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Karnevalswetter

Was war das für ein Auftakt der Karnevalstage bei der gestrigen Weiberfastnacht? Während in den Vormittags- und Mittagsstunden die Umzüge in den Karnevalshochburgen bei strahlendem Sonnenschein stattfanden, zogen im Nachmittagsverlauf teils starke Schauer durch, die von kräftigen Böen, Graupel und zum Abend hin im Bergland sogar von Schnee begleitet wurden. Das wechselhafte Wetter konnte die Jecken jedoch nicht vom Feiern abhalten. Kurzerhand verlagerte man die Partys am Nachmittag in die Kneipen, wo es feucht-fröhlich weiterging. 

Karnevalswetter teil 1

Nutzerbild aus der DWD-WarnWetter-App vom 27.02.2025. 

Der Grund für das wechselhafte Wetter findet sich in Form eines hochreichenden Tiefs namens „Rainer“ in den Wetterkarten wieder, das von West nach Ost über Deutschland hinweg zog. Die kalte Luft in höheren Luftschichten, die das Tief begleitete, sorgte dabei für die Bildung zahlreicher Schauer – nicht nur in den Karnevalshochburgen. Auch die Regionen, in denen Karneval weniger vertreten ist, gingen gestern nicht leer aus.

Am heutigen Freitag zieht „Rainer“ nach Osteuropa weiter und verliert allmählich an Einfluss in Deutschland. Dennoch werden gebietsweise weitere Schauer erwartet, die in mittleren und höheren Lagen auch mit Schnee einhergehen können. Zudem sind kurze Graupelgewitter möglich. Einzig im Nordwesten und südlich der Donau ist die Schauerneigung geringer. Dort lockern die Wolken etwas auf. Über die Temperaturen lässt sich nicht sonderlich klagen. Die Höchstwerte von 3 bis 8 Grad entsprechen der Jahreszeit üblichen Temperatur. In der bereits recht kräftigen Sonne lässt es sich derzeit im Freien ganz gut aushalten. 

Karnevalswetter teil 2

DWD-Vorhersagekarte für den Bodendruck und die Luftmassengrenzen für Freitag, den 28. Februar 2025, 14 Uhr MEZ auf Basis des ICON-Modelllaufs vom 27. Februar 2025, 02 Uhr 

Wie geht es aber nun weiter über die Karnevalstage? 

Hoch „Heltraut II“ liegt heute über den Britischen Inseln und blockt atlantische Tiefausläufer. Über das närrische Wochenende verlagert es seinen Schwerpunkt allmählich über den Ärmelkanal und sorgt so hierzulande für einen ruhigen „Fastelovend“.

Am Samstag sind im Osten und an den Alpen noch die Reste von Tief „Rainer“ wirksam und gehen in Form von etwas Regen, in mittleren und höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge auch in Form von Schnee nieder. Sonst lockern die Wolken zunehmend auf und die Sonne kommt zeitweise zum Vorschein. 

Karnevalswetter teil 3

Vorhersage der relativen Sonnenscheindauer in Prozent (%) des vollautomatischen MOSMIX-Verfahren des DWD für Montag, den 03. März 2025. 

Ab Sonntag zeigt sich die Sonne in der Mitte und im Süden dann häufiger und scheint vielfach an einem strahlend blauen Himmel. Nur in den Nächten bis in den Vormittag hinein besteht gebietsweise eine gewisse Nebelneigung. Der Norden ist vom Sonnenschein jedoch ausgenommen, denn er wird von schwachen Tiefausläufern gestreift. Dort halten sich entsprechend dichtere Wolken, Niederschlag ist aber selten. Zudem frischt der Wind ab Montag in Küstennähe mit starken bis stürmischen Böen auf. Die Temperaturen klettern mit Unterstützung der Sonne bereits am Montag wieder auf 8 bis 12 Grad, am Dienstag werden bis zu 14 Grad erreicht. Das Wetter steht den närrischen Tagen in diesem Jahr also nicht im Weg. Helau und alaaf! 

Karnevalswetter teil 4 

Vorhersage der Tageshöchstwerte des MOSMIX-Verfahrens für Dienstag, den 04. März 2025.

Und auch am Aschermittwoch, dem Endes des Karnevals und dem Beginn der Fastenzeit, hält die Wetterzweiteilung an: Im Norden und Nordosten halten sich dichtere Wolken, zeitweise fällt etwas Regen, dazu ist es windig, an der Ostsee teils stürmisch. In den restlichen Landesteilen zeigt sich häufiger die Sonne und die Temperatur kann in den westlichen Flussniederungen sogar auf bis zu 16 Grad klettern. 

 

M.Sc. (Meteorologe) Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.02.2025
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst 

 

Stellt sich jetzt der Winter ein?

Am heutigen Mittwoch (22.11.23) sorgt zunächst noch Hoch „Bionda“ mit Zentrum über dem nahen Nordostatlantik für ruhiges und weitgehend niederschlagsfreies Wetter in Deutschland. Sicherlich erwähnenswert sind die Temperaturen im Osten: Dort liegt die Tageshöchsttemperatur heute nur bei Werten um den Gefrierpunkt, gebietsweise kommt es dort zu Dauerfrost.

Allerdings schwenkt Tief „Niklas“, das mit seinen beiden Kernen im Europäischen Nordmeer liegt, bereits sein Frontensystem in Richtung Deutschland. Mit dem Tiefausläufer fließt jedoch vorübergehend etwas mildere Luft zu uns, die sich zumindest am Donnerstag in der Nordhälfte bei Höchstwerten zwischen 10 und 13 Grad verbreitet durchsetzen kann. Während also in der Nacht zum Donnerstag leichter Luftfrost noch ein Thema ist, zieht sich dieser in der Nacht zum Freitag ins höhere Bergland zurück. Zunächst ist von einem Wintereinbruch nichts zu spüren.

DWD Stellt sich jetzt der Winter ein

Da sich Tief „Niklas“ in den kommenden Tagen allmählich südostwärts über Skandinavien in Richtung Baltikum und Westrussland verlagert, greift im Laufe des Donnerstags die zugehörige Kaltfront auf Deutschland über und erreicht Freitagfrüh die Alpen. Gleichzeitig erstreckt sich Hoch „Bionda“ immer mehr von der Iberischen Halbinsel aus über Schottland und Island bis nach Grönland. Entsprechend stellt sich eine zunehmend nördliche Strömung ein, sodass ab der Nacht zum Freitag der Weg frei ist für mäßig-kalte und zu Schauern neigende Polarluft, die das Wetter wieder deutlich wechselhafter gestaltet.

DWD Stellt sich jetzt der Winter ein

Dies wiederum sorgt für ein allmähliches Absinken der Schneefallgrenze. Zunächst liegt diese in der Nacht zum Freitag bei rund 800 Metern. Am Freitag tagsüber sinkt sie bei sehr wechselhaftem Schauerwetter mit einzelnen Graupelgewittern bis in mittlere Lagen ab, in der Nacht zum Samstag können die Schauer vorübergehend sogar bis in tiefe Lagen als Schnee niedergehen.

Dennoch wird es vielerorts nicht zum Schlittenfahren ausreichen. Aufgrund der positiven Temperaturen tagsüber und der noch vorhandenen Bodenwärme wird sich der Schnee meist schnell wieder verflüssigen, vor allem in tiefen Lagen der Westhälfte. Lediglich im Nordosten sowie im Alpenvorland besteht die Chance, dass sich der Schnee auch mal etwas länger hält. Ganz anders sieht es im höheren Bergland aus. Dort schafft es der Winter, sich bei Dauerfrost durchzusetzen. Hervorzuheben sind vor allem das Erzgebirge und die Alpen. Dort stauen sich Niederschläge, die meist als Schnee fallen und auch über längere Zeit anhalten können. In höheren Lagen der Alpen kann sich der Schnee bis Sonntag voraussichtlich auf 50 cm aufsummieren, lokal auch etwas mehr.

Zum Sonntag macht die Schaueraktivität den aktuellen Modellprognosen zufolge vorübergehend eine kleine Pause. Ob sich in der nächsten Woche wirklich ein nachhaltiger Wintereinbruch einstellen kann, werden die Vorhersagen in den kommenden Tagen zeigen.

M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.11.2023
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst