• Login
  • Registrieren
Windinfo.eu
  • NEWS
  • CHAT
  • WINDWARNER
  • WETTER
    • Regenradar
    • Isobarenkarte Europa
    • Föhndiagramme
    • Wassertemperatur in Europa
    • Wettervorhersage Videos
    • Langzeitprognose
    • Windskala – Windrechner
  • WEBCAMS + SPOTS
    • Webcam Finder
      • Webcam Ostsee
      • Webcam Nordsee
      • Webcam Alpsee
      • Webcam Altmühlsee
      • Webcam Ammersee
      • Webcam Bodensee
      • Webcam Bostalsee
      • Webcam Brombachsee
      • Webcam Brückelsee
      • Webcam Chiemsee
      • Webcam Edersee
      • Webcam Eibsee
      • Webcam Epplesee
      • Webcam Forggensee
      • Webcam Förmitztalsperre
      • Webcam am Kochelsee
      • Mandichosee – Lechstaustufe
      • Webcam Norderney
      • Webcam Rügen
      • Webcam Simssee
      • Webcam Staffelsee
      • Webcam Starnberger See
      • Webcam Tegernsee
      • Webcam Walchensee
      • Webcam Wörthsee
    • Webcam Finder
      • Webcam Achensee
      • Webcam Attersee
      • Webcam Mattsee
      • Webcam Mondsee
      • Webcam Millstättersee
      • Webcam Neusiedlersee
      • Webcam Ossiachersee
      • Webcam Traunsee
      • Webcam Wolfgangsee
      • Webcam Zell am See
      • Webcam Genfer See
      • Webcam Luganersee
      • Webcam Silsersee
      • Webcam Silvaplaner See
      • Webcam Urnersee
      • Webcam Zürichsee
      • Webcam Comersee
      • Webcam Gardasee
      • Webcam Kalterer See
      • Webcam Lago Maggiore
      • Webcam Lago di Santa Croce
      • Webcam Reschensee
      • Webcam Sardinien
      • Webcam Trieste
      • Webcam Vieste – Gargano
  • ACTIVITY
  • GROUPS
    • MEMBERS
  • Menü Menü

Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?

23. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im östlichen Pazifik vor der Küste Südamerikas und gleichzeitig deutlich niedrigere Wassertemperaturen im westlichen Pazifik verändern das Wettergeschehen in diesen Regionen erheblich. Während es in Südamerika selbst in sonst trockenen Gebieten zu kräftigen Niederschlägen kommen kann, herrscht in Teilen Südostasiens häufig schwere Dürre. Diese veränderten Niederschlagsmuster haben nicht nur weitreichende ökologische und wirtschaftliche Konsequenzen für die betroffenen Regionen, sondern beeinflussen auch die großräumige atmosphärische Zirkulation.

Während eines starken El Niño bilden sich über dem zentralen und östlichen Pazifik vermehrt hochreichende Gewitterwolken. Dabei werden beim Kondensationsprozess große Mengen latenter Wärme in die Atmosphäre freigesetzt. Diese zusätzliche Wärme beeinflusst die tropische Zirkulation und kann über die Hadley-Zirkulation auch die atmosphärische Dynamik in höheren Breiten modifizieren. Dadurch können sich die großräumigen Zirkulationsmuster und in der Folge auch die Lage und Stärke des Jetstreams verändern. Insbesondere im Winterhalbjahr kann dies Auswirkungen auf das Wettergeschehen in Europa haben.

Je stärker ein El-Niño-Ereignis ausgeprägt ist, desto größer kann grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit sein, dass solche Wechselwirkungen auftreten. Der Zusammenhang ist allerdings nicht linear und von Ereignis zu Ereignis unterschiedlich.

Die relative Meeresoberflächentemperatur im Pazifik im Vergleich zur Referenzperiode von 1991-2020 für Juli 2026. Über dem mittleren und östlichen Pazifik zeigen sich bereit stark positive Anomalien.

Deshalb lohnt sich derzeit ein Blick auf den Pazifik. Dort könnte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen herausbilden. Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar. Über dem zentralen und östlichen Pazifik lagen die Meeresoberflächentemperaturen im Juli deutlich über dem Klimamittel. Vor der Küste Perus wurden teilweise Anomalien von mehr als 3 °C gegenüber der Referenzperiode 1991–2020 registriert. Gleichzeitig wurde über Südostasien eine deutlich unterdrückte Konvektion beobachtet. Über dem zentralen Pazifik kam es dagegen bereits zu häufiger und stärker ausgeprägter Konvektion, die sich unter anderem auch auf die Wetterbedingungen rund um die Urlaubsinsel Hawaii auswirkte.

Vorhersage des Relativen Ozeanischen Nino Indexes inklusive Unsicherheitsbereich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird ein sehr starker El Nino erwartet.

Die El-Niño-Bedingungen werden sich im weiteren Verlauf des Spätsommers und Herbstes noch verstärken. Nach den aktuellen Prognosen wird das Ereignis seinen Höhepunkt voraussichtlich im Spätherbst beziehungsweise Frühwinter erreichen. Bei den bisher stärksten Ereignissen 1997/98 und 2015/16 lag der Relative Oceanic Niño Index (RONI) bei etwa +2,4 °C. Der RONI beschreibt, wie stark die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen tropischen Pazifik im Verhältnis zu den Temperaturen des übrigen tropischen Ozeans vom Normalzustand abweichen.

Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Wert im kommenden Winter überschritten werden könnte. Sollte dies eintreten, könnte sich 2026/27 als eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen herausstellen.

Die Auswirkungen eines starken El Niño sind in vielen Teilen der Welt deutlich ausgeprägter als in Europa. Besonders betroffen können unter anderem Teile Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas sein. Für Europa sind die Signale dagegen wesentlich schwächer und treten vor allem indirekt über Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation auf.

Studien zeigen, dass ein starkes El-Niño-Ereignis im Verlauf des Winters die Wahrscheinlichkeit für Veränderungen des stratosphärischen Polarwirbels erhöhen kann. Bei vergangenen El-Niño-Ereignissen trat zudem häufiger eine negative Phase der Nordatlantischen Oszillation (NAO) auf. Eine negative NAO kann die Voraussetzungen für Kaltlufteinbrüche nach Europa begünstigen.

Allerdings wäre es falsch, daraus unmittelbar auf einen kalten europäischen Winter zu schließen. Die Reaktion der Atmosphäre unterscheidet sich signifikant zwischen einzelnen El-Niño-Ereignissen. Ob es tatsächlich zu einer ausgeprägten Störung des Polarwirbels kommt, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise die Quasi-Biennale- Oszillation (QBO), die arktische Meereisbedeckung, die solare Aktivität sowie die regionalen Meeresoberflächentemperaturen im Atlantik.

Damit lässt sich aus einem starken El Niño allein kein kalter Winter in Europa ableiten!

Interessanterweise zeigen Beobachtungen vergangener El-Niño-Ereignisse im Frühwinter sogar häufig eine andere Tendenz: In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas kann zunächst mildes und niederschlagsreiches Wetter vorherrschen. Ursache ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte Westwindzirkulation, die durch tiefen Luftdruck im Bereich Islands und höheren Luftdrucks über den Azoren begünstigt wird. Dadurch gelangt vergleichsweise milde und feuchte Atlantikluft nach Europa. Dieser Effekt ist insbesondere in Westeuropa ausgeprägt.

Die mittlere Druckkonstellation über Europa während eines El/La Nino Ereignisses.

Allerdings zeigt die Statistik, dass auch dies nicht bei jedem El Nino Ereignis auftritt. Jedes Ereignis hat eine etwas andere Ausdehnung und Intensität, die einen konträren Einfluss auf die im Winterhalbjahr vorherrschenden Wetterlagen in Europa nehmen kann. Darüber hinaus spielt auch der klimatologische Grundzustand eine wichtige Rolle. Veränderungen der mittleren Meeresoberflächentemperaturen und der großräumigen atmosphärischen Zirkulation können beeinflussen, wie sich die durch El Niño angeregten atmosphärischen Wellen ausbreiten und wo sie ihre Wirkung entfalten. Dadurch kann sich der Einfluss auf Europa von einem ähnlich starken El-Niño-Ereignis von Jahrzehnt zu Jahrzehnt unterscheiden.

El Niño kann damit auch in Europa die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen verändern – wie sich das Signal letztlich auswirkt, hängt jedoch nicht nur von der Stärke und Ausdehnung des Ereignisses ab, sondern auch von den großräumigen Wetter- und Meeresbedingungen, die zu diesem Zeitpunkt vorherrschen und aktuell noch nicht adäquat prognostizierbar sind.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Moegliche-Auswirkungen-eines-starken-El-Nino-auf-Europa-1.png 936 1533 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-23 17:17:492026-08-24 13:46:21Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?

Pokalwetter mit Sommer-Comeback

22. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

An diesem Wochenende rollt der Ball wieder im DFB-Pokal. Doch nicht überall können sich die Fans auf einen trockenen Stadionbesuch freuen. Tief PRISKA über Osteuropa bestimmt vor allem am heutigen Samstag noch unser Wetter und sorgt in vielen Regionen für Schauer und einzelne Gewitter. Wer sich auf den Weg ins Stadion macht, sollte daher neben Fan-Schal und Trikot besser auch eine Regenjacke einpacken.

Am heutigen Samstag ziehen immer wieder Schauer durch unser Land, vereinzelt sind auch Gewitter dabei. Die besten Chancen auf längere trockene Abschnitte und etwas Sonnenschein gibt es im Süden. Ganz sicher ist man allerdings auch dort vor einem Schauer nicht. Mit Höchstwerten zwischen 18 und 23 Grad fühlt sich das Ganze eher mäßig warm als hochsommerlich an.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Samstag den 22.08.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Sonntag zieht sich PRISKA langsam nach Osten zurück. Ganz verabschiedet sich das wechselhafte Wetter allerdings noch nicht. Vor allem an den Küsten und im Nordosten ziehen bei wechselnder Bewölkung weitere Schauer durch. Im Süden macht sich dagegen zunehmend STEFFEN bemerkbar. Damit ist nicht etwa Steffen Tigges gemeint, der mit seinem SC Paderborn in Lübeck antritt, sondern das gleichnamige Hochdruckgebiet. Folglich stehen im Süden die Chancen auf trockenes Wetter und längere sonnige Abschnitte deutlich besser. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 25 Grad.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Sonntag den 23.08.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Mit Beginn der neuen Woche übernimmt STEFFEN dann zunehmend die Wetterregie. In weiten Teilen Deutschlands setzt sich freundliches und sonniges Wetter durch, und gleichzeitig zeigen die Temperaturen wieder deutlich nach oben. Der Sommer meldet sich zurück: Zunächst werden verbreitet 22 bis 28 Grad erreicht, im weiteren Verlauf fällt vor allem in der Mitte und im Süden auch wieder die 30-Grad-Marke.

Ganz störungsfrei verläuft das sommerliche Comeback allerdings nicht. Am Dienstag und Mittwoch wird die Luft im Süden und Südwesten zunehmend feucht und labil. Dort können sich im Tagesverlauf kräftige Gewitter entwickeln, die örtlich mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen. Abseits der Gewitter bleibt es bei sommerlichen Temperaturen jedoch häufig freundlich.

Nach einer kurzen Verschnaufpause deutet sich ab Freitag ein markanterer Wetterwechsel an. Von Westen könnte eine kräftigere Störung auf Deutschland übergreifen und die sommerliche Ruhe beenden. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit für verbreitetere Niederschläge und teils kräftige Gewitter deutlich an. Regional können dabei auch größere Regenmengen zusammenkommen.

Ausgerechnet zum Auftakt der Bundesliga könnte das Wetter damit wieder zum Spielverderber werden. Nach dem sommerlichen Intermezzo unter der Woche drohen zum ersten Spieltag erneut Starkregen und Gewitter. Ob der Bundesliga-Start tatsächlich ins Wasser fällt, ist allerdings noch nicht entschieden – bis dahin hat auch die Wetterlage noch ein paar Spielzüge offen.

Dipl.-Met. Marco Manitta in Zusammenarbeit mit Hochschulpraktikantin Anna-Lena Dötsch

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Pokalwetter-mit-Sommer-Comeback-1.png 916 1287 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-22 13:09:542026-08-24 13:46:18Pokalwetter mit Sommer-Comeback

Noch einmal turbulent, dann wird’s wieder ruhiger

21. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Derzeit ist einiges los beim Wetter und da bilden auch der heutige Freitag und die Nacht zum Samstag keine Ausnahme. Grund hierfür ist ein Ausläufer von Tief NORA II über Nordosteuropa, der sich von dort über Süddeutschland bis in den westlichen Mittelmeerraum „schlängelt“. Während südöstlich davon feuchtwarme Luft subtropischen Ursprungs liegt, ist nordwestlich eine etwas gemäßigtere Luftmasse vorhanden.

