Der Welttag der Meteorologie 2025

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wurde heute vor 75 Jahren am 23.03.1950 gegründet. Diese Konvention ging als Nachfolgeorganisation der zwischen 1873 und 1879 ins Leben gerufenen Internationalen Meteorologischen Organisation (IMO) in Kraft. Die Organisation hat ihren Sitz in Genf in der Schweiz und zählt mittlerweile mehr als 190 Staaten. Ziel ist es, eine friedliche Zusammenarbeit der nationalen Wetterdienste zu ermöglichen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) vertritt die Bundesrepublik Deutschland seit 1954. 

Jedes Jahr steht der Tag der Meteorologie unter einem bestimmten Thema, welches für die aktuellen Herausforderungen im Bereich Wetter und Klima sowie den verwandten geophysikalischen Wissenschaften von großer Bedeutung ist. Dieses Jahr ist das Motto: „Closing the early warning gap together„. Dabei geht es darum, in Zusammenarbeit mit den einzelnen nationalen Wetterdiensten und wissenschaftlichen Institutionen die Frühwarnlücke zu schließen, um Wetterwarnungen für jeden weltweit zur Verfügung zu stellen! 

Der Welttag der Meteorologie 2025 

Diese Grafik zeigt das Logo des diesjährigen Welttags der Meteorologie. (Quelle: WMO) 

Gerade in Verbindung mit dem weiter voranschreitenden Klimawandel erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterbedingungen. Ein Beispiel dafür sind sich rapide intensivierende tropische Wirbelstürme, heftige Regenfälle mit großräumigen Überschwemmungen, Sturmfluten, aber auch ausgeprägte Dürreperioden mit Wald- und Buschbränden. Von diesen Extremereignissen sind vor allem auch dicht besiedelte Regionen in Entwicklungsländern betroffen, die häufig keinen oder nur begrenzten Zugang zu modernen Frühwarnsystemen haben. Diese retten aber im Extremfall nicht nur Menschenleben, sondern verringern in einer globalisierten Welt auch wirtschaftliche Risiken bei uns. 

Dazu wurde die Initiative „Early Warnings for All“ im Jahre 2022 ins Leben gerufen. Seitdem wurden bereits große Fortschritte erzielt. So konnten durch die Ausdehnung effektiver Frühwarnsysteme die Zahl der Todesopfer und die wirtschaftlichen Schäden bei Extremwetterereignissen deutlich reduziert werden. Während im Jahr 2015 lediglich 52 Länder Zugang zu umfangreichen Frühwarnsystemen hatten, waren es im Jahr 2024 bereits 108. Doch diese Zahl zeigt auch, dass noch längst nicht alle dabei eingebunden sind. Gerade bei kleineren Inselstaaten mit schwacher Ökonomie bestehen noch deutliche Lücken. Diese haben eine hohe Relevanz, denn sie sind nämlich recht häufig von extremen Wetterbedingungen wie beispielsweise im Zuge von kräftigen tropischen Wirbelstürmen betroffen. 

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, ist entschlossen, diese noch bestehenden Lücken zu schließen und dafür zu sorgen, dass Frühwarnsysteme innerhalb der nächsten Jahre alle Menschen auf der Erde schützen. Die Initiative „Frühwarnungen für alle“ steht in vollem Einklang mit der globalen Agenda 2030 und unterstützt wichtige Bestimmungen des Sendai-Rahmens für die Verringerung des Katastrophenrisikos, des Pariser Abkommens zum Klimawandel und der Ziele für nachhaltige Entwicklung. 

Zur Erreichung des angestrebten Ziels ist neben dem Zusammenschluss der nationalen Wetterdienste und wissenschaftlichen Institutionen auch die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor von großer Bedeutung. Dabei können durch intensiven Wissenstransfer und den Austausch von Technologien Innovationen gefördert und Prozesse beschleunigt werden. Dies ist gerade in einer Zeit, in der staatlich finanzierte wissenschaftliche Institutionen teils aufgelöst und Experten entlassen werden von herausragender Bedeutung, um die angestrebten Ziele weiterzuverfolgen! 

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Übergang zu wechselhaftem Frühlingswetter

Das Frühlingshoch „Konstantina“ hat seine Wetterwirksamkeit in Deutschland endgültig verloren und liegt inzwischen mit dem Schwerpunkt über dem Schwarzen Meer. Hoch „Liora“ über Westrussland sorgt jedoch noch dafür, dass es Tief „Volker“ über Westfrankreich (international Martinho) noch schwerfällt, auf Deutschland überzugreifen. Zwischen dem Hoch östlich und dem Tief westlich von uns hat sich eine südliche Strömung etabliert, in der sehr milde und zunehmend feuchte Luft zu uns gelangt. Saharastaub wurde zudem miteingezogen und sorgt dafür, dass der Himmel milchig erscheint. 

