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Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

22. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Deutschland liegt derzeit zwischen zwei wetterbestimmenden Systemen: dem weit nach Norden ausgedehnten Azorenhoch und mehreren Tiefdruckgebieten über Skandinavien und Osteuropa. Aus dieser Konstellation resultiert eine nördliche Strömung, mit der vergleichsweise kühle Meeresluft nach Deutschland gelangt. Während weite Teile Süd- und Südwesteuropas unter anhaltender Hitze leiden, bleibt Deutschland dadurch verschont.

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck, Mittwoch den 22.07.2026 12 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am heutigen Mittwoch sorgt Tief DEBORAH vor allem im Norden für viele Wolken, Schauer und einzelne kurze Gewitter. Zudem weht dort ein lebhafter Wind, an den Küsten sind auch stürmische Böen möglich. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im Süden. Dort scheint häufig die Sonne und die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad. Im übrigen Land werden 19 bis 23 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag zieht das Tief weiter nach Osten ab, während sich der Einfluss des Hochdrucks langsam bemerkbar macht. Dadurch klingen die Schauer von Westen her nach und nach ab. Lediglich im Osten treten noch einzelne Schauer auf. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 8 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Mittwoch 22.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Auch am Donnerstag bleibt das Wetter zweigeteilt. Im Osten bestimmen weiterhin Tiefdruckeinfluss mit vielen Wolken, Schauern und kurzen Gewittern das Wettergeschehen. Im äußersten Südwesten sorgt dagegen ein Ableger des Azorenhochs für überwiegend sonniges Wetter. Die Temperaturen steigen auf 19 Grad im Nordosten und bis zu 27 Grad im Südwesten. Der Wind weht mäßig, im Norden zeitweise frisch aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag verabschieden sich schließlich auch im Osten die letzten Schauer. Danach zeigt sich der Himmel meist gering bewölkt oder klar. Örtlich können sich flache Nebelfelder bilden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 15 und 6 Grad.

Wetter- und Temperaturkarte, am Donnerstag 23.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag setzt sich der Hochdruckeinfluss weiter durch. Im Norden halten sich zwar häufig noch dichte Wolken, in der Mitte und im Süden scheint dagegen überwiegend die Sonne. Dort wird regional wieder die 30-Grad-Marke überschritten, während es im Norden nur mäßig warm bleibt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Samstag erreicht von Norden eine Kaltfront Deutschland und bringt dort ab den Abendstunden schauerartigen Regen. Gleichzeitig nimmt im Süden ab dem Nachmittag das Gewitterrisiko deutlich zu. Nur in der Landesmitte bleibt es bis zum Abend überwiegend trocken. Mit Höchstwerten zwischen 25 und 30 Grad, im Südwesten örtlich bis 33 Grad, wird der Samstag der wärmste Tag der Woche. Kühler bleibt es lediglich an den Küsten. Am Sonntag dominieren schließlich vielerorts Wolken mit Schauern und Gewittern. Im Süden kann es zeitweise auch länger anhaltend regnen. Überwiegend trocken bleibt es voraussichtlich nur im Nordwesten.

Aussichten vom Freitag, den 24.07.2026 bis Sonntag, den 26.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Was vielerorts weiterhin fehlt, ist flächiger Regen. Trotz einzelner Schauer und Gewitter bleibt die Niederschlagsbilanz in vielen Regionen deutlich zu gering. Solange die großräumige nördliche Strömung bestehen bleibt, ist bis zum Monatsende keine Hitzewelle zu erwarten.

Ein Blick auf die großräumige Wetterentwicklung zeigt jedoch, dass sich die Lage zum Monatswechsel ändern könnte. Im Mittelmeerraum hält sich die außergewöhnliche bis extreme Hitze weiterhin. Sollte die Strömung auf südliche Richtungen drehen, könnte diese sehr warme Luft Deutschland innerhalb kurzer Zeit wieder erreichen. Die Hitze wäre dann rasch zurück.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Nordstroemung-haelt-die-Hitze-auf-Abstand-1.png 914 1282 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-22 16:01:052026-07-24 16:09:53Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

21. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

KI-basierte Vorhersagemodelle sorgten damals für Schlagzeilen wie „GraphCast: Google-KI sagt Wetter besser vorher als aktuelle Modelle“. Im Gegensatz zu klassischen physikalischen Wettermodellen, die den zukünftigen Zustand der Atmosphäre aus Beobachtungen, Datenassimilation und der numerischen Lösung physikalischer Gleichungen berechnen, lernen KI-Modelle atmosphärische Entwicklungen aus großen Mengen historischer Wetterdaten. Mithilfe neuronaler Netzwerke erkennen sie typische Muster und Zusammenhänge, die anschließend für neue Vorhersagen genutzt werden können.

Modelle wie GraphCast oder Pangu-Weather haben erstmals gezeigt, dass neuronale Netze in vielen Bereichen mit klassischen numerischen Wettermodellen konkurrieren können. Damals lautete die zentrale Frage: „Wird Künstliche Intelligenz die Wettervorhersage revolutionieren?” Heute lässt sich diese Frage differenzierter beantworten. KI verändert die Wettervorhersage zwar grundlegend, jedoch nicht durch den Ersatz klassischer Modelle, sondern durch ihre Integration in die gesamte Vorhersagekette. (siehe Thema des Tages vom 19.11.2023)

Inzwischen wurden zahlreiche weitere globale KI-Modelle entwickelt, darunter das AIFS des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), das operationell eingesetzt wird. Ein großer Vorteil von KI-Modellen gegenüber klassischen numerischen Modellen ist ihre hohe Geschwindigkeit. So benötigt die Berechnung einer Vorhersage nur einen Bruchteil der Rechenleistung und kann teilweise sogar auf handelsüblicher Hardware erfolgen.

Eine Herausforderung für die erste Generation von KI-Wettermodellen war die Erstellung leistungsfähiger (siehe Thema des Tages vom 09.06.2020), um die Vorhersageunsicherheit abschätzen zu können. Während klassische Wettermodelle bereits seit Jahrzehnten Ensemblevorhersagen mit vielen leicht unterschiedlichen Modellläufen erzeugen, standen solche Verfahren bei KI-Modellen zunächst weniger im Fokus. Auch hier hat sich mittlerweile viel getan. So können bei KI-basierten Wettermodellen beispielsweise Ensembles erzeugt werden, indem mehrere leicht unterschiedliche Anfangszustände der Atmosphäre in das Modell eingespeist werden. Zusätzlich können stochastische Verfahren oder unterschiedliche Modellvarianten genutzt werden, um die Unsicherheit der Prognose abzubilden. Aus der Streuung der vielen Vorhersagen lässt sich anschließend die Wahrscheinlichkeit verschiedener Wetterentwicklungen ableiten. Die Grundidee entspricht damit der von klassischen Ensembles, allerdings können die einzelnen Vorhersagen deutlich schneller berechnet werden.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) arbeitet mit AICON an einem eigenen KI-basierten Wettermodell, um die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz für die operationelle Wettervorhersage zu nutzen. Dabei stehen insbesondere die Anforderungen europäischer Wetterlagen im Mittelpunkt. AICON soll das bestehende ICON-System nicht ersetzen, sondern es ergänzen. Bereits heute wird es als zusätzliches Werkzeug zur Bewertung der Wetterentwicklung eingesetzt.

Mit einer Auflösung von derzeit etwa 13 km ist ICON jedoch noch zu grob, um kleinräumige Prozesse wie einzelne Gewitter, lokale Starkregenereignisse oder regionale Windsysteme detailliert abzubilden. In der Kurzfristvorhersage bis etwa zwei Tage kommen deshalb hochaufgelöste Regionalmodelle wie ICON-D2 mit einer Gitterweite von rund zwei Kilometern zum Einsatz. Diese können beispielsweise Gewitterzellen explizit berechnen und werden in einem schnellen Aktualisierungszyklus stündlich neu gerechnet.

Eine wichtige zukünftige Herausforderung ist daher die Entwicklung hochaufgelöster KI-basierter Wettermodelle für die konvektive Skala. Von solchen Systemen erwartet man schnellere Vorhersagen mit höherer Detailgenauigkeit und verbesserten Wahrscheinlichkeitsinformationen. Dies ist insbesondere für die Vorhersage von Gewittern, Starkregen und lokalen Windsystemen von Bedeutung.

Doch nicht nur die Wettervorhersage selbst profitiert von KI. Jede Prognose beginnt mit einer Analyse des aktuellen Zustands der Atmosphäre. Diese ist äußerst rechen- und zeitaufwendig, da Milliarden von Beobachtungen verarbeitet werden müssen. KI-Ansätze bieten hier neue Möglichkeiten: Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung heterogener Daten, beschleunigen Verarbeitungsprozesse und helfen dabei, Beobachtungsfehler besser zu erkennen.

Schema KI

Einen wichtigen Meilenstein erreichte der DWD mit AI-VAR, einem der weltweit ersten vollständig KI-basierten Verfahren zur Datenassimilation. Dabei werden Beobachtungsdaten mithilfe eines neuronalen Netzes direkt in einen Analysezustand der Atmosphäre überführt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für sogenannte hybride Modelle, bei denen KI-gestützte Analyseverfahren mit physikalischen Wettermodellen kombiniert werden.

Auch im Bereich des Nowcastings, also der kurzfristigen Vorhersage für die kommenden Minuten bis Stunden, findet KI zunehmend Anwendung. Beispiele hierfür sind die Ableitung flächiger Niederschlagsinformationen aus Satelliten- und Radardaten oder die automatische Erkennung der Niederschlagsart – beispielsweise Regen, Schnee oder Hagel – aus Radarbeobachtungen. Durch die Kombination verschiedener Datenquellen kann KI dabei helfen, kurzfristige Wetterentwicklungen noch präziser zu erfassen.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Wettervorhersage aufgrund der chaotischen Natur der Atmosphäre begrenzt. KI-Modelle müssen physikalisch konsistent bleiben und können die grundlegende Unsicherheit der atmosphärischen Entwicklung nicht aufheben. KI-Ensemblevorhersagen wirken derzeit noch zu glatt und decken nicht alle Vorhersagemöglichkeiten ab. Zudem lernt KI aus Daten vergangener Wetterlagen. Die Prognose seltener Extremereignisse bereitet nach wie vor Schwierigkeiten. Die Interpretation und Bewertung der Ergebnisse durch Meteorologinnen und Meteorologen ist daher weiterhin ein entscheidender Bestandteil der Vorhersage.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass künstliche Intelligenz die klassische Wettervorhersage nicht ersetzt, sondern ihre Möglichkeiten erweitert. Die Wettermodelle der Zukunft werden die Stärken beider Ansätze vereinen: die physikalische Beschreibung der Atmosphäre und die Fähigkeit der KI, komplexe Muster in großen Datenmengen zu erkennen.

KI wird für Meteorologinnen und Meteorologen damit zu einem immer leistungsfähigeren Werkzeug, das neue Möglichkeiten bei Analyse, Prognose und Warnung eröffnet.

Diplom-Meteorologe Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.07.2026
(c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Zwischen-Physik-und-Kuenstlicher-Intelligenz-–-Wie-KI-die-Wettervorhersage-veraendert.png 1024 1536 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-21 16:37:482026-07-24 16:09:39Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

Spanien – Olé

20. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Spanien ist Fußballweltmeister! Gratulation dazu auch von dieser Stelle. Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Tagen zwischen den Pyrenäen und Galicien im Norden sowie Andalusien im Süden noch die eine oder andere Party gefeiert wird, z. B. beim Empfang am Flughafen, wenn die so erfolgreichen spanischen Kicker aus den USA zurückkommen.

Wenn gefeiert wird, dann schwingt immer die Hoffnung mit, das Wetter möge doch bitte mitspielen. Meist ist damit gemeint, dass es trocken bleiben soll. Und für Spanien und die SpanierInnen sieht es diesbezüglich ziemlich gut aus.

Die Abbildung 1 zeigt auf der linken Seite das Geopotential (Linien) und damit salopp gesagt die Druckverteilung in 500 hPa (entspricht etwa 5,5 km Höhe). Darüber hinaus wird die tiefe Bewölkung dargestellt, beides nach dem DWD-Modell ICON für den morgigen Dienstag um 12 UTC (14 MESZ). Es zeigen sich nur recht kleine Gebiete mit nennenswerter tiefer Bewölkung, beispielsweise von der Region Valencia bis zu den Balearen oder auch an den nordwestlichen Küstenabschnitten. Ansonsten fehlen über Spanien die tiefen Wolken und die durchaus vorhandenen mittelhohen und hohen Wolken trüben den Wettercharakter kaum. Einen Faktor für das sonnige Wetter findet man im Geopotential. Zwar dreht sich westlich der Iberischen Halbinsel ein Höhentief, aber über dem Norden Algeriens ist ein Höhenhoch auszumachen, und von dort erstreckt sich ein Höhenrücken, sozusagen eine Geopotentialbeule, über Spanien hinweg bis zur Biskaya. Im Bereich dieses Höhenrückens kommt es zu Absinken und Wolkenauflösung, was den tiefen Wolken den Garaus macht.

Wetterinformationen Spanien für den morgigen Dienstag; links: Geopotential 500 hPa (Linien) und tiefe Bewölkung (Flächen), rechts: Temperaturmaxima (Zahlen) und 12-stündiger Niederschlag (Flächen)

Damit bleibt es am Dienstag auch weitgehend trocken, sieht man einmal von leichten Hinweisen des Modells auf Niederschläge an den Pyrenäen und unweit des Mittelmeeres ab (Abbildung 1, rechts). Dabei gilt, dass lokal in Schauern und Gewittern durchaus mehr fallen kann als die hier in der Spitze vorhergesagten 5 mm (l/qm) in den Pyrenäen. Abgesehen von diesen nicht gänzlich ausgeschlossenen punktuellen Niederschlagsspitzen müssen die feierfreudigen SpanierInnen vor allem auf die Temperaturen aufpassen. Im Süden sollen die Höchstwerte auf bis zu 43°C ansteigen, verbreitet werden es 35 bis 40°C. Lediglich der Norden präsentiert sich kühler.

Akkumulierter Niederschlag bis in die Nacht zum Samstag (02:00 MESZ) rund ums Mittelmeer. Basis: ICON-EU Lauf 20.07.2026, 00 UTC

Wer sich die Niederschlagsakkumulation über die Woche hinweg bis in die Nacht zum Samstag anschaut (Abbildung 2) der erkennt, dass Spanien auch im weiteren Wochenverlauf nicht übermäßig auf Regenschutz achten muss. Lediglich im Nordwesten macht sich das o. e. Höhentief mit etwas Regen bemerkbar. Anders dagegen die Situation von Italien bis weit in die Türkei hinein. In Italien, wo inzwischen die Tränen über die erfolglose Qualifikation zur Fußball-WM getrocknet sein dürften (dabei gilt: Wer sich gar nicht erst qualifiziert, der erspart sich natürlich die mögliche Blamage eines frühen Ausscheidens), zeigen sich die kommenden Tage wechselhaft und immer mal wieder regnerisch. Nochmal deutlich mehr Niederschlag als in Italien soll sich vom Balkan und der Ägäis bis zur Ukraine akkumulieren. Die dort erwarteten lokalen Spitzen von 100 mm liegen etwa dreimal so hoch wie die Regenmaxima in Italien.

Animation der Gewitterzellen des heutigen Vormittages über Norditalien und der nördlichen Adria

Das sind natürlich Informationen, die auch für Urlauber vor Ort nicht uninteressant sind. Je nach Tagesplanung lohnt sich also ein Blick in die Wetter-App – und eventuell lohnt es sich auch, die Tagesplanung anzupassen. Denn wie kräftig die Gewitterentwicklungen mitunter sein können, das konnte man schon heute Vormittag über Norditalien und der nördlichen Adria beobachten. Die beigefügte Animation fasst 8,5 Stunden der Gewitterentwicklung zusammen. Die kräftigen Zellen bildeten sich in den italienischen Alpen und in der Poebene und verlagerten sich nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In der Animation ploppt auch kurz eine Zahl auf. Es ist die der beobachteten Regenmengen in Brescia – 21 mm wurden dort gemessen.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Spanien-Ole-1.png 561 928 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-20 13:29:372026-07-24 15:37:08Spanien – Olé

Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

19. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die Wetterlage hat sich an diesem Wochenende grundlegend umgestellt. Nachdem in den ersten Juliwochen insbesondere in der Südwesthälfte öfters Hochdruckeinfluss herrschte und die kräftige Julisonne die Höchstwerte über die 30-Grad-Marke trieb, bleibt ganz Deutschland nun von einer weiteren Hitzewelle verschont. Verantwortlich dafür ist zum einen das Hoch MORITZ mit Schwerpunkt über dem Nordostatlantik und zum anderen Tief CERRY mit mehreren Tiefdruckkernen über dem östlichen Skandinavien. Gemeinsam sorgen diese beiden Druckgebilde dafür, dass verhältnismäßig kühle Luft aus nordwestlicher Richtung nach Deutschland einfließen kann.

Vorhersagekarte für die Druckverteilung und die Lage der Frontensysteme am Montag, den 20.07.2026 um 12 UTC

An dieser Grundkonstellation mit hohem Luftdruck westlich von Deutschland und tiefem Luftdruck nördlich und östlich des Landes wird sich auch mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts ändern. Bei den Temperaturen ergibt sich dabei ein deutliches Nordost-Südwestgefälle. Während in der Südwesthälfte zumindest regional Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad auf der Agenda stehen, bewegen sich die Höchstwerte in der Nordosthälfte meist zwischen 19 und 23 Grad. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind noch frischer, sodass dort mitunter ein eher frühherbstlicher Wettercharakter herrscht. Ein teils strammer Nordwestwind tut sein Übriges dafür.

Temperaturkarten mit den Höchstwerten von Sonntag, den 19.07.2026 bis Mittwoch, den 22.07.2026

Bisher war der Juli deutlich wärmer als das vieljährige Mittel. Derzeit (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) liegt die Mitteltemperatur bei 20,1 °C (ausgenommen Bergstationen oberhalb von 920 m NHN). Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 °C) wird damit derzeit um 3,2 Grad überschritten. Auch im Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) fällt der Temperaturüberschuss mit 1,8 Grad noch deutlich aus. Von einem rekordwarmen Juli ist man mit diesem Wert aber weit entfernt, denn im Jahr 2006 wurde in Verbindung mit dem Sommermärchen, von dem wir Deutschen fußballerisch derzeit meilenweit entfernt sind, ein Temperaturmittel von 22,0 °C registriert. Mit dem derzeitigen Wert würde zum Monatsende ein sechster Platz zu Buche stehen, aber die Prognosen deuten an, dass sich der Wert der Monatsmitteltemperatur noch um etwa ein Grad verringert.

Am meisten Heiße Tage mit einem Höchstwert von über 30 °C gab es entlang des Oberrheins (12 bis 15 Tage), während im Norden die 30-Grad-Marke nur ganz vereinzelt geknackt wurde. Spitzenreiter ist Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit 15 Heißen Tagen. Auch das bisherige Deutschlandmaximum wurde mit 36,6 °C am 11.7. in Rheinfelden gemessen. Gegenüber dem Juni waren Tropennächte (Tiefstwert nicht unter 20 °C) im bisherigen Juli eher Mangelware. Nur von der Pfalz bis zum Rhein-Main-Gebiet wurden ein bis drei, an der Station Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) sechs Tropennächte registriert. In der nachfolgenden Tabelle (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) sind einige Stationen mit der Anzahl an Heißen Tagen, Sommertagen (Maxima mindestens 25 °C) und Tropennächten aufgelistet.

Station Heiße Tage Sommertage Tropennächte
Rheinstetten (BW) 12 18 1
Stuttgart-Schnarrenberg (BW) 7 18 3
Frankfurt-Flughafen (HE) 10 18 5
Düsseldorf (NRW) 5 14 0
München-Stadt (BY) 3 16 0
Dresden-Klotzsche (SN) 0 11 1
Hannover (NI) 0 9 0
Hamburg-Fuhlsbüttel (HH) 0 8 0
Berlin-Tempelhof (BE) 3 12 0
Rostock-Warnemünde (MW) 0 3 0

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Deutliches-Nordost-Suedwestgefaelle-bei-der-Temperatur-1.png 550 774 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-19 15:13:282026-07-24 16:09:24Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

18. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Die erste Hälfte des meteorologischen Sommers 2026 ist Geschichte. Nicht nur die Hitze, sondern auch die bisherige Niederschlagsbilanz sind eine Betrachtung wert. Mehrere – besonders im Südwesten des Landes ausgeprägte – Hitzewellen und teils schwere Gewitter zeichneten das Bild des bisherigen Sommers. Überregionale Niederschlagsereignisse waren die Ausnahme. Ein Blick auf die Karte des bisherigen Niederschlags seit dem 1. Juni (Abb. 1) zeigt die Regionen, in denen bisher kaum Regen fiel. Dies sind vor allem Gebiete im Südwesten und Osten des Landes. Gebietsweise fielen dort erst 30 bis 50 mm. Besonders nasse Regionen waren der Alpenrand und dessen Vorland mit örtlich mehr als 250 mm sowie die Gebiete nahe der Nordsee und im Dreiländereck Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit gebietsweise nahe 200 mm. Grundsätzlich fallen auf kleinem Raum teils große Unterschiede in der Bilanz auf. Diese sind auf kleinräumige, aber kräftige Schauer und Gewitter zurückzuführen. So fielen zum Beispiel in Bleckede-Walmsburg im Wendland gestern Abend fast 70 mm in zwei Stunden, an Nachbarstationen dagegen nicht mal 10 mm.

Abb. 1.: Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Um den gefallenen Niederschlag in ein klimatologisches Bild zu rücken, ist es sinnvoll, den gefallenen Niederschlag mit dem Niederschlag im langjährigen Mittel zu vergleichen. Dazu zeigt Abb. 2 die relative Niederschlagssumme in Prozent zum langjährigen Mittel. 100 % bedeuten dabei, dass im betrachteten Zeitraum genauso viel Niederschlag gefallen ist wie im Klimamittel. Auch auf dieser Karte fallen große Regionen des Ostens und Südwestens als deutlich trockener als üblich auf. Die 30 bis 50 mm entsprechen etwa 20 bis 50 % der üblichen Menge. Besonders nass zeigen sich neben lokalen Maxima im Süden vor allem Teile des Nordwestens und Nordens. Auffällig ist der Süden Bayerns: Absolut noch die nasseste Region Deutschlands ist es dort im Vergleich zum Mittel dennoch zu trocken gewesen. Es wurden nur 50 bis 90 Prozent des Solls erreicht.

Abb. 2.: Relative Niederschlagssumme vom 01.06.2026 bis 17.07.2026 am Klimamittel für diesen Zeitraum. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Neben den Auswirkungen auf die Vegetation und damit auch die Landwirtschaft zeigt sich die Trockenheit in den großen Flüssen des Landes. Entlang des gesamten Rheins auf deutscher Seite gab es noch nie so niedrige Abflüsse im Juli seit 1900. Abseits des Hochrheins liegen die Pegel um mehr als 10 Prozent unter dem vorherigen Rekord. Auch an der Donau liegen die neuen Rekorde oft mehr als 10 Prozent unterhalb der bisherigen Julirekorde. Die Auswirkungen auf die Schifffahrt sind immens. Verantwortlich für die Rekordpegel sind nicht nur die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen. Auch der Frühling war bereits verbreitet deutlich trockener als üblich und in Bayern der trockenste seit Aufzeichnungsbeginn vor mehr als 140 Jahren. Die hohen Temperaturen sorgten zudem für eine sehr hohe Verdunstung, ein großer Teil des Niederschlags erreichte also gar nicht erst die Flüsse. Ein weiterer Faktor für Donau und Rhein ist die Schneedecke in den Nordalpen, die im Frühling und Sommer schmilzt und die entwässernden Flüsse speist. Auch hier waren die Vorzeichen ungünstig: Der zweittrockenste Winter seit 1991 in den Nordalpen und ein trockener und warmer Frühling sorgten frühzeitig für ein Schmelzen des Schnees. Auch diese Wasserquelle ist somit weitgehend versiegt.

Abb. 3.: Modellprognose des Niederschlags vom 18. bis 25.07.2026. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Für ein Ende der Trockenheit bräuchte es großflächige und länger anhaltende Niederschläge. Diese Niederschläge sind allerdings nicht in Sicht. Abb. 3 zeigt die simulierten Niederschläge der kommenden sieben Tage bis zum Samstag, den 25.07.2026. Sowohl das Modell des Deutschen Wetterdienstes ICON als auch das Modell des Europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage EZMW zeigen in der Fläche keine großen Niederschläge. Am meisten Regen soll demnach am Alpenrand sowie an Nord- und Ostsee fallen. In weiten Bereichen sollen weniger als 20, häufig sogar nicht mal 10 mm fallen. Dies deckt nicht einmal die Verdunstung in diesem Zeitraum. Die Pegelstände der Flüsse werden demnach weiter auf sehr niedrigen Werten verharren.

M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

 

https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Von-Trockenheit-und-rekordniedrigen-Wasserstaenden-1.png 1452 1195 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-18 14:51:352026-07-24 16:09:12Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

17. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In den vergangenen Tagen und bis zum Wochenende haben wir es mal wieder mit teils kräftigen Gewittern zu tun. Und wie so häufig verteilen sich die Gewitter nicht gleichmäßig über das Land. Einzelne Regionen bekommen kräftige Gewitter, in den anderen passiert fast gar nichts. Manchmal gibt es selbst auf wenigen Kilometern räumlicher Distanz sehr große Unterschiede. Manch ein Gewitter- oder Gartenfan bejammert dabei gerne, dass es an seinem Standort nie „kracht“ oder der Garten wieder einmal nicht gewässert wird. Aber stimmt das auch?

Gewitterverteilung über Deutschland.

In Deutschland gibt es durchaus Gebiete, wo bevorzugt Gewitter vorkommen. Dazu zählen alle Gebirgsregionen. Dort werden die Luftmassen bei der Anströmung durch das Gebirge zwangsweise gehoben und die in Gewitterwolken immer vorhandene Aufwärtsbewegung auf diese Weise verstärkt.

Das lässt sich im Sommer gut beobachten, wenn über den Bergen bereits Quellwolken zu sehen sind, es ringsum aber noch wolkenfrei ist. Da es im Süden Deutschlands mehr Berge gibt als im Norden, sind die Gewitter dort auch zahlreicher. Zusätzlich kommen im Süden Deutschlands häufiger feuchte und warme Luftmassen von Süden her an, die den Norden teilweise gar nicht erst erreichen oder nur in abgeschwächter Form. Damit wird die Entstehung von Gewittern im Süden zusätzlich begünstigt. Gleichwohl kommen aber überall in Deutschland Gewitter vor.

Der „Kulisseneffekt“

Der Eindruck, dass Gewitter an einem bestimmten Standort scheinbar immer vorbeiziehen, lässt sich in den allermeisten Fällen gut erklären. Verantwortlich dafür ist der sogenannte „Kulisseneffekt“.

Der „Kulisseneffekt“ entsteht, wenn rings um einen Beobachtungsort herum mächtige Schauer- und Gewitterwolken zu sehen sind. Diese in mittleren Breiten bis etwa 12 km hohen Wolken lassen sich bis zu einer Entfernung von 50 km und mehr beobachten. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Gewittertag um sich herum Gewitterwolken zu sehen, ist damit sehr hoch. Die Gewitterzellen selber bzw. dessen Kerne sind jedoch oft nur sehr klein, was gut im Regenradar zu erkennen ist. Damit ist aber auch die Wahrscheinlichkeit, von dem Gewitter getroffen zu werden, relativ klein. Es entsteht der Eindruck, die Gewitter würden vorbeiziehen, wenn man wieder mal nicht getroffen wurde.

24-stündiger Niederschlag über dem Südwesten Deutschlands am 17. Juli 2026, 8 Uhr MESZ. Südlich von Karlsruhe im Kern einer Zelle 50-60 l/qm Regen, 8 km weiter aber nur 2-5 l/qm. Der weiße Strich zeigt die Entfernung.

Ausnahme Lee von Gebirgszügen

In einigen Regionen kann der „Kulisseneffekt“ in bestimmten Wettersituationen aber nicht als Erklärung für vorbeiziehende Gewitter herhalten. Damit sind Standorte im Lee eines Gebirges gemeint.

Schon kleinere Gebirgszüge können dabei als sogenannte „Wetterscheide“ fungieren. Bei entsprechender Anströmung teilen sich die Gewitter gerne an dem Gebirge und ziehen anschließend an dem Beobachtungsstandort vorbei. Das kann man sich wie bei einem Fluss vorstellen, wo ein aus dem Wasser ragender Stein die Wassermassen umlenkt. Hinter dem Stein ist die Strömung nur schwach, während abseits davon das Wasser mitgerissen wird. Der gleiche Standort kann bei anderer Anströmung natürlich trotzdem von einem Gewitter getroffen werden.

Dass die Gewitter also immer vorbeiziehen, ist eher ein subjektives Empfinden. Beim nächsten Gewitter knallt es dann vielleicht heftig.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.07.2026
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Warum-ziehen-die-Gewitter-immer-an-mir-vorbei.jpg 768 606 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-17 15:11:442026-07-20 10:20:40Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

16. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Wer in den vergangenen Tagen auf den lange ersehnten Landregen gehofft hatte, wurde regional zwar nicht enttäuscht, lokal eng begrenzt war es jedoch „zu viel des Guten“. Seit dem vergangenen Montag, den 13. Juli 2026, entwickelten sich in Teilen Deutschlands wiederholt kräftige Gewitter, die lokal erhebliche Schäden verursachten. Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und golfballgroße Hagelkörner prägten das Bild nach einem Schwergewitter. Gleichzeitig blieb es oft nur wenige Kilometer entfernt trocken oder es fielen lediglich einige Tropfen. Gerade diese ausgeprägte Kleinräumigkeit macht sommerliche Gewitter so faszinierend und zugleich so schwer vorherzusagen.

Aus meteorologischer Sicht wirkte die Wetterlage nicht allzu spektakulär. Deutschland lag am Rand eines kräftigen Hochdruckgebietes, das sich vom Atlantik nach Skandinavien erstreckte. Verantwortlich für die Unwetter war vielmehr ein vergleichsweise kleines Höhentief, das sich langsam von Dänemark nach Deutschland verlagerte. In höheren Luftschichten brachte es etwas kühlere Luft mit, wodurch der größere Temperaturunterschied zur bodennah stark aufgeheizten, feuchten Luftmasse die Auslöse von kräftigen Gewittern begünstigte. Gleichzeitig lag eine nur schwache Höhenströmung vor, sodass sich die Gewitterzellen nur langsam verlagerten oder durch rückseitige Neuauslöse wiederholt über denselben Ort zogen und so ideale Voraussetzungen für lokalen Starkregen boten.

Den Auftakt machte am Montagabend eine Gewitterlage im Norden Deutschlands. Bei Hannover sorgte eine kräftige Gewitterzelle für einen sogenannten Downburst (siehe DWD-Lexikon) mit orkanartigen Böen von 105 km/h. Zudem wurde innerhalb kurzer Zeit Starkregen mit 39,9 Litern pro Quadratmeter gemessen. Auch in Teilen Schleswig-Holsteins sorgten Gewitterzellen für Probleme. Besonders betroffen war Elmshorn, wo Starkregen Straßen, Keller und Unterführungen überflutete. Innerhalb von wenigen Stunden fielen dort örtlich 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter. Die Feuerwehr musste zahlreiche Einsätze abarbeiten, da die Kanalisation die Wassermengen zeitweise nicht aufnehmen konnte. Auch Hagel spielte am Montag bereits eine Rolle: In Heidenau (Niedersachsen) wurden golfballgroße Hagelkörner (circa 5 Zentimeter) beobachtet, die erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden verursachten. An anderen Orten fiel deutlich kleinerer Hagel, allerdings in großen Massen. So entstanden Bilder, die eher an Winterlandschaften erinnerten.

Nutzerbilder aus der DWD-WarnWetter-App vom 13. und 14. Juli 2026

Am Dienstag, den 14. Juli 2026, verlagerte sich der Schwerpunkt der Gewitter in die Mitte und den Süden Deutschlands. In der Region Nürnberg entwickelte sich am Abend eine besonders kräftige Gewitterzelle. Um 17 UTC wurde dort eine Orkanböe von 130 km/h registriert, wenig später fielen innerhalb einer Stunde 45 Liter Regen pro Quadratmeter, lokal laut Radarauswertung noch etwas mehr. Die Folge waren überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und zahlreiche umgestürzte Bäume. Rund 1.100 Unwettereinsätze wurden in der Region gemeldet.

Auch Thüringen war von schweren Gewittern betroffen. Eine sogenannte Superzelle (siehe DWD-Lexikon) zog über eine Strecke von rund 180 Kilometer vom Eichsfeld und dem Ilm-Kreis bis zum Fichtelgebirge und sorgte mit Starkregen und Hagel für Behinderungen. Hagelkörner verstopften teilweise Abflüsse, wodurch Straßen überflutet wurden. Bei Ilmenau kam es kurzzeitig zu einer weiteren Intensivierung der Gewitterzelle, sodass dort lokal eng begrenzt auch Orkanböen auftraten.

Am Mittwoch (15. Juli 2026) erreichten die Gewitter Baden-Württemberg. In Reutlingen entwickelte sich in den frühen Morgenstunden bereits eine kräftige Gewitterzelle, die lokal große Hagelmassen brachte. Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern bedeckten Straßen und blockierten teilweise die Abflüsse. Die Stadt Reutlingen war den gesamten Tag mit Aufräumarbeiten beschäftigt, Keller mussten ausgepumpt, Straßen geräumt und Schäden beseitigt werden. Zeitweise waren rund 6.000 Haushalte nach einem Blitzeinschlag kurzzeitig ohne Strom.

Animiertes Radarbild in Südwestdeutschland von Mittwoch, den 15. Juli 2026 von 12 Uhr bis 21 Uhr MESZ.

Auch am Bodensee kam es am Mittwochnachmittag zu einem heftigen Unwetter. In Friedrichshafen wurde eine Orkanböe von 126 km/h gemessen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, mehrere Dächer wurden beschädigt. In Kressbronn stürzte ein Baum auf ein Wohnmobil, die Insassen blieben glücklicherweise unverletzt.

Zudem wurden mehrere Orte im Süden Baden-Württembergs wiederholt von Gewitterzellen getroffen. So verzeichnete die Station in Blumberg-Randen gegen 17:30 UTC satte 60,6 Liter pro Quadratmeter in nur wenigen Stunden.

Radarbild des 72-stündigen Niederschlags von Montagmittag, den 13. Juli bis Donnerstagmittag, den 16. Juli 2026.

Die Ereignisse zeigen erneut, wie groß die Unterschiede bei sommerlichen Gewitterlagen auf kleinem Raum sein können. Während wenige Kilometer entfernt kaum Niederschlag fällt, können einzelne Gewitterzellen innerhalb kurzer Zeit extreme Regenmengen, Hagel und Sturmböen bringen.

Auch am heutigen Donnerstag sind im Südwesten und Süden einzelne kräftige Gewitter vorhergesagt, die lokal eng begrenzt mit Orkanböen bis 130 km/h, Hagel mit Korngrößen um 4 cm sowie Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter einhergehen können. Weitere Informationen zur aktuellen Warnlage finden Sie unter www.dwd.de oder in der WarnWetter-App.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
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https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2026/07/Kleines-Hoehentief-grosse-Wirkung-–-eine-Gewitternachlese-1.png 582 755 WINDINFO https://www.windinfo.eu/wp-content/uploads/2019/07/windinfo_logo_eu-300x212.png WINDINFO2026-07-16 14:46:472026-07-20 10:20:35Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

Vom Scheren und schweren Gewittern

15. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

In der Meteorologie stößt man hin und wieder auf Begriffe, die auch in völlig anderen Bereichen auftauchen können. So wurde im Thema des Tages am 01.07.26 das Wörtchen Cape (oder CAPE) als Aufhänger verwendet. Heute ist es das Wörtchen Scherung. Wer zum Beispiel Interesse an Wolle und deren Gewinnung zeigt, der denkt bei diesem Wort wohl an Schafe, die geschoren werden. Geologen verbinden mit dem Wort riesige tektonische Platten, die aneinander vorbeigleiten und Erdbeben auslösen können. Und Meteorologen? Die denken an Windänderungen, Gewitter, Superzellen und Hagel.

Die (Wind-)Scherung beschreibt nämlich in der Meteorologie die Änderung des Windes mit der Höhe. Genau genommen ist die Scherung ein Vektor (oft dargestellt als ein Pfeil). Deshalb sind zwei Angaben wichtig, um ihn vollständig zu beschreiben. Die erste ist der Betrag (die Länge), die zweite die Richtung des Vektors. Normalerweise nimmt der Wind mit der Höhe zu. Je stärker der Betrag der Scherung ist, desto größer ist der Unterschied der Windgeschwindigkeit in Bodennähe zu der in beispielsweise 6 km Höhe. Dagegen beschreibt die „Richtungsscherung“ – der Name sagt es schon – wie sich die Windrichtung mit der Höhe ändert.

Und was hat das Ganze nun mit Gewittern zu tun? Neben Faktoren wie dem CAPE spielt die (Wind-)Scherung eine wichtige Rolle dabei, welche Arten von Gewittern zu erwarten sind. Wenn sich eine Gewitterzelle bei wenig Windscherung (<10 m/s) entwickelt, steigt die Luft an einem Ort auf und bildet bei einsetzender Kondensation Wolken und später Niederschlag. Dieser Niederschlag und die damit einhergehenden Winde fallen am gleichen Ort herab und wirken dem Aufsteigen entgegen. Solche sogenannten Einzelzellen fallen also oft innerhalb einer Stunde in sich zusammen. Hingegen wird bei ausreichender Windscherung (10-20 m/s) die aufsteigende Luft gegenüber dem Ausgangsort verschoben, da in der Höhe stärkere Winde herrschen, sodass Auf- und Abwind zu einander versetzt sind. Das hat zur Folge, dass sich längerlebige Gewitter bilden können. Wenn noch stärkere Windscherung (>20 m/s) und dazu noch eine Richtungsscherung vorliegt, dann ist das Potenzial gegeben für große, rotierende Gewitter (genannt Superzellen) mit heftigen Begleiterscheinungen bis hin zu Tornados.

Und was für Gewitter sind heute in Deutschland möglich?

Für den Süden sind die Scherungsbedingungen heute günstig. Der Hodograph von der Station in Stuttgart von heute 12 UTC zeigt beispielsweise in 6 km Höhe eine Windgeschwindigkeit von etwa 35 Knoten, in Bodennähe jedoch nur von einigen wenigen Knoten. Die Windscherung zwischen 0 und 6 km kann also grob mit 35 Knoten (~18 m/s) abgeschätzt werden. Im Zusammenspiel mit anderen Parametern hatte das zur Folge, dass entschieden wurde, eine Vorabinformation vor schweren Gewittern herauszugeben. Im Laufe des Nachmittags und des Abends können sich ausgehend von der Schwäbischen Alb Superzellen entwickeln. Die Gefahren sind dementsprechend vielfältig. Hagelkorndurchmesser um 5 cm ähnlich dem eines Golfballs, Orkanböen bis 120 km/h und heftiger Starkregen bis 40 l/m² innerhalb kurzer Zeit sind bei den schwersten Gewittern durchaus im Bereich des Möglichen! Daher gilt: Haben Sie immer mal wieder ein Auge auf die aktuellen Warnungen oder auch das Wetterradar. So können Sie abschätzen, ob ein starkes Gewitter gefährlich nahekommt oder ob der Aufenthalt im Freien kein Problem darstellt.

Hodograph der Station Stuttgart von 15.07.26 12 UTC. (Quelle: DWD)

M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
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Offenbach, den 15.07.2026
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Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

14. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Schwere Gewitter, darunter zeitweise auch rotierende Superzellen, haben am gestrigen Montagabend bis in die Nacht zum Dienstag hinein für Chaos in Norddeutschland gesorgt, bei dem auch die Region Hannover stark betroffen war. Innerhalb kürzester Zeit fielen um und über 25 l/m², was zu größeren Überflutungen führte. Andernorts sorgte Hagel mit 3-5 cm Durchmesser für Schäden an Vegetation, Autos und der Infrastruktur.

Nach den Unwettern ist jedoch vor den neuen Unwettern, denn an der Großwetterlage hat sich bis heute wenig geändert. Beim Blick auf die Bodenwetterkarte fällt das großräumige Hoch LAURENT über dem Nordwesten Europas auf, das bis nach Deutschland ragt. Auf der anderen Seite steht schwacher Tiefdruckeinfluss über Frankreich entgegen, was aber insgesamt nur zu schwachen Luftdruckgegensätzen führt.

Die Bodenwetterkarte zeigt das umfangreiche Hoch LAURENT, dem nur schwacher Tiefdruckeinfluss über Frankreich entgegensteht. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Spannender ist dagegen ein Blick in rund 5,5 km Höhe: Hier sieht man ein umher waberndes Höhentief, dessen Zugbahn von den Modellen nur schwer erfasst werden kann. Es ist ein bisschen wie mit dem Fettauge in der Suppe: Es ist da, aber kleinste Impulse reichen für eine unvorhergesehene Verlagerung. Ebenso könnte man dieses Gebilde auch einfach als Höhenei bezeichnen.

In 5,5 km Höhe (500 hPa) ist deutlich das Höhentief über Mitteleuropa zu sehen, das wie ein Höhenei umher wabert und von den Modellen nur schwer erfasst werden kann. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Dieses Höhentief war es gestern und ist es federführend auch heute, das die notwendige Hebung erzeugt, die zwingend für hochreichende Konvektion erforderlich ist. „Garniert“ wird diese Gemengelage mit CAPE-Werten (siehe hierzu das Thema des Tages vom 01.07.2026) von rund 1.000 bis lokal 2.000 J/kg, die vor allem vom südlichen Niedersachsen bis zu den Alpen überregional zu finden sind. Die größte Feuchte jedoch liegt von der östlichen Mitte bis in den Süden vor, hier erreichen die Werte des niederschlagbaren Wassers bis zu 35-37 mm.

Fehlt zu guter Letzt noch das „i-Tüpfelchen“, nämlich die Windscherung, also die Änderung des Windes mit der Höhe in Richtung und Geschwindigkeit. Hier wird deutlich, dass die besten Scherungsbedingungen vor allem von Hessen/Thüringen bis nach Franken, teils aber auch weiter südlich zu finden sind. Gegen Abend verstärkt sich diese mit einer zunehmenden Nordostströmung sogar noch etwas und erreicht Werte bis 25 m/s.

Die Zutaten für hochreichende, schwere Konvektion sind am heutigen Dienstag durchaus gegeben: Neben Hebung u.a. durch das Höhentief kommt es zu hohen CAPE-Werten über 1.000 J/kg, einem hohen Feuchtegehalt in der Luftmasse (PPW-Werte bis 37 mm) und guten Scherungsbedingungen, vor allem nachmittags und abends. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Ergo kommt auch die Modellwelt zu dem Schluss, dass heute mit hochreichender, schwerer Konvektion sprich (unwetterartigen) Gewittern gerechnet werden muss. Diese bilden sich bereits ab dem frühen Nachmittag zunächst bevorzugt in bergigen Lagen der Mitte, um dann nach Lesart der deutschen Modellkette rund um ICON-D2 und ICON-RUC mehr und mehr in den Osten und Süden zu ziehen. Einzelne „Nachzügler“ sind aber spätabends noch immer über der Mitte möglich.

Die prognostizierte Reflektivität für 18 Uhr zeigt deutliche Hinweise auf schwere Konvektion, vor allem von der Mitte bis in den Süden. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Bei den Begleiterscheinungen steht heute vor allem der Starkregen im Fokus, der lokal bis zu 40 l/m², strichweise sogar zwischen 40 und 60 l/m² erreichen kann. Dazu kommen Sturmböen oder schwere Sturmböen zwischen 70 und lokal um 100 km/h. Vor allem im Initiierungsprozess eines Gewitters kann auch größerer Hagel über 3 cm dabei sein, später ist mit größeren Hagelansammlungen zu rechnen.

Am morgigen Mittwoch beruhigt sich das Wetter zwar über der Landesmitte, dem Süden drohen vor allem nachmittags und abends abermals starke Gewitter bis hin zu ausgewachsenen Unwettern. Mehr dazu im Laufe des Mittwochs.

M.Sc.-Met. Oliver Reuter
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Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

13. Juli 2026/in Thema des Tages, Wetter, Wetterlexikon/von WINDINFO

Viel Sonne und hochsommerliche Temperaturen – so präsentierte sich der gestrige Sonntag in weiten Teilen Deutschlands. Verbreitet lagen die Temperaturen am Nachmittag bei um oder über 30 Grad. Damit herrschte wieder einmal bestes Badewetter. Auch die dritte Juliwoche startet vor allem in der Südwesthälfte des Landes hochsommerlich heiß und sonnig.

Grund dafür ist Hoch LAURENT, dessen Einflussbereich sich bis nach Mitteleuropa erstreckt. Somit dominiert auch am heutigen Montag erneut häufig die Sonne. Ganz störungsfrei verläuft der Tag jedoch nicht überall. Ein Blick auf die Höhenwetterkarte zeigt über Norddeutschland ein kleines Höhentief. Dadurch wird die Luftmasse dort im Tagesverlauf leicht instabil, sodass vereinzelte aber teils kräftige Schauer und Gewitter möglich sind. Am wahrscheinlichsten ist dies von Nordrhein-Westfalen bis nach Schleswig-Holstein. Lokal eng begrenzt ist bei diesen Gewittern heftiger Starkregen möglich.

In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag macht sich dann zusätzlich im Süden eine schwach ausgeprägte Tiefdruckrinne bemerkbar. Damit sind bereits in der Nacht im äußersten Süden gewittrige Regenfälle möglich. Im Norden und der Mitte sind ebenfalls weiterhin vereinzelte Gewitter möglich. Tagsüber entwickeln sich dann im Süden und der Mitte des Landes in der zunehmend schwülheißen Luftmasse vornehmlich über dem Bergland teils kräftige Schauer und Gewitter. Dabei besteht lokal Unwettergefahr durch heftigen Starkregen! Im Norden ist die Gewitterneigung aufgrund einer vergleichsweisen recht trockenen Luftmasse deutlich geringer. Vereinzelte Entwicklungen können aber auch hier nicht ausgeschlossen werden.

Vorhersagekarte mit den Druckgebilden und Frontensystemen für Dienstag, den 14.07.2026 um 12 UTC. In den Süden gelangt schwülheiße gewitterträchtige Luft. Auf der Rückseite des umfangreichen Hochs erreicht dagegen kühlere Luft den Nordosten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Die Höchsttemperaturen erreichen am Dienstag in der Südwesthälfte 30 bis 35 Grad. Aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit wird die Hitze allerdings noch belastender empfunden. Nach Osten hin fallen die Temperaturen etwas niedriger aus, dennoch wird es auch dort verbreitet hochsommerlich warm bis heiß.

Am Mittwoch setzt sich von Nordwesten her wieder häufiger die Sonne durch. Im Süden und Osten treten in der weiterhin schwülwarmen bis heißen Luftmasse erneut Schauer und Gewitter auf. Gleichzeitig gehen die Temperaturen in der Südwesthälfte etwas zurück. Mit der Zufuhr trockenerer Luft aus Nordwesten nimmt dort zudem die Wärmebelastung voraussichtlich etwas ab.

Am Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt des Höhentiefs etwas nach Nordwesten. Gleichzeitig nimmt es Verbindung auf mit einem Höhentrog über Westeuropa. Damit gelangen in den Südwesten erneut wieder etwas heißere Luftmassen, sodass dort am Donnerstag wiederholt Höchstwerte von bis zu 34 Grad erreicht werden können.

Synoptische Übersicht für Samstag, den 18.07.2026 um 12 UTC. Ein Höhentrog befindet sich über Mitteleuropa. Allerdings gibt es noch Unsicherheiten bezüglich der Lage und Ausdehnung. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Am Freitag und zum Wochenende hin verlagert sich der Höhentrog nach Mitteleuropa. Damit nimmt nicht nur die Schauer und Gewittergefahr deutlich zu, sondern es gehen auch die Temperaturen sukzessive zurück. Wie stark die Abkühlung ausfällt ist allerdings noch mit einigen Unsicherheiten verbunden. Während einige Modellösungen einen deutlichen Rückgang der Temperatur sehen, zeigen andere lediglich eine moderate Abkühlung. Entscheidend ist dabei die genau Lage und Ausdehnung des Höhentrogs über Mitteleuropa. Eines zeichnet sich jedoch bereits jetzt deutlich ab: Die langanhaltende, teils auch große Hitze im Südwesten des Landes ist ab dem kommenden Wochenende erst einmal vorbei!

Ensemblevorhersage der Temperatur in 850 Hektopascal, des Niederschlags und des Geopotentials in 500 Hektopascal für Freiburg im Breisgau und Berlin. Zum Wochenende hin ist eine Abkühlung erkennbar. Allerdings gibt es noch größere Unsicherheiten darüber wie stark diese ausfällt. Quelle: Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
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