An diesem Ausläufer konnte sich ein kleinräumiges Tief bilden, das sich heute zur Mittagszeit über Norditalien/Südostschweiz befand und von Norditalien über die Schweiz bis in den Süden Baden-Württembergs bereits für mitunter kräftige und gewittrige Regenfälle sorgte und sorgt. Die weitere Entwicklung ist sehr komplex. Man könnte jetzt vereinfacht sagen, dass dieses Tief nun am heutigen Freitag nordostwärts über Südostbayern und Tschechien nach Polen zieht und am Samstag das Baltikum erreicht. Genaugenommen hat sich aber am bayerischen Ostalpenrand ein weiteres kleinräumiges Tief entwickelt, das auf den Namen PRISKA hört und die Arbeit des Norditalientiefs „übernimmt“. Sprich: PRISKA wird unter Verstärkung und mit den gewittrigen Regenfällen im Gepäck die angesprochene Zugbahn einschlagen.

Kombiniertes Radar- und Satellitenbild vom 21.08.2026, 14 Uhr. Dazu die beteiligten Tiefdruckgebiete und deren Zugbahn.

Aber wie dem auch sei: Im heutigen Tagesverlauf ziehen zum Teil gewittrige Starkregenfälle über den Südosten unseres Landes hinweg. Dabei sind vor allem vom Bodensee bis nach Ost- und Südostbayern gebietsweise um 30 l/qm innerhalb weniger Stunden zu erwarten. Vereinzelt sind auch unwetterartige Entwicklungen mit noch höheren Mengen wahrscheinlich, was dann zu lokalen Überflutungen führen kann.

Der Fokus liegt nach aktuellem Stand aber auf dem Südosten Bayerns, also etwa vom Alpenrand bis nach Niederbayern. Dort könnten sich vor Übergreifen der gewittrigen Regenfälle ab dem Nachmittag schwere Gewitter mit lokal heftigem Starkregen, schweren Sturm- bis Orkanböen und Hagel entwickeln. Allerdings ist diese Entwicklung sehr unsicher und hängt stark davon ab, wie schnell die Regenfälle auf den Südosten übergreifen. Je früher das passiert, desto weniger Energie wird den Gewittern zur Verfügung stehen und desto schwächer fallen sie aus. Was noch dazukommt, ist, dass durch die Verstärkung von PRISKA der Wind auch abseits potentieller Gewitter im Alpenvorland stürmisch auffrischen kann. So meldete Lindau um 14 Uhr beispielweise Böen bis 87 km/h.

Übersichtsgrafik zur erwarteten Starkregen- und Gewitterlage am Freitagnachmittag und -abend (21.08.2026).

Aber auch im großen Rest des Landes bleibt das Wetter „aktiv“ mit Schauern und vor allem über der Mitte auch örtlichen Gewittern. Besonders in der Nacht zum Samstag kann es dort gebietsweise ebenfalls wiederholte Regenfälle mit lokalen Mengen um 30 l/qm in wenigen Stunden geben, vereinzelt auch mehr. Auch wenn sich viele vielleicht über den Regen freuen werden, besteht bei diesen Starkregenereignissen lokal durchaus Überflutungsgefahr.

Übersichtsgrafik zur erwarteten Starkregen- und Gewitterlage von Freitagabend bis Samstagvormittag (21./22.08.2026).

Am Samstag beruhigt sich das Wetter dann allmählich. Vielerorts sind zwar nochmals Schauer, vereinzelt auch Gewitter unterwegs, die aber ne ganze Ecke schwächer ausfallen werden als am heutigen Tag. Der Sonntag bietet dann besonders in der Südhälfte bestes Ausflugswetter bei viel Sonnenschein und Höchstwerten zwischen 20 und 25 Grad. Im Norden sind dagegen mehr Wolken unterwegs, die vereinzelt auch für einen kurzen Schauer gut sind. Dazu wird es windig und mit maximal 18 bis 22 Grad geringfügig kühler. Einem Ausflug sollte aber auch dort zumindest vom Wetter her nichts im Wege stehen.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Noch-einmal-turbulent-dann-wirds-wieder-ruhiger-1.jpg 740 680 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-21 17:48:482026-08-24 13:46:15Noch einmal turbulent, dann wird’s wieder ruhiger

Sommer im Barock

20. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben die Menschen schon immer beschäftigt. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch Eingang in die Kunst gefunden haben. Ein gewisser venezianischer Komponist Antonio Vivaldi beschäftigte sich intensiver mit diesen und schrieb dafür Violinenkonzerte, die er in seinem heutzutage weltbekannten Werk „Le quattro stagioni“ oder zu Deutsch „Die vier Jahreszeiten“ zusammenfasste. Im heutigen Thema des Tages soll es um den Sommer gehen und der Bogen zum Wetter in Deutschland geschlagen werden.

Antonio Vivaldi, Kupferstich von F. M. La Cave (1725) (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Vivaldi, Künstler: François Morellon de La Cave)

Antonio Lucio Vivaldi wurde 1678 in Venedig geboren. Sein Vater war Violinist und so fiel der Apfel nicht weit vom Stamm. Nachdem er die Ausbildung zum Priester absolviert hatte, arbeitete er zudem als Lehrer für verschiedene Musikinstrumente und führte später ein Orchester eines Heimes für Waisenmädchen zu Berühmtheit. In dieser Zeit komponierte er zahlreiche Violinenkonzerte, unter anderem auch „L’estate“ – den Sommer.

Das Stück gehört zur Gattung der Programmmusik, das bedeutet es bringt Geschichten oder Bilder in eine musikalische Form. In Vivaldis Fall gibt es ein dazugehöriges Sonett, das er vermutlich selbst schrieb:

Es ist die Jahreszeit der erbarmungslos glühenden Sonne, / es ermattet der Mensch, ermattet die Herde, / die Pinie brennt. / Der Kuckuck ruft und schreiend fallen Tauben / und Finken mit ein.
Noch weht ein leichtes Lüftchen, / doch plötzlich braust der heulende Nordwind dagegen. / Der Hirte weint. Er fürchtet sich vor dem Sturm. / Er fürchtet die Ungewissheit seines Schicksals.
Jetzt kennt des Hirten müder Körper keine Ruhe mehr, / aus Furcht vor dem Blitz und dem grollenden Donner / und aus der Furcht vor den Fliegen, / vor den wilden Schwärmen der Fliegen und Hornissen.
Ach – ja! Er hat ja Recht mit seinen Sorgen und Ängsten. / Der Himmel dröhnt vom Donner und leuchtet von Blitzen, / und der Hagel köpft den Weizen und alles andere Getreide.

Den ersten Teil kennen wir aus dem diesjährigen Sommer zur Genüge. Die Hitze wird musikalisch durch träge, schleppende Akkorde zur Geltung gebracht, die Menschen und Tiere befällt. Doch schon im zweiten Teil frischt der Wind auf und Gewitter ziehen auf. Mit dem Nordwind wird kühlere Luft herangetragen und die Hitze spielt keine Rolle mehr. Das Tempo der Musik erhöht sich immer wieder schlagartig. Im großen Finale, wenn das Gewitter hereinbricht, zeichnet sich das Violinenspiel beispielsweise durch schnelle virtuose Tonleitern aus, die das Bild der Regenmassen und des Hagels, der vom Himmel herabprasselt, transportieren. Und auch so ähnlich findet sich das im Wetter in Deutschland wieder. Am gestrigen Mittwoch und in der vergangenen Nacht kam es von einem Streifen ausgehend von Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen zu Unwettern. Einzelne schwere rotierende Gewitter (Superzellen) bildeten sich und sowohl in Hessen (Oberndorf/Solms) als auch in Brandenburg (Fürstenwalde/Spree) gab es sogar bestätigte Tornadomeldungen. Besonders vertrackt war die Tatsache, dass sich der Tornado in Brandenburg nicht an einer Gewitterzelle bildete, sondern an einem einfachen kleinen Schauer. Die Erkennung eines solch kleinräumigen Ereignisses ist an sich schon äußerst herausfordernd. Oft ist erst im Nachgang können dann Analysen der Radarbilder Aufschluss darüber geben, ob die Strukturen einer Rotation sichtbar gewesen sind und Tornadomeldungen plausibel sind.

Nun neigt sich der Sommer allmählich dem Ende zu. Am 1. September ist meteorologischer, am 23. September kalendarischer Herbstanfang. Und wer weiß, vielleicht findet sich eine Gelegenheit den Herbst von Vivaldi für das Wetter heranzuziehen.

M.Sc. (Meteorologe) Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Sommer-im-Barock.jpg 256 256 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-20 16:36:542026-08-24 13:46:12Sommer im Barock

Übers Ziel hinausgeschossen

19. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

„[…] wird die feucht-warme und zu Gewittern neigende Luft allmählich in den Süden verdrängt.“ So oder so ähnlich hatten bereits einige der zahlreichen Hitzeperioden in diesem Sommer ihr Ende gefunden, und ebenso war es auch am vergangenen Wochenende gewesen. Die Kaltfront eines über Südskandinavien ziehenden Tiefdruckgebiets hatte von Nordwesten den Wetterwechsel eingeläutet, was am Montag einherging mit einer Tageshöchsttemperatur von 28,4 °C – zwei Tage zuvor waren von Frankfurt am Main bis Frankfurt an der Oder überregional noch über 37 °C gemessen worden. Nichtsdestotrotz war am Montag vom Süden bis in den Südosten weiterhin eine ausreichend feucht-labile Luftmasse vorzufinden, welche mit Hilfe von Hebungs-Unterstützung aus höheren Atmosphärenschichten bereits ab dem Vormittag die Entwicklung von recht ausgeprägten Gewittern begünstigte.

RGB Satellitenbild zentriert über Deutschland, am vergangenen Montag den 17.08.2026 um 06:40 UTC.

Der Blick auf das RGB Satellitenbild eines EUMETSAT Satelliten der dritten Generation (MTG) zeigt zuerst einmal Eines: Deutschland war um 06:40 UTC (08:40 Mitteleuropäische Sommerzeit) mehr oder weniger von Wolken bedeckt. RGB steht für Rot-Grün-Blau, also eine Überlagerung dieser spektralen Messkanäle, so dass ein Bild entsteht welches etwa der menschlichen Wahrnehmung entspricht. Zu dem Haupteindruck „Da sind viele Wolken“ gesellen sich bei näherer Betrachtung mehr und mehr Details, weniger dichte Wolken im Südosten Deutschlands, weniger strukturierte Wolken im Norden, mehr Struktur an den Wolkenoberkanten hingegen in der Mitte und im Südwesten. Deutlich mehr Details und Informationen über die Wolkenstrukturen lassen sich jedoch unter Hinzunahme von Infrarotmessungen herauslesen. Bei den sogenannten „Infrarot-Sandwich“ Satellitenprodukten macht man sich dabei die Vorteile beider Spektralbereiche zunutze: Erstens, die höhere horizontale Auflösung im sichtbaren Bereich, also die Strukturen die sich in den Wolkenoberkanten im obigen Satellitenbild zeigen. Zweitens, die Information über die Temperatur an der Wolkenoberkante welche sich aus den Messungen im Infrarotbereich annähernd bestimmen lässt, allerdings bei einer geringeren horizontalen Auflösung.

Animation des Infrarot-Sandwich Produkts aus Messungen des MTG Satelliten, für den vergangenen Montag, den 17.08.2026. (Quelle EUMETSAT/DWD)

Animation des Infrarot-Sandwich Produkts aus Messungen des MTG Satelliten, für den vergangenen Montag, den 17.08.2026.

Die Animation des IR-Sandwich Produkts des MTG Satelliten vom vergangenen Montag gibt einen guten Eindruck von der Kombination der verschiedenen Messkanäle. Die Animation beginnt um 06:00 UHR MESZ, zu dieser Zeit um den Sonnenaufgang sind noch keine Informationen im sichtbaren Bereich vorhanden, und die farblich hervorgehobenen Wolken mit sehr kalten und damit sehr hohen Oberkanten erscheinen noch sehr flach und unstrukturiert – es sind nur die weniger hoch aufgelösten Informationen aus dem Infraroten vorhanden. Mit steigendem Sonnenstand erscheinen von Osten aus die überlagerten Strukturen aus den RGB-Kanälen, was dann ab etwa 09:00 Uhr ein vollständiges IR-Sandwich Bild im gesamten dargestellten Bereich ergibt. Ein großes Gebiet zusammenhängender hoher Wolkenstrukturen zieht im Verlauf der Animation von Westen Richtung Nordosten, was am Montag einherging mit viel schauerartigem Regen, jedoch ohne elektrische Entladungen und somit ohne Gewitter. Anders sah es im Süden aus, bereits sehr früh am Tag bilden sich auf französischer Seite an der Grenze zu Baden-Württemberg hochreichende Wolkentürme aus – je rötlicher die Farbgebung desto kälter und hochreichender die Wolke. Hier wurden auch im Radar die am stärksten ausgeprägten Zellen beobachtet. Was nicht bedeutet dass es auf deutscher Seite im Süden ruhig zuging. Auch hier reichte es für unwetterartige Niederschlagsmengen in wenigen Stunden, in der Animation zeigt sich das anhand der sehr schnell sehr hoch schießenden Wolken im Bereich von Bodensee und Allgäu. Die zweite spannende Region in Sachen Gewitter-Warnwesen war am Montag der Osten Sachsens. Auch hier bildeten sich in feucht-labiler Luft mit reichlich verfügbarem Wasser hochreichende Gewitterwolken aus. In der IR-Sandwich Animation erscheinen diese Wolken gegen 09:30 UTC südlich der großskaligen ostwärts ziehenden Wolkenstrukturen. Da hier neben den genannten Gewitter-Zutaten, Feuchte, Labilität und Hebung zusätzlich auch Windscherung vorhanden war, bildeten diese Gewitterzellen eine Eigendynamik aus und scherten für eine Weile nach rechts Richtung Erzgebirge aus – mit viel gutem Willen zeigt sich auch das ansatzweise in der obigen Animation.

RGB Satellitenbild zentriert über Deutschland, am vergangenen Montag den 17.08.2026 um 06:40 UTC. Überlagert sind die Umrisse der automatisch identifizierten schnell wachsenden Gewitterzellen.

Entweder aus Mangel an Konzept beim Schreiben oder als bewusster Spannungsbogen gab es bis hierhin noch keinen Kontext für die Überschrift des heutigen Thema des Tages. Was auch immer der Grund war, wir Enden heute wieder mit einem Werbeblock für die zahlreichen frei verfügbaren Produkte im Eumetsat-Portal. Das obige Bild zeigt noch einmal das MTG RGB-Satellitenbild um 06:40 UTC, dieses Mal mit hervorgehobenen Umrissen von sich schnell entwickelnden Gewitterzellen. Diese werden – interessanterweise bisher nur aus den Messungen der vorherigen Generation von Satelliten (MSG) – anhand von schnell sinkenden Temperaturen im Infraroten, also schnell hochschießender Wolkenoberkanten identifiziert. Die roten Zahlen geben dabei die tiefste gemessene Helligkeitstemperatur in der jeweiligen Zelle an – für die markierte und anfangs besprochene Gewitterwolke westlich von Baden-Württemberg -63 °C. Hier war die Luft so hochreichend labil geschichtet, dass die aufsteigenden Luftmassen bis an die Tropopause und darüber hinausschossen! Dieses Überschießen ist in dem „Rapide wachsende Gewitterzellen“-Produkt mit 6,37 °C und somit einigen hundert Metern über der Tropopause quantifiziert!

Dr. Thorsten Kaluza (Meteorologe)
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Uebers-Ziel-hinausgeschossen-1.jpg 1047 1920 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-19 14:40:252026-08-24 10:57:27Übers Ziel hinausgeschossen

Von laut bis leise: Der Donner

18. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Es ist dunkel, es flackert kurz und wenige Sekunden später wird man spätestens vom lauten Schlag aus dem Bett geworfen. So könnte es sich in den letzten Tagen durchaus mancherorts zugetragen haben, wenn Gewitter nachts über Deutschland hinwegzogen und dabei einen natürlichen Wecker darstellten, der leider nicht immer zur gewünschten Zeit losging. Weniger vom Blitz, aber vielmehr vom Donner wird man des nachts nämlich häufiger geweckt, wenn sich die Energie der Luftmasse am Himmel entlädt. Aber natürlich sind die Donnerschläge tagsüber genauso einprägsam oder angsteinflößend.

Doch was geschieht bei einem Donner eigentlich? Nun, vereinfacht gesagt ist der Donner das Ergebnis eines physikalischen Prozesses. Bei einer Blitzentladung wird die Luft im Blitzkanal binnen Sekundenbruchteilen auf Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius erhitzt, in Ausnahmefällen sind sogar über 50.000 Grad möglich. Zum Vergleich, unsere Sonne besitzt in ihrer leuchtenden Schicht „nur“ eine Oberflächentemperatur von etwa 5.500 bis 6.000 Grad Celsius.

Aufgrund dieses enormen Temperatursprunges ist die Luft gezwungen, sich in ebenso kurzer Zeit rasant auszudehnen, was eigentlich kaum möglich ist. Es entsteht hierdurch ein kurzzeitig unglaublich hoher Druck. Damit läuft vom Blitz in der Folge eine Schockwelle in alle Richtungen weg, die sich zunächst sogar mit Überschallgeschwindigkeit entfernt, bevor sie sich als Druckwelle mit „normaler“ Schallgeschwindigkeit von etwa 343 m/s fortbewegt.

Je weiter sich diese Druckwelle, die als akustische Welle (Donner) für uns Menschen hörbar ist, vom Blitz bzw. dem Gewitter entfernt, umso leiser wird sie mit der zunehmenden Entfernung, da die Druckwelle rasch an Stärke verliert. Nun wird aus einem eigentlichen Knall ein längeres Grollen, was damit zusammenhängt, dass die Schwallwellen bei einem nahen Blitz mit senkrechter Neigung nahezu gleichzeitig, bei einem entfernten Blitz (und im „besten“ Fall mit Neigung) jedoch versetzt beim Beobachter ankommen. Damit zieht sich der Donner in die Länge. Stark gegliederte Orographie kann diesen Prozess durch Schallreflexionen noch verstärken, sodass ein typisches „Rumpeln“ entsteht.

Zu sehen ist eine Blitzentladung. Der dabei entstehende Donner ist das Ergebnis eines physikalischen Prozesses, bei dem Luft schlagartig erhitzt wird und sich ausdehnen muss.

Der Zeitpunkt des eintretenden Donners ist übrigens gut geeignet, um die Entfernung zum Gewitter abzuschätzen, wenn man den dazugehörigen Blitz beobachten konnte. Wie wir wissen, breitet sich der Schall mit rund 343 m/s in alle Richtungen aus. Zählt man nun die Sekunden, die zwischen dem Blitz und dem ersten Hören des Donners liegen und teilt diese durch drei, bekommt man eine gute Größenordnung der Entfernung in Kilometern heraus. Zum Beispiel liegen zwischen Blitz und Donner 9 Sekunden, dann ist das Gewitter (oder besser der Blitz) rund 3 km entfernt. Man muss dabei jedoch beachten, dass Blitze teils weit entfernt vom Niederschlag außerhalb der Gewitterwolke einschlagen können, weshalb 3 km recht nah und gefährlich wären. Übrigens sind Donner für uns Menschen nur ca. 20 bis 25 km (selten mehr) entfernt hörbar, was unter anderem an der Absorption der Schallwellen und störenden Umweltgeräuschen liegt.

Zu guter Letzt soll noch die Frage beantwortet werden, wie laut ein Donner eigentlich ist. Da die Lautstärke mit zunehmender Entfernung immer weiter abnimmt, ist eine genaue Festlegung gar nicht möglich. Nach oben hin gibt es in der Fachliteratur aber durchaus Richtwerte, welche bei etwa 130 Dezibel liegen, was für einen sehr nahen Blitz mit einem Donnerschlag, besser -knall, gilt. Dies wäre ungefähr mit einem Düsenjet während der Startphase vergleichbar.

M.Sc Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Von-laut-bis-leise-scaled.jpg 1707 2560 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-18 15:24:442026-08-24 10:57:24Von laut bis leise: Der Donner

Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

17. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Große Hitze und kaum Niederschlag – so gestaltete sich das Wetter vor allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr trocken.

Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise für Niederschläge sorgen.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der Feuchte für Montag, den 17.08.2026. Ein Trog befindet sich über Mitteleuropa. Dabei wird feuchtere Luft herangeführt.

Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten Auswirkungen zu rechnen.

Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz, bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern. Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes Wetter durch.

Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei.

Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.

Die synoptische Übersicht mit dem Geopotential und der pseudopotentiellen Temperatur für Mittwoch, den 19.08.2026 um 18 UTC. Vorderseitig eines Troges über Westeuropa wird warme und feuchte Luft herangeführt. Es bildet sich eine Luftmassengrenze aus.

Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten, stellenweise auch noch etwas mehr.

In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere Mengen zu erwarten.

Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen. Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten.

Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30 l/qm wahrscheinlich.

Die prognostizierten, akkumulierten Niederschläge bis einschließlich Freitag, den 21.08.2026. Am meisten Niederschlag fällt voraussichtlich am Alpenrand und entlang der Nordsee.

Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Erwartet-uns-nun-der-langersehnte-1.png 544 1106 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-17 14:25:212026-08-18 11:44:26Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

16. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Der diesjährige Sommer geht in die Geschichtsbücher ein. Er ist bereits jetzt von zahlreichen Rekorden geprägt und eventuell kommen sogar noch weitere Rekorde hinzu. Im folgenden Quiz wollen wir Ihrem Kenntnisstand mal auf den Zahn fühlen und Sie können sich auch selbst testen, wie aufmerksam Sie unsere Themen des Tages und Pressemitteilungen gelesen haben bzw. wie vertraut Sie mit der Synoptik und unserem Wetterlexikon sind. Natürlich können Sie gewisse Hilfsmittel verwenden, aber viel mehr Spaß macht das Quiz doch dann, wenn die grauen Zellen aktiviert werden. Am Ende ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben ein Lösungswort, das im bisherigen Sommer immer wieder eine tragende Rolle gespielt hat.

Frage 1:

Wo wurde in diesem Sommer der deutschlandweite Allzeittemperaturrekord gemessen?

  1. H) Möckern-Drewitz (Sachsen Anhalt)
    R) Neißemünde-Coschen (Brandenburg)
    S) Kitzingen (Bayern)

Frage 2:

Wie warm war es beim derzeit deutschlandweit offiziell gültigen Allzeitrekord?

  1. e) 41,7 °C
    i) 41,8 °C
    o) 42,2 °C

Frage 3:

Wie ist eine Tropennacht definiert?

  1. t) Tiefstwert nicht unter 20,0 °C
    g) Tiefstwert nicht unter 19,0 °C
    m) Tiefstwert über 25,0 °C

Frage 4):

Ab wann spricht man von einem Sehr Heißen Tag?

  1. m) Maxima über 30 °C
    z) Maxima über 35 °C
    e) Maxima über 40 °C

Frage 5):

ppw ist ein in der Meteorologie verwendetes Maß für

  1. e) den Wasserdampfgehalt in der Luft
    n) den Luftdruck
    s) die Labilität

Frage 6):

Der wärmste Ort im Juli bezogen auf die durchschnittliche Temperatur war

  1. c) Freiburg (Baden-Württemberg)
    i) Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg)
    w) Rheinfelden (Baden-Württemberg)

Frage 7):

In Hessen war es im Juli noch nie zuvor in der Messhistorie

  1. h) so warm
    e) so trocken
    r) so sonnenscheinreich

Frage 8):

Eine Fallböe ist charakterisiert durch

  1. i) einen stark rotierenden Luftwirbel mit nahezu vertikaler Drehachse
    l) einen sehr starken Abwind und eine fächerförmige Ausbreitung der Luft am Boden
    m) sehr starke Aufwinde

Frage 9):

In welchem Bundesland war es bezogen auf die Mitteltemperatur im Juli am wärmsten?
t) Baden-Württemberg
m) Rheinland-Pfalz
l) Saarland

Frage 10):

Welche dieser Aussagen stimmt?
h) Tornados sind immer stärker als Windhosen
e) Tornados und Windhosen sind dasselbe
g) bei einem Tornado erreicht die Windgeschwindigkeit immer mindestens 150 km/h

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/09/DWD-Logo.png 500 500 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-16 17:12:422026-08-18 11:44:23Sind Sie auf dem aktuellen Stand?

Waldbrandwetter

15. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Temperaturen der aktuellen Hitzewelle von bis zu 39 Grad (14.08.2026 in Rheinfelden) finden derzeit kaum noch Beachtung. Dabei waren die gestrigen Höchstwerte gebietsweise höher als die Rekorde vor diesem Sommer. Bleiben wir beim Beispiel Rheinfelden im Südwesten von Baden-Württemberg. Die 39,0 Grad vom gestrigen Freitag wären dort ein neuer Allzeitrekord gewesen, wären da nicht die 40,0 Grad vom 30.07. dieses Jahres. Anders als bei den vorherigen Hitzewellen stehen diesmal die Waldbrände im Fokus, die in Deutschland und weiteren Ländern Europas (z. B. in Belgien, Österreich und Großbritannien) ausgebrochen sind.

Grundlage für die gefährliche Situation ist die sehr trockene und heiße Witterung der letzten Monate. Der fehlende Niederschlag und die hohe Verdunstung haben zu ausgetrockneten Böden und teils vertrockneter Vegetation geführt. Die extreme Vorgeschichte lässt sich an den großen Flüssen Deutschlands ablesen. Rekordniedrige Abflüsse für diese Jahreszeit und zum Teil auch Allzeitrekorde bezeugen eindrücklich die hydrologische Ausnahmesituation.

Relative Niederschlagssumme des bisherigen Sommers im Vergleich zum Klimamittel für denselben Zeitraum. (Quelle: DWD)

Kurzfristig kamen weitere förderliche meteorologische Bedingungen für potenziell sehr gefährliche Waldbrände hinzu. Im angloamerikanischen Raum, wo Waldbrände ein häufigeres Phänomen darstellen, gibt es hierfür die einprägsame 30-30-30-Regel. Sie bezieht sich auf drei meteorologische Parameter und besagt, dass besonders gefährliches „Waldbrandwetter“ herrscht, wenn Folgendes gilt: Lufttemperatur über 30 Grad, relative Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent und eine mittlere Windgeschwindigkeit von über 30 km/h. Die hohen Lufttemperaturen gepaart mit der Sonneneinstrahlung sorgen für eine hohe Temperatur der Vegetation, die niedrige Luftfeuchtigkeit „saugt“ die verbliebene Feuchtigkeit besonders effektiv aus Boden, Pflanzen und ihren Blättern. Der Wind führt die verdunstete Feuchtigkeit rasch ab und führt einem bereits bestehenden Brand besonders gut Sauerstoff zu. Zusätzlich wird Glut verfrachtet und kann neue Brände entfachen.

Seit Donnerstag werden die ersten beiden Bedingungen in den Nachmittagsstunden in Deutschland verbreitet erreicht. Bei Temperaturen um 36 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von gebietsweise um 15 Prozent. Der Wind erreichte zwar im Mittel nicht 30 km/h, die Böen lagen jedoch gebietsweise über 30 km/h und in der Praxis hat sich gezeigt, dass bereits wiederholte Böen in dieser Stärke für eine deutliche Verschärfung von Waldbränden sorgen.

Temperatur, rel. Luftfeuchtigkeit und Windböen am 14.08.2026 um 17 Uhr MESZ. (Quelle: DWD)

Besonders große Waldbrände gibt es seit gestern in der Eifel und im Hohen Venn in Belgien. Der Rauch dieser Brände war heute auch auf den Satellitenbildern deutlich sichtbar. Die Rauchfahne zog sich von der Eifel in einem Bogen über Hessen und Thüringen bis in den Norden Sachsen-Anhalts.

Satellitenbilder vom frühen Vormittag des 15.08.2026. Links: Wolkentyp eingefärbt mit RGB-Farben, rechts: Echtfarben-Bild. (Quelle: DWD)

Nach dem heutigen Tag entspannen sich die meteorologischen Bedingungen für gefährliche Waldbrände etwas. Es wird kühler und die Luftfeuchtigkeit nimmt deutlich zu. Es gibt zwar auch Niederschläge, doch fallen diese wahrscheinlich nur lokal ergiebig aus. Eine Ausnahme könnte der Süden und Südosten Bayerns sein, wo ab der Nacht zum Montag länger anhaltende Niederschläge wahrscheinlich sind.

M.Sc Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Waldbrandwetter-1.png 2489 2030 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-15 16:21:492026-08-17 12:37:00Waldbrandwetter

Von Labilität und Feuchte

13. August 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In vorausgegangenen Themen des Tages vom 01. und 15.07. wurden bereits wichtige Faktoren (CAPE und Scherung) für die Gewittervorhersage betrachtet. Heute wird diese Liste durch die Feuchte und die Labilität ergänzt.

Beim Begriff der „Feuchte“ denkt der kosmetisch umtriebige Leser vielleicht intuitiv an Feuchtigkeitscremes oder -sprays. Eventuell verbindet damit manch anderer zu seinem Leidwesen Wasserrohrbrüche und die damit einhergehende Bekämpfung der Feuchtigkeit in Wänden. Eine ähnlich an den Haaren herbeigezogene Einleitung hinsichtlich des Begriffes der Labilität aus dem Alltag ist dem Verfasser leider nicht gelungen, daher gehen wir nun schnell zum meteorologischen Teil über.

Beginnen wir mit der Feuchte. Diese bezieht sich auf den Wasserdampfgehalt der Luft. Insbesondere das Maß „PPW“ (potential precipitable water, deutsch: niederschlagbares Wasser) spielt eine bedeutende Rolle zur Einschätzung der Gewitterstärke. Betrachten wir eine ein Quadratmeter große Fläche, so gibt der PPW-Wert an, wie viel Wasser sich in der gesamten darüberliegenden Luftsäule befindet. Die übliche Einheit ist Kilogramm (oder Liter) pro m², also Masse des Wassers, die über einer bestimmten Fläche am Boden vorhanden ist. Diese Zahl beschreibt das theoretische Maximum an Regen, der aus dieser Luftsäule herausgequetscht werden kann. Nun wäre es natürlich verlockend den Schluss zu ziehen, dass das eins-zu-eins auch dem Starkregenpotential eines Gewitters entspricht. Doch leider ist es nicht ganz so einfach. Hierbei muss nämlich zum Beispiel noch in Betracht gezogen werden, dass Gewitter eine gewisse Zuggeschwindigkeit haben. Ziehen sie also schnell, ist es kaum vorstellbar, dass das gesamte Wasser an einem Ort herunterkommt. Kommt dagegen eine Gewitterzelle nur langsam voran, ist das Potential deutlich größer. Wenn man nun noch in Betracht zieht, dass mehrere Gewitterzellen über einen Ort ziehen können oder eine Zelle lange über derselben Stelle überlebt und dabei immer frischen „Nachschub“ von feuchter Luft bekommt, ist der Schluss klar, dass das PPW lediglich ein Richtwert für die Einschätzung sein kann.

Kommen wir nun zum zweiten Begriff. In der Meteorologie versteht man unter der Labilität die Neigung der atmosphärischen Schichtung, aufsteigende Luftbewegungen (Konvektion) zuzulassen oder zu unterdrücken. Um dies zu verdeutlichen betrachten wir ein aufsteigendes Luftpaket. Durch das Aufsteigen dehnt es sich aus und kühlt dabei ab. Ist es trocken (genauer: nicht gesättigt) so liegt die Abkühlungsrate bei etwa 1 Kelvin pro 100 Metern. Falls Sättigung schon eingesetzt hat (also zum Beispiel in einer Wolke) liegt die Rate bei etwa 0,65 Kelvin pro 100 Metern. In letzterem Fall wirkt dem Abkühlungsprozess entgegen, dass Energie bei der Kondensation von Wasser frei wird. Diese charakteristischen Abkühlungsraten werden auch trockenadiabatischer beziehungsweise feuchtadiabatischer Temperaturgradient genannt. Sie ergeben sich aus dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik und einigen Annahmen bzw. Vereinfachungen.

Skizze der unterschiedlichen Möglichkeiten der Stabilität in Bezug auf die vertikale Temperaturänderung.

Mit diesem Hintergrundwissen können wir uns nun überlegen, wie die Atmosphäre geschichtet sein muss, damit sie stabil bzw. instabil ist. In der Skizze befindet sich auf der x-Achse die Temperatur und auf der y-Achse die Höhe. Die gleichmäßigen Linien von rechts unten nach links oben stellen die Adiabaten dar. Die durchgezogene Linie mit den unterschiedlichen Neigungen zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich die Temperatur der umgebenden Atmosphäre ändern kann. Beginnen wir also von ganz unten. Luft vom Boden hat eine bestimmte Temperatur und ändert seine Temperatur so, dass sie der Adiabate folgt. Die Umgebungstemperatur befindet sich jedoch „links“ davon. Das heißt, die aufsteigende Luft ist im Vergleich zur Umgebungsluft wärmer und wird dadurch weiter zum Aufsteigen animiert. Das Gegenteil ist der Fall im darüberliegenden Abschnitt. Dort bleibt die Umgebungsluft mit der Höhe gleich warm. Die aufsteigende Luft kühlt sich trotzdem ab und wird somit zum Absinken gezwungen. Die oberen zwei Abschnitte zeigen ebenfalls zwei stabile Zustände. Der indifferente Fall ist ein Spezialfall, denn hier nimmt die Umgebungstemperatur genauso schnell mit der Höhe ab wie beim Aufsteigen. Das bedeutet, dass es keine Tendenz zum weiteren Aufsteigen, aber auch nicht zum erneuten Absinken gibt.

Die Gewitterprognose hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Fehlt die Labilität, so wird die Konvektion von der Atmosphäre gehemmt. Fehlt die Feuchte oder CAPE, so fehlt die Energie für das Gewitter. Fehlt die Scherung, so fallen sich entwickelnde Gewitter schnell wieder in sich zusammen. Erst wenn alles zusammenpasst, können daraus mächtige Systeme entstehen und beeindruckende Formen annehmen. Und ist das etwa nicht faszinierend?

M.Sc.(Meteorologe) Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/08/Von-Labilitaet-und-Feuchte.jpg 390 349 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-08-13 15:42:272026-08-14 09:47:37Von Labilität und Feuchte
Seite 1 von 234123›»
Search Search

Neueste Beiträge

  • Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?
  • Pokalwetter mit Sommer-Comeback
  • Noch einmal turbulent, dann wird’s wieder ruhiger
  • Sommer im Barock
  • Übers Ziel hinausgeschossen

Kategorien

  • Allgemein (91)
  • Brand News (45)
  • Stories (10)
  • Tipps & Tricks (4)
    • Gesundheit (3)
  • Wetter (2.333)
    • Thema des Tages (2.315)
    • Wetterlexikon (1.357)
      • Klima (1.015)
    • Wind (579)

Archiv

  • August 2026 (23)
  • Juli 2026 (36)
  • Juni 2026 (31)
  • Mai 2026 (32)
  • April 2026 (29)
  • März 2026 (32)
  • Februar 2026 (28)
  • Januar 2026 (31)
  • Dezember 2025 (31)
  • November 2025 (31)
  • Oktober 2025 (31)
  • September 2025 (30)
  • August 2025 (31)
  • Juli 2025 (31)
  • Juni 2025 (32)
  • Mai 2025 (31)
  • April 2025 (33)
  • März 2025 (36)
  • Februar 2025 (27)
  • Januar 2025 (32)
  • Dezember 2024 (31)
  • November 2024 (30)
  • Oktober 2024 (33)
  • September 2024 (30)
  • August 2024 (31)
  • Juli 2024 (32)
  • Juni 2024 (30)
  • Mai 2024 (30)
  • April 2024 (30)
  • März 2024 (32)
  • Februar 2024 (29)
  • Januar 2024 (31)
  • Dezember 2023 (31)
  • November 2023 (30)
  • Oktober 2023 (31)
  • September 2023 (29)
  • August 2023 (35)
  • Juli 2023 (34)
  • Juni 2023 (35)
  • Mai 2023 (32)
  • April 2023 (30)
  • März 2023 (30)
  • Februar 2023 (28)
  • Januar 2023 (33)
  • Dezember 2022 (30)
  • November 2022 (30)
  • Oktober 2022 (31)
  • September 2022 (30)
  • August 2022 (32)
  • Juli 2022 (31)
  • Juni 2022 (32)
  • Mai 2022 (32)
  • April 2022 (30)
  • März 2022 (32)
  • Februar 2022 (27)
  • Januar 2022 (31)
  • Dezember 2021 (31)
  • November 2021 (30)
  • Oktober 2021 (34)
  • September 2021 (30)
  • August 2021 (30)
  • Juli 2021 (33)
  • Juni 2021 (31)
  • Mai 2021 (30)
  • April 2021 (33)
  • März 2021 (33)
  • Februar 2021 (30)
  • Januar 2021 (38)
  • Dezember 2020 (39)
  • November 2020 (33)
  • Oktober 2020 (38)
  • September 2020 (32)
  • August 2020 (33)
  • Juli 2020 (22)
  • Juni 2020 (22)
  • Mai 2020 (16)
  • April 2020 (13)
  • März 2020 (15)
  • Februar 2020 (15)
  • Januar 2020 (16)
  • Dezember 2019 (9)
  • November 2019 (13)
  • Oktober 2019 (13)
  • September 2019 (16)
  • August 2019 (7)

Schlagwörter

Bodenseeschifferpatent Druckgradienten Eis Frost Gewitter Herbstwetter Hitze Hitzewelle Hochdruck Hochdruckeinfluss Hochdruckgebiet Hochnebel Hurrikan Kaltfront Klimawandel Luftdruckmuster Meereisrückgang Nebel Niederschlag Regen SBF-Binnen SBF-Binnen unter Segeln SBF-See Schnee Sommer Sommerzeit Sonnenschein Sportboot-Patente Sportbootführerschein Starkregen Sturm Sturmböen Sturmtief Temperatur Thema des Tages Tiedruckgebiet Tiefdruckgebiet Tiefdruckgebiete Trockenheit Wetter Wetterumschwung Wettervorhersage Wind Winter Winterwetter
Search Search
© Copyright - Windinfo.eu
  • Link zu Facebook
  • Link zu Youtube
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen