

23. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Vier Namen, zwei Sturmtiefs und allerhand Warnungen: Turbulente Tage stehen bevor. Doch nicht nur der Sturm ist ein Thema, auch kräftige Niederschläge sind mit von der Partie.

Warum die beiden Sturmtiefs jeweils zwei Namen haben

Die Freie Universität Berlin benennt Druckgebiete, die für Deutschland relevant sind. Im jährlichen Wechsel tragen Tiefs männliche und Hochs weibliche Namen oder umgekehrt. Das Sturmtief über Westeuropa am 23. Oktober 2026 heißt bei der FU Berlin LUISE. In der westeuropäischen Sturmbenennung trägt es den Namen AUSTEN. Ein weiteres Sturmtief zieht am Wochenende über Schottland zum Nordteil der Nordsee. Es heißt bei der FU Berlin MANJA und international BOELO.

Die internationale Benennung erfolgt in regionalen europäischen Gruppen. Für Großbritannien, Irland und die Niederlande arbeiten Met Office, Met Éireann und KNMI zusammen. Sie vergeben Namen aus einer gemeinsamen Liste, wenn ein Sturm voraussichtlich mittlere oder hohe Auswirkungen haben wird. Neben Wind können auch erhebliche Auswirkungen durch Regen oder Schnee ausschlaggebend sein. Nach Angaben des DWD benannte der britische Wetterdienst AUSTEN am Dienstag, 20. Oktober, und BOELO am Donnerstag, 22. Oktober.

Vorhersage von Bodendruck und Fronten für den 24. Oktober 2026 um 14 Uhr MESZ: Austen über Dänemark und Boelo nördlich von Irland.
Abbildung 1: Vorhersage von Bodendruck und Fronten für Samstag, 24.10.2026, 14 Uhr MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

AUSTEN bringt am Freitag Sturm in den Westen

Im Folgenden werden die internationalen Namen verwendet. AUSTEN zieht am Freitag, 23. Oktober, vom Ärmelkanal in Richtung Niederlande und erreicht bis Samstagfrüh das Seegebiet bei Helgoland. Der größte Druckgradient besteht an der Südflanke des Tiefs. Entsprechend treten dort die höchsten Windgeschwindigkeiten auf.

Am stärksten waren die Böen am Freitagmorgen in der Bretagne. In diesen Stunden hatte AUSTEN noch einen Kerndruck von unter 980 Hektopascal. Nach Angaben des DWD erreichten die Böen an der Küste 102 bis 140 Kilometer pro Stunde, lokal sogar 160 Kilometer pro Stunde. Diese Spanne reicht von schweren Sturmböen über orkanartige Böen bis zu Orkanböen. Orkanböen beginnen nach der Beaufort-Einteilung bei 118 Kilometern pro Stunde.

Auf seinem Weg nach Osten schwächt sich AUSTEN ab und soll bei Helgoland einen Kerndruck von etwas mehr als 990 Hektopascal aufweisen. In Deutschland fallen die Böen entsprechend deutlich schwächer aus. In der Westhälfte reicht es am Freitagnachmittag und Abend für stürmische Böen oder Sturmböen der Stärke 8 bis 9 Beaufort. Vereinzelt sind schwere Sturmböen um 90 Kilometer pro Stunde, entsprechend Stärke 10 Beaufort, möglich. In Hoch- und Gipfellagen werden ähnliche oder höhere Windgeschwindigkeiten erwartet.

Weniger windig ist es allgemein in der Osthälfte Deutschlands. Der Sturmhöhepunkt wird am Freitagabend im Westen erreicht. Bis Samstagmittag bleibt es in der Nordhälfte allerdings windig bis stürmisch. Danach lässt der Wind nach, doch die Ruhe währt nur kurz.

Vorhersage maximaler Windböen vom 23. Oktober bis zur Nacht zum 27. Oktober 2026: erste Sturmphase im Westen, zweite Sturmphase am Sonntag besonders im Norden.
Abbildung 2: Prognose der maximalen Böen für die Tage vom 23. bis 26. Oktober 2026 und die jeweils folgenden Nächte. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

BOELO sorgt am Sonntag für die nächste Sturmphase

Das zweite Sturmtief BOELO erreicht am Sonntag, 25. Oktober, den Nordteil der Nordsee. Ähnlich wie bei AUSTEN werden die stärksten Böen außerhalb Deutschlands erwartet, dennoch reicht das Sturmfeld bis zu uns. Bereits in der Nacht zum Sonntag frischt der südliche Wind von Westen her rasch wieder deutlich auf. Gleichzeitig setzt mäßiger, in Weststaulagen teils kräftiger Regen ein.

Am Sonntag wird es verbreitet windig bis stürmisch. Etwas ausgenommen davon ist der äußerste Südosten Deutschlands. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden dagegen im Nordwesten erwartet. Besonders stürmisch wird es an der Nordsee. Dort erreicht der auf West drehende Wind in Böen Stärke 10 oder 11 Beaufort, also schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Neben Sturm fällt vor allem im Süden und dort besonders im Schwarzwald Regen. Im übrigen Land gibt es Schauer und einzelne Gewitter.

ICON-Animation von Bodendruck und Temperatur auf 850 hPa: Austen zieht nach Dänemark, Boelo über Schottland zur nördlichen Nordsee.
Abbildung 3: Animation des Druckfeldes und der Temperatur auf 850 Hektopascal, ungefähr in 1400 Metern Höhe. Modellbasis: ICON. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Erhöhte Wasserstände an der Nordsee

Weststurm kann an der deutschen Nordseeküste Wasser aufstauen und Sturmfluten begünstigen. Der DWD verweist auf eine Vorabinformation des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. Demnach ist von Sonntag bis Montag, 25. bis 26. Oktober, mit deutlich erhöhten Wasserständen an der deutschen Nordseeküste sowie im Weser- und Elbegebiet zu rechnen. Die jeweils aktuellen amtlichen Angaben veröffentlicht das BSH in seiner Wasserstandsvorhersage.

Ausblick auf die kommende Woche

Nach dem Vorhersagestand vom 23. Oktober folgt auf die beiden Sturmtiefs in der kommenden Woche kein drittes Sturmtief. Der Nordwesten bleibt zwar eher tiefdruckbeeinflusst, windig bis stürmisch wird es jedoch hauptsächlich an der Küste und auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau. In Richtung Südosten dominiert zunehmend Hochdruckeinfluss.

An der milden Witterung ändert sich kaum etwas. Am Dienstag, 27. Oktober, könnte es sogar besonders mild werden. Im Breisgau sind dann noch einmal bis zu 20 Grad möglich.

M.Sc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 23.10.2026. Text redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben wurden durch konkrete Daten ergänzt. Die Sturmbenennung wurde anhand der Met-Office-Dokumentation präzisiert, die Einordnung der Böengeschwindigkeiten anhand der DWD-Beaufort-Skala berichtigt. Die drei DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Die im Original enthaltene BSH-Pegelgrafik wurde nicht übernommen. Lizenz für DWD-Text und DWD-Abbildungen: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-Maximale-Windboeen-23.-bis-26.-Oktober-2026.png 1314 1881 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-23 12:00:002026-10-23 19:14:13Sturmtiefs im Doppelpack

Teils immer noch sehr trockene Böden

22. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die gravierende Bodentrockenheit des Sommers setzte sich im vor allem nach Südwesten hin extrem niederschlagsarmen September in vielen Regionen fort. Bis jetzt liegt die Bodenfeuchte vor allem in der Südhälfte und im Osten immer noch weit unter den für die Jahreszeit üblichen Werten. Was bewirkt der Regen der kommenden Tage?

Trockenheit seit dem Sommer

Im vergangenen Sommer waren die Trockenheit und ihre Auswirkungen auf Natur und Landwirtschaft ein großes Thema – auch hier im Thema des Tages vom 7. August 2026. (DWD-Originalbeitrag)
In der zweiten Augusthälfte dämpften etwas häufigere Niederschläge und gemäßigte Temperaturen die Trockenheit etwas und durchfeuchteten die oberen 10 bis 30 cm der Böden. Darunter blieben diese allerdings stark ausgetrocknet. Bei Mittelung über die oberen 60 cm, die im Bodenfeuchteviewer in der Bodenfeuchteanalyse standardmäßig betrachtet werden, war die Bodenfeuchte großenteils weiterhin deutlich unterdurchschnittlich.

Ein trockener September verschärfte das Defizit

Dann kam der insgesamt warme September mit abgesehen vom äußersten Norden markant unterdurchschnittlichen Niederschlägen, wobei im Südwesten teils noch nicht einmal 20 Prozent der vieljährig gemittelten Regenmenge fiel. Entgegen der üblicherweise ab September steigenden Bodenfeuchte wurden die Böden vor allem im Südwesten wieder trockener, die Feuchtigkeit der vorangegangenen Niederschläge verdunstete rasch. Als Folge davon blieben Grasflächen und Wiesen in weiten Teilen des Südwestens verbräunt, viele Bäume warfen weiteres trockenes Laub ab. In der Landwirtschaft konnte dort vielerorts die anstehende Rapsaussaat nicht erfolgen, die im September beginnende Aussaat von Wintergerste musste teils verschoben werden. Auch im Großteil der restlichen Südhälfte und vom südlichen Niedersachsen bis in den Osten blieb das Wasser im Boden trotz gelegentlicher oberflächlicher Anfeuchtung knapp. Die Pegel vieler Flüsse sanken weiter auf teils rekordverdächtige Tiefststände, die Schifffahrt auf Rhein und Donau musste erneut reduziert werden. Auch auf dem Bodensee führte sehr niedriger Wasserstand zu Einschränkungen. Nur in den nördlichen Mittelgebirgen vom Bergischen Land bis zum Sächsischen Bergland und ganz im Norden waren die Böden deutlich feuchter mit teils überdurchschnittlicher Bodenfeuchte.

In der ersten Oktoberhälfte sorgte gelegentlicher Regen endlich auch im Südwesten für eine Anfeuchtung der obersten Bodenschichten, so dass sich dort die Bedingungen für die Aussaat von Wintergetreide verbesserten. Ganz im Norden erschwerte hingegen bereits durchnässter Boden die landwirtschaftlichen Arbeiten.

Bodenfeuchte am 22. Oktober: große regionale Unterschiede

Am 22. Oktober 2026 stellt sich die Bodenfeuchtesituation regional sehr unterschiedlich dar. Etwa von Nordrhein-Westfalen über den Nordwesten bis nach Mecklenburg sind die Böden meist 20 bis 50 cm tief durchfeuchtet, im Umfeld der Nordsee und der westlichen Ostsee auch tiefer. In der Südhälfte und im Osten sind hingegen meist nur die oberen 10 bis 20 cm angefeuchtet, darunter befindet sich teils bis in mehr als 1 Meter Tiefe eine sehr trockene Schicht. Das heißt, Grasflächen, Grünland und landwirtschaftliche Kulturen wachsen, Bäume und Wälder stehen hingegen weiterhin unter Trockenstress. Bei Betrachtung der mittleren Bodenfeuchte der oberen 60 cm sind die Böden in der Südhälfte und im Osten weitaus trockener als in der zweiten Oktoberhälfte üblich.

Verlauf der über Deutschland gemittelten Bodenfeuchte in 0–60 cm Tiefe (oben) und 100–110 cm Tiefe (unten): 2018, 2022 und 2026 sowie Mittel 1991–2020 und Wertebereich 1991–2025.
Abbildung 1: Verlauf der über Deutschland gemittelten Bodenfeuchte in 0–60 cm Tiefe (oben) und 100–110 cm Tiefe (unten): 2018, 2022 und 2026 sowie Mittel 1991–2020 und Wertebereich 1991–2025. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.
Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe am 30.08. (links), 27.09. (Mitte) und 21.10.2026 (rechts).
Abbildung 2: Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe am 30.08. (links), 27.09. (Mitte) und 21.10.2026 (rechts). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Was bringt der Regen der kommenden Tage?

Die teils kräftigen Niederschläge der kommenden Tage werden die Böden in den bisher trockenen Gebieten etwa 10 bis 30 cm tief durchfeuchten. Bei Betrachtung der über die oberen 60 cm gemittelten Bodenfeuchte wird sich das Defizit in der Südhälfte und im Osten zwar verringern, die Feuchte wird jedoch für die Jahreszeit weiterhin meist deutlich unterdurchschnittlich bleiben. Abbildung 3 zeigt, dass die Bodenfeuchte in den derzeit trockenen Regionen mit relativ hoher Prognosegüte bis mindestens in die zweite Novemberhälfte hinein deutlich niedriger bleibt als üblich.

Erst über Monate hinweg wiederholte und ergiebige flächendeckende Niederschläge würden die Böden bis in größere Tiefen allmählich auffüllen. Somit werden die Niederschlagsmengen über das Winterhalbjahr hinweg darüber entscheiden, wie gut gefüllt die Böden zum Start in die Vegetationsperiode 2027 sein werden und wie viel Wasser durch Versickerung in den Untergrund für die Grundwasserneubildung zur Verfügung stehen wird. Die zu erwartenden Niederschlagsmengen lassen sich auf dieser langen Zeitskala allerdings nicht abschätzen.

Vorhersage der Abweichung der Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe vom jeweiligen Mittelwert der letzten 20 Jahre zur gleichen Jahreszeit (Wochenmittelwerte).
Abbildung 3: Vorhersage der Abweichung der Bodenfeuchte unter Gras in 0–60 cm Tiefe vom jeweiligen Mittelwert der letzten 20 Jahre zur gleichen Jahreszeit (Wochenmittelwerte). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Weiterführende Informationen zur Bodenfeuchte

• Bodenfeuchteviewer
Hier finden sich neben einer interaktiven Bodenfeuchteanwendung weitere Produkte zur Bodenfeuchte sowie zu Wasserhaushaltsgrößen. Sie ermöglichen einen Überblick über die aktuelle Situation, etwa bei Starkregenphasen oder Trockenheit. Zusätzlich werden Klimavorhersagen für die kommenden Monate angeboten. Zum Bodenfeuchteviewer.

• Klimavorhersagen
Die Klimavorhersagen und die Vorhersagegüte werden für unterschiedliche Zeit- (Wochen, Jahreszeiten, Jahre) und Raumskalen (deutsche Regionen, Deutschland, Europa, Welt) konsistent dargestellt. Die Klimavorhersagen stehen in einer interaktiven Basis- und in einer Profiversion zur Verfügung. Diese werden ergänzt durch spezifische Klimavorhersagen. Zu den Klimavorhersagen.

• Nutzbare Feldkapazität
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) beschreibt den Wasservorrat, den ein Boden zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt pflanzenverfügbar speichern kann. Die Bodenfeuchte in Prozent der nFK gibt an, wie weit dieser Speicher aktuell gefüllt ist. Bei über 100 % nFK kann der Boden kein weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend kann die Bodenfeuchte bei Niederschlag jedoch über 100 % nFK steigen. Das überschüssige Wasser versickert in den Untergrund. Bei 0 % nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im Boden. Unterhalb von etwa 30 % nFK kommt es bei den Pflanzen zu deutlichem Trockenstress.

Dipl.-Met. Andreas Brömser
Deutscher Wetterdienst
Agrarmeteorologie
Offenbach, den 22.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 22.10.2026. Text redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; die Erklärung zur nutzbaren Feldkapazität wurde anhand der DWD-Fachdokumentation fachlich präzisiert. Die drei DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/DWD-Bodenfeuchte-Deutschland-August-bis-Oktober-2026.png 564 1176 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-22 12:00:002026-10-22 19:12:24Teils immer noch sehr trockene Böden

Wer hatte Recht?

21. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Am Sonntag waren die Unterschiede zwischen den Wettermodellen für Dienstag noch groß. Der Deutsche Wetterdienst blickt zurück: Welches Modell hatte recht – oder lag zumindest nahe an der tatsächlichen Entwicklung?

Ein Höhentief erschwert die Vorhersage

Die Vorhersage für Dienstag, den 20. Oktober 2026, gestaltete sich am Wochenende schwierig. Grund dafür war die unterschiedliche Simulation eines Tiefdruckgebietes in höheren Luftschichten. Die Berechnung solcher Kaltlufttropfen bereitet den Wettermodellen häufig Schwierigkeiten; ihre genaue Entwicklung lässt sich mitunter erst kurz vor dem betreffenden Zeitpunkt verlässlich eingrenzen.

Im Beitrag „Mission impossible“ vom 18. Oktober wurde gezeigt, wie unterschiedlich das deutsche Wettermodell ICON, das amerikanische GFS und das IFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage die Lage des Höhentiefs am Dienstag berechneten – und welches Wetter daraus jeweils folgen sollte.

So zog das Höhentief am Dienstag

Am Dienstag waren sich die Modelle schließlich einig: Das Tief zog von Polen nach Deutschland.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 06 UTC beziehungsweise 08 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 06 UTC / 08 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Bis zum frühen Nachmittag verlagerte es sich westwärts, etwa auf die geografische Breite Hamburgs.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 12 UTC beziehungsweise 14 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 12 UTC / 14 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Anschließend zog das Höhentief nach Norden in Richtung Dänemark.

Modellvergleich von ICON, GFS und IFS: Geopotenzial auf 500 hPa oben und 300 hPa unten am 20. Oktober 2026 um 18 UTC beziehungsweise 20 MESZ.
Von links nach rechts: ICON, GFS und IFS. Geopotenzial auf 500 hPa (oben) und 300 hPa (unten) für Dienstag, 20.10.2026, 18 UTC / 20 MESZ. Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Wolken und Regen im Vergleich zur Vorhersage

Entsprechend entwickelte sich das Wetter: Im Osten waren die Wolken zwar dicht und die Sonne hatte es schwer, doch der Niederschlag lief dem Nordrand des Höhentiefs voraus. Deshalb blieben weite Teile Ostdeutschlands weitgehend trocken, während im Nordosten und Norden etwas Regen fiel.

Satelliten- und Radarbilder mit Isobaren für Deutschland und Umgebung am 20. Oktober 2026: links 06 UTC, Mitte 12 UTC, rechts 18 UTC.
Deutschland und Umgebung mit Satelliten- und Radarbild sowie Isobaren am 20.10.2026: links 06 UTC, Mitte 12 UTC, rechts 18 UTC (08, 14 und 20 MESZ). Quelle: Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0.

Welches Wettermodell hatte recht?

Rückblickend lagen ICON und GFS mit ihren Vorhersagen vom Sonntag zumindest für Ostdeutschland näher an der Realität als IFS. Im Südwesten war dagegen IFS näher dran: Im Süden hielten sich längere Zeit dichter Nebel und Hochnebel, die weder ICON noch GFS so simuliert hatten.

ICON und GFS hatten außerdem bereits für den Mittag beziehungsweise Nachmittag dichte Wolken im Westen und Nordwesten erwartet. Tatsächlich dauerte diese Entwicklung bis in den Abend.

Die Mischung macht’s: Kein Wettermodell hat immer recht. Bei schwierigen Wetterlagen lässt sich eine verlässliche Prognose manchmal erst kurz vor dem Ereignis erstellen.

Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 21.10.2026. Der DWD-Text wurde für Windinfo redaktionell gegliedert und sprachlich bearbeitet; relative Zeitangaben wurden durch konkrete Daten ergänzt. Alle vier DWD-Abbildungen wurden unverändert lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen. Weiterführend: DWD-Originalbeitrag vom 18.10.2026.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Modellvergleich-ICON-GFS-IFS-am-20.-Oktober-2026-um-06-UTC.png 924 1886 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-21 12:00:002026-10-22 10:27:55Wer hatte Recht?

Kulinarisches im Herbst

20. Oktober 2026/0 Kommentare/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Äpfel, Kürbisse, Pilze, Nüsse und Wein prägen die herbstliche Erntezeit. Passend dazu stellt der Deutsche Wetterdienst einige kulinarische Aktionstage vor und blickt auf das zunehmend wechselhafte und windige Wetter der kommenden Tage.

Äpfel, Kürbisse und Pilze

Am 21. Oktober wird in Großbritannien der „Apple Day“ begangen. Die Umweltorganisation Common Ground rief den Aktionstag 1990 ins Leben. In Deutschland ist der 11. Januar als „Tag des deutschen Apfels“ etabliert.

Auch der Kürbis hat im Herbst seinen festen Platz: Der 26. Oktober gilt als Kürbistag, bevor am 31. Oktober Halloween folgt. Pilze werden ebenfalls mit mehreren Aktionstagen gewürdigt. Der Europäische Pilztag findet am vierten Samstag im September statt, der amerikanische „Mushroom Day“ am 15. Oktober. Nach Angaben des DWD wurde in den USA außerdem der 1. Juni als nationaler Pilztag anerkannt.

Nüsse, Esskastanien und Wein

Haselnüsse, Walnüsse und Esskastanien gehören ebenfalls zur herbstlichen Küche. In Großbritannien fällt der „Nut Day“ auf den 22. Oktober. Auch die Weinlese ist eng mit der Jahreszeit verbunden. Der Tag der Weinprobe wird am ersten Samstag im November begangen und fällt 2026 auf den 7. November.

Das Wetter am Dienstag und Mittwoch

Am Dienstag, 20. Oktober, bleibt es bei überwiegend schwachem Wind meist ruhig. Im Nordosten und Südwesten ziehen Wolken durch, örtlich fällt etwas Regen; dazwischen zeigt sich zeitweise die Sonne. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 8 und 15 Grad Celsius, bei Föhn am Alpenrand zwischen 16 und 19 Grad.

In der Nacht breiten sich von Südwesten her dichte Wolken und Regen aus. Im Osten und Südosten bleibt es länger trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 10 und 3 Grad.

Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 20. Oktober 2026 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 20. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Am Mittwoch ist es häufig stark bewölkt. Regional fällt Regen, die Temperaturen erreichen 8 bis 16 Grad.

Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 21. Oktober 2026 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Wettervorhersage und Tageshöchsttemperaturen für Deutschland am 21. Oktober 2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst.

Windiger und wechselhafter ab Donnerstag

Am Donnerstag wechseln sich sonnige Abschnitte und Schauer ab. Der Südwestwind frischt auf; an der Küste und im Bergland sind stürmische Böen möglich. Am Freitag zieht zunächst Regen durch, anschließend folgen Schauer und einzelne Gewitter. Das Temperaturniveau ändert sich dabei nur wenig.

Auch am Wochenende setzt sich das wechselhafte und windige Wetter fort. Für die Jahreszeit bleibt es dabei vergleichsweise mild.

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Quelle: Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages vom 20.10.2026. Der DWD-Text wurde für Windinfo redaktionell gegliedert, gekürzt und sprachlich bearbeitet; die Ortsbezeichnung „Covent Garden“ wurde gegenüber der DWD-Fassung berichtigt. Verwendete DWD-Grafiken wurden lokal gespeichert und responsiv eingebunden. Lizenz: CC BY 4.0. Bildquellen stehen jeweils an den Abbildungen. Ergänzende Faktenchecks: Common Ground zum Apple Day und Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Tag des deutschen Apfels.

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/10/Wettervorhersage-Deutschland-20.-Oktober-2026.png 850 1513 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-10-20 12:00:002026-10-20 19:12:32Kulinarisches im Herbst
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