Uebergang zu wechselhaftem Fruehlingswetter teil 1 

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck vom Samstag den 22.03.2025. Quelle: DWD 

Am heutigen Samstag ist das Wetter zweigeteilt: Norddeutschland profitiert noch vom Hoch „Liora“. Dabei scheint zunächst die Sonne und erst am Abend erreichen von Süden her dichtere Wolkenfelder, die aber kaum Regen bringen. Der Wind weht allerdings mäßig bis frisch, in Böen stark bis stürmisch aus östlichen Richtungen. Dies könnte ein Problem werden, wenn der Wind den Staub von den vertrockneten Ackerfeldern aufwirbelt. 

In der Mitte und im Süden zeigt sich der Himmel hingegen wolkig bis stark bewölkt, örtlich fällt daraus etwas Regen. Am Nachmittag und Abend sind im Südwesten einzelne Schauer und Gewitter möglich. In Bayern setzt sich zum Nachmittag hin wieder stärker die Sonne durch. An den Alpen herrscht zudem Südföhn. 

Die Höchstwerte liegen zwischen 15 und 21 Grad, lediglich im äußersten Norden ist es mit 8 bis 13 Grad deutlich kühler. Das liegt daran, dass der Wind von der noch kalten Ostsee herkommt. 

Uebergang zu wechselhaftem Fruehlingswetter teil 2

Wetter und Temperatur für Samstag 22.03.2025. Quelle: DWD 

In der Nacht zum Sonntag erweitert Tief „Volker“ seinen Einflussbereich auf fast das gesamte Land, auch wenn der Kern noch über Westfrankreich bleibt. Der Himmel zeigt sich oft stark bewölkt, vor allem in der Westhälfte fällt gebietsweise Regen, ansonsten bleibt es überwiegend trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 9 und 2 Grad. Die Frostgefahr ist also sehr gering. Der Ostwind ist im Norden noch kräftig unterwegs, ansonsten flaut der Wind weiter ab. 

Am Sonntag zeigt sich der Himmel vielerorts wolkig bis stark bewölkt, und vor allem im Westen und in der Mitte des Landes treten einzelne Schauer auf. Im Südosten entwickeln sich nachmittags sogar einzelne Gewitter. Sonst bleibt es meist trocken. Durch mehr Bewölkung steigen die Temperaturen auf Werte zwischen 11 und maximal 17 Grad an. Der Wind weht im Norden aus östlichen Richtungen und ist im äußersten Norden noch spürbar, im Süden weht er schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. 

Uebergang zu wechselhaftem Fruehlingswetter teil 3

Wetter und Temperatur für Sonntag 23.03.2025. Quelle: DWD 

Auch die neue Woche beginnt leicht wechselhaft, dabei regnet es am Montag in der Südhälfte zeit- und gebietsweise sowie schauerartig verstärkt, während es in der Nordhälfte überwiegend trocken bleibt. Am Dienstag dreht sich dieses Spiel dann um. Die Sonne zeigt sich nur gelegentlich am Himmel und die Maxima bewegen sich zwischen 10 und 17 Grad. 

Die Trockenheit in weiten Teilen des Nordens, wo es gebietsweise seit Wochen nicht geregnet hat, wird in den kommenden Tagen also nur bedingt gelindert. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Hält die Niederschlagsarmut an?

Oberflächlich trockene Äcker, die Pegelstände der Flüsse zwischen dem mittleren Wasserstand und dem mittleren Niedrigwasserstand und seit Tagen, gebietsweise auch seit Wochen, kein nennenswerter Niederschlag: So präsentiert sich der bisherige Frühling im Lande. Schuld an der Niederschlagsarmut waren oft hochdruckgeprägte Wetterlagen. Noch stellt sich das Ganze nicht als größeres Problem dar, denn die Verdunstungsraten sind noch nicht hoch und die Bodenfeuchte ist lediglich in den obersten Schichten reduziert (www.dwd.de/bodenfeuchteviewer). 

Die seit Jahresbeginn gefallenen Gesamtniederschlagsmengen sind in nachfolgendem Bild dargestellt. 

Haelt die Niederschlagsarmut an teil 1

Aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsmenge seit Jahresbeginn in l/m². Quelle: DWD 

Es ist offensichtlich, dass es im Nordosten wesentlich trockener war als im Südwesten. Dies ist zunächst nicht ungewöhnlich, da klimatologisch bedingt im Osten eher trockene kontinentale Luftmassen wetterwirksam waren. Beispielsweise fielen auf Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) und Fehmarn (Schleswig-Holstein) dieses Jahr bisher lediglich 46 bzw. 48 l/m². Auffällig und ungewöhnlich ist jedoch, dass selbst im Alpenraum teilweise nur um oder unter 100 l/m² seit Jahresbeginn gefallen sind. Fehlende Nordstaulagen oder Vb-Lagen sind dafür eine plausible Erklärung. Besonders deutlich wird dieser fehlende Niederschlag in der folgenden Abbildung, die die aus Radardaten abgeleitete Gesamtniederschlagssumme in Relation zur durchschnittlichen Niederschlagssumme bis zum heutigen Tag stellt. 

Haelt die Niederschlagsarmut an teil 2

Aus Radardaten abgeleitete Gesamtniederschlagssumme in Relation zur durchschnittlichen Niederschlagssumme seit Jahresbeginn bis zum heutigen Tag in %. Quelle: DWD 

Neben dem Alpenrand stechen allgemein die Bergländer sowie weite Teile des Nordens und Nordostens hervor. Am Oberrhein, nordwestlich von Stuttgart, in Oberschwaben und im Rhein-Main-Gebiet war es dahingegen teilweise deutlich zu nass. Besonders viel Niederschlag fiel mit 427 l/m² in Baiersbronn-Ruhestein im Schwarzwald (Baden-Württemberg). Das ist für diesen Ort allerdings nichts Ungewöhnliches. Im vieljährigen Mittel fallen dort in den ersten drei Monaten eines Jahres etwa 500 l/m². 

Betrachtet man den bisherigen März, dann fällt einem sofort auf, dass es in Teilen Norddeutschlands bisher keinen oder nur sehr wenig Niederschlag gegeben hat. 

Haelt die Niederschlagsarmut an teil 3

Aus Radardaten abgeleitete Niederschlagsmenge im bisherigen März in l/m². Quelle: DWD 

Auch der Februar war dort bereits sehr trocken (nähere Informationen unter: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2025/20250227_pm_februar_news.html?nn=16210). 

In den kommenden Tagen stellt sich die Wetterlage um und der Tiefdruckeinfluss nimmt von Südwesten und Westen her sukzessive zu. Dabei kommt es allerdings nur lokal zu Regenfällen. 

Haelt die Niederschlagsarmut an teil 4

Akkumulierte Gesamtniederschlagsmenge in l/m² bis Mitte der kommenden Woche auf Basis unterschiedlicher Wettermodelle. Quelle: DWD 

Bis Mitte der nächsten Woche werden im seit Wochen so trockenen Norden und Osten keine größeren Regenmengen erwartet. Im Westen und Süden sollen immerhin 10 bis 20, lokal um 30 l/m² fallen, wobei sich in Hinblick auf die Niederschlagsschwerpunkte in den Modellen noch größere Unterschiede ergeben. 

Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

Frühlingshaftes Hochdruckwetter, aber…

Noch bestimmt Hoch „Konstantina“ das Wetter in Deutschland. Sein Schwerpunkt liegt aber mittlerweile schon östlich von uns. Von Westen drängeln sich Tiefdruckgebiete, die vorerst keine Chance haben, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Was bestenfalls kommt, sind einige Wolkenfelder, die im Moment keinen Regen bringen. Mit einer südlichen Strömung gelangt jedoch sehr milde Luft nach Deutschland, so dass die Frostgefahr in den Nächten weiter abnimmt und die Tage frühlingshaft warm werden. 

Fruehlingshaftes Hochdruckwetter aber… teil 1

Bodenanalyse mit Fronten und Luftdruck vom Donnerstag den 20.03.2025. Quelle: DWD 

So lassen sich der heutige Donnerstag und der Freitag mit einem wolkenlosen oder leicht bewölkten Himmel zusammenfassen. Dabei werden Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad am Donnerstag und sogar zwischen 17 und 23 Grad am Freitag erreicht. Daher wird der Freitag der wärmste Tag der Woche sein. Lediglich an den Küsten bleibt es mit 10 bis 14 Grad kühler. In der Nacht zum Freitag tritt vor allem in der Osthälfte noch leichter Frost auf. In der Nacht zum Samstag ist die Frostgefahr aufgrund zunehmender Bewölkung noch geringer. Durchweg frostfrei bleibt es in der Westhälfte und mit bis zu 10 Grad in der Nacht auch mild. Der Wind spielt zunächst kaum eine Rolle, nimmt aber am Freitag etwas zu und weht mäßig, im Westen auch frisch aus südöstlichen Richtungen. 

Fruehlingshaftes Hochdruckwetter aber… teil 2 scaled

Wetter und Temperatur für Donnerstag 20.03.2025 (links) und für Freitag 21.03.2025 (rechts). Quelle: DWD  

Nun wie geht es weiter, bleibt es auch so über das gesamte Wochenende? Leider nicht, denn genau ab Samstag stellt sich die Wetterlage um. Ein Tiefdruckgebiet schafft dann, sich gegen das Hoch durchzusetzen. Nur der Nordosten kann noch vom Hoch profitieren. Ansonsten wird die Luft immer feuchter und von Westen erreichen immer mehr dichtere Wolkenfelder das Land, die etwas Regen bringen können. Im Südwesten können sich am Samstagnachmittag und am Abend vereinzelte Gewitter entwickeln. Am Sonntag gibt es allgemein mehr Bewölkung und vor allem in der Mitte und im Süden fällt gebietsweise schauerartiger Regen. Die Temperaturen gehen mit 14 bis 19 Grad etwas zurück. Im äußersten Norden ist es mit 9 bis 12 Grad noch etwas kühler. Das liegt noch am kalten Wasser der Ostsee und am auflandigen Wind. Vor allem am Samstag weht ein mäßiger, im Norden starker, in Böen stürmischer Wind aus östlichen Richtungen. Zudem herrscht an den Alpen Südföhn. 

Wer kann, nutzt also diese schönen Tage, denn auch in der nächsten Woche wird das Wetter nicht das Beste sein, und die Temperaturen werden kühler sein als bisher. 

Dipl. Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Wenn die Müdigkeit im Frühjahr zuschlägt

Nach den kalten und grauen Wintertagen zeigt sich der Frühling derzeit von seiner besten Seite. Bei nahezu wolkenlosem Himmel scheint vielerorts die bereits kräftige Märzsonne. Das geht auch an der Natur nicht spurlos vorbei. Diese erwacht aus ihrem Winterschlaf und läuft gerade zu Hochleistungen auf. Viele Frühlingsblumen schmücken die Wiesen mit ihren bunten Blüten und man spürt das Wiedererwachen. Bis Ende April kehren dann Abermillionen Zugvögel zurück in unsere Breiten, die balzenden Herren der Schöpfung stimmen ein herrliches Konzert im heimischen Garten oder im öffentlichen Park an und die Winterschläfer „kriechen ebenfalls aus ihren Federn“. Vielleicht nicht alle: Der Siebenschläfer kann da nur müde lächeln und dreht sich bis Mai, teilweise sogar bis in den Juni lieber noch einmal in seiner Erdhöhle um.

Wenn die Muedigkeit im Fruehjahr zuschlaegt teil 1

Auswahl verschiedener Nutzerbilder aus der DWD-WarnWetter-App. Blüten von oben links nach unten rechts: Mirabelle in Hamburg-Nord, Kornelkirsche in Groß Twülpstedt, Küchenschelle in Lenningen, Krokus in Husum, Mandel in Neustadt an der Weinstraße, Sal-Weide in Carmzow-Wallmow. 

Auch wenn sich im Frühling unser Allgemeinbefinden und Gemütszustand mit jedem weiteren wärmenden Sonnenstrahl bessert, so spüren viele Menschen statt eines nachhaltigen Energieschubs eher die große Frühjahrsmüdigkeit. Dann würde man sich lieber wieder zurück auf die Couch kuscheln, ist etwas wetterfühliger als sonst oder leidet unter Stimmungsschwankungen. Tagsüber macht sich dann eine intensive Schläfrigkeit breit, in den Nächten treten Schlafstörungen auf. Weiterhin sorgen Kopfschmerzen, Gereiztheit, Konzentrationsschwächen oder sogar Kreislaufprobleme für Unmut.

Die Frühjahrsmüdigkeit ist recht weit verbreitet. Häufig trifft es besonders Wetterfühlige, Ältere oder Menschen mit einem niedrigeren Blutdruck. Auch Frauen spüren das Phänomen gewöhnlich häufiger als Männer. Es gibt jedoch nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen dazu, weshalb die genauen Ursachen noch nicht hinreichend bekannt sind. Dennoch gibt es Faktoren, die für die Müdigkeit verantwortlich sein können.

Was verursacht die Frühjahrsmüdigkeit?

Es handelt sich bei der Frühjahrsmüdigkeit nicht um eine Krankheit, sondern vielmehr um eine durch Jahreszeiten- bzw. Klimawechsel hervorgerufene Erscheinung. Evolutionsbedingt läuft unser Körper im Winter auf Sparmodus, aufgrund der kürzeren Tage schlafen viele im Durchschnitt etwas länger und unser Hormonhaushalt stellt sich quasi auf „Winterschlaf“ ein. Im Frühjahr steht die Sonne bereits etwas höher am Himmel und kann die Erde tagsüber nach einer frostigen Nacht schon kräftig erwärmen. In der Folge schwankt die Temperatur im Tagesverlauf stärker. Das wirkt sich direkt auf unsere Blutgefäße aus, die sich bei Kälte zusammenziehen, um wenig Wärme zu verlieren. Bei steigenden Temperaturen weiten sie sich hingegen und der Blutdruck fällt etwas ab, was zu Müdigkeit oder Kreislaufproblemen führen kann. Zudem stellt auch unser Hormonhaushalt auf „Aufwachen“ um. Aufgrund der zunehmenden Lichtintensität und der längeren Tage wird das stimmungsaufhellende „Glückshormon“ Serotonin verstärkt ausgeschüttet, gleichzeitig wird die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin gehemmt. Unser Hormonhaushalt gerät also kurzzeitig durcheinander, was ebenfalls ermüdend auf den Organismus wirken kann.

Wenn die Muedigkeit im Fruehjahr zuschlaegt teil 2

Die Temperatur hat derzeit einen großen Tagesgang von 20 bis 25°C. Nachts herrscht noch leichter Frost, tagsüber kann die kräftige Märzsonne die Erde stark erwärmen. Links: Tiefstwerte der vergangenen Nacht zum Mittwoch. Rechts: Vorhersage der Höchstwerte für den heutigen Mittwoch, den 19. März 2025. 

Was kann man dagegen tun?

Wenngleich die genauen Ursachen noch nicht vollständig bekannt sind, so kann man doch die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen. Dabei ist es jedoch keine gute Idee, sich der Müdigkeit hinzugeben und einen Mittagsschlaf zu machen. Dann wird wieder vermehrt Melatonin gebildet und Serotonin verbracht. Dies möchte man jedoch vermeiden. Stattdessen kurbeln Bewegung an der frischen Luft und Sport den Kreislauf an. Das Tageslicht spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es fungiert als eine Art „biologischer Wecker“. Wem das nicht reicht, der bringt das eigene Blut zusätzlich mit Wechselduschen oder einem Saunabesuch ins Wallen. Außerdem raten Experten auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und frische, nährstoffreiche Kost mit viel Obst, Gemüse, Getreideprodukten sowie Hülsenfrüchten zu achten.

Dass die atmosphärische Umwelt die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen in vielerlei Hinsicht beeinflusst, ist allgemein bekannt. Das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes stellt dementsprechend ein vielfältiges Spektrum an Produkten und Leistungen zur Verfügung, wobei dabei der Vorsorge-Gedanke im Vordergrund steht. Weitere Informationen finden Sie im Anhang unter „Produkte des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes“.
 

 

MSc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Die Zeichen stehen auf Frühling

Was war das doch kalt in der vergangenen Nacht im Osten Deutschlands! Im südlichen Brandenburg wurden an der Station Schipkau-Klettwitz knappe -10 Grad registriert, an der Station Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge sogar -11,2 Grad. Bereits am gestrigen Montag überquerte uns ein schwacher Tiefausläufer südwärts. Dieser brachte rückseitig einen Schwall maritimer Kaltluft aus polaren Breiten mit sich. Diese Kaltluft liegt nun unter dem Einfluss von Hoch „Konstantina“, das heute seinen Schwerpunkt nach Mitteleuropa verlagert. So stellt sich hierzulande ruhiges, meist störungsfreies Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein ein. Niederschläge sind dagegen Mangelware. Die Trockenheit, die in vielen Teilen Deutschlands seit Wochen anhält, setzt sich weiter fort.

Die Zeichen stehen auf Fruehling teil 1

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Dienstag, den 18. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 17. März 2025, 02 Uhr. 

Die Temperatur steigt im Westen und Südwesten tagsüber mit Unterstützung der kräftigen Märzsonne auf bis zu 13 Grad an, am morgigen Mittwoch werden sogar frühlingshafte 18 Grad erreicht. Dennoch zeigt sich in den Nächten, was in der trockenen Polarluft steckt. Bei klarem Himmel sinkt die Temperatur recht verbreitet in den leichten bis mäßigen Frostbereich ab. In der kommenden Nacht zum Mittwoch sind im Osten vereinzelt erneut bis zu -10 Grad nicht ausgeschlossen. 

Die Zeichen stehen auf Fruehling teil 2

MOSMIX-Vorhersage der Tiefstwerte für die Nacht zum Mittwoch sowie der Höchstwerte am Mittwoch, den 19. März 2025. 

Bis zum Donnerstag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt allmählich nach Südosteuropa. Deutschland gelangt damit mehr und mehr zwischen die Stühle. Zum einen liegt Hoch „Konstantina“ dann mit seinen Schwerpunkten über Italien, der Balkanhalbinsel und dem östlichen Mittelmeer. Zum anderen findet man in Biskaya-Nähe über dem Nordostatlantik ein weiteres Tief, das vergangene Nacht international auf den Namen „Martinho“ getauft wurde. Somit dreht die Strömung bei uns auf südliche Richtungen und es kann deutlich mildere Luft aus subtropischen Breiten nach Deutschland einfließen. 

Die Zeichen stehen auf Fruehling teil 3

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Donnerstag, den 20. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 18. März 2025, 02 Uhr. 

So ganz störungsfrei bleibt das Wettergeschehen jedoch nicht. Am Donnerstag ziehen die Reste eines ehemals kräftigeren Tiefs, das international auf den Namen „Laurence“ getauft wurde, in Deutschland auf. In der Wetterkarte in Abbildung 1 lässt sich dieses über Spanien wiederfinden. Dort sorgte das Tief in den vergangenen beiden Tagen lokal für unwetterartige Regenfälle und kräftigen Wind. Bis es Deutschland erreicht, ist es nur mehr „ein Schatten seiner selbst“. So ziehen am Donnerstag vorübergehend dichtere Wolken über die Nordwesthälfte hinweg, dabei bleibt es meist aber trocken. Sonst scheint vielerorts die Sonne.

Die Temperatur klettert tagsüber noch etwas höher, im Südwesten werden bereits bis zu 20 Grad erreicht. Zudem nimmt die Frostgefahr sukzessive ab. In der Nacht zum Freitag bleibt es im Westen und Nordwesten sowie im küstennahen Binnenland frostfrei. Sonst wird nochmals leichter Frost bis -3 Grad vorhergesagt. 

Die Zeichen stehen auf Fruehling teil 4

MOSMIX-Vorhersage der Höchstwerte am Donnerstag, den 20. März 2025 und am Freitag, den 21. März 2025. 

Am Freitag scheint dann erneut vielerorts die Sonne, nur im Westen und Südwesten zeigen sich hohe Wolkenfelder. Die Kombination aus subtropischer Luft und kräftiger Sonne lässt die Temperatur noch ein wenig weiter klettern. Örtlich sind im Westen bis zu 23 Grad möglich. 

Die Zeichen stehen auf Fruehling teil 5

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Freitag, den 21. März 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 18. März 2025, 02 Uhr. 

In der Wetterkarte von Freitag lässt sich jedoch bereits erahnen, was uns im Laufe des Wochenendes erwartet. Das Tief, welches weiterhin im Bereich der Biskaya zu finden ist, schickt seinen Ausläufer nach Deutschland, der das Wochenendwetter mit dichten Wolken und etwas Regen wieder wechselhafter gestalten wird – zumindest in der Westhälfte. Die Details werden derzeit aber noch etwas ungenau von den Wettermodellen vorhergesagt. Allerdings ist bereits heute klar: Mit dem Wetterwechsel geht auch ein Rückgang der Temperaturen einher. Während am Samstag im Westen voraussichtlich noch ungewöhnlich milde 20 Grad erreicht werden können, nähern wir uns am Sonntag mit 9 bis 16 Grad etwas mehr der für die Jahreszeit üblichen Temperatur an. 

M.Sc. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

 

Hey JUDE!

Das Lied „Hey Jude“ aus dem Jahr 1968 ist mit rund acht Millionen verkauften Exemplaren die erfolgreichste Single der BeatlesPaul McCartney schrieb es für John Lennons Sohn Julian. Dessen Spitzname war/ist Jules, weswegen der Titel auch zunächst „Hey Jules“ lautete. Paul McCartney komponierte das Lied, während er auf dem Weg zu Julian und dessen Mutter Cynthia war. Kurz zuvor hatte sich John Lennon von ihr getrennt und Julian sah seinen Vater fortan nur noch selten. Paul McCartney war für Julian eine Art väterlicher Freund oder Onkel. Er wollte ihm mit diesem Lied Mut zusprechen. Da Paul McCartney der Bezug zu Julian zu offensichtlich erschien, änderte er den Titel des Lieds letztendlich zu „Hey Jude“ ab.

JUDE ist auch der Name eines Zyklons, der bis vor ein paar Tagen mit wechselnden Intensitätsstufen Madagaskar, Mosambik und den Süden Malawis beschäftigte. JUDE erreichte zwar nur für kurze Zeit den Status eines Zyklons, dennoch sorgten Sturm- und Orkanböen sowie kräftige Regenfälle für Zerstörungen und Überschwemmungen. Auch Todesopfer, Vermisste und Verletzte sind zu beklagen. Die Zugbahn von JUDE war hierbei sehr interessant.

An dieser Stelle folgt zunächst noch ein kleiner Exkurs über tropische Tiefdruckgebiete, bevor genauer auf JUDE eingegangen wird.

Tropische Tiefdruckgebiete entstehen meist über den warmen (sub)tropischen Ozeanen. Sie weisen einen warmen Kern sowie eine axial-symmetrische und barotrope Struktur auf (barotrop = Flächen gleicher Temperatur verlaufen parallel zu Flächen gleichen Drucks). Die barotrope Struktur erkennt man beispielsweise daran, dass sie keine Fronten besitzen, da keine oder nur geringe Temperaturunterschiede am Boden vorliegen. Charakteristisch ist das kreisförmige, nahezu wolkenlose „Auge“ im Zentrum. Um das Auge herum befindet sich eine Wolkenwand aus hochreichender Konvektion, die sogenannte „eyewall„.

Bedingungen für das Auftreten von tropischen Tiefdruckgebieten sind:

1) Gewisse Entfernung zum Äquator (geografische Breite > 5 Grad), da ein signifikanter Coriolisparameter für die Rotation nötig ist

2) Meeresoberflächentemperaturen von über 26,5 Grad bis in eine Tiefe von 50 bis 150 m

3) Geringe vertikale Windscherung

4) Hochreichend labil geschichtete Atmosphäre

5) Feuchte mittlere Troposphäre

6) Anfangsstörung

Sobald eine solche Anfangsstörung eine geschlossene Zirkulation mit Windgeschwindigkeiten (über 10 min gemittelt) von bis zu 61 Kilometern pro Stunde aufweist, wird von einem tropischen Tiefdruckgebiet bzw. einer tropischen Depression gesprochen. Das nächste Entwicklungsstadium ist ein tropischer Sturm mit im Zentrum konzentrierter Konvektion und den spiralförmig angeordneten Regenbändern. Ab Windgeschwindigkeiten von 119 Kilometern pro Stunde spricht man dann je nach Ort ihres Auftretens von Hurrikans, Taifunen oder Zyklonen. Im südindischen Ozean und damit auch im Gebiet rund um Madagaskar wird der Begriff „Zyklon“ verwendet.

Zyklon JUDE entwickelte sich im südindischen Ozean nordöstlich von Madagaskar. Die Anfangsstörung verlagerte sich unter Verstärkung allmählich west-/südwestwärts und erreichte am Freitag, 07. März als tropischer Sturm den Norden Madagaskars. Dieser zog bei weiterhin west-/südwestlicher Verlagerung über die Straße von Mosambik hinweg, verstärkte sich dabei zu einem Zyklon und erreichte in der Nacht zum Montag, 10. März die Küste Mosambiks. Die Folge waren vor allem kräftige Regenfälle, bei denen Niederschlagsmengen innerhalb von wenigen Tagen zusammenkamen, die das für März übliche Mittel teils weit übertrafen.

Nachfolgend schwächte sich JUDE zügig zu einer tropischen Depression ab und verlagerte sich mit langsamer Zuggeschwindigkeit südwestwärts bis in die Grenzregion von Mosambik und dem Süden Malawis. Als JUDE erneut südostwärts in die Straße von Mosambik zog, erfolgte abermals eine Verstärkung zu einem tropischen Sturm und kurz vor der Südwestküste Madagaskars zu einem Zyklon. Die darauffolgende Zugbahn wurde von den Modellen zeitweise unterschiedlich gesehen. Dabei gab es zwei Varianten: JUDE könnte von dort entweder weiter südostwärts auf den Indischen Ozean ziehen oder einen Kurs erneut zurück in die Straße von Mosambik einschlagen. Letztendlich „entschied“ sich JUDE für die erste Variante und zog unter Abschwächung weiter auf das offene Meer hinaus.
 

Hey JUDE teil 1 

Grafik vom 14. März 2025 des europäischen Emergency Response Coordination Centre mit den von JUDE betroffenen Regionen (Quelle: https://erccportal.jrc.ec.europa.eu/ECHO-Products/Maps#/maps/latest)  

M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

St. Patrick‘s Day

Der St. Patrick’s Day geht zurück auf den irischen Bischof Patrick von Irland zurück. Er war der Überlieferung nach der erste christliche Missionar des Landes und gilt als Schutzpatron der grünen Insel. Er soll den Heiden Irlands die heilige Dreifaltigkeit anhand eines Kleeblattes erklärt haben. Daraus leiten sich auch das Kleeblatt als Symbol dieses Tages und die Farbe Grün als Mottofarbe ab. Nach seinem Tod am 17. März 461 (oder 493) nach Christus wurde der Tag als Gedenktag ins Leben gerufen.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Tag von einem religiösen Fest zu einer ausgelassenen Party. Auswanderer nahmen den Brauch unter anderem mit in die USA und nach Kanada, Australien, Südafrika und Argentinien. Überall auf der Welt, wo es verstärkt irische Einflüsse gibt, wird am St. Patrick’s Day ausgelassen gefeiert, meist in grün gekleidet und mit dem Kleeblatt als Symbol. In Dublin, Irlands Hauptstadt, und New York City (USA) gibt es am morgigen Montag sogar eine Parade.

Das Wetter in Irland ist am morgigen Montag durchwachsen. Zwar liegt Irland im Einflussbereich des Hochs KONSTANTINA, auf der Rückseite wird aber in südöstlicher Strömung feuchte Luft herangeführt. 

St. Patrick‘s Day teil 1

Karte Europa und Nordatlantik mit Isobaren und Fronten für Montag, 17.03.2025 mittags (Quelle: DWD)

Vor allem in den südlichen Küstengebieten sind Schauer wahrscheinlich. Dazu weht ein mäßiger bis frischer Südostwind, der an exponierten Küstenabschnitten sowie im höheren Bergland durchaus stürmische Böen hervorbringen kann. Nach meist 1 bis 4 Grad am Morgen steigt die Temperatur tagsüber auf 8 bis 11 Grad. Die Sonne zeigt sich kaum. Die Nacht zum Dienstag ist ebenfalls stark bewölkt, die Schauerneigung lässt etwas nach. Die Temperatur geht auf Tiefstwerte zwischen 7 und 2 Grad zurück. Der Südostwind weht weiterhin teils frisch. 

St. Patrick‘s Day teil 2

Karte Irland mit Vorhersage für Temperatur (oben) und Wind (unten links), Sonnenschein (unten mittig) und Niederschlag (unten rechts) am Montag und in der Nacht zum Dienstag. (Quelle: DWD) 

Wenn Sie sich also aufmachen, um den St. Patrick‘s Day in Irland draußen zu feiern, denken Sie an eine Jacke.

Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Extreme Wetterbedingungen in den USA

Ein Tief über den zentralen Teilen der USA zieht heute nordostwärts zu den großen Seen. Dies allein ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist der tiefe Luftdruck im Kern des Tiefs von unter 980 Hektopascal. Dieser ist für März nicht weit entfernt von den Rekordwerten für diese Jahreszeit und die Region in den USA, siehe Link 1.

Besonders im Frühling können in den USA sehr unterschiedliche Luftmassen aufeinandertreffen. So ist es auch dieses Mal. Von Süden werden feuchte und warme Luftmassen vom Golf von Mexiko herangeführt. Von Westen werden warme und trockene Luftmassen nach Osten gelenkt und von Norden fließt arktische Kaltluft über Kanada nach Süden. Gepaart mit diesem sehr kräftigen Tief waren und sind Wetterphänomene am „oberen Rand“ des Möglichen zu erwarten. 

Extreme Wetterbedingungen in den USA teil 1

Satellitenbild von Teilen der USA vom 14.03.2025 21:21 MEZ. 

Die Bandbreite der Wetterphänomene im Zusammenhang mit dieser Wetterlage sind selbst für nordamerikanische Verhältnisse ungewöhnlich und in Europa kaum vorstellbar. In der feucht-warmen Luftmasse kam es gestern zu kräftigen Gewittern, die teilweise neben Großhagel und Orkanböen auch Tornados entwickelten. In Missouri kamen durch Tornados drei Menschen ums Leben. Für den heutigen Samstag ergeben sich für den Südosten der USA besonders „gute“ Bedingungen für schwere Gewitter mit Tornados. Der US-amerikanische Wetterdienst hat deswegen zur höchsten Vorwarnung gegriffen. Ein „high risk“ (Stufe 5 von 5) gilt für Teile von Mississippi und Alabama, siehe Abbildung 2. Zudem kam und kommt es in dieser mit Feuchtigkeit angereicherten Luft zum Teil zu kräftigen Regenfällen und Überflutungen. 

Extreme Wetterbedingungen in den USA teil 2

Abbildung 2: Vorhersage des Storm Prediction Centers der NOAA für den 15.03.2025 https://www.spc.noaa.gov/products/outlook/ 

Weiter westlich waren es starker Wind und eine sehr trockene Luftmasse, die zu Problemen führten. In Amarillo im Norden von Texas erreichte der Sturm zum Beispiel 133 km/h. Für diese Station nicht nur ein Märzrekord, sondern auch ein Allzeitrekord für „nichttornadische“ Böen. Die genannten Bedingungen hatten zudem im Vorfeld den Wetterdienst zur höchsten Warnung vor „wildfires„, also Flächenbränden veranlasst. Die Befürchtungen bewahrheiteten sich, als im gestrigen Tagesverlauf zahlreiche Brände in Texas und Oklahoma entstanden. Allein in Oklahoma waren es mehr als 130 Stück. Als Folge kam es zu Evakuierungen. Damit noch nicht genug kam es über den trockenen und staubigen Böden zu gewaltigen Staubstürmen. Bei nahezu null Sicht kam es zu zahlreichen Unfällen. 

Extreme Wetterbedingungen in den USA teil 3

Satellitenfilm vom 15.05.2025 nachmittags, abends US-amerikanischer Zeit. 

Damit noch nicht genug kam und kommt es im Norden der USA, vornehmlich im Bundesstaat Minnesota zu einem Blizzard. Sturm und heftige Schneefälle sorgen dort für Probleme. Am Sonntag verschiebt sich das Risiko für heftige Gewitter in den Osten der USA, wahrscheinlich aber nicht mit der Häufigkeit und Intensität wie heute. Ansonsten beruhigt sich in weiten Teilen der USA die Wetterlage. 

Extreme Wetterbedingungen in den USA teil 4

Warnkarte des US-amerikanischen Wetterdienstes vom 15.03.2025 https://www.weather.gov/ 

MSc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Tag der Mathematik

Der IDM – internationale Tag der Mathematik – wurde im Jahr 2020 ins Leben gerufen. Auf der 40. Generalkonferenz der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) 2019 wurde der Welttag beschlossen und verkündet. Ziel ist es, ein globales Bewusstsein für die Wichtigkeit der Mathematik zu schaffen. Es gibt keinen Beruf, der ohne mathematisches Wissen auskommt. In vielen Berufen findet die höhere Mathematik Anwendung. Umso wichtiger ist es, das Wissen verständlich zu vermitteln und alle Geschlechter in mathematischen Fächern gleich zu fördern.

In diesem Jahr steht der internationale Tag der Mathematik unter dem Motto „Mathematics, Art and Creativity“. Diverse Schulen und Universitäten bieten auch in Deutschland Aktivitäten zum Tag der Mathematik an. Manchmal geht es um bestimmte Zahlen, manchmal aber auch um das spielerische Erlernen von Mathematik.

In der Meteorologie sind wir umgeben von Mathematik. Die Wettermodelle basieren auf komplexen mathematischen Gleichungen. Radarbilder werden aus Messungen berechnet. Die Wetterrückblicke zum Beispiel am Ende eines Monats, eines Jahres oder einer Saison bedienen sich meist einfacher Mathematik wie Summen oder Mittelwerten oder Abweichungen von der Norm.

Auch bei den Warnungen spielen Berechnungen eine Rolle. Den Hitzewarnungen zum Beispiel liegt neben der Berechnung der gefühlten Temperatur auch eine Berechnung der Abkühlung in Innenräumen zugrunde. Bei den Gewitterwarnungen spielen Berechnungen der voraussichtlichen Zugbahn eine große Rolle. Außerdem werden die vertikalen Strukturen aus den Radarbildern mittels höherer Mathematik ausgewertet, um Angaben über mögliche Regenmengen oder Hagelkorngrößen zu machen.

All das geschieht oft im Hintergrund, ohne dass der Meteorologe noch selbst rechnen muss. Aber das Grundverständnis muss vorhanden sein, damit man die automatischen Ergebnisse einordnen und gegebenenfalls revidieren kann. 

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.03.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst